Nachts

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Tage sich versetzen,
flatternde Stunden
zerschellen in der Tiefe
des Gestern.

Glöckchen bimmeln,
Erinnerungen
von Ankommen,
vom Verschwinden
in der weißen Landschaft.

Pferde schnauben,
Füße suchen Halt,
Hände winken,
eisige Kälte
findet leuchtende Augen,
ein warmes Heim.

Stürmisch die Gezeiten
durcheinanderwirbeln.
War Ebbe, war Flut,
kindlicher Reigen?
Nur ein Stehplatz an der Bar.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ruchlos

Ruchlose wollen,
daß wir ihnen grollen,
unsere Wut
bekräftigt ihren Mut,
den vermeintlichen
einheitlichen.

Einheitlich?
Die Skrupellosen irren sich.
Spielfiguren sind sie
für die Ideologie
einer Nostalgie
von Heimatverliebten,
Pharaoismus der alten Ägypter.

Für den Egoismus von Narzißten
dekorieren sie Straßen als Pisten,
feiern sich mit Fähnchen im Wind,
als vergeistigtes Weltenkind,
Imagination, Intuition, Inspiration,
wer nachdenkt, eine Gefahr, ein Spion.

Wie soll man da keine Wut empfinden
bei so vielen Wissensblinden,
die in ihrer Erleuchtung verrohen,
indem sie jeden bedrohen,
der ihre göttliche Eingebung
als Einbildung
erkennt
und dies auch so benennt?

Euer Gewalteinsatz ist ruchlos,
gewissenlos,
wer sich neben euch platziert,
mit euch marschiert,
verbreitet eine Verblödungsideologie,
der Beginn einer schleichenden Idiotie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Weltpolitik vor der Zerreißprobe

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Als ob wir nicht schon genug Probleme hätten

Die Karten werden neu gemischt in der Weltpolitik. Mitnichten schlagartig oder gar unerwartet, vielmehr durchaus nachvollziehbar, zumal die Kräfteverhältnisse sich längst verschoben haben, Mensch einmal mehr verdeutlicht, seine Machtansprüche stets auszuloten und durchzusetzen. Allerdings bleibt dies keinesfalls folgenlos zum Leidwesen der jeweiligen Bevölkerung in Krisen- und Kriegsgebieten.

Was hat sich geändert seit Ende des Zweiten Weltkrieges? Zunächst standen die beiden Weltmächte, die USA und die Sowjetunion sich gegenüber, mit dem Kalten Krieg, dem Bau der Mauer wurde dies unmißverständlich deutlich. Obendrein folgte eine beispiellose atomare Aufrüstung, die mit dem Nato-Doppelbeschluß zunächst gestoppt werden sollte, jedoch sich hinauszögerte bis kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion, zusammen mit Ronald Reagan vereinbarte Michail Gorbatschow im INF-Vertrag den Rückzug atomarer Aufrüstung. Bereits im Mai 1991 wurden die letzten Raketen beider Weltmächte demontiert. Allerdings erklärten die beiden Großmächte am 02. August 2019 den INF-Abrüstungsvertrag offiziell für beendet.

Das Wettrüsten hat längst eine neue Dynamik

Wobei im zynischen Spiel der Weltpolitik inzwischen andere Mächte nach eigenen Vorteilen lechzen, nicht nur die Herrschaft an sich zu reißen, sondern die USA zu überflügeln. In erster Linie hat die VR China mächtig zugelegt, ist momentan im Begriff, zumindest wirtschaftlich die USA zu toppen. Militärisch wird es noch eine Weile dauern, jedoch hat auch hierbei das ehemalige Reich der Mitte clever vorgesorgt, denken wir an die weltweiten Landkäufe.

Parallel sollte nicht Indien, der Iran oder Indonesien unterschätzt werden, auch diese Nationen wollen ein Stück vom Kuchen. Wenn Russland und China sich noch mehr zusammenraufen, haben die USA nicht mehr viel entgegenzusetzen. Europa als Puffer dazwischen darf bei jenem Wettrüsten und Machtgehabe nicht als ernsthafter Gegner gewertet werden, europäische Armeen sind letztlich chancenlos.

Der Klimawandel wird weiterhin völlig unterschätzt

Die ganze Tragweite menschlicher Arroganz und vor allem Ignoranz wird hierbei deutlich. Einerseits mit jenen Machtansprüchen sich über Völker hinwegsetzend trotz etlicher Abkommen seit dem Zweiten Weltkrieg, andererseits die warnenen Stimmen in den Wind zu schießen, die die extremen Gefahren des Klimawandels betonen, offenbart einmal mehr die Kurzsichtigkeit des Menschen.

Das kann natürlich nicht gutgehen, sondern viel eher in einem Desaster enden. Eine vorprogrammierete Apokalypse, die sämtliche Dystopien in den Schatten stellen wird, was da auf uns zukommt? Das kann man nicht von der Hand weisen, wer noch einen Restverstand besitzt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Frieden gefährdet

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Laut und deftig muß sie sein,
die Politik,
das sei wohl schick,
doch mit Glück zum Schein
erreicht sie kaum ihre Ziele,
sagen allzu viele.

Die Nerven liegen blank,
zumal Kriege aufwarten,
nichts Bestellen im Garten,
solch Drohkulissen sind krank,
Bündnispartner machen Druck,
Abmarsch, ruck zuck.

Von Friedenswillen keine Spur,
Weltpolitik versagt,
Menschen nicht gefragt,
gefährdet die gesamte Natur,
Liebe dahin, Haß auf dem Weg,
Macht der letzte Dreck!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Spielerisch Spülen so gar nicht abwegig

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Wenn von einer modernen Küche gesprochen wird, hören wir die Wörter Spüle und Spülmaschine, vor einigen Jahren oder Jahrzehnten, beides dienlich um die anfallenden Koch- und Geschirrutensilien nach Gebrauch abzuwaschen. Wobei, wenn beides vorhanden, die Spüle hauptsächlich benützt wird, um darin das Gemüse zu waschen, also eigentlich nicht mehr zum Spülen genutzt wird. Dafür gibt es die Spülmaschine, die je nach Personen im Haushalt gut mehr als einmal am Tag das zeitaufwändige Spülen per Hand und das Abtrocknen des Geschirrs abnimmt.

Spülen, mittelhochdeutsch spüelen, althochdeutsch in: irspuolen, Herkunft ungeklärt, liest man im Duden. Auch das DWB Grimm gibt bei der Herkunft des Wortes nicht wirklich Erklärendes preis, außer die Wortumschreibung, verb. schwenkend reinigen.

Nun gibt es in unserer Sprache ein klangähnliches Wort, nämlich „spielen“.

Spielen, mittelhochdeutsch spiln, althochdeutsch spilōn, ursprünglich = sich lebhaft bewegen, tanzen. (Duden) Daß Tanz und Bewegung etwas mit Spielen zu tun haben, scheint äußerst glaubhaft.

DWB Grimm führt zudem noch andere Verbverwandtschaften auf.
„…vgl. die glossen: joculari .. spuelen, boerden vel spelen, splen, speln. Dief. gloss. 307c; ludere hd. spilen, spyln, spieln, hd. nd. spelen, spuelen. 338b; ludibundus spelende, spuelende. ebenda. im ältern oberd. zuweilen in der form spüllen: junge oder ander verwegne leut, die sich mit spüllen einlassen.“

Auch ist bei DWB Grimm noch folgendes zu erfahren, „die grundbedeutung von spielen ist die einer lebhaften, muntern hin- und herbewegung“

Der Einfachheit halber wurden in obigen beiden Abschnitten nur die lautverwandten Wörter von mir kursiv gesetzt.

Scheint doch nicht ganz so abwegig, „spülen“ und „spielen“ in einem wortverwandten Kontext zu erkennen, oder?

Bei einem ihrer Urlaube oder täglich, je nachdem wie nahe sie bei einem Gewässer oder Meer wohnen, ist es kein ungewöhnliches Bild, zu beobachten, wie das Wasser den Sand oder ein Gestein umspült. Spielerisch wirft die See, das Meer die Wellen an Land, gegen einen Felsen. Je nach Stärke der Wellen spült das Wasser Sand sogar gänzlich davon oder unterhöhlt Felsen, schleift Steine glatt oder zerklüftet Gestein, und das alles mit tanzenden, wirbelnden Bewegungen.

Ein weiterer Aspekt, der mich veranlaßt, zwischen den beiden Wörtern eine nicht von der Hand zu weisende Verbindung herzustellen, ist die folgende: Einmal einem Spiel verfallen, ist es für viele Menschen schwierig, aus der Maschinerie des Spielens zu entkommen, auch nachzulesen in dem Roman von Fjodor Dostojewski „Der Spieler“.

Nicht wenige Jugendliche, natürlich auch Erwachsene verbringen ihre Freizeit vor dem PC, am Smartphone, um ihre geliebten Spiele zu bewältigen, sie haben den Drang, das Spiel zu bezwingen, als Gewinner das Spiel abzuschließen und gleichzeitig das Verlangen, das nächste Spiel zu beginnen, um auch dieses Spiel mit Erfolg abzuschließen, oder sie sitzen in Spielhallen, Casinos vor den Automaten, in der Hoffnung mit mehr Geld in der Tasche diesen Ort zu verlassen, als sie ihn betreten haben.

Dabei spielen sich in ihren Gefühlen und Gedanken wellenartige euphorische oder niederschmetternde Widersprüchlichkeiten ab. Mit Wucht werfen sie sich in quirlige Freude beim kleinsten Gewinn, oder es treibt sie ein ohnmächtiger Verlust in tiefe Verzweiflung.

Ähnelt dies nicht den Wellen einer „lebhaften, muntern hin- und herbewegung“? (DWB Grimm bei dem Wort „spielen“)

Und lasen wir nicht bei „spülen“, DWB Grimm, „schwenkend reinigen“?

Nicht klar ersichtlich scheint mir, welches Wort von wem abgeleitet worden ist.

Ich erlebte die lebhaft munteren Hin- und Herbewegungen des Tanzes als Selbstverständlichkeit bei Dorf- oder privaten Feiern. (War immer schon so)

Allerdings wurde „schwenkend gereinigt“ sogar noch in meinen Kindertagen, wenn die Frauen an einem bestimmten Wochentag mit ihrer Wäsche zum Waschplatz gingen, konnten wir Kinder ausgiebig beobachten, daß die Wäschestücke nach dem Einseifen und Reiben im See hin- und hergeschwenkt wurden, um die haftende Seife mit dem Schmutz auszuwaschen. (War immer schon so.)

Deshalb überlasse ich es ihnen, welches Wort zuerst oder von wem abgeleitet wurde, offensichtlich aber bleibt, diese beiden Wörter haben mehr gemein, als ich hier kurz angedacht habe.

In diesem Sinne lassen sie ihre Gedanken mit neuen Anregungen umspülen oder spielen sie zur Abwechslung einfach mit Wortbegriffen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumnen

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Wechsel in der Führung der Nato

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Trotz Russland-Ukraine-Krise?

Ganz so schnell vollzieht sich ein Wechsel natürlich nicht, Ende September soll das Mandat des Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg auslaufen, somit braucht die Nato eine neue Führung, ausgerechnet inmitten schwerer Spannungen mit Russland, wie das RND ausführt.

Ein völlig normaler Vorgang könnte man einwenden. Dennoch fragwürdig, weil Postengehabe ganz offensichtlich längst zur Normalität geworden, denken wir z.B. an Gerhard Schröder. Die Vermutung liegt nahe, daß Politik und Wirtschaft Hand in Hand ganz gezielt Einfluß nehmen wollen auf das Wohl der Gesellschaft, dabei eigene Vorteile im Visier. Ob das tatsächlich Rechtens ist, darf explizit angezweifelt werden.

Mit Blick zu Stoltenbergs Vita letztendlich naheliegend

In erster Linie war Jens Stoltenberg Politiker, Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiderpartiet (Ap), wobei er knapp zehn Jahre in zwei Amtszeiten als Regierungschef die Geschicke Norwegens lenkte. Zuvor besuchte er eine Rudolf-Steiner-Schule, studierte an der Uni Oslo Wirtschaftswissenschaften, arbeitete als Journalist sowie als Berater bei der Statistikbehörde SSB, auch als Dozent für Sozialökonomie an der Uni Oslo.

Am 01. Oktober 2014 übernahm er das Amt seines Vorgängers Anders Fogh Rasmussen des Nato-Generalsekretärs. Gleich zu Beginn verdeutlichte Stoltenberg die Gefahr Russlands, monierte dessen aggressives Verhalten. Zum 70. Jahrestag der Nato polterten nicht nur Donald Trump und Mike Pence drauflos, sondern Jens Stoltenberg betonte erneut die Rechtfertigung der Nato, Russland als Aggressor darzustellen. Die Nato ein Verteidigungsbündnis? Angesichts des neuen Kalten Krieges kann davon keine Rede mehr sein!

Wie rauskommen aus der Sackgasse der Russland-Ukraine-Krise?

Zumal die schon länger schwelt. Im Kontext zur Weltpolitik bahnt sich keineswegs Positives an, wenn wir bedenken, daß sich die VR China und Russland zusammenraufen, während der Westen schwächelt, Nationalismus einen Aufwind erhält, gar die Demokratie in den USA gefährdet ist mit Blick zum Ex-Präsidenten Donald Trump, der weiterhin bei jeder Gelegenheit von seiner gestohlenen Wahl faselt.

Die Zeichen stehen auf Krieg und zwar an vielen Brennpunkten neben den vorhandenen. Trotz etlicher Bündnisse bekommt es die Menschheit wohl nicht hin von ihrem Machtgehabe abzulassen. Statt Friedenszeiten als das zu fördern, was sie bedeuten, wird weiter gezündelt, provoziert und real bedroht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Cremig verflossene Sterne

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Mitunter
ist die Welt bunter
als angenommen,
denn es bekommen
manch Ansprüche
neue Anstriche.

Sträuße hätte er gerne,
cremefarben, als Sterne
dekoriert,
damit garantiert
seine Überraschung
sie bringt aus der Fassung.

Auf ewig will er,
bis der Himmel leer,
Gestirne für sie holen,
ihre Liebe soll sich lohnen,
Beständigkeit er ihr damit gelobt,
Heirat, nach etlichen Jahren verlobt.

Der Platz im Park ausgesucht,
halbrund, erinnert an eine Bucht,
der Gang dorthin mit hundert Kerzen,
davon hat er jetzt Rückenschmerzen,
ausgeschmückt,
sie brennen noch immer, zum Glück.

Sie betreten den Halbkreis,
ihm wird flau und heiß,
eierschalenfarbig keine Blüte,
kein Elfenbeinschein, meine Güte.
Sterne sind doch nicht bunt,
er schreit, so ein dummer Hund!

Sein Liebesbeweis nicht gelungen,
er füllt mit neuer Wut die Lungen,
ich wollte nicht bleiche Farbe,
du pflanzenfetischistischer Barde,
regenbogenversessener Florist,
ein Harmonie-Ignorant du bist.

Zuerst biß sie auf ihre Lippen,
dann fing sie an zu wippen,
schließlich griff sie ein Bouquet.
Ich find sie schön, mehr als nett,
schade eigentlich als Wurfgeschoß,
du cremig-glänzendes Walroß.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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