Friedliche Koexistenz erst recht gefährdet

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Bündnisse ohne wirkliche Entspannung

Mensch lernt nicht aus seinen Schwächen, von Stärken darf man in diesem Kontext ohnehin nicht sprechen, weil Friedenspolitik nur funktionieren kann, wenn alle Beteiligten daran wirken, sie umsetzen. Davon ist die Menschheit weiter entfernt denn je, global betrachtet bieten sich natürlich Chancen, allerdings fast keine angesichts jener harten Fronten.

In Europa spitzt sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu. Während Putin an der ukrainschen Grenze seine Truppen positioniert, da ihm der Westen und die Nato auf die Pelle rücken will, so dessen Argumentation, drohen die G7-Staaten mit erheblichen Sanktionen, sollte es zum Einmarsch und Krieg kommen. Schon ist die Rede von der Vorbereitung für „totalen Krieg“. Unsere Außenministerin Annalena Baerbock beteuert zwar, die Tür für diplomatische Gespräche bleibe offen, aber der Karren ist längst festgefahren trotz des Minsker Abkommens. Mit ein wenig Phantasie darf und muß man sogar eine gewisse gezielte Absicht dem Kreml unterstellen. Obwohl der Warschauer Pakt vor über dreißig Jahren überwunden wurde, hält sich Russland an der Idee fest, die Ostblockstaaten wieder vereinnahmen zu wollen.

Mit Blick gen andere weltweite Brennpunkte schaut es keinesfalls besser aus. Zu Beginn dieses Jahres wollte jener „Blonde Dolle“ doch tatsächlich einen Bürgerkrieg in den USA anzetteln mit dem Sturm aufs Kapitol, in Mittel- und Südamerika tobt die Drogenmafia, während Syrien, Libyen und der Jemen weiterhin kriegerisch zu leiden haben oder in Zentralafrika die Demokratische Republik Kongo. Parallel will die VR China Taiwan sich wieder einverleiben, gleichzeitig zündelt Nordkorea mit dessen Raketentests, droht den USA, diese atomar zu vernichten.

Stichwort China, diese Großmacht scheut nicht davor zurück, trotz despotischer Re-gierungsführung uns Demokratie zu erklären. Unser neuer Bundeskanzler Olaf Scholz kann sich auf Dauer nicht wegducken, Litauen geht uns alle an, weil der Handelskrieg Chinas gegen die Balten verdeutlicht, daß das Reich der Mitte Europa so gar nicht ernst nimmt. Möge das Vorhaben unserer Ampelkoalition nicht bei Lippenbekenntnissen verharren, sondern tatsächlich eine härtere Linie gegen China fahren, selbst wenn Altkanzler Gerhard Schröder meint, er müsse die neue Außerministerin rügen.

Doch was global betrachtet schon für genug schlaflose Nächte sorgen kann, gilt gleichwohl für den inneren Frieden auch hierzulande. Die eskalierenden Proteste, Kontrollverlust mit Ansage, die Jonas Mueller-Töwe für T-Online zum Besten  gibt, entspricht auch meiner Einschätzung, wie sie unschwer auf unserem Blog nachgelesen werden kann. In anderen Worten, die neue Innenministerin Nancy Faeser wäre sehr gut beraten, Taten folgen zu lassen mit ihrer Feststellung, daß rechter Terror unsere größte Bedrohung im Lande darstellt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Schrei Ben

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Schrei, Ben, schrieb sie,
um dem Text persönliches
beizugeben. Dramaturgie.
Leicht in der Hand das Messer,
akkurat geschnittene Stücke,
Köche als Aushängeschild
für herrschaftliches Gehabe,
um Prunk in Szene zu setzen.
Gehalten wie exotische Wesen,
Poeten, Maler, Astronomen,
Musiker, Quacksalber, Narren,
Günstlinge fürs Publikum.
Kunst bezahlt durch Heldentaten,
schreib oder stirb,
übermal die Verbrechen,
berechne die Sternstunden,
sing Fortuna zu Ehren,
beweihräuchere Geister,
große und kleine Narren.
Geschichten gewürzt
mit akrobatischen Tänzen,
choreographiert zum Ablenken,
zur Aufforderung der Suche,
tausendeinhundert Schritte,
zum Gral der heiligsten Reliquie,
schrei, Ben, schrieb sie,
bevor Menschlichkeit vertrocknet,
in den Kehlen gänzlich verrottet.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Träume sind Tropfen im Wasser

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Am liebsten fing sie die kleinen Fische,
die silbrigen, die in allen Farben glänzen,
sie weiß nicht, wann sie das erste Mal träumte,
und ob diese Träume einer Wahrheit entsprangen,
die kleinen Fische gleiten ihr aus den Händen.

Fang mich doch, eins, zwei, drei, hieß das Spiel,
das Wasser schäumte von dem wuseligen Treiben,
dabei hielt sie ihre Hände im Becken ganz ruhig,
liebte das weiche zarte Streicheln der Schuppen,
wenn die Fische zwischen ihren Fingern schwammen.

Träume verdunsten auf der Anlegestelle des Hafens,
während sie auf das Schiff warten oder es betreten,
sie lösen sich auf, manche haben Glück, tropfen zurück
in die Weite des Wassers zu den reflektierenden Splittern
von Licht und Dunkelheit durchfluteten Sequenzen.

Die kleinen silbrig glänzenden in den Farben
des Regenbogens schimmernden Fische
verwandeln sich gerne in winzige Härchen,
wenn die Wahrheit die Träume schwimmen läßt,
das Kind lacht, die Flaumhärchen kitzeln sie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wenn Jungs hinter verschlossenen Türen Kriege planen

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Nicht gaffen, eher sofort handeln

Modelle haben so etwas herrlich Realistisches an sich, nur daß sie halt ein wenig kleiner sind als die Originale. Das gilt für Faller Häuser genauso wie für die teure unerschwingliche Märklin-Eisenbahn, die ein normalverdienender Arbeiter oder Angestellter, von einem Niedriglohnempfänger mal ganz zu schweigen, sich sowieso nicht leisten kann.

Dennoch schaut es ganz toll aus, wenn Züge durch Tunnel rollen und Kinderaugen leuchten, während die Modellbauer akribisch darauf achten, daß ja niemand ihr Heiligtum auch nur berührt. Und wenn trotzdem, dann gibt es richtig Ärger. Aber wenn Jungs hinter verschlossenen Türen Kriege planen, sollte solch ein Malheur noch dagegen harmlos sein.

Neulich, besser gesagt schon eine ganze Weile lang, lesen aufmerksame Beobachter über gewisse Freihandelsabkommen, die da eine Supermacht wie die USA mit ihren europäischen Brüdern planten, selbstverständlich ebenso hinter verschlossenen Türen. Die Weltöffentlichkeit nebst den eigenen Betroffenen sollte bloß nicht erfahren, was da alles ausgehandelt wurde. Hinterher haben die Menschen sich einfach danach zu richten – basta! So funktioniert Demokratie in Wirklichkeit, und der friedliebende Industrienationenbewohner beugt sich dem Willen seiner Konzernbosse, die eigentlich den wirtschaftspolitischen Kurs bestimmen.

Die Politik plappert nur ein wenig rhetorisch besser geschult in die vorgehaltenen Mikrophone ihre auswendig gelernten Phrasen und Texte schön brav für allabendliche Berieselungsfernsehnachrichten, die der erschöpfte, willenlose Wahlviehbürger zum unverdienten Feierabend gefälligst sich reinziehen möge, damit ein Aufflackern eines möglichen Restverstandes dadurch endgültig zugekleistert werde. Prima, die gutdurchdachte Manipulation trägt weiterhin ihre Früchte, das System schnurrt tadellos wie ein guternährter Kater nach erfolgreicher Mäusebeute.

Wesentlich dramatischer dagegen das planerische Vorgehen möglicher Kriegszenarien. Waren es früher tatsächlich meist aus Sand geformte Landschaften, um strategische Vorgehensweisen naturgetreu wiederzugeben, helfen heute anschauliche 3-D-Programme nebst Ton und Werkzeugleisten, das bösartige Spiel jener Zerstörungswut zu durchdenken. Somit stecken keine doofen Computer dahinter, sondern viel eher clevere  Kreativköpfe, die ihr IT-Handwerk bestens beherrschen, obendrein einen ganzen Stab von Viren-Programmierern beschäftigen, die dafür Sorge tragen, daß die Weltöffentlichkeit in die Irre geführt wird. Wäre ja noch schöner, wenn die Gegner erfahren, was da ausgeheckt auf sie zukommen solle.

Und falls Sie meinen, die Ernsthaftigkeit der Situation mit einer Lachnummer verwechseln zu müssen, dann kann man Ihnen schon gleich gar nicht mehr helfen. Denn real befindet sich unser aller Existenz in den Händen einiger weniger Größenwahnsinniger, die aber heutzutage keine Namen erhalten, wie früher ein Dschingis Khan, ein Stalin, ein Hitler oder manche US-amerikanischen Präsidenten. Letztere haften lediglich mit ihrem Namen, die eigentlichen Taten vollrichten Schattenregierungen. Also, liebe Leute, nicht gaffen, besser sofort handeln. Bloß wie? Das überlassen wir mal lieber Eurer Phantasie.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Mit Nässe malen

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Ich verwische nichts,
auch keine Tränen,
oft bin ich schon durch
diesen Regen gestapft,
keine Pfütze auslassend,
selbst Nebel durfte
mich besprühen,
wie oft bin ich
triefend vor Nässe
in einen Bus gestiegen,
verwischt die Wege,
verwischt die Menschen,
wie schade das ist,
so viel Unklares zu sehen,
ich verwische nichts,
ich male mit Wasser
neue Aussichten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein Konsens mit solch Nonsens

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Sie haben versagt, versagt,
niemanden gefragt, gefragt,
weil wir drei Impfungen brauchen,
um Corona zu stoppen.

Regierung wird angeklagt, angeklagt,
bei denen kein Gewissen nagt, nagt,
als Konsequenz wird’s rauchen,
die wollen uns alle foppen.

Ihr Leerdenker, laßt es einfach sein,
akzeptiert unser deutliches Nein,
es geht nicht um Meinung, sondern Fakten,
die verstehen natürlich keine Beknackten.

Wir lassen uns nicht unterdrücken,
sondern helfen, uns beglücken,
lebend diese Pandemie zu überstehen,
ihr werdet hingegen leer ausgehen!

Leer an Erkenntnis, ohne jedwede Menschlichkeit.
Ist es schon wieder soweit?
Wie damals in jener dunklen Zeit,
wo solche wie ihr sich bei Nazis eingereiht?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Vier

Ich lieb die Vier
diese kurze Senkrechte
diese kurze Waagrechte
dieser lange Strich
so aus dem nichts
als Verbindung
der beiden Kurzen
der Halt gibt
die Hälfte einer Kehrschaufel
ästhetisch
wohl nicht
ein Kreuz mit Arm
zum Winken
ich bin für Vierer
nicht für Führer
auch nicht für Verführer
zeichne Schwenkarm
auf die rechte Seite
Figur mit erhobenen Händen
kopflos
radiere die Senkrechten weg
ein Kreuz
die Vier
zum Abwinken
meine Liebe zur Vier
kann ich mir
endgültig
Abschminken

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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