Gestern schon beschlossen?

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Das Heft geschlossen,
Seiten durchgestrichen,
Geschichte verflossen,
ertränkt im Schilf.

Wissen geschlossen,
Furcht neu aufgelegt,
Tränen verflossen,
Angst im Kreis sich dreht.

Türen geschlossen,
Herzen zerbrechen,
Gefühle verflossen,
Erbarmen fehlt.

Freiheit geschlossen,
Zwietracht blüht,
Hoffnung verflossen,
verboten jede Hilf‘.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein Bett für mich im Himmel

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Ich möchte kein Bett im Himmel,
der Nachbar schlägt Katzen tot,
auf den Wellen genießt der Ball
Freiheit, niemand tritt ihn mehr,
kein Aufschlagen auf dem Asphalt,
jetzt hat er sich an einem Ast verfangen,
meine Schenkel kleben an der Parkbank,
die Hitze weicht den Kunststoff auf,
grün ist die Bank, nicht hellblau.

Wenn ich falle, aus dem Bett falle,
es wäre fürchterlich, weich zu landen,
würde einfach weiterschlafen und
morgens auf der Wolke aufwachen,
die sich gerade in einem Landregen
auflöst, diesen tiefen Fall überlebe ich nicht,
Reifen quietschen, die Abendmesse beginnt,
an der Flußbiegung wippt Rotes auf und ab,
für den Ball beginnt sein kein Zurück mehr.

Glocken beschallen warnend die Umgebung,
betet, beichtet, kommt zur Einkehr, Weihwasser,
Hostien gibt es umsonst, das Himmelszelt
eine optische Täuschung, von unserer Kuppel
die Decke nicht zu Boden fällt, aber ich,
ich schlage auf, werfe den Ball ins Wasser,
löse mich von der haftenden Bank, der Hahn
kräht meine Ankunft in die Nacht, ich schlafe
auf dem Boden, bin kein Spielball zum Treten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Hopfen und Malz verloren

Dem Lindner geht’s zu gut,
erntet dafür Spott und Wut,
was interessiert ihn
mit seinem snobistischen Spleen
das 9-Euro-Ticket,
er meint, igitt-igitt,
dies sei Gratismentalität,
nanu, warum so obsolet?!

Dennoch nicht verwunderlich,
weil er bekanntlich widerlich
abgehoben tönt,
manch armer Tropf stöhnt,
sich vom Lindner belehren zu lassen,
der habe doch im Schrank nicht alle Tassen.
Wer dermaßen vom Volk entfernt,
es wohl niemals mehr nicht lernt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Welche Corona-Strategie hilft im Endeffekt wirklich?

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Manche Experten treten genauso wie die Liberalen in Fettnäpfchen

Wir sollten uns allesamt mal nüchtern vor Augen führen, was real geschehen wäre, hätten Politik und Wissenschaft nicht Hand in Hand sinnvoll und vor allem gezielt kooperiert. Die Opferzahl durch das Covid-19-Virus wäre um ein Vielfaches höher gewesen. Inzwischen sind (Stand 07. August 2022) fast 6,5 Millionen Menschen daran verstorben, hierzulande fast 145.000.

Die Corona-Pandemie alles andere als vorüber, muß man explizit feststellen, besonders all jene Corona-Schwurbler und parallel rechtsradikale Kreise schlachten diese Krise vollmundig für eigene Zwecke aus. Daher keinesfalls verwunderlich, daß der Spott aus Twitter herrscht, da sich nunmehr Karl Lauterbach selbst mit Corona infiziert hat, allerdings leichte Symptome habe, wie er ausführt.

Epidemiologin Lone Simonse vergleicht Äpfel mit Birnen

Was sich ziemlich klar bestätigt!  Die dänische Epidemiologin kritisiert deutsche Corona-Strategie, wobei sie einen ganz wesentlichen Punkt zu übersehen scheint. Im Gegensatz zu Dänemark wird das Virus wesentlich häufiger nach Deutschland verschleppt, um es mal so salopp auszudrücken. Hierzulande gibt es sehr viel Reisende, auch mehr Migranten, zusätzlich durch den Aggressionskrieg Putins, haben wir viele Grenzgebiete zum Land. In Dänemark gibt es lediglich zwei Nachbarn, Schweden und Deutschland selbst.

Insofern irrt sich Lone Simonse mit ihrer Expertenmeinung allein schon aus diesem Grund. Obendrein könnte sich ihre Prognose als Irrläufer herausstellen, wenn sie sich die Argumentation des Kollegen Bodo Plachters vergegenwärtigt. Dieser mahnt an: „Es kehren Erreger zurück, die zuvor zurückgedrängt waren.“

Das Maß läuft schon zu lange über

Vor lauter Corona-Experten, die alles andere als sinnführend zu bezeichnen sind. Ganz im Gegenteil, sie bedeuten Wasser auf die Mühlen derjenigen, die gern auf Kosten Betroffener dieses Virus weiterhin kriminell verharmlosen. In der Reihe derjenigen, die gern vorneweg mitmischen, Wolfgang Kubicki. Bereits vor über zwei Jahren rügten wir den liberalen Populismus mit verantwortungsloser Haltung.

Obwohl diese FDP mitregieren darf, lassen etliche Stimmen in der Partei es sich nicht nehmen, die jetzt für den Herbst geplanten Corona-Regeln abzulehnen. „Das darf der Deutsche Bundestag nicht so beschließen“, sagt FDP-Vize Wolfgang Kubicki über das neue Infektionsschutzgesetz. Prima, er streut weiterhin Mißtrauen, obwohl das genau kontraproduktiv ist. Ein fatales Verhalten, vor allem zu Lasten der Allgemeinheit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Ihr Leidsystem

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Sie verschluckte sich an
dem zerknüllten Sandpapier,
auf dem sie ihre Sorgen
mit der Nagelfeile herauskratzte.

Schwarz folgte sie dem Licht,
weiß in die Dunkelheit,
in Labyrinthen erschlich sie Wege,
damit sie nicht wie andere sei.

Blechern schallte ihr Röcheln
an den Türen, mußte verhallen,
sie verbrannte jede Art von Hilfe,
denn ihr Kummer gehörte nur ihr.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Trauerweide

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Als ich sie das erste Mal traf,
kannte ich ihren Namen nicht,
schief lehnte sie sich über das Wasser,
ein Ast so kräftig wie ein Baum,
ließ lange Schnüre voll Blätter
durch die Wellen pendeln.

Auf diesem schwebenden Arm
verwandelten sich meine Haare
über Jahre zu langen Strähnen,
ich verließ das Spielzimmer der Kindheit,
Wind bläst vergangene Zeit durch das Haar,
ihr Name bleibt mit meinen Wurzeln verbunden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Sommer ade

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Nackte Tatsachen erblühen
auf den Wiesen, gestrichelt,
meliert, grell, tolerant.

Kein Strich, kein Faden,
kein Kleid, Brille verschluckt
die durchsichtige Wand.

Im Wasser glitzernde Diamanten
werden aufgeschreckt, fliehen,
doch für Flucht ist es zu spät.

Nackte Tatsachen leuchten
kurz auf erlahmten Körpern,
verbrennen flirrende Grenzen.

Kein Strich, kein Wort,
zertrampelte Blumen,
Baumschatten wandern fort.

Im Wasser malt sich der Himmel,
abends den Müll ich sammle,
keine Wahrheit zu finden hier.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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