Kein Tanz auf verkohlten Planken

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Marmelade angebrannt,
Geruch angesengter Haare,
Küche im Qualm,
der aus der Hölle quillt.

Spiel mir das Lied vom Tod,
sehnsuchtsquälende Melodie,
auf schwingendem Sägeblatt
hinein in den Nebel des Vergessens.

Es riecht nach verkohltem Traum,
die schwankende Brücke ins Jenseits
ein Haufen schwarzer Planken,
mit dunklem Mikado Orakel schau’n.

Kein Treffen zum Tanz
mit süßer Geschmacksorgie,
dafür das Lied von Verderben,
wenn Achtung liegt in Scherben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Für und gegen Frauen – Abtreibungsgesetze außer Rand und Band

Hierzulande Ende des §219a – in den USA das Recht auf Abtreibung gekippt

Oder sollte viel eher im Fall des dramatischen Urteils in den USA betont werden, daß Sektierer einen großen Rückschritt erzwungen haben, ausgerechnet im größten Land der freien Welt?! Man muß sogar! In Deutschland hat endlich die Ampelkoalition gestern die Streichung von Paragraph 219a beschlossen, mehrheitlich im Bundestag durchgesetzt.

Ein Grund zur Freude bleibt dennoch ziemlich getrübt, schließlich besteht weiterhin auch unsere freiheitliche Gesellschaft darauf, Frauen herabzusetzen, ihnen das Recht abzusprechen, ohne strafrechtliche Konsquenzen einen Schwangerschaftsabbruch selbst zu entscheiden, Ausnahmen regeln zwar der deutsche Paragraph 218 hierzulande, in den USA entschied gestern der Supreme Court, daß strengere Abtreibungsgesetze bis hin zu kompletten Verboten in einzelnen Bundesstaaten beschlossen werden sollen.

Stärkung der Selbstbestimmung für Frauen

„Die Strafverfolgung und Stigmatisierung bei Schwangerschaftsabbrüchen von Ärzten und Ärztinnen habe endlich ein Ende“, wie die Bundesfamilienministerin Lisa Paus zurecht betonte, ein guter Tag vor allem für Frauen. Obendrein braucht niemand zu befürchten, daß der Bundesrat einen Strich durch die Rechnung machen kann, lediglich dessen Beratung stehe noch an, eine Zustimmung durch diesen sei nicht notwendig, der Paragraph 219a wird endlich gestrichen.

Ende gut, alles gut? Nicht gänzlich. Weiterhin steht der §218 zur Diskussion, ist ein Dorn im Auge all derer, die Frauen wesentlich mehr stärken wollen. Quer zur Wirklichkeit betitelten Kirsten Achtelik und Hanno Voß ihren Artikel in der taz. In der Tat, die Wirklichkeit offenbart eine Dramatik für etliche Frauen, denn eine sogenannte Austragungspflicht verstößt explizit gegen die Menschenwürde, wie Ulrike Lemke, Professorin für Öffentliches Recht an der Humboldt-Universität Berlin, betont. Der §218 ist nicht in Stein gemeißelt, er kann genauso endlich geändert oder gar abgeschafft werden.

Biden fordert friedliche Proteste – laut Trump habe Gott entschieden

Selbstverständlich kann man Joe Biden nur zustimmen, das Oberste Gericht hat einen großen Fehler begannen, die Gesundheit und das Leben von Frauen werden in den USA wieder bedroht. Was für ein tragischer Rückschritt fast 50 Jahre nach der Entscheidung zum Recht auf Abtreibung.

Doch Donald Trump feiert das Urteil als von Gott gegeben, was wiederum mit dessen Forderung vom „Roe v. Wade“ paßt, die er bereits im Wahlkampf 2016 verkündet hatte. Welch brutal verlogene Einstellung, die gänzlich mit dem sektenhaften Gebahren einhergeht, Frauen keinerlei Rechte zuzugestehen, den Mann als Herrscher zu erheben. Mögen die erzkonservativen Richter in ihrem Sinne entschieden haben, für die betroffenen Frauen stellt das Urteil ein Schlag ins Gesicht dar.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Einfach bald zu spät

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Einfach weitermachen per Ignoranz,
was fürn schräger Affentanz,
die Zeit wird’s schon richten,
sicher doch, wie beim Dichten.

Einfach Augen zu und durch,
sagt sich auch jeder gescheite Lurch,
es zählen keine deutlichen Zeichen,
niemand kann dem Klimawandel weichen.

Einfach dem Profit eifrig frönen,
dabei in Talkshows lässig klönen,
was die Politik gar heute versäumt,
bedeutet, es hat sich bald ausgeträumt.

Einfach sich die Welt schönreden,
zu Beginn gab es doch den Garten Eden,
die Natur hat sich gefälligst anzupassen,
folglich weitermachen mit Prassen.

Einfach bald zu spät,
die Gefahr nicht von dannen geht,
Mensch hat es jederzeit in der Hand,
fährt aber Mutter Erde gegen die Wand!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein Grund zur Panik vor lauter Chaos

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Ansonsten ist alles vollkommen in Ordnung

Die Politik wird es schon richten, hat sie schließlich stets brilliant gemeistert, von manchen historischen Entgleisungen mal abgesehen, kann doch mal vorkommen, passiert in den besten Familien, oder?! Naja, im letzten Jahrhundert gab es die beiden Weltkriege. Danach hat Mensch sich wenigstens besonnen und die UNO gegründet, im Westen eine Nato, um die bösen Russen in Schach zu halten. Dank dem Helmut Schmidt und seinem Nato-Doppelbeschluß gelang dies vorerst, dem Dicken sei Dank folgte die deutsche Einheit, die DDR war Geschichte genauso wie die UdSSR.

Was erzählen wir Ihnen, Sie wissen’s doch ohnehin. Nur zu dumm, daß inzwischen ein Klimawandel, eine Pandemie und obendrein der Wladimir Putin uns in die Quere kam, um allesamt ganz schön dick aufzutragen. Ein bißchen viel auf einmal, oder?! Mit ein wenig Optimismus biegen wir dies wieder hin. Hat bisher immer gut funktioniert, des Menschen Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt. Mit ein paar Opfern müssen wir halt klarkommen.

Nur zu dumm, daß jene Querulanten dazwischenfunken sowie jene ewiggestrigen Rassisten und Faschisten. In den USA wählt nahezu die Hälfte der Amis jenen Trump, laufen die weiterhin mit Knarren rum wegen ihrem Recht auf Selbstverteidigung. Früh übt sich, wer nicht mehr diskutieren will. Klappe halten oder ne Bleikugel schlucken. So simpel ticken die, ganz nach Wild-West-Manier, filmreife Szenarien fast wie in Hollywood!

Schon funzen die Linken dazwischen, der Ami sei an allem schuld. Was müssen der Westen und die Nato auch den armen Putin bedrängen, so daß der sich genötigt sieht, die Ukraine zu überfallen? Feuchte Peter-dem-Großen-Gedanken umnebeln den russischen Bären, mit Fake News klappt jede Propaganda. Dem Donald wurde die Wahl geklaut, dem Wladimir die Ehre. Was fällt dem bösen Westen bloß ein, dermaßen geschlossen zusammenzuhalten trotz vieler Versuche der Spaltung in Europa.

Vergessen der Klimawandel, die Pandemie, wenn Waffen sprechen sollen?! Obendrein etliche andere Brennpunkte, Syrien, Afghanistan, der Kongo, um nur mal diese drei zu nennen? Einerlei, es geht jetzt um Europa, die Festung, die Migranten schickaniert und Ukrainer hofiert.

In Sinnlostalkshows darf geprotzt, geklotzt und gelästert werden, was man alles besser meistert oder schlichtweg ignoriert, wegdiskutiert, der geduldige Zuschauer konsumiert diese Meinungen, am nächsten Tag eine Fortsetzung dieses politischen Wahnsinns, ein Versagen zu Lasten der meisten Menschen, zugunsten einer reichen und superreichen Elite, die sich einen Dreck um all das Leid schert!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Corona-Pandemie alles andere als vorüber

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Fake News eindeutig verbrecherische Absicht

Im Grunde genommen ziehen Fake News nicht nur innerhalb jener Corona-Pandemie weite Kreise, die uns alle weltweit bereits seit zweieinhalb Jahren beschäftigt und bedroht, sondern darüber hinaus stellen sie ein zunehmendes Problem in nahezu allen Bereichen dar, auch ganz besonders bei der Weltpolitik, wenn man jenen Despoten Wladimir Putin mit einbezieht. Dessen Herrschaft schöpft davon, erfindet seine eigene Geschichte, die dem russischen Volk als Wahrheit verkauft wird.

Doch hierbei betrifft es nunmal die Ignoranz all jener, die das Corona-Virus verharmlosen, sich ihre Welt schönreden und somit Fakenews verbreiten. Hunderttausende Tote waren vermeidbar, so das Ergebnis einer Studie, die sich auf Daten des Centers for Disease Control and Preventation (CDC) beruft. Demnach hätte mehr Impfschutz weltweit weniger Todesopfer verhindern können. Für all jene, die der Wissenschaft von Beginn an vertrauten, nicht wirklich eine neue Erkenntnis.

Aktuelle Zahlen verheißen nichts Gutes

Wir dürfen uns schon wundern, mit welchem Leichtsinn Menschen handeln. Beim Einkauf ein Bild des Grauens für all diejenigen, die zurecht lieber vorsichtig agieren und mit einer FFP2-Maske unterwegs sind. Etliche vertrauen darauf, daß eine Freiwilligkeit das Virus schlichtweg hinwegscheucht. Fehlanzeige!

Die Zahl der Neuinfizierten steigt besonders im Norden des Landes. Dabei spielen die neuen Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 eine entscheidende Rolle, sind vermutlich längst dominant und alles andere als ungefährlich. Ganz im Gegenteil, hoch ansteckend. Wer jetzt dabei sich etliche Massenansammlungen von Menschen betrachtet, ob bei Konzerten, Sportereignissen, Parties oder an Badestränden besonders in den heißen Sommertagen, der kann sich nur noch wundern, wie dichtgedrängt ein Maskenschutz schlichtweg ignoriert wird!

Die Liberalen sollten sich nicht wundern

Schließlich haben die Wähler bei der Bundestagswahl im letzten Herbst sie nicht zufällig abgestraft. Zu diesem Ergebnis kommt auch Gerhard Baum. FDP-Urgestein wirft eigener Partei Corona-Populismus vor. Jener Vorwurf kommt zwar spät, aber wenigstens eindringlich und völlig folgerichtig.

Vor allem Wolfgang Kubicki hockte nicht zufällig stoisch in Talkshows. Das hatte unbedingt Methode, die da lautet, die Freiheit sei das höchste Gut, drum wähle och die FDP aus Wut, denn wir lassen uns nichts von dieser Pandemie diktieren, wollen stets selbst unlogisch brillieren. Letztlich dürfte Gerhard Baum völlig richtig liegen, der Bundestagsvizepräsident wird seiner Rolle auch wieder im Herbst gerecht und Schutzmaßnahmen kleinreden wollen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Raubbau Ressource Sand: Von Kambodscha verschifft nach Singapur

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Mensch schaufelt sein eigenes Grab – alles aus Sand gebaut?

Ohne Sand wären all die vielen weltweit vorhandenen Betonbauten lediglich Stahlgerüste, die keinerlei Schutz bieten würden in den Wolkenkratzern der Großstadtmetropolen. Was die einen brauchen, wird den anderen entnommen. Raubbau fand zischen Menschen letztlich schon immer statt, nur daß meistens kaum etwas dagegen unternommen, die Gesetze der Stärkeren, der Mächte, setzten sich durch, die Geprellten hatten das Nachsehen.

Warum sollte dies beim Raubbau der Ressource Sand sich anders verhalten? Gesagt, getan. Von Kambodscha wird das kostbare Sediment, nachdem es den Fischern in den Flußmündungen regelrecht zu deren Nachteil entnommen, direkt nach Singapur verschifft, hilft dortigst der boomenden Baubranche. Im Prinzip nichts Neues, findet leider global betrachtet ohnehin überall statt. Nur, daß inzwischen der Widerstand völlig berechtigt Wege der Bekanntmachung ersinnt.

Nicht Wüstensand, sondern Meeressand exzessiv begehrt

Manch jemand könnte auf die Idee kommen, belächelnd die Aufregung abzutun, es gäbe doch genug Wüstensand, und schon wäre die Baubranche befriedigt. Das Ganze hat einen entscheidenen Haken: Sand ist nicht gleich Sand. Meeressand ist daher exzessiv begehrt, weil dessen Eigenschaften enstprechend vorteilhaft im Gegensatz zu Wüstensand, so daß gerade aufgrund der enorm zunehmenden Nachfrage ein vorausschaubares Ende dieser lebensnotwendigen Ressource bevorsteht.

Schließlich rücken inzwischen Länder wie China, Brasilien und Indien nach, die Baubranche erwartet gierigen Nachschub. Gleichzeitig spielt der kostbare Rohstoff sowieso eine entscheidene Rolle beim Straßenbau (jeder Autobahnkilometer benötigt an die 30.000 Tonnen Sand), bei der Glasindustrie, Elektronik, Papier und Kosmetik. Selbst Küstenstreifen wollen gesichert sein, benötigen dort den Rohstoff beim Bauen.

Vor zehn Jahren drehte der französische Regisseur Denis Delestrac den Dokumentarfilm „Sand Wars“, wobei nicht nur die Notwendigkeit für die Baubranche betont wird, sondern ebenso deutlich die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen des Raubbaus an Ort und Stelle, obendrein das Augenmerk zur illegalen Förderung dem Filmemacher wichtig war.

Sandraub schon länger ein Riesenproblem

Über die gnadenlose Nutzung wider die Natur berichteten wir vor gut vier Jahren. Auch mit dem Verweis zu Harald Leschs Dokumentarfilm Kampf um Sand. Seitdem hat sich die Menschheit leider viel zu wenig besonnen, dem Abhilfe zu verschaffen.

Jetzt hat im Frühjahr dieses Jahres sich die UN zu Wort gemeldet, fordert neue Regeln für Sandabbau. Ob sich die UN allerdings wirklich durchsetzen kann mit ihrer Forderung, bleibt mal dahingestellt. Viel Zeit verbleibt der Menschheit nicht, um ihr Verhalten real zu korrigieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Fröstelndes Geben

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Keiner stand hinter dem Tor,
wenn ich den Ball hielt,
weder bei Sonnenschein,
schon gar nicht bei Regen,
kein Beifall, kein Bravo
war jemals zu hören.

Schrift kaum zu lesen,
kein Name, kein Ort,
das Papier durchnäßt
vom fließenden Leben,
um mich herum Badende,
die in den leichten Wellen
kurz der Schwerkraft entfliehen.

Außerhalb des Wassers
vermisse auch ich das Schweben,
zu schnell trocknet der Wind
meine Haut, meine Tränen.
Kein Beifall, kein Bravo,
die Zeilen von Unbekannt,
zerknitterndes Papier,
fröstelndes Geben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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