Verwahrloste Seele

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Fünf Uhr,
niemand im Flur,
Stille im Land,
keine Geisterhand
Menschen vertreibt,
kein Geist reibt
an einer Flasche,
nach schwelender Asche,
nach Größenwahn,
meist Mann,
giert,
dafür friert
er ein seine Gefühle,
Leid ihn sonst aufwühle,
er braucht Haß und Wut,
sonst geht es ihm nicht gut,
verwahrlost seine Seele,
weil ihm Liebe fehle?

Nein, sein Liebstes,
er liebt es,
zu zerstören,
damit alle schwören,
ihm zu huldigen,
die alleinig Schuldigen
an Kriegen
sind jene, die abwiegen
zwischen Gut und Böse,
sie zeigen ihre Blöße
der Angreifbarkeit,
der Verletzlichkeit,
das ist weibisch,
ich sitze am Tisch,
Sirene erschallt,
den Kindern ist kalt,
mein Körper sie schützt,
verwahrloste Seele keinem nützt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona: Von der Pandemie zur angeblichen Endemie

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Bild von Engin Akyurt auf Pixabay

Lauterbachs kläglichen Versuche ein Armuts-zeugnis

Politik ist ein schmutziges Geschäft, erst recht in Krisenzeiten. Seit über zwei Jahren beschäftigt uns das Coronavirus, sind auch hierzulande viele Todesopfer zu beklagen, inzwischen über 130.000, weltweit knapp 6,2 Millionen. Trotzdem entfällt jetzt die Maskenpflicht selbst im Einzelhandel, auf daß eine Durchseuchung es richten mag. Welch fatales Signal und Versagen seitens verantwortlicher Politik!

Vor allem die FDP mit ihrem Justizminister Marco Buschmann setzt sich vollmundig in Szene, schmückt sich mit dessen Freedom Day, mögen doch die Bundesländer bei Hotspots reagieren. Wohin dies führt, kann man anschaulich in Thüringen mit Bauchschmerzen beobachten. Die dortige Landesregierung vermochte sich im Parlament eben nicht durchsetzen, nahezu sämtliche Corona-Regeln entfallen.

Auf freiwilligen Schutz setzen?

Selbstverständlich werden etliche weiterhin ihre Maske tragen, sich freiwillig schützen, egal welche Regeln da aufgehoben werden. Allerdings frohlocken andererseits all jene Corona-Leugner, tragen erst recht dazu bei, Mitmenschen lebensgefährlich zu bedrohen mit ihrem Verhalten.

Karl Lauterbach trat als hoffungsfroher Gesundheitsminister an, die FDP hat sich letztendlich durchgesetzt, ihren Kurs politisch verwirklichen dürfen, während die beiden anderen Ampelparteien dies zulassen. Die Corona-Pandemie hat uns weiterhin im Griff. Vollumpfänglich!

Diese Ignoranz kaum mehr zu ertragen

Zumal schon zuviele Opfer auf der Strecke bleiben, von den Long-Covid-Betroffenen mal ganz zu schweigen. Individuelle Freiheiten kontra Vernunft? Was nutzen Impfungen und eine zweijährige Zeit von Corona-Maßnahmen, wenn beim Höhepunkt dieser Pandemie Politik einknickt und eine Durchseuchung zuläßt, deren Tragweite heftige Folgen haben wird?

Von einer Endemie kann gar keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. 6,2 % der Weltbevölkerung hat sich bereits mit dem Coronavirus angesteckt, die Dunkelziffer dürfte ein Vielfaches höher liegen. Wenigstens sind etwas über 5 Milliarden Menschen komplett geimpft. Doch das Virus läßt sich weiterhin nicht beeindrucken, neue Varianten lauern, die Pandemie ist somit längst nicht überstanden. Umso erstaunlicher die Leichtsinnigkeit der Politik!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Kein Frieden mehr in Europa

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Umgedreht,
gen Himmel gefleht,
viel zu spät,
nichts mehr geht,
rien ne va plus,
Sirenen per tatü.

Nachgefragt,
das Gewissen nagt,
Putin angeklagt,
Haß herausragt,
Ohnmacht sich anbahnt,
das Glück davongerannt.

Zurückgelehnt,
nach Frieden sich sehnt,
Gespräche ausgedehnt,
Krieg die meisten lähmt,
welch tragische Zeit,
es ist mal wieder soweit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Krieg, Feind der Worte

Eisige Worte gebären
ein Leben in Kälte.

Mit kalten Herzen
werden Tote gesammelt
für die Siegertreppe.

Jeder Schuß keine Blume,
ein Menschenleben,
im Krieg kein Mord,
Trophäen für Orden.

Leidgetränkte Schlachtfelder,
Bombenlärm statt Rummel,
Gräber statt Medaillen,
Worte verbrennen in Büchern,
Asche verdunkelt die Welt.

Jeder Krieg ein Feind der Wörter,
Held wer Menschenschlächter,
Jubelgesänge für Vernichtung,
Bibliotheken voll leerer Dichtung,
blutrote Wiesen im Paradies,
verkohlter Apfel, Biß für Idiotie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Gefrorene Blumen

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So gerne will ich sie berühren,
sie zwischen meinen Fingern spüren,
doch Vorsicht ist geboten,
jede Berührung verboten,
zu empfindlich ihr Dasein,
ihre Kälte ihr Heiligenschein,
verletzbar beim kleinsten Hauch
und zerbrechlich auch,
aus Eis geformt,
wie Blühendes nicht genormt,
Schönheiten soweit das Auge reicht,
doch Zärtlichkeit sie nicht erreicht,
lang und gerne bin ich hier,
spiele mit meinen Finger Klavier,
bis sich die Luft im Häuschen erwärmt,
draußen es immer lauter lärmt,
die Eisblumen beginnen zu schmelzen,
ich muß mich aus der Stimmung wälzen,
muß den Blicken der Leute standhalten,
die kein Verständnis lassen walten,
weil sie ihre Notdurft wollen verrichten,
ich will über gefrorene Blumen dichten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein Applaus für Menschenschrecker

Die geistigen Trophäen,
Kadaver verbrauchter Ideen,
qualmen immer noch
in den Köpfen
von vermeintlich Zurückgesetzten.

Die Gedanken in diesen Mottenkisten,
trunken mittels faschistischer Ideen,
entzünden sich immer noch
in den Köpfen
von Zwietracht säenden Moralaposteln.

Die Ausdünstung der Machtmonopolisten,
Modergeruch lebensverachtender Ideen,
lodert immer noch
in den Köpfen
von irren Menschenschreckern.

Die jodelnden Gleichschrittmassen,
Groupies einfältiger Ideen,
verbrennen immer noch
in ihren Köpfen
von der Schöpfung geformte Welten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Herzlosigkeit macht sich breit

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Bild von Lars_Nissen auf Pixabay

Laute Musik gehört,
manch Text empört,
die Rede von Freiheit,
Krieg und Leid.

Hauptsache Spaß haben,
im Gleichschritt traben,
bloß nicht hinterfragen,
andere haben was zu sagen.

Kritik auch nur ein Wort,
selbst bei täglichem Mord,
der nicht weit von uns geschieht,
kaum jemand richtig hinsieht.

Was interessieren Verletzte und Tote,
menschengemachte Gebote,
wenn am Ende der Stärkere gewinnt,
ein alleingelassen verhungertes Kind?

Mensch eine herzlose Killermaschine,
hofiert in nobler Limousine,
zum Führer sich erhebt,
ständig nach endloser Macht strebt.

Solange wir solch Despoten dulden,
uns per Haß und Krieg verschulden,
wird es kein Frieden auf Erden geben,
verbleibt ein ungerechtes Leben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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