Fehl geleidet

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Egoismus anhimmeln
Freundschaften verschimmeln
Liebe zerbrochen
Seele verkrochen
Herz zersplittert
Gedanken vergittert
Verständnis vermodert
Haß lodert
Aufopferung dargebracht
Gefühle niedergemacht
Narzißmus befreit
Glück vereist
Gegenüber vergrault
Wut aufgebaut
Unzufriedenheit ausgelebt
Leid erstrebt
Gewissen reinigen
es sind immer die anderen
die peinigen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Scholz übernimmt in der Nikolauswoche

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Ampelkoalition zwischen Wagnis und Zuversicht

Sollte alles nach Plan laufen, wird Olaf Scholz noch vor dem Ende der 49. Woche als 9. Bundeskanzler gewählt und vereidigt werden. Vom 04. bis 06. Dezember stimmten die drei Parteien der neuen Ampelkoalition jeweils ab, am Nikolaustag verkündete Olaf Scholz als dritte Partei deren Ministerämter fürs neue Bundeskabinett.

Durfte noch im Oktober die eine oder andere Unsicherheit mitschwingen, ob vielen Unkenrufen zum Trotz der Mut zur Einigung sich fügen würde, findet diese nunmehr tatsächlich statt. Die anderen drei bzw. vier Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag könnten unterschiedlicher kaum sein. Insofern erwartet uns eine spannende Zeit in der bevorstehenden Legislaturperiode.

Wie stimmten die Parteien ab zum Koalitionsvertrag?

Nach 16 Jahren Merkel, wobei die SPD dreimal mit der Union in der Großen Koalition nur zweitrangig mitregieren durfte, die Liberalen das erste Mal von 2013 bis 2017 nicht im Deutschen Bundestag vertreten waren. Die FDP war es auch, kaum wiedergewählt, die eine Jamaika-Koalition zu verhindern wußte, nunmehr allerdings mit den Grünen und den Sozialdemokraten mitregieren wird.

„Wir haben alle Bock auf diese Koalition“, daher nicht weiter verwunderlich, daß mit knapp 99 Prozent der Stimmen die SPD als erste Ampel-Partei dem Koalitionsvertrag zustimmte. Einen Tag später stimmt die FDP mit großer Mehrheit dem Koalitionsvertrag zu.  Immerhin gute 92 Prozent folgten dem Aufruf ihres Parteivorsitzenden Christian Lindner.

Auch die Grünen stimmten für die Ampelkoalition, wenn auch etwas weniger als die anderen beiden Parteien, nämlich mit 86 Prozent. Ein deutliches Zeichen dafür, daß auch eine gewisse Skepsis vorhanden ist, zumal lediglich 57 Prozent der Mitglieder an der Abstimmung beteiligt waren.

Das Bundeskabinett steht – erwartungsgemäß folgt Kritik auf dem Fuße

Der Deutschlandfunk faßt die Ampelregierung anschaulich zusammen, wer welches Ministerium übernimmt. Neben den zuvor bekannten Namen, wie z.B. Christian Lindner als Finanzminister, Annalena Baerbock als Außenministerin, Robert Habeck für Wirtschaft und Klima zuständig, überrascht Olaf Scholz, Nancy Faeser als neue Innenministerin zu benennen. Diese fackelt auch nicht lange, ein besonderes Augenmerk auf den Kampf gegen Rechtsextremismus in Deutschland zu legen, was Horst Seehofer in dessen Amtszeit nur allzu halbherzig verfolgte!

Dabei achtet Olaf Scholz geflissentlich auf die Quote, schließlich sind acht Frauen und acht Männer im Bundeskabinett vertreten, im Merkel-IV-Kabinett waren es lediglich sechs Frauen und neun Männer. Dennoch meinen längst erste Stimmen, sie müßten die noch nicht vereidigte neue Ampel-Regierung teilweise maßlos kritisieren. Vielleicht sollten wir allesamt erst mal sie machen lassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Kein Kugel Schreiber

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der Kugelschreiber
er lügt
die Kugelschreiber
sie lügen
habe alle vor mir liegen
große
kleine
bunte
einfarbige
dicke
dünne
schraubbare
mit Druckknopf
feine Mine
breite Mine
mittlere Mine
sie lügen
allesamt
keiner schreibt
Kugel
nicht eine einzige Kugel
nur Linien
einfache Linien
auf jedem beschreibbarem
Untergrund
keine
nicht die kleinste Kugel
nur flüssige Striche
sind zu sehen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Die Schwelle der leeren Stelle

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Sie starrte auf ihr Adressbüchlein,
es klingelt nicht, kein Anruf, nein,
sie griff danach, vielleicht war es kaputt,
blätterte, blätterte, alles war gut,
keine Seite lose oder zerrissen,
auch die Schrift nicht zerschlissen,
es war das fortgeschrittene Alter,
kein neuer Umschlag, noch Schalter
kann diesem Stillwerden die Stirn bieten,
gebrochene Kontakte nicht wieder nieten,
behutsam legte sie es in die Schublade,
es war ihr zum Einstauben zu schade,
sie starrte auf die nun leere Stelle,
es klingelt, das ist auch meine Schwelle.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Nazimethoden außer Rand und Band

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Per Meinungsfreiheit zur Fackel und dann?

Reality-TV mitten im Herzen Europas, live und direkt, Nazis getarnt als harmlose Spaziergänger vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin mit der Fackel in der Hand im sozialdemokratisch geführten Deutschland. Für was wohl Gesetze, wenn erlaubt erneut jene Nazi-Hetze?

Ach, einfache Frau, einfacher Mann, du wirst dir wundern, was da noch alles legalisiert geschehen kann. Mit allem drum und dran! Zunächst wurde sich der Meinungsfreiheit bedient, man tröge in jede Kamera grient, um ansonsten zu hauen der Presse in die linke Fresse. Die wollen alles andere als eine Demokratie, brechen so manches übers Knie.

Blickt doch mal in den Deutschen Bundestag, was dort Platz nehmend sich ganz offensichtlich wagt. Jenau, jene Alternative für Deutschland, im Plenum am rechten Rand. Wieder Nazis im ehemaligen Nazi-Land. Eine Schand‘! Wer die Hitlerzeit als Vogelschiß der Geschichte nennt, hat nicht nur gewaltig gepennt, sondern nicht alle Latten am Zaun. Sowas dürfen die sich erneut trauen!

Hat mit Meinungsfreiheit zu tun. Wir Demokraten sollten allerdings nicht länger ruhen, diesem Faschistenpack einen Riegel vorzuschieben, bevor mit denen am Ruder Schluß sein wird mit Lieben! Sind bekanntlich erst 25 Prozent im Volk erreicht, egal ob es dabei ein wenig abweicht, so hat uns doch die Geschichte gelehrt, läuft’s dermaßen schrecklich verkehrt. Dann gründen die wieder mal ne Diktatur. Heil Höcke, heißt’s dann nur. Ohje, dat tut weh. Ausgerechnet jener Bernd als Führer, ein Loser, ein Verlierer.

Jetzt aber mal Butter bei die Fische. Fakten auf den Tisch. Was heute mit Fackeln Politik bedrohen darf, beim nächsten Mal mit Waffen unterwegs ganz scharf? Schon vergessen, was am Anfang dieses Jahres im Amiland im Kapitol geschah? Doch verantwortliche Politik macht sich einfach rar. Bloß keine Konsequenzen ziehen, dann lieber vor der Verantwortung fliehen. Aber per Worthülsen lassen sich Nazis mitnichten vertreiben. Die werden schlichtweg einfach bleiben.

Proleten im Reichstagsgebäude legitimiert und destruktiv. Was läuft hier wohl schief? Während in den 1950er Jahren Kommunisten verboten worden waren, dulden wir simpelst Nazischaren. Die einen nennen diesen Staat auf dem rechten Auge blind, andere wissen nur zu genau, wer oder was wir sind. Marionetten, gerade mal lustig zu lesen in Gazetten, die Netten, verächtlich auch als Gutmenschen genannt. Wie verrannt! Dummer Haß macht wohl vielen simpelst Spaß, während Humanismus mit Füßen getreten wird. Man macht dabei seine Rechnung ohne den Wirt, solange bis manch Scheibe oder im Hirn es klirrt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Geschwafel ohne Sinn und Verstand

In Deckung gehen,
so gar nichts verstehen,
tröge am Rad drehen,
Hauptsache Protestgeschehen.

Leerdenker spalten die Gesellschaft,
haben sich aufgerafft,
ein Riß im Lande klafft.
Spaltung bewußt geschafft.

Corona lediglich Mittel zum Zweck,
erst muß die Merkel weg,
vorbei jener böse Gag.
Was folgt als nächster Schreck?

Mit Blick gen Rottweil wird’s diffus,
was für ein hausgemachter Stuß!
Eine Corona-Schule folgt zum Gruß,
Protest sei laut Lasota ein Muß.

Noch zu wenige gestorben?
Schwurbler fühlen sich dabei geborgen,
haben so gar keine Sorgen.
Vorbei der Spuk schon morgen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Politik am Rande ihrer Möglichkeiten?

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Extremisten scharren längst mit den Füßen

Wiederholt sich in etwa die Geschichte? Parallelen zur Weimarer Republik hierzulande erkennbar? Berechtigte Fragen, die natürlich negiert werden müssen angesichts komplett anderer Verhältnisse, ein Stück Wegstrecke demokratischer Prozesse in Europa, wo letztlich seit bald achtzig Jahren Frieden herrscht, die Balkan-Kriege mal ausgeklammert. Dennoch frohlocken inzwischen erneut Extremisten, allen voran jene rechtsradikalen Kräfte in vielen europäischen Ländern. Woran liegt das?

Immanuel Kant hat am Ende doch recht, die Mündigkeit, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, wird bei etlichen eben nicht aufgegriffen. Man reckt sich gen Führerpersönlichkeiten, läßt diese gewähren, um zugleich durch simplen Phrasen sich beeindrucken zu lassen, den geschürten Haß auszuleben. Im digitalen Zeitalter eine fatale Entwicklung, zumal ungeahnte Möglichkeiten sich ergeben, zurück an der Macht wesentlich effektiver durchzugreifen. Dann verebbt schlagartig die sogenannte Meinungsfreiheit, die in letzter Zeit jene Leerdenker vollmundig einfordern.

Irren sei menschlich und politisch, bemerkt T-Online in dessen Stellungnahme zu den jüngsten Corona-Regeln, die mehr als notwendig schon viel zu lange hätten korrigiert werden müssen! Tim Kummert bedient per Autofahrvokabular den Ernst der Lage: Mit Tempo 180 in die Kurve. Dies impliziert natürlich ein Scheitern. Die fatalste Botschaft dabei, der Vertrauensverlust in die derzeitige Politik.

Genau darauf warten und lauern all jene, die morgen schon gern ein Zurück in faschistische Verhältnisse sich wünschen. Mit Blick gen Frankreich kommt da etwas Dramatischeres auf Europa zu als zuvor eine Marine Le Pen, nämlich daß Éric Zemmour Präsident werden will.

Der Worst Case falls Macron verliert und jener rechtsradikale Heißsporn die meisten Stimmen erhält? Unbedingt. Hatten wir diesjährig wenigstens Trump in den USA überwunden, schaut es für April nächstes Jahr alles andere als gut aus. Zumal bereits Polen, Ungarn und die Tschechei im Osten rechtspopulistisch aufgestellt sind. Zusammen mit jenem Boris Johnson wird sich unser Land in der Zange dieses neuen, eigentlich als überwundenen Rechtsradikalismus befinden, die EU an die Grenzen des Machbaren gelangen.

Da reicht obendrein weltpolitisches Zündeln, um für genügend Chaos zu sorgen, denken wir an die VR China, an Russland. Gerade Wladimir Putin liebäugelt schon allzu lang mit rechten Kräften, um gleichzeitig im eigenen Land jedwede Opposition zu verhindern. Keine guten Vorzeichen in den anlaufenden Zwanziger Jahren des neuen Jahrtausends.

Insofern mögen Vergleiche zur Weimarer Zeit nicht unbedingt so verkehrt sein. In diesem Vakuum unbeständiger Verhältnisse muß sich jetzt eine Ampel-Regierung hierzulande bewähren, während genügend Kritiker beobachten, ausharren, bei gleichzeitigen Allmachtsphantasien jener Rechtspopulisten, die auch nicht davor zurückschrecken, jene Leerdenker für eigene Zwecke zu benutzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes 

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