Corona: Von der Krise ins Chaos

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Lockdown reale Chance

Uneinsichtigkeit bestimmt all jene, die längst von der Leerdenkerszene sich beherrschen lassen. Noch im Todeskampf angesichts einer Covid-19-Erkrankung wird diese strikt verleugnet, stattdessen behauptet, man wolle sie vergiften, ein Bill Gates die Welt bedrohen. Fabulierter Verschwörungswahn sucht und findet Wege der Entfaltung in den Köpfen all jener, die den gesunden Menschenverstand schlichtweg ausknipsen.

Kommt Ihnen bekannt vor? In der Tat, Mensch neigt des Öfteren in Krisenzeiten dazu, Regierungen oder Herrscher zu hinterfragen, zu zweifeln, anarchisch-revolutionäre Gedanken aufkeimen zu lassen, die am Ende Wege ersinnen, sich Luft zu machen. Die bleibt aber aus beim Endstadium jener gefährlichen Infektion, die unser globales Geschehen beherrscht. Der Weltärztebund-Chef Frank Ulrich Montgomery rechnet mit rascher Verdoppelung der Corona-Inzidenz. Und nun?

Das Virus mutiert immer raffinierter

Was wiederum allgemein nichts Neues darstellt, die Wissenschaft ohnehin genau damit rechnet. Bisher kam Afrika im Gegensatz zum Rest der Welt noch relativ glimpflich davon, hat die Pandemie den Kontinent, die Wiege der Menschheit, halbwegs verschont. In Südafrika schaut es etwas anders aus. Die Corona-Variante Omikron sei laut WHO „besorgniserregend“, Länder stellen Flugverkehr ein.

Erneut bestimmt der Konjunktiv das Virusgeschehen. Die neue Coronavirus-Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529, auch als Omikron-Variante genannt, das „O“ im griechischen Alphabet, den 15. Buchstaben. Seine große Anzahl von Mutationen macht es offensichtlich so unberechenbar, ob dabei tatsächlich eine höhere Gefahr besteht, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich sollen laut dem Virologen Christian Drosten die verfügbaren Impfstoffe auch gegen die Omikron-Variante schützen.

Zögerliches Verhalten der Liberalen kostet Menschenleben

Deutschland in der politischen Phase der neuen Regierungsbildung, einerseits die geschäftsführende Regierung, andererseits die Ampelkoalition mit Machtbefugnissen per Mehrheit im Deutschen Bundestag. Das Ergebnis dessen erleben wir just beim neuen Corona-Gesetz, welches der Bundesrat schließlich billigte. Zum Nachteil der Bevölkerung! Wieso?

Die Liberalen bremsen ein wichtiges Instrument aus, verharren per zögerlichem Verhalten, was uns letztendlich Menschenleben kostet. Dennoch darauf beharrt, zusammen mit den Koaltionspartnern verantwortlich zu reagieren. Das kann nicht gutgehen, eine klare Ansage ohne Konsequenzen. Deutungshoheit in dieser Krise führt am Ende ins Chaos! In diesem Fall muß die Union gelobt werden, bei ihr gäbe es jetzt den Lockdown. Scholz und Co. zögern zu lang! Ein Verspielen einer realen Chance, diese vierte Welle wenigstens im Ansatz zu brechen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Geschenk des Herbstmorgens

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Es verbleiben siebzehn Zeilen,
Platz genug für letzte Gedanken,
der Morgen hat den Herbst verschluckt,
Weiß über jede Farbe gespuckt,
gierig war der herbstliche Morgen
nach der letzten Farbenpracht,
ihm erging es ähnlich wie mir,
ich bin gierig nach Wörtern,
um sie auf weißes Papier zu werfen,
nicht um Reinheit zu beflecken
wie langläufig manch Ansicht,
Weiß mit Sprache zu bepflanzen,
Gärten voll Worte zu gestalten,
um in leeren Zeiten zu kosten
was von Gedanken übrigblieb,
eine weiße wärmende Decke
der Morgen dem Herbst geschenkt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Knoten im Haar

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Mit dem Wind kann ich
temperamentvoll mit Gläsern klirren,
Türen und Fenster zuschlagen,
meine Haare zerzausen lassen,
schreien ohne auf ein Echo zu stoßen,
das mag ich am meisten,
das Schreien,
wenn seine Stimme
und meine sich vereinen,
spielerisch wir Töne von uns geben,
ohne wirklich zu verstehen,
doch jeder einzelne Knoten im Haar
kennt die Sprache, aus der sie geformt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Hoppla, wie weit reicht gesunder Menschenverstand?

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K wie Krise oder doch wie Kanzler?

Wir ernten stets, was wir säen. Das gilt sowohl für den Ackerbau, den Garten oder unser Verhalten. Deren Gleichnisse gibt es etliche, im Endeffekt betrifft dies jeden von uns. Ganz besonders die Schnellebigkeit, das Gezeter um technische Entwicklungen, eine wirtschaftliche Gewinnmaximierung, den Hype, stets selbst möglichst viel Profit zu erhalten, rücksichtslos, ohne jedwede Bedenken. Das Nachsehen haben die Abgehängten, die Alleingelassenen mit ihren Problemen bis hin zum Überlebenskampf.

Vorwürfe mögen durchaus berechtigt sein, ob sie tatsächlich Gehör finden, mag angezweifelt werden. Mahnende Stimmen gibt es haufenweise. Im Ergebnis braucht niemand lang zu suchen, woran Hilfen scheitern. Wo beginnen, womit enden, wenn das Kalkül eines kritischen Geistes an zuviel Widerstände stößt, einer Ohnmacht gleicht? Etwa in kleinen Schritten? Vielleicht.

Mit Blick gen Corona-Pandemie sollte die Brandrede des RKI-Chefs Lothar Wieler wenigstens die Politik wachrütteln, er meint: „Die Prognosen sind superdüster. Sie sind richtig düster.“ Von tatsächlicher Reaktion seitens politisch Verantwortlicher folgt zu wenig. Außer man verzettelt sich in Koalitionsverhandlungen, wer welches Fell bekommt. Die FAZ-Überschrift mit dem Tiervergleich mutet ein wenig befremdlich an, um es mal noch gelinde auszudrücken. Politisches Gewäsch ohne Substanz, wo doch ganz andere Sorgen uns alle beschäftigen sollten!

Gesunder Menschenverstand wird ohnehin leider ausgeschaltet, wer einen Blick zu den Impfgegnern wirft. Es muß von Schuld gesprochen werden. Zunehmend. Und zwar von all den „sogenannten Experten“, die mit ihrem Halbwissen, oder noch tragischer, mit ihrem verschwörungstheoretischem Gelaber Menschen verunsichern, diese dahin führen, wo sie sie haben wollen, um Spenden zu kassieren, während jene Ahnungslosen sich mit dem Corona-Virus infizieren, andere gleich mit anstecken. Ein Kreislauf mit schweren, bis tödlichen Folgen, während eine demokratische Gesellschaft dies alles zuläßt, die Meinungsfreiheit hochhaltend.

Wo sind die kritischen, behutsamen Stimmen bei unseren Volksvetretern geblieben? Schwingt da etwa eine Pandemiemüdigkeit mit, die ein konsequentes Handeln vermissen läßt? Es schaut sehr danach aus. Wer jetzt am 25. November das Ende der epidemischen Lage beschließt, hat, mit Verlaub gesagt, einen an der Waffel angesichts der erschreckenden Zahlen! Insofern verständlich, daß Ärzte Politikern Versagen vorwerfen. Doch das reicht wohl offensichtlich nicht.

Was muß noch alles geschehen, bis endlich folgerichtig gehandelt wird? Oder wollen wir solange „Zaungäste“ sein, bis auch hierzulande wie in der Niederlande Horden von Wutbürgern sich Wege brutaler Gewalt suchen, befeuert von eine Masse Impfgegnern, die nicht kapiert haben, daß sie letztlich von Nazis gelenkt benutzt werden?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Keinen letzten Fetzen

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Die Schublade klemmt,
darin der Rest vom letzten Hemd,
ein winziges Fetzchen im Nachttischschrank,
ansonsten bin ich völlig blank,
so rein wie grad geboren,
hab sogar meine Haare geschoren,
verkauft für eine Perücke,
versetzt die Stücke,
die mir einst am Herzen lagen,
Nacktheit läßt sich auch tragen,
Nacktheit besteht auch aus Farben,
reflektiert von denen, die nicht darben,
deren Gedanken auf mich regnen,
wenn wir uns begegnen,
die ihre Nasen rümpfen,
als entstieg ich aus Sümpfen,
weil sie ihr Gewissen
in müffelnden Schubladen betanken,
dort lagern modernde Ansichten,
die sie als Reichtum wichten,
diese Verachtung perlt an mir ab,
weil ich keinen letzten Fetzen mehr hab,
keine Schubladen mehr besitze,
in denen ich Ängste ausschwitze.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Politik am Pranger

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Es ist nett,
daß Politik Kompromisse praktiziert,
weniger erfreulich,
den Schaden trägt die Bevölkerung.

Es ist nett,
daß Politik ausgiebig verhandelt,
weniger erfreulich,
wenn Trippelschritte nicht fruchten.

Es ist nett,
daß Politik einen Nikolauskanzler wählt,
weniger erfreulich,
Mittelmaß hatten wir schon zuvor.

Es ist nett,
über Politik zu meckern,
wichtig dabei,
den Überblick stets behalten.

Es ist nett,
über Politik zu dichten,
wichtig dabei,
überlegt gezielt zu richten.

Es ist nett,
über Politik zu schwärmen,
wichtig dabei,
ihr nicht alles durchlassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ein Trauerspiel namens Realpolitik

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Hinter vorgehaltener Hand

Medien spiegeln lediglich einen relativ kleinen Ausschnitt etlicher Probleme wider, die uns alle mehr oder weniger belasten, in Rage versetzen oder zumindest ziemlich nachdenklich stimmen. Woran liegt’s? Was sind die eigentlichen Beweggründe, den Leser, den Konsumenten jener Nachrichten im Dunkeln zu lassen, zu wenig Aufklärung ihm zu gönnen? Etwa wegen der Flut der vielen Ereignisse, dem Chaos nicht entgegenwirken zu können, dies tatsächlich am Manko eines Zuordnens liegt? Teilweise. Andererseits mit gezielter Absicht.

Man stelle sich vor, alle wissen Bescheid über dramatische Zusammenhänge, die Politik wäre somit mal so richtig gefordert, konstruktive Lösungen zu erarbeiten, die erst dann gewissermaßen die Bevölkerung gutheißt, wenn auch real umgesetzt unser aller Leben bereichert. Klingt zu schön, um wahr zu sein, weil oftmals das Gegenteil zutrifft. Die Mißstände sind uns stets voraus, Abhilfe nur ein Bruchteil dessen schafft, was man als notwendige Lösung überhaupt bezeichnen darf. Beispiele gefällig?

Was für eine Diskrepanz – Hartz-IV-Regelsätze erheblich zu niedrig

Das Prinzip einer weitreichenden Ausbeutung offenbart sich unbedingt ziemlich anschaulich an jenem sozial-rassistischen Instrument der Agenda 2010, die ausgerechnet die SPD zusammen mit den Grünen ins Leben gerufen hatte. Hartz IV soll nunmehr als Bürgergeld tituliert werden, ein besonderer Einfall der Liberalen, die ansonsten selbstgefällig sich zurücklehnend alles andere belassen wollen.

811 Euro – so hoch sollten die Regelsätze sein, so eine Umfrage bei uns Deutschen, die die Bürgergeld-Debatte befeuert. Zurecht – nur wahrhaben wollen besonders diejenigen dies mitnichten, die ohnehin sich wohlfühlen beim Schröpfen etlicher Bevölkerungsteile: Arbeitgeber, Vermieter und betuchte Politiker, die ebenso wie bestimmte Eliten nicht ansatzweise wissen, was Armut eigentlich nicht nur bedeutet, sondern beinhaltet.

Nach der vierten die fünfte Welle mit noch mehr Toten?

Der Sommer und somit die Ferienzeit hatte gerade hierzulande diesjährig begonnen, etliche meinten, die Pandemie nähere sich ihrem Ende, meldeten sich offenkundig und dies unbedingt berechtigt kritisch zu Wort, die KMK ignoriert weitere Bedenken zur Corona-Pandemie. Wer im Anschluß glaubte, die Politik wäre in der Lage, dies zu beherzigen, wurde wie wir heute wissen, eines Besseren belehrt.

Die zukünftige Ampel-Regierung beginnt bereits mit ersten Fehlern. Das taugt nichts, wird sich leider rächen. Als ob 3G alles richten würde. Das Virus läßt sich allerdings damit nicht austricksen. Schon vergessen, daß ein Lockdown real Abhilfe schuf und das obendrein bei dem noch harmloseren Virus als die Delta-Variante?! Realpolitik macht ihre Arbeit in vielen Bereichen viel zu halbherzig. Stellen wir uns doch für Momente vor, wir würden uns bei unseren Jobs so verhalten. Wir wären schneller gekündigt, als uns lieb sein kann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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