Zille-Rap

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Neulich schauten wir mal wieder fern,
wie jeden Abend so gern,
Lieder, auf und nieder,
in den Charts die Industrie antreibt,
weit verzweigt,
oder ham wir dat vergeigt?
Einerlei, biste dabei?
Nein, nicht nur wir zwei,
sondern jede Menge Leute,
gestern, morgen und vor allem heute.
Was, besorgen?
Nix kann ick dir borgen,
keene Kneete da,
was auch immer geschah,
du warst so wunderbar und nah,
ick in dir drin,
jetzt allein wohin, worin der Sinn?
Lauter Bilder schwirren an uns vorbei,
einerlei,
komm laß uns tanzen,
die ganzen grauen Tage vergessen,
nicht wahllos fressen, eher Leute treffen,
die Erfolgreiche nachäffen.
Wo tobt der Mob,
wenn Politik sehr grob sich verhält?
Geht’s nur ums Geld in dieser kranken Welt?
Laßt uns dennoch frohen Mutes sein
bei soviel Schein,
nix allein und einsam siechend,
kriechend den Reichen die Stiefel leckend,
woanders viele verreckend!
Sollen sie doch weichen,
weltweit täglich Leichen,
weil die den Hals nie voll genug kriegen.
Alle wollen siegen und wir hier?
Nehmen uns an den Händen,
stoppen das Verschwenden,
schreien laut hinaus,
ohne Angst zu haben:
Schau sie an, wie Küchenschaben
sie sich an uns allen laben!“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Songtexte

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Autokratie vs. Demokratie

Freiheit bedeutet auch Risiken in der Weltpolitik

Sie laufen in Montagsspaziergängen durch die Straßen deutscher Städte, verkünden lauthals brüllend, sie seien das Volk, die Helden der Pegida oder der Coronaleugner, meinen, die demokratisch gewählten Parteien seien Faschisten, während sie gleichzeitig einen Wladimir Putin huldigen. In Wirklichkeit sehnen sie sich nach einem Führer, einem Despoten, der Ruf zur Autokratie schallt auch in anderen Ländern.

Solche Entwicklungen verheißen nichts gutes, verdeutlichen ein Zurück, wie wir bisher glaubten, überwunden zu haben nach dem Zweiten Weltkrieg, als Teile in Europa in Schutt und Asche lagen, weil Nazischergen dafür gesorgt hatten. Länder wie die VR China und Russland offenbaren einen dramatischen Weg, wobei auch in den USA mittels Donald Trump die Demokratie hochgradig gefährdet wird.

Die verschrobene Welt des Staatspräsidenten Xi Jinping

Seit bald neun Jahren übt er sein Amt als Staatspräsident Chinas aus, ließ 2018 die Amtszeitbegrenzung des Präsidenten aufheben, lobt nicht nur die revolutionäre Philosophie von Josef Stalin, sondern sieht sich als dessen Erbe, was erheblich dragonisch politische Maßnahmen nach sich zieht. China entwickelt sich durch ihn zum Überwachungs- und Zensurstaat. Mittels des installierten Sozial-Kreditsystems, einem online betriebenen Rating, bzw. „Social-Scoring“, gelingt dies auch weitestgehend.

Chinas Umgang mit den Medien spricht Bände, darüberhinaus traut sich kaum ein Land, dieser Großmacht wirklich Paroli zu bieten. Warum? Weil die wirtschaftlichen Verflechtungen und somit Abhängigkeiten mit der VR China eine gewisse Erpressung darstellen, so daß am Ende die Macht des Kapitals politische Kritik verhindert.

Putins Autokratie kann das Faß zum Überlaufen bringen

Der Ukraine-Konflikt spitzt sich offensichtlich zu, die Friedenszeit in Europa könnte ein jähes Ende bedeuten, wenn russische Soldaten in die Ukraine einmarschieren. Russlands Herrschaftsgehabe verdeutlicht den Kurs, den Wladimir Putin schon längst eingeschlagen hat.

Gleichzeitig belasten auch andere Stimmungen die weltpolitische Lage, nämlich die Zerreißprobe zwischen autokratischen Regierungsformen und den Demokratien. Erstere versuchen sich mit aller Macht zu profilieren, siehe Ungarn, Russland, China, Brasilien und zuletzt auch mit Blick gen USA, wo am 06. Januar letzten Jahres der Sturm aufs Kapitol stattfand.

Weltweit sind alle Demokraten aufgerufen, eine derartige Entwicklung unbedingt aufzuhalten, weil mit dem Ende der Demokratie unsere Freiheit einen erheblichen Schaden erleidet, wie man unschwer in solch autokratisch geführten Ländern beobachten kann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wenn Grusel sich in Bewegung setzt

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Gruselgeschichten, wer kennt sie nicht, ob selbst in einem Buch lesend, aus Erzählungen oder sitzend im Sessel oder Kinostuhl über den Bildschirm, die Leinwand flimmernd. Vielleicht mit unüberwindbaren Spätfolgen, nachts keinen Schlaf mehr finden, bei gewissen Geräuschen ein Zusammenzucken, einsame Plätze, Dunkelheit meiden, Personengruppen nicht mehr vertrauen, Tiere und Pflanzen als monströse Kreaturen ansehen, bestimmte Gebäudearten als Orte des Schreckens erkennen und so weiter.

Dabei spielt es keine Rolle, inwiefern die Geschichten annährend einer Wahrheit entsprachen oder reine Phantasiegebilde waren oder sind. Einmal als Schrecken im Gedächtnis festgesetzt, öffnet sich bei ähnlichen Situationen, die in den Geschichten vorkamen, sämtliche Vorstellungsmöglichkeiten von furchterregenden Geschehnissen, die akut bedrohlich wirken.

Eigentlich ein Schutzmechanismus, der uns vor reellen Gefahren beschützen soll, das gruselige Gefühl, das einem kalt den Rücken runterläuft und uns eine Botschaft sendet, paß auf! Heute spricht man eher von Horror, das dieses Gefühl auslöst, eigentlich schade.

Gruseln, früher grüseln, entstammt dem mittelhochdeutschen gruiseln, und ist eine Intensivbildung zu grausen. Andere Wörter sind, Angst/Furcht haben, sich ängstigen, sich fürchten, sich grausen (Duden)

Grausen, mittelhochdeutsch grūsen, griusen, althochdeutsch (ir)grū(wi)sōn, zu grauen. Synonyme dafür, frösteln, durchfrösteln, sich gruseln, kalt den Rücken herunterlaufen (Duden)

Grauen, mittelhochdeutsch grūwen, althochdeutsch (in)grūēn, Herkunft ungeklärt. Andere Begriffe, Angst/Furcht haben, sich ängstigen, sich entsetzen, sich fürchten (Duden). Nanu, ungeklärt?

Der Grusel ist natürlich das Substantiv zu gruseln, einfach oder? Hier findet man im Duden keine Herkunftserklärung.

Aber es findet sich in unserer Sprache noch einen anderen Grusel. Der Grusel ist grober Sand und kleinere Steine; Kies. Die Wortherkunft leitet sich von Grus ab.

Der Grus, aus dem Niederdeutschen < mittelniederdeutsch grūs = in kleine Stücke Zerbrochenes < mittelniederländisch gruus = grob Gemahlenes, vgl. mittelhochdeutsch grūʒ = Sand-, Getreidekorn, verwandt mit groß. Andere Wortbegriffe, Schutt, Abfall, körniges Gestein, grobkörniger Kohlenstaub. (Duden) Okay, suchen wir noch die Bedeutung von groß.

Groß, mittelhochdeutsch, althochdeutsch grōʒ, ursprünglich = grobkörnig. Der Duden listet unter Synonyme folgende Wörter auf, aufschneiderisch, prahlerisch, prahlsüchtig, vollmundig und als Antonym, wie könnte es anders sein, klein.

Genug der wissenschaftlichen Herkunftserklärungen. Wenn es uns gruselt, läuft es den meisten Menschen kalt den Rücken runter. Was läuft denn da, das so Angst einjagt, daß wir zittern, die Sprache versagt und uns schwindelt?

Gespenster, die in Schlössern, Burgen, Häusern ihren Wohnsitz verteidigen, rasseln gerne mit Ketten oder sonstigen Gegenständen, die klirrende Geräusche von sich geben, so jedenfalls beschreiben es die Angst und Schrecken einjagenden Geschichten. Huhu-Geräusche, die windähnlichen Charakter aufzeigen sollen, sind meist inbegriffen. Also nicht ein längeres Windpfeifen, sondern mit tröpfchenweise gespickter melodischer Abfolge.

Sand, Kies, kleine Steine, Getreidekörner ähneln melodisch bei ihrem Fließverhalten oder beim Begehen knirschenden oder klirrenden Tönen. Der Grusel lebt oder vielmehr signalisiert Gefahr. Ins Rutschen kommendes Gestein oder auch Getreidekörner können Unfallquellen sein, sind es bei unsachgemäßer Begehung oder Handhabung allenthalben. Hierbei ist es irrelevant, ob man sich unter der Erde (Bergbau) oder auf flachem Land befindet (Sanddünen), oder ob es einzelne Stückchen Gestein oder Felsbrocken sind, die Geräusche sind allesamt ähnlich einem Knirschen oder Klirren, manchmal auch Surren.

Gruseln, grausen sind eindeutig Ausdrücke, um diesen Zustand des Fürchtens zu beschreiben, ob tatsächlich das „Grauen“ wirklich als ungeklärt gelten kann, bezweifle ich. Denn wenn es einem schwarz vor Augen wird oder neblig beige, hat man oft gleichzeitig ein Summen in den Ohren, somit reihe ich auch „Grauen“ in die Sprachherkunft von Grusel (Grus) ein.

Und die Kälte, die den Rücken runterläuft, ist sicher nicht nur mit dem Aufstellen der kleinen Härchen (ähnlich wie bei den Tieren Nackenhaare aufstellen), sondern auch darin begründet, daß Steinchen, Kies oder Sand eine gewisse Kälte implizieren.

Somit ist Gruseln eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenspiel von Geräuschkulisse und der Vorstellung eines nahenden Unglücks. Und das Wort „groß“, grobkörnig, das mit Grus sprachverwandt ist, einfach nur die Verstärkung von der zu benötigten dringenden Vorsicht vor diesem Material.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Nachmittags im Winter

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Drahtesel schlittert unverhofft,
kein Eis und Schnee auf der Straße,
Leichtsinn im Spiel wie so oft
als Schüler der fünften Klasse.

Deine Freunde feixend lachen,
konnten daher einfach stoppen,
aber du machst keine halben Sachen,
möchtest alle am liebsten toppen.

Was die Jugend stets ausprobiert,
gehört schlichtweg zum Leben,
egal was dabei auch passiert,
unwichtig ein gezieltes Streben.

Erwachsene wollen belehrend sein,
verstehen mitnichten die Rebellion,
alles erlaubt nicht nur zum Schein,
von Mut, Arroganz bishin zum Hohn.

Das Rad steht wieder im Schuppen,
zu Hause man für die Schule übt,
die kleine Schwester spielt mit Puppen,
du selbst abgelenkt, da frisch verliebt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Entsetzen erscheint in einem anderen Kontext

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Außer Frage, es geschehen entsetzliche Dinge. Geschehnisse, bei denen sich selbst bei uns Menschen die Nackenhaare sträuben, ähnlich den Tieren, deren Fell von Kopf bis zum Rutenansatz sich hochstellen. Übrigens können weder Menschen noch Tiere diese Reaktion bewußt herbeiführen. Ein Zeichen, daß hier das Gefühl sozusagen die Führung übernimmt. Etwas gruselt uns nicht nur, wir erschrecken auch.

Laut Duden entstammt das Wort dem Mittelhochdeutschen entsetzen und ist gleichbedeutend mit absetzen, fürchten, befreien; gebildet aus dem Althochdeutschen intsezzen, fürchten, argwöhnen.

Synonyme sind, aus der Fassung geraten, fassungslos sein, in Angst und Schrecken fallen.

Vielleicht ist ihnen aufgefallen, möglicherweise wurde es überlesen, das Wort „befreien“ wird gleichgesetzt mit „fürchten“. Kein Schreibfehler, sondern eine oder die kognitive Erklärung zu dem oben beschriebenen Gefühl, des gleichzeitigen Gruselns und Erschreckens.

Eine Stadt, eine Division entsetzen, entlehnt aus dem militärischen Bereich, der Begriff dafür eine belagerte Festung oder einen eingeschlossenen Truppenteil durch neu herangeführte Truppen zu befreien. (Duden)

Fast unnötig zu erwähnen, das Substantiv, „Entsetzen“ wird im Duden mit Grauen und panikartiger Reaktion verbundener Schrecken erklärt.

Ohne große gärtnerische Kenntnisse ist es sicher jedem bekannt, daß von Blumenzwiebeln setzen gesprochen wird, wobei die Zwiebeln in die Erde gesetzt werden, diesen Vorgang könnte man auch einsetzen nennen. Apropos „einsetzen“, um bei den Pflanzungen gute Ergebnisse zu erzielen, setzt man, wo nötig, andere Pflanzenarten dazwischen, um etwa damit Schädlinge abzuhalten oder weil die Pflanzen in Kombination besser gedeihen.

Das althochdeutsche Wort intsezzen ähnelt beim Lesen eher dem „einsetzen“ als „entsetzen“, oder? Ein Hinweis auf diese frühere Bedeutung erklärt sich mit dem o.g. Wort „absetzen“. Hierzu ein Beispiel von DWB gewöhnlich aber von personen: dem herrn und gebieter steht es zu, diener zu setzen und entsetzen; der könig setzet und entsetzet etliche bischöfe; ein schultheisz ward entsetzt.

Hier wird das Wort für „einsetzen“ und „absetzen“ einer Peron in ihrem Amt angewendet.

Dieses Beispiel verdeutlicht eine andere Sachlage: die stadt entsetzen, urbem obsidione liberare, des feindes entsetzen: die burg wurde hart belagert und erst nach sechs wochen entsetzt; zumal niemand vorhanden, der die stadt entsetzet oder den feind abtreibet (DWB)

In diesem Textausschnitt leicht erkennbar das Wort „befreien“.

Um wieder auf das Pflanzen zurückzukommen, durch das Einsetzen anderer Pflanzengattungen befreien wir eine Pflanze von Ungezieferbefall oder sorgen dafür, daß sie besser wächst.

Somit wäre intsezzen in seiner ursprünglichen Bedeutung eher mit befreien, als mit „fürchten“, gleichzusetzen.

Wäre da nicht auch die Möglichkeit, sich des eingesetzten Amtes als unwürdig zu erweisen oder die Stadt mit unverhältnismäßiger Gewalt zu befreien. Hierdurch wäre das intsezzen ein Schrecken verbreitendes Szenario.

Bleibt noch zu erwähnen „setzen“ (sitzen machen) entstammt dem althochdeutschen sezzan. („Sitzen machen“ erinnert an Dressurmethoden mit Tieren, an ein erzwungenes Verhalten, ein vom Gegenüber einwirkendes Kommando oder Befehl zum Handeln.)

Und nicht zu vergessen die Vorsilbe „ent“. Sie drückt aus: 1. etwas wieder in seinen eigentlichen Zustand zu setzen, “entmutigen“. 2.  den Beginn von etwas zu erklären, „entfachen“. 3. um Gegenteiliges zu benennen, „entkleiden“. 4. um Weggehen oder Entfernen zu bezeichnen, „entfliehen“.

„Entsetzen“ wäre demnach freiwilliges Sitzen; der Anfang eines Geschehnisses, sitzen; das Gegenteil, also stehen, rennen oder ähnliches; um die Handlung zu beschreiben vom Sitz in eine andere Position sich zu verlagern.

Und diese vier Aufzählungen machen uns fürchten, jagen uns Angst ein, erschrecken uns bis ins Mark?

Womöglich erschüttern uns bis heute gefühlsmäßig mehr die Schrecken, die mit einer Benennung für ein Amt, die Befreiung einer Stadt durch neue Truppen mehr, als die Tatsache, daß eine ursprüngliche Situation wiederhergestellt werden sollte.

Da intsezzen auch argwöhnen bedeutet und „entsetzen“ nicht zuerst über den Verstand von uns wahrgenommen wird, ist es wahrscheinlicher, daß das Entsetzen uns deshalb unter die Haut geht, weil Skepsis und Tatsache in diesem Moment gegeneinander aufgewogen werden.

Denken wir zurück an die Pflanzen, damit eine von uns bevorzugte Pflanze geschützt wird, setzen wir zum Entsetzen von sogenanntem Ungeziefer oder Unkraut eine andere Pflanzenart dazwischen. Bleibt die Frage, setzen wir damit diese ungewollten „Gäste“ auch in Angst und Schrecken?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumnen

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Rafael Nadal holt sich den 21. Grandslam-Titel

Nummer 5 besiegt Nummer 2 in den Australien Open

Gestern durften sportbegeisterte Tennis-Fans in Melbournes Rod Laver Arena das Finale der diesjährigen Australian Open bewundern. Im Endspiel standen sich Daniil Medwedew und Rafael Nadal gegenüber. Nach 5 Stunden und 24 Minuten gab es einen Sieger auf dem Platz, der Mallorquiner bezwang den Russen in fünf dramatischen Sätzen und holte sich damit seinen 21. Grandslam-Titel.

Dabei hatte es bereits im Vorfeld der Australian Open genügend Zündstoff gegeben durch den Weltranglistenersten Novak Đoković, der seit 74 Wochen bisher ungeschlagen seinen Titel als Erstplatzierter innehat, allerdings einsehen mußte, Australien wieder verlassen zu müssen, so daß er nicht am ersten Grandslam-Turnier dieses Jahres teilnehmen durfte. Fans erahnten bereits zu Beginn des Turniers am 17. Januar, daß genau jene beiden das Finale bestreiten würden.

Viel Erfahrung mit entsprechend starkem Topspin am Ende ge-winnentscheidend

Was zeichnet den rund zehn Jahre älteren Rafael Nadal aus? Natürlich in erster Linie dessen längere Erfahrung, die er sammeln durfte während seiner Tenniskarriere, die bereits als 15-Jähriger Profispieler begann. Ein Jahr später konnte er in der Weltrangliste innerhalb des Jahres 2002 sich um 411 Plätze verbessers, befand sich schon auf Platz 200 zum Jahresende.

Nach weiteren drei Jahren bezwang er im Finale der French Open den Argentinier Mariano Puerta in vier Sätzen zu seinem ersten Grandslam-Sieg.  Im Jahre 2008 gewann er sein erstes Wimbledon-Finale gegen Roger Federer in dramatisch langen 4 Stunden und 48 Minuten in 5 Sätzen und erreichte am 18. August das erstemal den begehrten Titel der Nummer 1 im Herrentennis.

Doch worin unterscheidet sich der Mallorquiner, was seine Spielweise anbelangt? Mit Sicherheit durch dessen imposanten Topspin. Das Effet und dadurch die unterschiedlichen taktischen Schlagtechniken nutzen Rafael Nadal ganz besonders, zumal er im Gegensatz zu anderen Tennisgrößen eine wesentlich höhere Umdrehungszahl pro Minute beim Topspin erreicht, nämlich bis zu 4.000, während z.B. ein Roger Federer sich gerade mal mit 2.000 begnügen muß. Obendrein kann der jüngste durchtrainierte Australian Open-Gewinner auch deshalb punkten, weil er über ein außergewöhnlich ausgeprägtes Antizipationsvermögen verfügt, ganz ähnlich wie übrigens Novak Đoković.

Hätte ein Alexander Zverev ihn besiegen können?

Die Frage sollte man schon mit nein beantworten. Zunächst hatte die deutsche Nummer 3 keinen guten Start im ersten Grandslam des Jahres, verlor schließlich im Achtelfinale gegen den Kanadier Denis Shapovalov in 3 Sätzen. Seine Zeit könnte noch kommen genauso wie die von Daniil Medwedew, sie befinden sich ungefähr im gleichen Alter.

Rafael Nadal hat als einziger und erster Tennisspieler 21 Grandslam-Titel erreicht. Das muß ihm erst mal jemand nachmachen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Sport

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Geschmeidige Lügen

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Geschmeidige Lügen,
getarnte Worte,
Spinnfäden
die Ohren zukleben,
filigrane Netze
senden Alarm,
damit keine Flunkerei
zu Schaden kommt.

Geschmeidige Lügen,
getarnte Worte,
flauschige Wolle
die Ohren verstopfen,
versunken in Polster,
bei jedem Schwindel
fällt man ins
weiche Nest zurück.

Geschmeidige Lügen,
getarnte Worte,
tönendes Geglitzer,
in den Ohren
Echos sich wiederholen,
betäuben die Gespinste,
endlose Fäden,
die Flunkereien festhalten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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