Bevor ich pfeif

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Bevor ich pfiff
sah ich das Schiff
Zeit zum Bücken
Früchte pflücken
die Zimmer kalt
Schnee liegt im Wald
See zugefroren
Christ geboren
Schlittschuhe knirschen
rot sind auch die Kirschen
nach oben sich strecken
zum Abschrecken
ständiges Glockengeläute
vor der Kapelle Leute
Gräbergarten
ich sollte lieber warten
sie brauchen Zeit zum Gedeihen
Wasser weihen
Wein wird gereicht
Trauben in Fässer geweicht
Tränen nässen Hände
Frost birst Wände
Spuren verwüsten das Feld
überall fehlt die Welt
bevor ich pfeif
Erdbeeren reif
hörte ich Tuten
Mensch sammelt Ruten
am liebsten biegsame
steht stramme

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rauch stieg auf

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Ihr Armband löste sich
sie hob die Feder auf
roch die schwarze Kohle
Nässe verzerrte ihre Sicht
Buntglasfenster vibrieren
einen Weg
gab es nicht
ihr Fahrrad lag im Gras
sie sammelte ihre Haare auf
schrie über den moorigen Tümpel
Wasser spiegelte ihre Hände
Orgelmusik hallt
ein Echo
gab es nicht

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ampel-Koalition

Rot, gelb, grün,
eine neue politische Koalition.
Wie eine Ampel nett anzusehen,
in Berlin herrscht ein anderer Ton.

Sozen, Liberale und Grüne
gestalten nun die politische Bühne.
Die Corona-Pandemie fordert sie heraus,
deren langes Zögern jetzt schon ein Graus.

Kritische Stimmen tauchen auf,
zumal dieses Bündnis alles andere als leicht.
Opposition, Radikales haut gern drauf,
ob es für eine Legislaturperiode reicht?

Bei rot bleibt manches stehen,
bei gelb gib ja acht,
bei grün kann vieles gehen.
Parteien real weiterhin verkracht?

Lassen wir der Ampel ihre Zeit,
kritisch beobachtend per Augenmaß.
In vier Jahren ist es wieder soweit
in der Hoffnung auf weniger Haß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Sie sieht fern

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Und wenn
und doch
sie sieht fern
den See
die Wälder
und doch
nicht den Himmel
nicht den Hafen
und wenn
das Schiff
anlegt
keine Menschen
und doch
hört sie
die Ferne
den See
die Wälder
und wenn
der Himmel
der Hafen
das Schiff
ablegt
streichelt sie über
die Fensterbank
und wenn
und doch
kein Mensch
ihr zugewandt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona: Von der Krise ins Chaos

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Lockdown reale Chance

Uneinsichtigkeit bestimmt all jene, die längst von der Leerdenkerszene sich beherrschen lassen. Noch im Todeskampf angesichts einer Covid-19-Erkrankung wird diese strikt verleugnet, stattdessen behauptet, man wolle sie vergiften, ein Bill Gates die Welt bedrohen. Fabulierter Verschwörungswahn sucht und findet Wege der Entfaltung in den Köpfen all jener, die den gesunden Menschenverstand schlichtweg ausknipsen.

Kommt Ihnen bekannt vor? In der Tat, Mensch neigt des Öfteren in Krisenzeiten dazu, Regierungen oder Herrscher zu hinterfragen, zu zweifeln, anarchisch-revolutionäre Gedanken aufkeimen zu lassen, die am Ende Wege ersinnen, sich Luft zu machen. Die bleibt aber aus beim Endstadium jener gefährlichen Infektion, die unser globales Geschehen beherrscht. Der Weltärztebund-Chef Frank Ulrich Montgomery rechnet mit rascher Verdoppelung der Corona-Inzidenz. Und nun?

Das Virus mutiert immer raffinierter

Was wiederum allgemein nichts Neues darstellt, die Wissenschaft ohnehin genau damit rechnet. Bisher kam Afrika im Gegensatz zum Rest der Welt noch relativ glimpflich davon, hat die Pandemie den Kontinent, die Wiege der Menschheit, halbwegs verschont. In Südafrika schaut es etwas anders aus. Die Corona-Variante Omikron sei laut WHO „besorgniserregend“, Länder stellen Flugverkehr ein.

Erneut bestimmt der Konjunktiv das Virusgeschehen. Die neue Coronavirus-Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529, auch als Omikron-Variante genannt, das „O“ im griechischen Alphabet, den 15. Buchstaben. Seine große Anzahl von Mutationen macht es offensichtlich so unberechenbar, ob dabei tatsächlich eine höhere Gefahr besteht, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich sollen laut dem Virologen Christian Drosten die verfügbaren Impfstoffe auch gegen die Omikron-Variante schützen.

Zögerliches Verhalten der Liberalen kostet Menschenleben

Deutschland in der politischen Phase der neuen Regierungsbildung, einerseits die geschäftsführende Regierung, andererseits die Ampelkoalition mit Machtbefugnissen per Mehrheit im Deutschen Bundestag. Das Ergebnis dessen erleben wir just beim neuen Corona-Gesetz, welches der Bundesrat schließlich billigte. Zum Nachteil der Bevölkerung! Wieso?

Die Liberalen bremsen ein wichtiges Instrument aus, verharren per zögerlichem Verhalten, was uns letztendlich Menschenleben kostet. Dennoch darauf beharrt, zusammen mit den Koaltionspartnern verantwortlich zu reagieren. Das kann nicht gutgehen, eine klare Ansage ohne Konsequenzen. Deutungshoheit in dieser Krise führt am Ende ins Chaos! In diesem Fall muß die Union gelobt werden, bei ihr gäbe es jetzt den Lockdown. Scholz und Co. zögern zu lang! Ein Verspielen einer realen Chance, diese vierte Welle wenigstens im Ansatz zu brechen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Geschenk des Herbstmorgens

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Es verbleiben siebzehn Zeilen,
Platz genug für letzte Gedanken,
der Morgen hat den Herbst verschluckt,
Weiß über jede Farbe gespuckt,
gierig war der herbstliche Morgen
nach der letzten Farbenpracht,
ihm erging es ähnlich wie mir,
ich bin gierig nach Wörtern,
um sie auf weißes Papier zu werfen,
nicht um Reinheit zu beflecken
wie langläufig manch Ansicht,
Weiß mit Sprache zu bepflanzen,
Gärten voll Worte zu gestalten,
um in leeren Zeiten zu kosten
was von Gedanken übrigblieb,
eine weiße wärmende Decke
der Morgen dem Herbst geschenkt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Knoten im Haar

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Mit dem Wind kann ich
temperamentvoll mit Gläsern klirren,
Türen und Fenster zuschlagen,
meine Haare zerzausen lassen,
schreien ohne auf ein Echo zu stoßen,
das mag ich am meisten,
das Schreien,
wenn seine Stimme
und meine sich vereinen,
spielerisch wir Töne von uns geben,
ohne wirklich zu verstehen,
doch jeder einzelne Knoten im Haar
kennt die Sprache, aus der sie geformt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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