Grausame Anschläge keinesfalls zufällig

Eine unberechenbare Welt zwischen Amok und Terror

Recherchen bedeuten eine akribische Aufgabe, nicht nur für Polizeibehörden, Verfassungsschützer, sondern für Journalisten mit ihren unterschiedlichen Praktiken, sich auch mal einzuschleusen in ziemlich fragwürdigen Milieus, die explizit rechtsradikale Kreise und deren Netzwerke beinhalten, in denen Gewalt sich Wege ihrer Entfaltung suchen.

Eine Gesellschaft, die jene Zusammenhänge vernachläßigt oder gar ignoriert, macht einen folgenschweren Fehler. Liken. Hassen. Töten: Wie Jugendliche zu Terroristen werden, so der Titel einer Dokumentation in der ARD, die sich mit dem Thema von grauenvollen Anschlägen vertieft befaßt, Buch und Regie von Alexander Spöri und Luca Zug.

David Sonboly exemplarisch für jene Szene

Unvergessen der rechtsradikal motivierte Anschlag des deutsch-iranischen Täters David Sonboly, der am 22. Juli 2016 im Olympia-Einkaufszentrum des Münchner Stadtbezirks Moosach neun Menschen erschoß, darunter sieben Muslime, einen Italiener aus Rom und ein Sinti, fünf weitere wurden verletzt, der Mörder erschoß sich selbst, als die Polizei diesen nach gut zweieinhalb Stunden stellen wollte. Es sollten über drei Jahre vergehen, bis die bayrischen Ermittlungsbehörden sowie deren Verfassungsschutz schließlich den Täter als rechtsextrem einstuften. Was für eine Farce und somit auch Verharmlosung solchen radikalisierten Terrors!

Im Dokumentarfilm werden die agierenden Journalisten schnell fündig, vor allem in Gamerplattformen, wohl ein Sammelbecken für solche Täter und letztlich auch, um von dort aus sich ungestört zu vernetzen. Dabei stellt sich zugleich eine entscheidende, aber nicht beantwortbare Frage, nämlich wieviel Gefährder es tatsächlich denn gibt. Im Film ist u.a. von einem Ivan der Judenjäger die Rede, der offensichtlich weiterhin sein Unwesen treibt

Amokläufe und rechter Terror folgen keinesfalls von ungefähr

Was treibt solche Täter an, sich dermaßen von der Gesellschaft zu entfernen, ihren unablässigen Haß auszuleben? Auf der einen Seite Amoklauf zwischen Kränkung, Entwurzelung und Hass, auf der anderen Seite  Rechter Terror, der sich sammelt. Das geschieht keinesfalls zufällig, unsere Demokratie ist per se im Visier militanter Kräfte, vor allem von rechten Terrorgruppen wie durch die Sächsische Freie Kameradschaft Dresden (FKD, die Atomwaffen Division (AWD), die ihren Ursprung im US-amerikanischen Florida hat, um von dort aus weltweit sich zu vernetzen.

Die Doku endet mit einer eigentlich erwartbaren Erkenntnis. Besonders die Behörden wissen ebenso nur zu genau, daß jene Endlosspirale sich fortsetzt, während einige Täter und Gruppierungen enttarnt werden, radikalisieren sich neue. Unsere Gesellschaft ist somit gefragt, stets genau hinzuschauen, besonders rechtsradikale Tendenzen zu melden, auszumerzen. Gleichzeitig haben Schulen und Elternhäuser mit die Hauptverantwortung, solchen Mißständen entschieden entgegenzutreten. Leichter gesagt als realisiert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Nichts verstanden

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Bist kleinkariert,
redest ungeniert,
egal was passiert,
von deiner Gerechtigkeit,
es wird höchste Zeit,
daß du wirst gescheit!

Dein Denken stagniert,
der andere bereits verliert,
obwohl manch einer sortiert,
welch dramatische Ewigkeit,
bist dennoch nicht bereit,
ziehst lieber vor den Streit.

Erneut Armut gezielt hausiert,
Reichtum ihr das diktiert,
er pompös flaniert,
Mensch weiterhin nicht gescheit,
lieber blöd nach Krieg schreit,
es ist mal wieder soweit!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Keine Mär von einer Herrschaft des Neofaschismus

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Macht kaputt, was euch kaputtmacht

Weg vom Rechts-Links-Denken oder etwa doch die Zivilgesellschaft vor einer Bewährungsprobe, die niemand real ignorieren kann, wenn denn noch ein Funken Hoffnung besteht? Es geht schließlich um Freiheit, die das Wort nicht beschneidet, Rassismus schlichtweg konsequent ablehnt, Religionen als das sieht, was sie sind, Glaubensbekenntnisse, die niemals in der Politik anknüpfen dürfen, die Medienfreiheit gewährt und das wichtigste Gebot achtet, die Menschenrechte. Mit dem Wort Würde in seinem eigentlichen Sinn sollten wir vorsichtiiger sein, denn Geld darf niemals ein Garant sein, Armut ohnehin per se mittels Überreichtum entsteht.

Was läuft verkehrt bei der Existenz des Menschen, der meint, er sei der Herrscher dieses Planeten? In erster Linie dessen Maßlosigkeit, die Unfähigkeit, deutliche Zusammenhänge zu erkennen und vor allem mit dem erreichten Wissen um entsprechend gezielt zu handeln, um selbstverursachte Katastrophen abzuwenden. Das Gegenteil geschieht, wir steuern sehenden Auges einer Apokalypse entgegen, die Menschheit mehr oder weniger zu verantworten hat. In anderen Worten, sie muß als vermeidbar genannt werden.

Mit Blick gen weltweite neofaschistische Bewegungen darf dem freiheitsliebenden, vor allem kulturliebenden Menschen durchaus mulmig werden. Das kann keinesfalls gutgehen, wie die Geschichte uns gelehrt hat. Vergessen im Bewußtsein einer neu herangewachsenen Generation all die Faschisten wie Hitler, Mussolini, Franco, Pinochet, eben weil diese sich nicht auf dessen Begrifflichkeit beschränken sollte? Im Klartext geht es um despotische Herrschaften, die real zunehmen, erkennbar in Belarus, Ungarn, Türkei, Iran, Saudi-Arabien, Ägypten, Brasilien, Norkorea, China und vor allem in Russland.

Andere Länder stehen längst bereit, wo schnell Rechtsextreme an die Macht wollen, denken wir an die USA, Frankreich und Italien. Selbst Großbritannien leidet unter Johnsons Kurs, wir sollten nicht vergessen, daß auch er wie Trump von russischen Oligarchen Spenden empfing. Ein weltweiter Komplott, der alles andere als eine verheißungsvolle Zukunft bedeutet? Ein Hin zu einer Herrschaft, in der Mensch sich unterzuordnen und einzufügen hat, willig ihren Führenden gegenüber, das Gegenmodell zur Demokratie, eine Weltenautokratie, in der bekannte Sciece-Fiction-Filme längst uns verdeutlichten, was sie real mit uns macht?

Wenn wir weiterhin blauäugig jene unverkennbare Entwicklung zulassen, steuern wir exakt auf solche Szenarien zu, die wohl jeder halbwegs freidenkende Mensch nur ablehnen muß! Es sei denn, wir fügen uns ähnlich wie jene Nutztiere, die alltäglich zur Schlachtbank geführt werden, hilf- und wehrlos. Der große Unterschied besteht darin, daß Menschen denken und somit auch handeln können, um genau eine solche Herrschaft zu verhindern. Tun wir es, beherzt und unbedingt zielgerichtet, bevor es zu spät ist!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Nicht lernfähig

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Im Winter
brannte
die Erde
die bekannte
nieder
nie wieder
kam zu spät

Mobilität
der Waffen
zum raffen
von Besitz
ein Witz
Fortschritt
so nicht

Im Sommer
froren
die Menschen
als Gladiatoren
verkleidet
verleidet
ihnen nie

Lieber in die Knie
vor Räubern
als säubern
den Verstand
unter dem Vorwand
Gewalt sei mächtig
Wissen bleibt schmächtig

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Irgendwann Tour de Femmes

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Welch Elegance
bei der Tour de France,
jeder hat seine Chance,
Frauen fahren nicht mit,
zu langsam ihr Antritt
oder weniger fit,
Radsport mit Extraklassen
sollte dennoch aufpassen,
weil Frau kann’s nicht lassen,
möchte berechtigt mitmischen,
läßt sich nichts auftischen,
möchte nicht im Trüben fischen,
drum laßt den Geschlechterkampf,
vor allem ab gar mächtigen Dampf,
ist ohnehin ein einziger Krampf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Lilien erbrechen ihren Duft

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Tische stehen eng
beisammen
jeder Stuhl fehl
am Platz
auf der Wiese wird
gerangelt
welche Farbe Zukunft
hat

Stumme Gefühle häufen
sich wieder
sammeln in den Herzen
Geröll
Lilien ihren Duft
erbrechen
wenn im weißen Rauch
erblindet die Zeit

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Fortschrittskoalition mit ersten Rissen

Ein Vorgeschmack zum möglichen Aus der Ampel-Koalition

Kann man kitten, was ohnehin nicht wirklich zusammenpaßt? Weder die Physik noch die Praxis im Handwerk lassen sich real überlisten, daraus entsteht viel eher Pfusch, wie dieser sowieso all jene belastet, die ihn entdecken, ihm ausgesetzt sind. Wer gut pfuschen kann, bleibt länger oder gänzlich unbehelligt. In der realen Politik kommt das schnell ans Tageslicht.

Es flogen die Fetzen geben Johannes Bebermeier und Tim Kummert für T-Online zum Besten, ein Resümee bisheriger Rivalität zwischen Robert Habeck und Christian Lindner, in der Krise zeigen sich erhebliche Differenzen zwischen den beiden, was ohnehin schon zu Beginn der Ampelkoalition deutlich spürbar im Raum stand.

Der Union kann das nur recht sein

Einem Friedrich Merz, der sowieso kaum bis gar nicht zu glänzen vermag, kann dies nur recht sein. Mit Blick gen jüngste Umfragen bestätigt die Union ihren Kurs, fühlt sich ganz offensichtlich geschmeichelt mit den prognostizierten 27% laut INSA vom jetzigen Dienstag, während die SPD bei 20% vor sich hindümpelt, die Grünen bei 21% noch frohlocken. Die Liberalen spiegeln das wider, was die drei letzten Landtagswahlen bereits offenbarten, keine guten Zahlen, wobei gar die Nazis mit 2,5% mehr an Stimmen belohnt werden würden. Unglaublich, wie simpel etliche Wähler ticken!

Dennoch beharrt Christian Lindner auf seinem Kurs, die Arroganz zeigte sich erst recht bei dessen pompöser Hochzeit auf Sylt, kein Wunder, daß der Finanzminister sein Amt stoisch benutzt, um Robert Habeck in Schach zu halten. Ob dies tatsächlich dem Regierungsbündnis guttut, darf zurecht angezweifelt werden, Olaf Scholz als ausgleichender Regierungschef und Kanzler hat dabei eine vielfach schwerere Rolle als die beiden Vize-Kontrahenten.

Mögliche Vorteile ausnutzen in der Krise?

Diesen Gedanken formulieren auch die beiden Journalisten im T-Online-Artikel. Das paßt und verträgt sich obendrein mit einer im hintergrund lauernden Opposition wie der Union. Der Schwenk zum Vertrauensbruch kann schneller geschehen, als kritischen Stimmen lieb sein dürfte. FDP und Union in trauter Einigkeit für ein Zurück zur Kernkraft trotz erheblicher Zweifel, die letztlich auch die Franzosen bereits spüren müssen im diesjährigen Hitzerekordsommer. Das interessiert die Herrenriege des liberal-konservativen Bündnisses mitnichten, Hauptsache viel Geld im Spiel!

Wie soll dabei eine rot-grüne Politik harmonieren können, zumal auf Landesebene etliche Schwarz-grüne Koalitionen geschmiedet wurden? Ein möglicher politischer Kurswechsel liegt an, könnte erst in sich zuspitzenden Krisen aufkeimen, obwohl dadurch von realen Lösungen kaum bis gar keine Rede sein mag. Im Gegenteil. Doch Wähler scheinen auf jene simplen Formeln hereinzufallen, wie man obendrein unschwer erkennen kann, wenn auch hierzulande Nazis im Deutschen Bundestag geduldet sind. Ein dramatisches Fazit, welches tief blicken läßt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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