Dehnbare Zeit

https://pixabay.com/de/illustrations/grafik-wirbel-ablenkung-pastell-966039/

Bild von Bronisław Dróżka auf Pixabay

Alle Jahre ließ sie durch -,
ohne nach ihren Namen zu fragen,
ohne Wissen woher sie kamen,
oder wohin sie gehen wollten.

Sie vertraute ihnen ihre Zeit an,
verließ sich auf ihr Urteilsvermögen,
das wahrlich nicht immer segensreich
und übereinstimmend in ihrem Sinne.

Manchmal drängten die Jahre
sie gegen die Wand, zerdrückten
alles Lebendige in ihr, damit sie Leere
spürte, das sei gut für sie, fürs Überleben.

Und sie überlebte staunend, ob der Jahre
Weitsicht, obwohl sie oft Zweifel hegte,
daß sie nur alles dem Zufall überließen,
die vergangene Zeit war oft nicht nachprüfbar.

Dennoch ließ sie weiterhin die Jahre
durch ihre Zeit hindurch passieren,
schließlich gestatteten sie ihr auch Raum
sich zu entfalten, – wie dehnbar Zeit sein kann.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Boulevardmedien schlagen bei Sanna Marin über die Stränge

Wer im Glashaus sitzt, schmeißt dennoch mit Steinen?

Selbstverständlich eine bösartige Opposition in Finnland gleichwohl, was uns direkt an Gepflogenheiten erinnern sollte, die auch hierzulande nonchalant geschehen. Dabei können wir jederzeit unter Zuhilfenahme von Geschichtsbüchern anschaulich dokumentieren, welche Finessen Herrscher meist erfolgreich einsetzen, um ihre Macht weitestgehend auszukosten.

Aber mit dem Unterschied, daß es eben früher keine selbstgefälligen Medien gab, die obendrein davon gewinnbringend ohne jedwedes Gewissen ihren nicht unwesentlichen Anteil hatten, während deren Leser-, Hörer- und Zuschauerschaft applaudierte. Zum Party-Video von Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin äußerte sich Annalena Baerbock: „Auch ich spiele nicht nur Karten“.

Wann werden patriarchalische Gepflogenheiten zu Grabe getragen?

Solange Altherrenpolitik in der Wirtschaft und Regierungsbündnissen den Alltag bestimmen, darf sich niemand wundern, daß dies gleichwohl weitverzweigt in der Gesellschaft als Selbstverständlichkeit gelebt wird. Insofern kann man nur die Kritik aufgreifen, dass sich männliche Politiker häufig mehr leisten könnten und sich kaum für feuchtfröhliche Auftritte in Bierzelten oder bei anderen Gelegenheiten rechtfertigen müssten. Bei Sanna Marin wurde maßlos überzogen!

Wenn sogar Rechtspopulisten offen zugeben, daß Sanna Marin eine extrem gute Rednerin und gut für Finnland sei, spätestens dann kommen all ihre politischen Gegner aus unmöglichen Plätzen hervorgekrochen, um jedwede Gelegenheit zu nutzen, um ihr zu schaden. Wen wundert’s?

Wir sollten mal die Kirche im Dorfe lassen

Und uns besonders darauf beschränken, kritisch hinzuschauen, wo dies explizit notwendig sein sollte. Erinnert sei an Schmutzige Deals insbesondere in der Politik, um mal ein hiesiges Beispiel aufzugreifen. Wobei nicht näher auf diesen dennoch wichtigen Artikel eingegangen werden muß. Nur soviel, jene Opposition hat obendrein noch Nazis mit im Boot sitzen, gar nicht gut für Deutschland!

Aber anstatt dies zu verinnerlichen, stürzen sich Boulevardmedien gern mit billigen Nummern auf vermeintlich schwache junge Politikerinnen. Was für ein Armutszeugnis, ein Eigentor ohnegleichen, weil es deren dramatischsten Schwachpunkt aufzeigt, nämlich wichtige Zusammenhänge, die letztlich existenziell sind, schlichtweg zu ignorieren. Wir haben wichtigeres zu tun, als uns mit diesem Dreck zu beschäftigen, der lediglich einer Ablenkung dient für all jene, die sowieso die Realität ausblenden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

Veröffentlicht unter Medienschelte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Verspielte Chancen

https://pixabay.com/de/photos/tiere-natur-feuer-fantasie-surreal-6170002/

Bild von Ulrich B. auf Pixabay

Mutter Erde lacht über uns,
während wir vieles zerstören,
rücksichtslos ohne Scheu,
das Wetter verrücktspielt.

Klimaleugner negieren,
was doch so offensichtlich,
aber Hauptsache viel Fun,
die Regierung habe Schuld.

Mutter Erde weint über uns,
während die Umwelt leidet,
das Artensterben zunimmt
wie ein justiertes Uhrwerk.

Verschwörungen keimen auf,
die jedwede Realität verkennen,
aber Hauptsache Widerstand,
am Ende Gewalt obsiegt.

Wir haben das Paradies auf Erden,
ohne es wirklich zu begreifen,
wie sonst kann Mensch so wüten,
statt das Leben sinnvoll zu behüten?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Verändert du bist

https://pixabay.com/de/photos/park-see-natur-parkb%c3%a4nke-7310206/

Bild von 子龙 马 auf Pixabay

so verändert
kein neuer Haarschnitt
dieselbe Kleidung
kein Tattoo
noch Piercing

die Sprache süßlich
verbittert der Ton
eine Veränderung
ein wenig schon
doch altbekannt

du bist nicht gewachsen
nicht gereift
dein Verändern
Flucht
von der du nichts weißt

extrem verändert
meine Wahrnehmung
fremder als eine Gottheit
ich warte auf der Parkbank
dein Name im Nebel erlischt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Uhren der Düsseldorfer FDP ticken anders

https://pixabay.com/de/photos/menschen-radfahrer-kreuzung-stra%c3%9fe-7269666/

Bild von Mircea – See my collections auf Pixabay

Tempolimit für Radfahrer unnötig

Während lange Jahre auf Bundesebene bereits die Union, allen voran die CSU keine gute Verkehrspolitik ablieferte, scheinen dies in Düsseldorf die Liberalen dem Bundesverkehrsminister gleichtun zu wollen. Schließlich besteht doch die FDP darauf, weiterhin ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen zu vereiteln.

Eine jüngste Meldung läßt aufhorchen, FDP will Tempolimit für Fahrräder. Das ganze gefordert in Düsseldorf, es betrifft konkret die Schodowstraße in der Innenstadt, den vier Meter breiten Radweg nutzen insofern Radfahrer und Fußgänger gemeinsam. Statt gegenseitige Rücksichtsnahme zu praktizieren, scheint dies in der Rheinmetropole wohl nicht ganz so friedlich zu fruchten.

Gerichte bemühen der verkehrte Ansatz

So wie dies bereits in der Bundeshauptstadt stattfindet, dort klagt  ein Fahrradfahrer gegen ein beschlossenes Tempolimit von 10 km/h. Merkwürdig, was daran so dramatisch sein möge. Bei Uneinsichtigkeit wäre doch eine klare Trennung zwischen Fußgänger- und gekennzeichnete Radwege die besssere Lösung?!

Unabhängig davon sei verkehrpolitisch ohnehin an das Pilotprojekt zu Tempo 30 in acht deutschen Städten erinnert, schließlich gehören solche politische Weichenstellungen mit dazu, um einer Gefährdung schwächerer Verkehrsteilnehmer entgegenzuwirken.

Was macht liberale Politik generell aus?

Ganz offensichtlich bleibt sie die Partei, die weder Armut berücksichtigt, Chancengleichheit bei der Bildung noch eine faire Verkehrpolitik. Die Fortsetzung des 9-Euro-Tickets oder andere Überlegungen zur Entlastung schlechter Verdienenden in der Bevölkerung wird kategorisch abgelehnt. Aber Hauptsache Herr Lindner fährt seinen Porsche, wobei diese Bemerkung nicht im Geringsten etwas mit Neid zu tun haben soll.

Die Kette der politischen Fehlentscheidungen jener Liberalen würde auch diesen Artikel sprengen, denken wir nur an die etlichen Entgleisungen des Herrn Kubicki. Anstatt die vierjährige Auszeit vom Deutschen Bundestag zu verinnerlichen, die von 2013-2017 stattfand, wurschteln sie einfach weiter. Nichts dazugelernt, Arroganz mit Ansage. Es bleibt zu hoffen, daß die Düsseldorfer Radahrer entsprechend sich zu wehren wissen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Keine Dichtung

https://pixabay.com/de/photos/apfel-apfelbaum-herbst-herbstsonne-1824353/

Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

Vermutlich hing der Apfel am Baume,
ein Griff, ein Biß
und kaum im Gaume
flüsterte sie: Iß.

Sündenfall –
das Paradies vernichtet,
Ungehorsam und Diebstahl
so Gott gerichtet.

Jahrtausende im Leid,
nicht für Folter oder Mord,
für Diebstahl und Ungehorsamkeit,
nicht nur lieblos solch ein Ort.

Kriege und Vernichtung
ein Verbrechen an Leben,
wahrlich keine Dichtung,
danach sollst du streben?

Vermutlich hing ein Apfel am Baume,
ein Griff, ein Biß
und kaum im Gaume
flüsterte sie: Dies Leben ist Beschiß.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Elefant mit roten Ohren

https://pixabay.com/de/illustrations/rot-gelb-elefant-kopf-gemalt-4108476/

Bild von Marene Schulze auf Pixabay

Elefant mit roten Ohren,
schlug sie als Bild vor,
zur Erinnerung.

Und obwohl ich sie liebte,
vergaß ich das große Grau,
vergaß ich das große Rot,
vergaß ich den Wunsch
der Erinnerung.

Wir waren Zebras,
schwarz und weiß,
wir waren Freiheit in der Steppe
von Wohngemeinschaften,
auf den Straßen und
in uns selbst, vielleicht täuscht
sich hier
die Erinnerung.

Die Rollen ihres Daseins
spielt die Erinnerung, in dem
sie improvisiert,
aus dem Stegreif Handlungen
ausschmückt mit Pinsel, Strich
und Faden repariert,
denn für sie ist ohne Belang,
ob der Elefant rot,
die Ohren grau
und ob ich sie liebte,
diese Erinnerung.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar