Illusion von Liebe gezielter Hohn

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Bild von Eder Andrei Poma auf Pixabay

Von wegen Fairneß,
davon kann kaum die Rede sein.
Wo man hinschaut Streß,
du fühlst dich oft ganz klein.

Von wegen Freiheit,
die begrenzt der Alltag.
Egal wie friedlich, doch Streit,
der meist gezielt im Argen lag.

Von wegen Demokratie,
die wird in Frage gestellt.
Immer mehr streben an Autokratie,
weil denen ein Führer gefällt.

Von wegen Kreativität,
die gefördert werden soll.
Einsicht erfolgt meist zu spät,
es herrscht haßerfüllter Groll.

Von wegen Menschlichkeit,
die existiert oft nur auf dem Papier.
Bald scheint es wohl wieder soweit,
im globalen Jetzt und Hier.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bis zur Nacht

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Bild von Jerzy Górecki auf Pixabay

Schritte schlagen
auf die Mauern,
schier endlose,
treten fest,
was bereits
auf hartem Grund.

Haare kleben feucht
an den Wangen,
festgezurrte Fahnen,
flattern
nur bei Wind
für Freiheit.

Der Boden
ohne Wurzeln,
gestampft
bei jedem Schritt,
gefangene Fahnen,
Freiheit zerfleddert.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ruß verschmiert der Himmel

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Bild von Gerhard Bögner auf Pixabay

Ich laß mich schweben,
richtig gehört,
ich schwebe nicht,
ich laß mich schweben
zu der Kirsche Baum.
Dort ganz oben
auf dem einsamen
höchsten Blatt
schaue ich zu der Spitze
des Turms der Uhr.
Die Zeit bimmelt
aus ihm, damit alle
zu seiner Größe aufseh’n,
dahinter, dahinter,
da hinten raucht’s.
Qualm steigt
in den Himmel,
Ruß verschmiert
mit seinem Grau,
den Blick fürs Weite.
Die Glocke schellt,
der Turm erzittert,
es ist wieder Zeit,
zu bewundern
ihren Klang.
Ich laß mich treiben,
ich treibe nicht,
ich laß mich treiben
mit dieser verruchten Melodie,
auf Wellen strömender Tränen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Auf Buchstaben wälzen

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Bild von ShonEjai auf Pixabay

Ich nehme kein Blatt vor den Mund,
es ist so erfrischend,
Laub mit den Füßen aufwirbeln,
befreit so,
sich in Blätterhaufen schmeißen,
ist so umwerfend,
lesen, bis die Buchstaben schwinden,
es ist so traumhaft,
Gedanken zeichnen auf dem Papier,
so anregend,
in den gemalten Wörtern spazieren,
ist so belebend.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schluss mit Einflüssen wider gesunden Menschenverstand

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Wikimedia Commons CC BY 2.0

Novak Đoković mit Sicherheit kein Jesus

Doch manche Gesellen können es einfach nicht lassen, ihr Ego auf die Spitze zu treiben. Sie seien der Mittelpunkt des Geschehens, besonders wenn alle Augen auf sie gerichtet wie Novak Đoković, die Nummer Eins im Herren-Tennis. Sein Pech, daß Australien hartnäckig und völlig zurecht dessen Teilnahme an den Australien Open verweigert, weil der werte Herr sich nicht impfen lassen will.

Wie ein trotziges Kind hält er dagegen, zieht gar vor Gericht. Die australische Regierung kontert entschieden mit deutlichen Worten. Trotz eventuellem Gerichtsentscheid zu dessen Gunsten schließt sie eine erneute Festsetzung nicht aus, denn Ausnahmegenehmigung hin oder her, es liege am Ermessen der Regierung, wie sie sich verhalten möge. Gut so, das ist mal eine Konsequenz wie wir sie an anderen Stellen missen.

Prominenz die rote Karte zeigen

Das stellt jene politische Haltung in Australien dar. Ein deutliches Beispiel wie Politik reagieren kann und vor allem sollte. Das würden sich etliche auch hierzulande wünschen. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, aber mitnichten zu Lasten der Solidargemeinschaft, die nicht im Geringsten daran interessiert sein kann, unser Leben zu gefährden, insofern sich an den Maßnahmen aktiv beteiligt, dem Coronavirus zu totzen. Mit Impfweigerung und Sinnlosspaziergängen mit hohem Gewaltpotenzial ist es nicht getan.

Im Gegenteil, dies bedeutet letztlich eine willkommene Gelegenheit für rechtsextreme Wesen, die alles dransetzen, jene Coronaleugner für ihre Zwecke zu benutzen. Novak Đokovićs Vater vergleicht seinen Sohn mit Jesus, göttliche Verkörperung ob dessen Tennisbegabung. Welch protzige Übertreibung, die fern jedweder Realität. Ein Kult, den wir schon lange überwunden haben, außer man beobachtet jene Sektiererei, die just in Krisen wie der Corona-Pandemie wieder einen gewissen Zulauf erhält, weil manch Orientierungslose sich Halt versprechen in solchen Gemeinschaften.

Baden-Württembergs Innenminister hat deutliche Worte

Die man durchaus auch von der neuen Bundesregierung fordern darf. „So fängt Terror an“, verkündet Thomas Strobl, der Innenminister von Baden-Württemberg. Und zwar im Zusammenhang der Querdenker, Rechtsextremisten oder Reichsbürger, die gern mitmarschieren bei den sogenannten Spaziergängen gegen die Corona-Maßnahmen. Es müsse gegen deren Radikalisierung entschiedener vorgegangen werden.

Endlich wird mal das ausgesprochen, was schon lange ansteht. Jetzt müssen halt den Worten Taten folgen. Die australische Regierung hat es gezeigt, in anderen europäischen Ländern werden Corona-Maßnahmen härter durchgesetzt als hierzulande. Die Forderung an die neue Bundesregierung verbleibt, wollen wir hoffen, daß sie ihr zögerliches Verhalten endlich ändert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Trügerische Landschaft

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Bild von Mohan Nannapaneni auf Pixabay

Kurvenreich die Strecke
durchs hügelige Land sich zog,
während Schneefall
den Verkehr behinderte.
Drei Wanderer unterwegs,
spärlich gekleidet
stolpernd kaum Halt fanden,
zuviel Frost auf dem Asphalt.
Ein Auto schleuderte
ihnen unvermittelt entgegen,
dem Fahrer mit zwei Promille am Steuer
erschien die Landschaft menschenleer.
Eine Schneewehe rettete sie,
der Wagen krachte gegen einen Baum,
jede Hilfe für ihn kam zu spät,
Aufräumarbeiten dauerten lang an.
Im Sommer erinnert ein Kreuz
an jenes schreckliche Geschehen,
von weitem kann jeder es sehen
als Mahnung oder traurige Erinnerung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bediente Menschen

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Bild von EnglishDoctor auf Pixabay

Die Sonne räkelte sich auf dem Dach
der Restaurantterrasse,
ihre Aussicht ein Meer aus Blau,
gesprenkelt mit Speerspitzen,
durchsichtige, wandernde,
ihre Positionen unermüdlich wechselnd.

Hinreißend, dachte die Sonne
und rieb ihre Strahlen an dem Blech,
von der Hitze vollgesogene Luft
tänzelte im leichten Wind,
fast undurchsichtig, verschwommen
durch ihre ständige wechselnde Position.

Unter dem Dach der Terrasse ein Stöhnen,
ein sich kaum Bewegen, schwitzende Körper,
mit Schweiß getränkte Kleider,
murmelnde Gespräche zersplittern
an Gläsern, zerbrechen an Geschirr,
verharren in ihren Positionen, die Menschen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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