Hoppla, wie weit reicht gesunder Menschenverstand?

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K wie Krise oder doch wie Kanzler?

Wir ernten stets, was wir säen. Das gilt sowohl für den Ackerbau, den Garten oder unser Verhalten. Deren Gleichnisse gibt es etliche, im Endeffekt betrifft dies jeden von uns. Ganz besonders die Schnellebigkeit, das Gezeter um technische Entwicklungen, eine wirtschaftliche Gewinnmaximierung, den Hype, stets selbst möglichst viel Profit zu erhalten, rücksichtslos, ohne jedwede Bedenken. Das Nachsehen haben die Abgehängten, die Alleingelassenen mit ihren Problemen bis hin zum Überlebenskampf.

Vorwürfe mögen durchaus berechtigt sein, ob sie tatsächlich Gehör finden, mag angezweifelt werden. Mahnende Stimmen gibt es haufenweise. Im Ergebnis braucht niemand lang zu suchen, woran Hilfen scheitern. Wo beginnen, womit enden, wenn das Kalkül eines kritischen Geistes an zuviel Widerstände stößt, einer Ohnmacht gleicht? Etwa in kleinen Schritten? Vielleicht.

Mit Blick gen Corona-Pandemie sollte die Brandrede des RKI-Chefs Lothar Wieler wenigstens die Politik wachrütteln, er meint: „Die Prognosen sind superdüster. Sie sind richtig düster.“ Von tatsächlicher Reaktion seitens politisch Verantwortlicher folgt zu wenig. Außer man verzettelt sich in Koalitionsverhandlungen, wer welches Fell bekommt. Die FAZ-Überschrift mit dem Tiervergleich mutet ein wenig befremdlich an, um es mal noch gelinde auszudrücken. Politisches Gewäsch ohne Substanz, wo doch ganz andere Sorgen uns alle beschäftigen sollten!

Gesunder Menschenverstand wird ohnehin leider ausgeschaltet, wer einen Blick zu den Impfgegnern wirft. Es muß von Schuld gesprochen werden. Zunehmend. Und zwar von all den „sogenannten Experten“, die mit ihrem Halbwissen, oder noch tragischer, mit ihrem verschwörungstheoretischem Gelaber Menschen verunsichern, diese dahin führen, wo sie sie haben wollen, um Spenden zu kassieren, während jene Ahnungslosen sich mit dem Corona-Virus infizieren, andere gleich mit anstecken. Ein Kreislauf mit schweren, bis tödlichen Folgen, während eine demokratische Gesellschaft dies alles zuläßt, die Meinungsfreiheit hochhaltend.

Wo sind die kritischen, behutsamen Stimmen bei unseren Volksvetretern geblieben? Schwingt da etwa eine Pandemiemüdigkeit mit, die ein konsequentes Handeln vermissen läßt? Es schaut sehr danach aus. Wer jetzt am 25. November das Ende der epidemischen Lage beschließt, hat, mit Verlaub gesagt, einen an der Waffel angesichts der erschreckenden Zahlen! Insofern verständlich, daß Ärzte Politikern Versagen vorwerfen. Doch das reicht wohl offensichtlich nicht.

Was muß noch alles geschehen, bis endlich folgerichtig gehandelt wird? Oder wollen wir solange „Zaungäste“ sein, bis auch hierzulande wie in der Niederlande Horden von Wutbürgern sich Wege brutaler Gewalt suchen, befeuert von eine Masse Impfgegnern, die nicht kapiert haben, daß sie letztlich von Nazis gelenkt benutzt werden?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Keinen letzten Fetzen

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Die Schublade klemmt,
darin der Rest vom letzten Hemd,
ein winziges Fetzchen im Nachttischschrank,
ansonsten bin ich völlig blank,
so rein wie grad geboren,
hab sogar meine Haare geschoren,
verkauft für eine Perücke,
versetzt die Stücke,
die mir einst am Herzen lagen,
Nacktheit läßt sich auch tragen,
Nacktheit besteht auch aus Farben,
reflektiert von denen, die nicht darben,
deren Gedanken auf mich regnen,
wenn wir uns begegnen,
die ihre Nasen rümpfen,
als entstieg ich aus Sümpfen,
weil sie ihr Gewissen
in müffelnden Schubladen betanken,
dort lagern modernde Ansichten,
die sie als Reichtum wichten,
diese Verachtung perlt an mir ab,
weil ich keinen letzten Fetzen mehr hab,
keine Schubladen mehr besitze,
in denen ich Ängste ausschwitze.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Politik am Pranger

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Es ist nett,
daß Politik Kompromisse praktiziert,
weniger erfreulich,
den Schaden trägt die Bevölkerung.

Es ist nett,
daß Politik ausgiebig verhandelt,
weniger erfreulich,
wenn Trippelschritte nicht fruchten.

Es ist nett,
daß Politik einen Nikolauskanzler wählt,
weniger erfreulich,
Mittelmaß hatten wir schon zuvor.

Es ist nett,
über Politik zu meckern,
wichtig dabei,
den Überblick stets behalten.

Es ist nett,
über Politik zu dichten,
wichtig dabei,
überlegt gezielt zu richten.

Es ist nett,
über Politik zu schwärmen,
wichtig dabei,
ihr nicht alles durchlassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ein Trauerspiel namens Realpolitik

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Hinter vorgehaltener Hand

Medien spiegeln lediglich einen relativ kleinen Ausschnitt etlicher Probleme wider, die uns alle mehr oder weniger belasten, in Rage versetzen oder zumindest ziemlich nachdenklich stimmen. Woran liegt’s? Was sind die eigentlichen Beweggründe, den Leser, den Konsumenten jener Nachrichten im Dunkeln zu lassen, zu wenig Aufklärung ihm zu gönnen? Etwa wegen der Flut der vielen Ereignisse, dem Chaos nicht entgegenwirken zu können, dies tatsächlich am Manko eines Zuordnens liegt? Teilweise. Andererseits mit gezielter Absicht.

Man stelle sich vor, alle wissen Bescheid über dramatische Zusammenhänge, die Politik wäre somit mal so richtig gefordert, konstruktive Lösungen zu erarbeiten, die erst dann gewissermaßen die Bevölkerung gutheißt, wenn auch real umgesetzt unser aller Leben bereichert. Klingt zu schön, um wahr zu sein, weil oftmals das Gegenteil zutrifft. Die Mißstände sind uns stets voraus, Abhilfe nur ein Bruchteil dessen schafft, was man als notwendige Lösung überhaupt bezeichnen darf. Beispiele gefällig?

Was für eine Diskrepanz – Hartz-IV-Regelsätze erheblich zu niedrig

Das Prinzip einer weitreichenden Ausbeutung offenbart sich unbedingt ziemlich anschaulich an jenem sozial-rassistischen Instrument der Agenda 2010, die ausgerechnet die SPD zusammen mit den Grünen ins Leben gerufen hatte. Hartz IV soll nunmehr als Bürgergeld tituliert werden, ein besonderer Einfall der Liberalen, die ansonsten selbstgefällig sich zurücklehnend alles andere belassen wollen.

811 Euro – so hoch sollten die Regelsätze sein, so eine Umfrage bei uns Deutschen, die die Bürgergeld-Debatte befeuert. Zurecht – nur wahrhaben wollen besonders diejenigen dies mitnichten, die ohnehin sich wohlfühlen beim Schröpfen etlicher Bevölkerungsteile: Arbeitgeber, Vermieter und betuchte Politiker, die ebenso wie bestimmte Eliten nicht ansatzweise wissen, was Armut eigentlich nicht nur bedeutet, sondern beinhaltet.

Nach der vierten die fünfte Welle mit noch mehr Toten?

Der Sommer und somit die Ferienzeit hatte gerade hierzulande diesjährig begonnen, etliche meinten, die Pandemie nähere sich ihrem Ende, meldeten sich offenkundig und dies unbedingt berechtigt kritisch zu Wort, die KMK ignoriert weitere Bedenken zur Corona-Pandemie. Wer im Anschluß glaubte, die Politik wäre in der Lage, dies zu beherzigen, wurde wie wir heute wissen, eines Besseren belehrt.

Die zukünftige Ampel-Regierung beginnt bereits mit ersten Fehlern. Das taugt nichts, wird sich leider rächen. Als ob 3G alles richten würde. Das Virus läßt sich allerdings damit nicht austricksen. Schon vergessen, daß ein Lockdown real Abhilfe schuf und das obendrein bei dem noch harmloseren Virus als die Delta-Variante?! Realpolitik macht ihre Arbeit in vielen Bereichen viel zu halbherzig. Stellen wir uns doch für Momente vor, wir würden uns bei unseren Jobs so verhalten. Wir wären schneller gekündigt, als uns lieb sein kann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Sich Luft machen

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Sie ließ ihren Atem einfrieren,
für die Ewigkeit isolieren,
eingehaucht in Eis,
damit die Wissenschaft später weiß,
welche reine Luft sie verteilte,
während sie auf Erden weilte.

Zu Würfeln gefrorenes Wasser in Truhen
akkurat sortiert nach Datum ruhen,
sogar an ein Notstromaggregat hatte sie gedacht,
im Keller, von einer Alarmanlage bewacht,
Schwermetalle, Tenside las sie in der Zeitung,
kein Wasser sei steril, kam es aus der Leitung.

Ein Schock, ihr gesunder Atem ist vergiftet,
ihre ganze Mühe mit einem Artikel vernichtet,
die Menschheit in hunderten von Jahren
von der Wissenschaft wird erfahren,
krankheitserregende Luft und ein Pamphlet
sie hinterließ, Wissenschaft stets Wahrheit verdreht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ampel-Regierung unterschätzt das Virus

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Politischer Aktionismus direkt ins Chaos?

Die vierte Corona-Welle läßt sich weder beeindrucken noch stoppen, wenn verkehrte politische Entscheidungen getroffen werden. Neue Politik muß nicht gleichbedeutend sein mit den besseren Rezepten auftrumpfen zu können, zumal im neuen Koalitionsbündnis ausgerechnet eine Partei mitnischt, die ohnehin fragwürdige Ansichten hegt, jener stoische Mann in Talkshows dies ohne weiteres bestätigt.

Noch obliegt der geschäftsführenden Regierung die Verantwortung, dennoch beschließt heute der Deutsche Bundestag mithilfe der Ampelparteien ein neues Regelwerk zur Corona-Pandemie, das die Kanzlerin nicht nur skeptisch macht. Völlig zurecht.

3G keineswegs ein Garant zur Eindämmung der Pandemie

Die neue Regierung hat ihre Hausaufgaben jetzt schon verfehlt mit dem nachplappernden Beschluß, per 3G die vierte Welle brechen zu wollen. Übertriebene Behauptung? Mitnichten. In manch europäischen Ländern funktioniert dies sogar, aber mit dem gewaltigen Unterschied, daß dort die Impfquote einiges höher liegt.

Im Übrigen ein Versagen des Gesundheitsministers Spahn und der Großen Koalition, wir erinnern uns noch, wie mühselig die erste und zweite Impfung hierzulande praktiziert wurde. Dabei kostete dies bereits zur dritten Welle etliche Todesopfer, waren Long-Covid-Patienten betroffen. Nichts daraus gelernt, Herr Scholz?

Wenn die Politik Virologen und Ärzte ignoriert

Um auch mal wenigstens zwei Punkte des neuen Regelwerks zu loben, seien die Homeoffice-Pflicht und die Testpflicht in Kliniken und Pflegeheimen genannt. Letzteres dient vor allem dem Schutz der Risikogruppen.

Die vierte Welle läßt sich aber durch jenes heutige Beschlußpaket der Ampelkoalition mitnichten brechen. Das Gegenteil trifft viel eher zu. Die Bevölkerung sollte sich aufs Schlimmste gefaßt machen, die Todeszahl, die Neuinfektionen und die Inzidenzwerte werden weiterhin erheblich steigen. Ein Desaster ohnegleichen.

Da die verantwortliche Politik nicht die Ermahnungen der Ärzte und Virologen berücksichtigt, mögen ganz andere Figuren jene Krisenlage für ihre Zwecke nutzen können. Die Leerdenker, besonders die Nazi-Szene wird dies auszuschlachten wissen. Somit eine Gefahr für die Demokratie im Lande. Was in den USA mittels jener Trump-Anhänger sich Wege der Entfaltung sucht, findet hierzulande und gleichwohl in Europa Gleichgesinnte. Eine zündelnd gefährliche Mischung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Großvater

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Als der Mond für mich das Dunkle
mit seinem Licht durchbrach,
wünschte ich, ich könnte weinen,
daß sein Leuchten stark genug sei,
meine Augen zu blenden,
aber sein Licht war ein Schimmern
in einer verlassenen Grotte,
von deren Wänden Wasser tropft
und im feuchten Lehm versickert,
für mich verblieb kein Tropfen,
keine reinigenden Tränen,
die fließend dich finden.

Doris Mock-Kamm

Kategorrie: Gedichte

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