Durch Russlandkrieg Klimapolitik aussetzen

Die Ampelregierung beugt sich völlig unnötig

Es war von Beginn an absehbar, daß bei geringsten Widerständen die verantwortliche Politik abrücken würde von ihren gesetzten Zielen. Was in Wahlkampfzeiten ganz besonders den Grünen an Zustimmung verhalf, scheint längst zu bröckeln. Schuld daran habe vor allem Putins Angriffskrieg gen Ukraine. Wird die Klimapolitik über Bord geworfen, weil ganz andere Ziele notwendig sein sollen? Es schaut sehr danach aus!

Klima-Aktivistin Luisa Neubauer zeigt sich schwer enttäuscht von den Grünen, was man ihr keinesfalls verdenken kann. Recht hat sie, da läuft etwas völlig aus dem Ruder. Dennoch sollte dies letztlich nicht überraschen. Politik beugt sich meistens wirtschaftlichem Druck, vergißt nur allzu schnell ihre eigenen Ziele zu Lasten dringend notwendiger Erkenntnisse, statt den Ernst der Lage real zu berücksichtigen.

Mit Lindner ein Zurück zur Kernkraft?

Wirklich verwundern können derartige Überlegegungen mitnichten, wenn ein Christian Lindner eine offene Debatte über Nutzung der Kernkraft verlangt. Unabhängig von der Union, die schon länger mit Merkels AKW-Stop hadert, hat auch die FDP keine Probleme damit, die Kernkraft wieder ins Leben zu rufen. Welch gefährlicher Trugschluß, von den finanziellen Nachteilen mal ganz abgesehen.

Einerseits betont zwar Robert Habeck, dies sei kein Weg, den Deutschland gehen würde, andererseits sollte uns hinlänglich bekannt sein, daß die Grünen schnell eigene Vorsätze verwerfen, wenn sie dabei Vorteile für sich sehen. Insofern hat Luise Neubauer vollkommen Recht mit ihrer harsch berechtigten Kritik.

Was neu begann jetzt schon fragwürdig?

Ein Dreiviertel Jahr Ampelkoalition und schon machen sich erste Anzeichen bemerkbar, daß ihre Ziele wanken. Dies alles angeblich aufgrund Putins angezettelten Krieg? Wer dies als Argumentation anführt, hat den Ernst der Lage wohl nicht wirklich erkannt. Der Klimawandel wird uns alle betreffen, ganz besonders die Dritte Welt, den Süden belasten, aber auch den goldenen Westen keinesfalls verschonen.

Was noch im Herbst letzten Jahres so blumig in Wahlkampfzeiten versprochen begann, bröckelt bereits erheblich. Es wird nicht damit getan sein, Putin als Sündenbock hinzustellen, wenn die Ampelregierung eigene Ziele außer acht läßt, zurückrudert. Dieser Weg ist äußerst fatal und gefährlich.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Musikinstrumente unter sich

https://pixabay.com/de/photos/schlagzeug-schlagzeuger-stock-2089829/

Bild von 4634656 auf Pixabay

Stille im Proberaum,
die letzten vier Stunden ein Grauen.
Doch nur warum?
Erzählt, sei’s drum.

Die Fender viel zu laut,
daß es einem vom Hocker haut.
Die Bass Drum nicht punktgenau,
wann macht Kalle sich mal schlau?

Ollis Baß wirkte entscheidend zu lahm,
woher wohl dessen Ärger kam?
Die Keys keineswegs stimmig genug,
Matse wittert bereits Betrug.

Dessen Gesang war ohnehin für die Tonne,
bei der Probe entstand so gar keine Wonne.
Am Ende die Band genervt von dannen zog,
niemand hatte mehr für heute Bock.

Doch die Instrumente erfreuten sich,
endlich kein Klang mehr so widerlich.
Sie spielten ohne ihre Meister gute Musik,
ganz schön sweet, der Beat.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kasachen gönnen ihrem Präsidenten weniger Macht

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kassym-Jomart_Tokayev_(2019-04-03)_03.jpg#/media/File:Kassym-Jomart_Tokayev_(2019-04-03)_03.jpg

Wikimedia Commons CC BY 4.0

Neue Verfassung soll das Parlament stärken 

Ein Nebenschauplatz aus der Sicht Russlands, welches genauso wie China meint, besonders die USA würden Einfluß nehmen in Kasachstan, die altbewährte Behauptung von Farb-Revolutionen kursiert erneut, so wie dies bei der Ukraine gelten soll. Welch dramatisch simples Muster sich besonders Autokraten erdenken, um ihre Handlungen wider die Bevölkerung zu rechtfertigen.

Die große Mehrheit der Kasachen stimmt für neue Verfassung, zuvor hatten am 05. Januar dieses Jahres heftige Proteste und Unruhen im neuntgrößten Land der Erde ihren dramatischen Höhepunkt mit etlichen Opfern erreicht, wobei weiterhin völlig unklar ist, wer diese initiiert hat. Im jetzig stattgefundenen Referendum, bei dem sich immerhin gut 68% der Bevölkerung beteiligte, wurde einer Abschwächung der Präsidialgewalt zugestimmt.

Was bedeutet dies für den amtierenden Präsidenten Qassym-Schomart Tokajew? Vetternwirtschaft und Korruption werden somit im Lande erschwert, so daß verhindert werden soll, daß Verwandte des Präsidenten Regierungsämter bekleiden mögen, denken wir an vergangene Vorkommnisse bei der Familie Nasarbajew, dem ehemaligen vorherigen Präsident Nursultan Nasarbajew. Aber auch das erneut installierte Verfassungsgericht soll mehr Befugnisse erhalten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurznachrichten

Veröffentlicht unter Kurznachrichten | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Ausstellung mitgenommen

https://pixabay.com/de/photos/museum-ausstellung-galerie-kunst-4630983/

Bild von donations welcome auf Pixabay

Stimmen regnen in mein Ohr,
eher Geplätscher,
Grüppchen hier, Grüppchen da,
murmelnde Wasserströme
ringen um mehr Raum,
raus aus der Isolation
ohne Verbindungsbreite.

Die Bilder der Ausstellung
mit Pinseln, Farben gestaltet,
ob in Norm oder Konfrontation,
ihr Anblick nie veraltet.
Irgendwann bin ich ausgestiegen,
der Bus fährt weiter, Stimmen
und Bilder sind bei mir geblieben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mensch kein Vorbild friedlichen Zusammenlebens

https://pixabay.com/de/illustrations/feuer-neues-jahr-funken-wunderkerze-2055766/

Bild von Dmitri Posudin auf Pixabay

Endzeitszenarien eine Fata Morgana, weil der Kosmos anders antwortet?

Wenn der Verstand einsetzt, könnte man dazu übergehen, angenehme Lebensverhältnisse zu erschaffen, zumal gerade der Mensch in den zurückliegenden Jahrtausenden, besonders in den letzten Jahrzehnten sehenswerte Erkenntnisse gewann. Doch anstatt der eigenen Spezies alles zu gönnen, beflügelt ihn Mißgunst, Kriegslist und sich eskalierender Haß.

Aus Mutters Schoß entsprungen, trotz behüteteter Kindheit in trautem Umfeld aufgewachsen, schaffen es immer wieder gewisse Zeitgenossen, ein Bündel voller Bösartigkeiten loszulassen, unter denen die Umwelt zu leiden hat. So weit so besorgniserregend. Das Leben zwischen Gut und Böse beschäftigt ganze Heerscharen von Philosophen, Lehrern, Politikern und schließlich Eltern selbst, die allesamt tagtäglich es in der Hand hätten, Heranwachsende in eine Welt voller Liebe und Harmonie zu begleiten.

Allerdings verhindern die bisherigen Geschehnisse den Hauch einer Änderung. Zwar versucht stets die Gesellschaft, Rahmenbedingungen und daher Ordnung zu schaffen, dennoch spielt der Alltag gerade in den Grenzbereichen sich ab, und zwar stets dort, wo eben keine Gerechtigkeit sich etablieren darf. Soziale Spannungen, ihnen vorausgehende Chancenungleichkeiten, um es auf den Punkt zu bringen, der Geldbeutel bestimmt den weiteren Verlauf des Lebens. Die lapidare Behauptung, „Ohne Fleiß, kein Preis“, mag oftmals seine Berechtigung betonen, in der nüchternen Realität offenbart sich der Preis als trügerisch. Viel eher gilt, daß Klüngelei, kriminelle Energie und eiskalte Abzocke meist den Weg des Erfolges ersuchen und finden. Dabei zu beklagende Opfer gehören zum „Geschäft“.

In anderen Worten, der Berechnende setzt sich durch, der Gutmütige hat das Nachsehen? Im Prinzip muß Mensch dies eingestehen, obwohl tatsächlich genügend Oasen der angewandten Nächstenliebe in allen gesellschaftlichen Konstellationen und Ländern gelebt werden, sonst gäbe es erst recht nur noch Mord und Totschlag. Aber die an den gesellschaftlichen Rand Gedrängten nehmen zu, nicht nur äußerst einfach sichtbar in den Slums und Ghettos riesiger Ballungszentren, sondern selbst in der Mitte der Gesellschaft, wenn Konsumrausch sich nicht weiter entfalten kann, weil entweder zu gesättigt oder aber Grenzen der Langeweile längst überschritten, Ventile neuer Gewalt gesucht werden.

Gewalt ein Mittel, von eigener Frustration abzulenken, den anderen dies strafend spüren zu lassen?  Haß die letzte Instanz, bevor jedwede Ethik und Moral ausgeblendet wird? Mensch hat bis heute keinen Weg des friedlichen Zusammenlebens gefunden, ihn oftmals beherzt versucht, in weiten Teilen funktioniert er sogar. Doch die Ausnahmen entfalten sich mit zunehmenden sozialen Schieflagen, die stets Ursache eines Überreichtums und Armut in sich birgen. Da weder Wirtschaft noch Politik, die Macher aller Gesellschaften, es nicht verstehen, das Gleichgewicht herzustellen, werden Gewalt und Kriege anhalten.

Endzeitszenarien trotz alledem eine Fata Morgana, zumal hausgemacht durch Menschen selbst? Am Ende die Natur obsiegt, keine Frage im Raum steht, inwieweit Mutter Erde es juckt, ob Homo sapiens sich selbst vernichtet. Die Antwort befindet sich in den Weiten des Kosmos, der lächelnd dem Treiben auf dem Blauen Planeten zuschaut, wissend, welch Sinn sich hinter allem verbirgt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Richtiges Zeichen

https://pixabay.com/de/photos/offene-t%c3%bcr-ranke-schlingpflanze-1531763/

Bild von kerttu auf Pixabay

Keine Spur
der Schnur,
die ich spannte,
damit ich mich auskannte
an fremdem Ort.

Nun ist sie fort
und ich allein
muß Richtungsgeber sein
für das nächste Ziel,
das ist zu viel

Verantwortung.
Keine Entschuldigung
mehr für mein Verhalten,
nichts bleibt beim Alten,
wenn ich keine Schnur,

die mir dient als Spur,
nicht ins Fettnäpfchen zu treten.
Da hilft nur noch beten.
Gib mir die richtigen Zeichen.
Hab‘ ich gerade!
Deshalb mußte die Schnur weichen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Aus Sehnsuchtsstarre erwacht

https://pixabay.com/de/photos/das-fenster-dawn-das-licht-der-sonne-5114786/

Bild von pasja1000 auf Pixabay

Gefühlter Frühling
streift ums Haus,
lässig die Sonnenstrahlen
in die Fenster streckend.

Als wäre es Weekend,
das Leben handlungsfrei,
in das Tempo ich schalte
der Bären Winterschlaf.

Keine Schafe, kein Schaf
springt über den Zaun,
dagegen ich blind tobe,
mein Haus eine Staubhöhle.

Meinen Körper ich nicht öle,
Schmutzwasser ich anstarre,
den Rest vom Wochenende
ich als Murmeltier verpennt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar