Batterie alle

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Wiederaufladung trotz Gleichgesinnter ungewiß

Haben sie sich schon einmal gefragt, wieso bei manchen Menschen die Batterie schneller alle ist als bei anderen? Nun, darüber eine wirklich fundierte allgemeingültige Schlußfolgerung zu ziehen, die für jeden Menschen gleichermaßen zutrifft, wird nicht möglich sein. Zu unterschiedlich sind die Gründe.

Die Auslöser können bei dem einen eine reine körperliche Erschöpfung sein, weil er sich verausgabt hat durch schwere Arbeiten, bei dem anderen kann es sich um geistige Erschöpfung handeln, weil er zu lange über einer anstrengenden Aufgabenlösung grübelte, bei jenem um seelische Kraftlosigkeit, weil ein herber Verlust das psychische Empfinden stört, auch durch trübe Stimmung des Himmels oder durch schlechte Luft in Räumen kann es zu Ermüdungserscheinungen kommen.

Sie sehen, schon in der Auswahl über die Bestimmung, woher die Kraftlosigkeit herrührt, gibt es eine schier unendliche Palette an Gründen. Nichtsdestotrotz ist grob gesagt bei allen Ursachen das Gefühl der absoluten Kraftausschöpfung vorhanden. Batterie alle, Luft raus. Sie fühlen sich erschlagen. Bewegungsunfähig.

Regelmäßig in den Wintermonaten haben es Autobatterien so an sich, ihren „Geist“ aufzugeben, und ihr fahrbarer Untersatz verweigert, auch nur einen Zentimeter zu fahren.

Batterie, entnommen aus dem französischen batterie, in der Bedeutung Schlägerei, was zum Schlagen dient, übernommen vom lateinischen battuere, schlagen stoßen. Im englischen battle für schlagen und Schlacht, Kampf kann der lateinische Ursprung ebenso gut nachvollzogen werden.

Wie paßt dies zusammen? In der Militärsprache wurde eine Reihe von Kanonen als Batterie bezeichnet, genauso wie ein kleiner Verband der Artillerie, dies wurde wohl für die Technik übernommen, wenn mehrere parallel oder hintereinandergeschaltete Elemente als Stromspeicher fungierten. Die in einer Batterie gespeicherte Energie wird elektrische Arbeit genannt.

Bei der Wahl des Namens für die Batterie wurde also nicht Bezug genommen zum inneren Geschehen einer Batterie oder ihrer Funktionalität, sondern auf die Masse der aufgestellten Elemente, Kriegsgeräte in Reihe.

In unserer Umgangssprache benutzen wir das Wort Batterie für eine größere Anzahl von Gleichartigen. Kann es vielleicht sein, daß unsere Batterie alle ist oder schneller sich unser Kraft-und Leistungspegel senkt, weil wir nicht mehr mit anderen in einer Reihe stehen?

So ganz von der Hand zu weisen, ist dies nicht, denn für viele Menschen ist die positive Umgebung mit Gleichgesinnten eine Stärke und kraftgebendes Gefühl. Wer sich alleingelassen fühlt, im Stich gelassen, den überkommt öfters das Empfinden von Kraft-, Mutlosigkeit. Wenn zusätzlich noch eigene Leistung, wie auch immer geartet, aufgebraucht wurde, ist es ein leichtes, sich von den umgebenden Einflüssen noch mehr ausgelaugt zu fühlen. Zudem kann beim Menschen die Batterie ganz individuell ihren Leistungspegel verwirken, ohne wirklich dafür Energie aufgebraucht zu haben.

Technisch ist es möglich, eine Batterie schnell aufzuladen, um das Auto fahren zu lassen, die Uhr wieder ihre Zeiger in Sekundentakt weiterbewegt oder daß die Musik erneut aus dem Radio erklingt. Für den Menschen ist dies so einfach nicht, in die „alte Spur“ zu kommen.

Es gibt keine Patentlösung, um seine Batterie wieder aufzuladen, denn so individuell wie sich die Erschöpfungszustände äußern und wie sie sich ergeben haben, so individuell ist auch die zur „Erfrischung“ benötigte Energie. Vielleicht sollten wir uns aber vor Augen halten, daß Batterien in Reihe aufgestellte Elemente sind, und eine einzelne Kanone keine Batterie bildet, es deshalb von Zeit zu Zeit notwendig ist, sich anderen Batterien (Menschen) anzuschließen, die in irgendeiner Art und Weise gleichgesinnt sind, ohne gleich mit ihnen gleichgeschaltet zu werden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Politik außer Rand und Band

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Halt doch mal die Luft an

Bloß nicht kritisch sein auf allen Ebenen, wer sucht und findet schon die Wahrheit? Vor allem welche Wahrheit? Die des Donald Trump oder des Wladimir Putin, Fake-News gegen aufrichtige von Pressefreiheit strotzdender Russischen Föderation, wo Sputnik-News und RT uns aufzeigen, wie toll sie fruchten, ganz besonders beim großen Pulk der „Wahrheitsbewegung“, all inclusive die gesamte Neue Rechte?

Eine politische Landschaft unterteilt zwischen für und wider. Wer Rot-Rot-Grün nicht ablehnt, gehört automatisch zum Establishment, wer alle Parteien ablehnt, außer dem ach so mündigen tollen Volk die Bürde jener Verantwortung zuzutrauen, dem lauscht man dessen vollmundigen Worten. Die auch nur mit Wasser kochen, aber das zählt ja nicht, Hauptsache endlich mal Protest.

Übertriebenes Zerrbild einer ohnehin chaotischen Gesellschaft, geprägt von ernsthaften Bemühungen, ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen, während andere es vorziehen, ständig Haßtiraden zu streuen? Wer verursacht eigentlich jene gen Himmel schreienden Mißstände, denken wir an weltweite Kriege, an zunehmende Armut auch hierzulande, an den Ruf nach lauten Marktschreiern, die eine bestehende Politik nebst Medien nicht nur anzweifeln, sondern am liebsten per Revolte von dannen jagen möchten, wenn sie denn könnten? Dazu bedarf es aber mehr Unzufriedene im Volk selbst.

Und wie erreicht und mobilisiert man jene? Richtig, mittels Verunsicherung, Spaltung und dem simpelsten Mittel, was meist funktioniert: Verunglimpfung und Haß. Das Wort der „Lügenpresse“ in vieler Munde greift um sich, selbst der US-Präsident mißachtet das höchste Gut, die Verfassung, die sie schützen soll. Das beflügelt hierzulande gerade diejenigen, die ohnehin mit eigenen Portalen als Wahrheitsverkünder gern im Internet unterwegs sind, mit entsprechender Hirnwäsche von abstrusen Verschwörungstheorien bishin zu offenen oder versteckten Sympathien der Neuen Rechten gegenüber. Das nimmt man im Kauf, Hauptsache sich Luft gemacht.

Wahlkampfstimmung steht uns bevor, da zählt Geschlossenheit, Bündnisse werden geschmiedet, was zunächst ein normaler Vorgang. Allerdings gibt es jetzt ein Novum: Noch nie durfte in dieser BRD eine rechtspopulistische Partei im Deutschen Bundestag Platz nehmen. Verirrte Protestwähler vertrauen dieser AfD, obwohl ein Björn Höcke in „Goebbels-Manier“ proletet. Schwamm drüber trotz Alibi-Verantstaltung eines Ausschlußverfahrens, am Ende bestimmt das Geld den Weg.

Halt doch mal die Luft an, erfreue dich an guter Stimmung am Rosenmontag, was haben dabei düstere Gedanken verloren, wir können sowieso nichts dran ändern, die da oben machen, was sie wollen. Stimmt, ohne Rücksicht auf Mitmenschen. Genau deshalb muß ausgesprochen werden, welche Mißstände uns alle belasten. Wer Medien als Lügner diffamiert, morgen Ersatz schafft, der geschönt uns diktiert, was danach mit uns geschieht, hat nicht verstanden, wie simpel Herrschaftssysteme ausgehebelt werden können. Kritik kann nur dann fruchten, wenn sich alle äußern dürfen, ohne Ausnahme.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Zwei Opfer zuviel

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Aufreizend süß
eine schwarzhaarige Schönheit,
Collette sie wohl hieß,
war des abends allzu bereit,
mit diesem fiesen Kerl zu gehen.

Hätte sie bloß auf ihre innere Stimme gehört.
Ward eine Ewigkeit nicht mehr gesehen.
Im Spätsommer lautes Geschrei verstört,
die Trauer im Dorf hielt lange an.
Nie wieder Collettes Lachen im Raum.

Neulich im Winter war wieder eine dran,
diesmal erschien aber im Traum
ganz so wie ein klarer Hinweis,
wer und wo sich der Übeltäter befand.
Die Polizei schlich sich heran ganz leis.

Da stand der fiese Kerl auf Daches Rand,
wollte sich eben fallenlassen.
Aber die Jungs verhinderten diese Flucht,
hielten sich zurück, so einigermaßen.
Das nächste Opfer fand man in tiefer Schlucht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Weltweites Elend offenbart unfähige Schmarotzer

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Der Letzte kann keine Tür mehr schließen

Basteln kann unheimlich toll entspannend auf uns einwirken, vor allem mit entsprechend erfolgreichen Ergebnissen, wenn nach langer mühevoller Geduld dies gelingt. Apropos Geduld. Die braucht jeder Mensch auf Erden, der hier in unwirtlicher Umgebung existieren möchte. Zugleich von Geburt an entscheidet sich der Lebenswandel, ganz grob betrachtet zwischen wohl behütet oder jederzeit dem Tod geweiht.

Irgendwo im Herzen von Simbabwes Großstadt Bulawayo geboren, kann bereits eine harte Zukunft bedeuten im Gegensatz zu Berlins Villenviertel im Grunewald. Zwei unterschiedliche Voraussetzungen, die größer kaum sein könnten. Ungerechtigkeit, weltweit gepflegt und geduldet, weil Mensch bis heute es nicht schafft, sich von solch selbst verursachten Nöten zu befreien. Stets spielen gewisse Umstände die alles entscheidende Rolle, das direkte familiäre Umfeld, selbst wenn man später mit dem Erwachsenwerden jederzeit Veränderung herbeiführen vermag, so verblaßt sie doch nur im hypothetischen Einerlei einer selbstgewählten Rolle, die man ausübt, entweder zwanghaft oder weil das Umfeld sie erwartet.

Zurück zum Erfolg, der sich einstellt. Basiert dieser auf eine ellenlange Kette der Ausbeutung, die jahrtausendealt längst festgefahren im menschlichen Dasein? Macht spielt als Hauptfaktor den wesentlichen Kern. Ohne sie wäre das Leben auf Erden vielfach angenehmer, hätte all das Leid nicht überhand genommen. Doch der ausgeübte Druck manifestiert sich in gewohnter Scheinheiligkeit, eine Welt zwischen Arm und Reich offenbart das gesamte Ausmaß von Elend und Selbstverherrlichung. Dabei zeigt gerade Mutter Natur eine ganze Palette schöpferischen Daseins, die dennoch rücksichtslos zerstört wird, um eigene Reichtümer zu häufen. Hauptsache dieses Erfolgsmodell setzt sich durch, egal zu welchen Lasten.

Das Ende der Fahnenstange bereits erreicht angesichts jenes kaltherzigen Weges? Mensch vermag stets erfindungsreich neues entwickeln, um seine machtpolitischen Ziele zu verfolgen, schreckt eben nicht vor Kriegen zurück trotz manch anmahnend erhobener Hand. Letztlich siegt nicht die Vernunft oder gar Mitmenschlichkeit, viel eher die hämische Gewißheit, vermeintliche Feinde zu bezwingen, um eigenes Wohlbefinden ins rechte Licht zu rücken.

Intrigen, Lügen, Korruption sind nützliche Werkzeuge, rücksichtslos eingesetzt bauen sie die eigene Macht aus, sich zu vergrößern. Jede Hochkultur scheiterte dennoch an der Ignoranz sozialer Mißstände, ging am Ende unter. Doch anstatt daraus folgerichtige Lehren zu ziehen, um einsichtig menschliches Zusammenleben zu verbessern, was heute wesentlich einfacher gestaltet werden kann als früher, begehen die jetzigen Mächte exakt dieselben Fehler. Mensch, trotz all seines Wissens, belauert sich mißtrauisch, gönnt dem Nächsten am liebsten nichts. Solange jene Haltung stets weitervererbt und -vermittelt entsprechende Anwendung findet, verbleibt weltweites Elend neben vergnügungssüchtig übersättigten Oasen.

Humanität läßt sich nicht verordnen, entweder man praktiziert sie aus Überzeugung auf allen Ebenen oder manche machen sich und anderen etwas vor, worunter deren Mitmenschen dann zu leiden haben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Wenn Ideologien zu Idiotien führen

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Ohne Veränderung keine geistige Vielfalt

Eine Vielzahl von Ideologien bestimmt nicht immer im Sinne aller Individuen das Weltgeschehen. Dies betrifft nicht nur die Individuen, die von außen auf eine gelebte Ideologie sehen, sondern auch die Individuen, die einer wie auch immer genannten Ideologie ausgesetzt sind.

Die Ideologie, Anschauung, Einstellung, Denkweise, Weltbild, Grundeinstellung, Überzeugung stammt als Oberbegriff aus dem französischen idéologie, Ideenlehre. Der Begriff gilt als Wortschöpfung des französischen Philosophen A. L. C. Destutt de Tracy (1754–1836). Es ist eine Wortzusammenstellung von griechisch idéa, Idee und was wir alle kennen von –logie. Das in seiner erweiterten Bedeutung mit Lehre übersetzt werden kann. Griechisch lógos, Rede, Vernunft, Überlegung.

Die durch Destutt de Tracy geprägte Ideologie bezog sich auf das Projekt der einheitlichen Wissenschaft der Vorstellung und Wahrnehmungen. Die französischen „Idéologistes“ wollten mittels eines pädagogischen Konzepts zur Breitenaufklärung gegen eine neue Schreckensherrschaft aufklären. Napoleon Bonaparte unterband dies mit dem Vorwurf eines wirklichkeitsfremden Systemgebäudes. Im deutschen Sprachraum haben Marx und Engels diesen Begriff als herrschaftskritisch benützt. Die von Francis Bacon formulierte „Idolenlehre“, die in Grundzügen den gleichen Denkansatz vermittelt, bezog sich auf das Bereinigen von Idolen (Trugbilder), die in der Wissenschaft, Tradition, Sprache, Herkunft, Sozialisation zu finden sind.

Ob wir nun die Ideologien in Bezug auf eine politische Weltanschauung für die verschiedenen Religionen oder für wissenschaftliche Überzeugungen betrachten, allen kann attestiert werden, sie sind nicht frei von Trugbildern. Welche dies sind und in welcher Anzahl sie sich in den verschiedenen Ideologien verbergen, und zu welchen Zwecken sie vielleicht absichtlich, trotz dem Wissen über falsche Ansätze, nicht bereinigt werden, darüber könnte nicht nur, darüber wird ständig diskutiert.

Oder etwa doch nicht? Nicht überall sieht und hört man es gern, wenn einmal zusammengetragene Ideologien hinterfragt werden, denn etwaige Zweifel oder gar Verbesserungsvorschläge sind Störungen, die ein klar umrissenes Konzept zum Wanken bringen könnten. Gerade Ideologien, deren Verfechter sich ein Erhaben sein anmaßen, dulden keine Fragen, die ihre Position oder die der Ideologie „schaden“ könnten, selbst wenn eindeutige Trugschlüsse vorliegen.

Idol, Trugbild, aber auch Abgott, Leitfigur, Vorbild, Ideal ist vom griechischen Wort eídōlon, Gestalt, Götzenbild abgeleitet, und dem Grundwort ideĩn, Idee entnommen. Die Idee, bei Platon das Urbild, ist abgeleitet von ideĩn, sehen, erkennen. Ideen sind Gedanken, Auffassungen, Begriffe, Vorschläge, Einfälle, Erkenntnisse, Geistesblitze und zahlreiche Erfindungen sind auf diese Impulse zurückzuführen, aber auch künstlerische Ausdrucksformen.

Werden Erkenntnisse, Anschauungen unterbunden, verkümmert nicht nur die kreative Vorstellung, die Phantasie, sondern auch das Vermögen der gedanklichen Auffassung von Zusammenhängen. Dies führt zwangsläufig zur Verdummung, zur Idiotie. Idiot, aus dem griechischen idiṓtēs, gewöhnlicher, einfacher Mensch. Das Wort entstammt von ídios, eigen, eigentümlich.

Wer sich in vieler, wenn nicht gar allen Angelegenheiten auf das eigene und unverwechselbare, wesensgemäße, typische bezieht, hat keine Fähigkeit mehr, sich für andere und anderes zu öffnen. Er ist sozusagen auf einer Stufe stehengeblieben und trotzt jeder Weiterentwicklung, dies ist ein Zeichen von Verschrobenheit, Sonderlichkeit, Eigenartigkeit und wird mit den Ausdrücken, Ignorant, Depp, Simpel, Trottel beschrieben.

Sicher sind nicht alle, die sich vehement dagegen sträuben, eine einmal festgelegte Ideologie nachzubessern oder gar komplett als Irrtum zu erkennen, Idioten. Aber sie sind Kleingeister, die sich weigern, neue Impulse, Ideen aufzunehmen und auszuarbeiten. Dies ist der Grund, warum viele Ideologien, die im Ansatz von der Grundidee her gute Inspirationen eröffnen könnten, oftmals nur noch leere Hülsen darstellen, die mit Gewalt und Niedertracht aufrechterhalten werden. Es liegt nicht nur an dem Erkennen der Trugbilder, es liegt vor allen Dingen an der Unflexibilität der Menschen, die sich einer Ideologie verschrieben haben und an deren Festhalten ihrer Machtposition.

Ideologien sind Grundmuster, und wenn sie nicht ständig verändert werden, werden wir nur immer dasselbe zu sehen, zu erkennen bekommen und haben somit keine Chance auf neues Erkennen und eine geistige Vielfalt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Nach Trumps Redeschwall: Lug und Trug sei überall

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Satirischer Rückblick…

Drum wolle man die Lügenmedien hugs flugs verbannen, es gießen harte Worte wie aus Kannen, genauso beginnt ein jedweder wohlgeformter Schwur bis hin zur Diktatur. Doch aufrechte Recken sich dem neuen Despoten entgegenstrecken, endlich spricht mal einer Klartext: America first, you’ll never be the next!

Seid doch mal froh, die Reise führt ins Nirgendwo, kaum jemand mag sagen, was wirklich geschieht in kommenden Tagen. Aber eines ist gewiß, viele haben Schiß. Es hilft kein Überschwang, wenn Körper und Geist kaum noch im Einklang, die Menschheit ist jetzt halt dran. So einige haben nichts zu verlieren, weil Ventile auf der Suche sich abzureagieren.

Man bemerkt’s in jeder Nische, auf jedem Flur, von Frieden keine Spur. Haha, welch Spaß, Frisuren – Merkmale mit dem gewissen Etwas, man och beim Trump jemunkelt hat, doch solch Gag wäre viel zu schad, dessen Ego kennt eh keene Gnad! Denn Pappnasen können nur noch betrügen, Politik zwischen Selbstgerechtigkeit und Wohlstandslügen. Wo soll denn die Knete für die Entrechteten herkommen? Solch Milliardäre entstanden, weil sie total verkommen!

Es braucht schon zum Öffnen den jewissen Hebel, zu beenden das Leben im Nebel. Schaut mal jenauer hin, dat macht Sinn: Worte erzählen – Bürger wählen. Womit sie uns wohl die nächsten vier Jahre quälen? Nichts als Dauerverwaltung im Sinne der Eliten, selbst Amnesty International beklagt praktiziertes Prinzip der Spaltung. Politiker somit doch nur Nieten.

Es herrscht nur Nehmen, daher kein Geben, etliche Stimmungen, gut oder schlecht gelaunt durchs Leben? Niemand vermag es messen, selbst wenn Vergänglichkeit bedeutet Vergessen, Überheblichkeit im politischen Gewande ignoriert die Schande. Weil die Metamorphose menschlichen Leids weiterhin bleibt, sich der wache Ermahner daran aufreibt.

Doch sie wollen unbedingt andocken, Dummheit läßt sich stets simpelst anlocken. Nichts aus der Geschichte gelernt? Ach so, die ist ja weit entfernt. Daher Trumps Politik vom „Rudel ganz oben“ zum Rückbau des Staates auf dessen Agenda steht, diese Botschaft durch der Welten Länder weht. Zu vieles gänzlich mißraten, bis hinein in manch dunkle Kammer der Kameraden.

Ihr wißt doch nur zu genau, wenn nicht, macht Euch schlau, wie Politik tickt. Total verrückt, so gar nicht beglückt. Oh weh, schaut hin zum Bodensee: die Überlinger Platanenallee wird bald schon Geschichte sein. Zu guter Letzt half kein Protest, kein beherztes Nein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Dunkle Kammer der Kameraden

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Zweckgemeinschaften oder manipulierte Verbindungen?

Sie ist ein fast ständiger Begleiter geworden, entweder in der eigenen Hand oder vor dem Auge eines x-beliebigen Passanten, aber auch fest installiert, inzwischen nicht nur an sogenannten Knotenpunkten, sondern in Geschäften, Betrieben, an Straßenkreuzungen und seit neuestem unscheinbar fliegend in der Luft, die Kamera.

Für viele vor etlichen Jahren noch unerschwinglich und teuer nicht nur in der Anschaffung, sondern auch die Kosten für die Entwicklung vom Negativ zum Photo, war die Kamera mancherorts ein feudales Hobby: Wer es sich leisten konnte, baute sich eine Dunkelkammer in seiner Wohnung oder Haus ein, um seine Kunstwerke bei nächstmöglicher Gelegenheit seinen Besuchern zu präsentieren. Dabei war nicht nur das Motiv auf den Photographien das Gesprächsthema, es wurde auch stundenlang über die technischen Komponenten zur Verwirklichung dieser Photographie gefachsimpelt.

Heute gestaltet sich der Gesprächsbedarf dahingehend, wieviel Photoshop, das heißt Manipulation am Bild vorgenommen wurde, außer bei denjenigen, die sich noch mit sehr viel Leidenschaft ihren Motiven und einer manuellen Kamera bedienen. Für alle anderen ist die Kamera ein Werkzeug zur Selbstpräsentation der schnellen Art geworden oder als beweisführendes Material für die unzähligen Überwachungsobjekte.

Den Namen Kamera bekam dieses Wunderwerk der Technik von dem lateinischen Begriff camera obscura, dunkle Kammer, wobei obscura eigentlich bedeckt bedeutet und wir dieses Wort auch für anrüchig, suspekt, zweifelhaft, undurchsichtig benützen. Kamera, althochdeutsch chamara, über das lateinische camera, ursprünglich vom griechischen Wort kamára, bedeutet Raum mit gewölbter Decke oder gewölbte Decke. In unserem Sprachgebrauch ist kamára als Kammer, Abstellraum, Kabuff, eingegangen.

Setzt man hinter das Wort Kamera ein „d“, so erhalten wir das Wort Kamerad. Erstaunlich, wie schnell sich ein Begriff verwandeln kann. Kamerad, aus dem französischen camarade, italienisch camerata ist ein Begriff für Stubengenossenschaft, Kammergemeinschaft. Schätzungsweise bildete sich der Wortbegriff aus dem Umstand heraus, daß das Gesindel, Knechte bei längeren Aufenthalten oder Übernachtungen in einem Gemeinschaftsraum, wenn nicht im Stall geschlafen haben. Viele dieser Kammern lagen außerhalb des Haupthauses.

Und nicht immer waren diese Stubengenossen gemeinschaftlich verbunden, oftmals war es einfach eine Zweckgemeinschaft und nicht nur aus den unteren Rängen der Gesellschaft. Meist wird diese Kameradschaft als vertraute Freundschaften dargestellt, wie zum Beispiel in militärischen Kreisen. Damit wurde und wird eine völlig verfälschte Darstellung verbreitet, die mit der Wirklichkeit nicht konform geht.

Außer es handelt sich um Menschen, die sich bewußt zusammenschließen, weil sie die gleichen Interessen verfolgen. Natürlich gibt es hier zwischenmenschliche Spannungen, diese werden aber im Interesse der Sache unter den Tisch gekehrt. Kameradschaftliche Verbindungen waren und sind Zweckgemeinschaften, aus denen heraus zwar Freundschaften entstehen können, aber nicht müssen.

Es ranken sich um dieses Kameradendasein, Kameradschaften die verschiedensten Erzählungen, Geschichten, manchmal sogar regelrechte Märchen. Vielen ist gemein, daß von einer verschwörerischen „Sippenwirtschaft“ gesprochen wird, von geheimen Treffen, Absprachen und darauffolgenden Handlungen. Dies alles ist nicht von der Hand zu weisen, und da es sich dabei um Gemeinnisse, Verschwörungen dreht, ist der Wahrheitsgehalt nicht immer richtig zu deuten. Interessant ist hin und wieder zu hören, gerade von Menschen, die irgendeiner Kameradschaft sich in Treue ergeben haben, daß diese und jene Kameradschaft sich mit Lügen Vorteile verschafft, oder jene seien die Bösen, sie die Guten. Es gibt unter diesen Kameradschaften natürlich auch Verbindungen, wenn sie denn zu einem Vorteil gereichen.

Mag die Wortverwandtschaft zwischen Kamera und Kamerad Zufall sein oder nicht, beides umgibt eine Art Geheimnis, hoffen wir mal kein böswilliges. Bei der Kamera wie auch bei den Kameraden ist einiges, wenn nicht gar vieles manipulierbar, ob immer das Wirkliche, die Wahrheit gezeigt wird, hängt bei beiden nicht nur vom Zweck ab, sondern von der Ehrlichkeit der handhabenden Personen.

Wie überall gilt auch hier, wer oder was sich hinter verschlossenen Räumen bedeckt, verhangen, undurchsichtig präsentiert und damit kokettiert, sich die Welt nach eigenem Gutdünken zu gestalten, der, ja der hat etwas zu verbergen, und die camera obscura (dunkle Kammer), so widersinnig sich das anhören mag, hat die besten Chancen, dies aufzudecken, es sei denn, sie und ihre Aufnahmen sind nicht manipuliert.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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