Träume sind Tropfen im Wasser

https://pixabay.com/de/photos/schwarm-fische-meeresbewohner-1656503/

Bild von joakant auf Pixabay

Am liebsten fing sie die kleinen Fische,
die silbrigen, die in allen Farben glänzen,
sie weiß nicht, wann sie das erste Mal träumte,
und ob diese Träume einer Wahrheit entsprangen,
die kleinen Fische gleiten ihr aus den Händen.

Fang mich doch, eins, zwei, drei, hieß das Spiel,
das Wasser schäumte von dem wuseligen Treiben,
dabei hielt sie ihre Hände im Becken ganz ruhig,
liebte das weiche zarte Streicheln der Schuppen,
wenn die Fische zwischen ihren Fingern schwammen.

Träume verdunsten auf der Anlegestelle des Hafens,
während sie auf das Schiff warten oder es betreten,
sie lösen sich auf, manche haben Glück, tropfen zurück
in die Weite des Wassers zu den reflektierenden Splittern
von Licht und Dunkelheit durchfluteten Sequenzen.

Die kleinen silbrig glänzenden in den Farben
des Regenbogens schimmernden Fische
verwandeln sich gerne in winzige Härchen,
wenn die Wahrheit die Träume schwimmen läßt,
das Kind lacht, die Flaumhärchen kitzeln sie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wenn Jungs hinter verschlossenen Türen Kriege planen

https://pixabay.com/de/photos/kriegsspiel-zahlen-spielen-778893/

Bild von Jim Atkinson auf Pixabay

Nicht gaffen, eher sofort handeln

Modelle haben so etwas herrlich Realistisches an sich, nur daß sie halt ein wenig kleiner sind als die Originale. Das gilt für Faller Häuser genauso wie für die teure unerschwingliche Märklin-Eisenbahn, die ein normalverdienender Arbeiter oder Angestellter, von einem Niedriglohnempfänger mal ganz zu schweigen, sich sowieso nicht leisten kann.

Dennoch schaut es ganz toll aus, wenn Züge durch Tunnel rollen und Kinderaugen leuchten, während die Modellbauer akribisch darauf achten, daß ja niemand ihr Heiligtum auch nur berührt. Und wenn trotzdem, dann gibt es richtig Ärger. Aber wenn Jungs hinter verschlossenen Türen Kriege planen, sollte solch ein Malheur noch dagegen harmlos sein.

Neulich, besser gesagt schon eine ganze Weile lang, lesen aufmerksame Beobachter über gewisse Freihandelsabkommen, die da eine Supermacht wie die USA mit ihren europäischen Brüdern planten, selbstverständlich ebenso hinter verschlossenen Türen. Die Weltöffentlichkeit nebst den eigenen Betroffenen sollte bloß nicht erfahren, was da alles ausgehandelt wurde. Hinterher haben die Menschen sich einfach danach zu richten – basta! So funktioniert Demokratie in Wirklichkeit, und der friedliebende Industrienationenbewohner beugt sich dem Willen seiner Konzernbosse, die eigentlich den wirtschaftspolitischen Kurs bestimmen.

Die Politik plappert nur ein wenig rhetorisch besser geschult in die vorgehaltenen Mikrophone ihre auswendig gelernten Phrasen und Texte schön brav für allabendliche Berieselungsfernsehnachrichten, die der erschöpfte, willenlose Wahlviehbürger zum unverdienten Feierabend gefälligst sich reinziehen möge, damit ein Aufflackern eines möglichen Restverstandes dadurch endgültig zugekleistert werde. Prima, die gutdurchdachte Manipulation trägt weiterhin ihre Früchte, das System schnurrt tadellos wie ein guternährter Kater nach erfolgreicher Mäusebeute.

Wesentlich dramatischer dagegen das planerische Vorgehen möglicher Kriegszenarien. Waren es früher tatsächlich meist aus Sand geformte Landschaften, um strategische Vorgehensweisen naturgetreu wiederzugeben, helfen heute anschauliche 3-D-Programme nebst Ton und Werkzeugleisten, das bösartige Spiel jener Zerstörungswut zu durchdenken. Somit stecken keine doofen Computer dahinter, sondern viel eher clevere  Kreativköpfe, die ihr IT-Handwerk bestens beherrschen, obendrein einen ganzen Stab von Viren-Programmierern beschäftigen, die dafür Sorge tragen, daß die Weltöffentlichkeit in die Irre geführt wird. Wäre ja noch schöner, wenn die Gegner erfahren, was da ausgeheckt auf sie zukommen solle.

Und falls Sie meinen, die Ernsthaftigkeit der Situation mit einer Lachnummer verwechseln zu müssen, dann kann man Ihnen schon gleich gar nicht mehr helfen. Denn real befindet sich unser aller Existenz in den Händen einiger weniger Größenwahnsinniger, die aber heutzutage keine Namen erhalten, wie früher ein Dschingis Khan, ein Stalin, ein Hitler oder manche US-amerikanischen Präsidenten. Letztere haften lediglich mit ihrem Namen, die eigentlichen Taten vollrichten Schattenregierungen. Also, liebe Leute, nicht gaffen, besser sofort handeln. Bloß wie? Das überlassen wir mal lieber Eurer Phantasie.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mit Nässe malen

https://pixabay.com/de/photos/stadt-menschen-menge-m%c3%a4nner-frauen-2601562/

Bild von StockSnap auf Pixabay

Ich verwische nichts,
auch keine Tränen,
oft bin ich schon durch
diesen Regen gestapft,
keine Pfütze auslassend,
selbst Nebel durfte
mich besprühen,
wie oft bin ich
triefend vor Nässe
in einen Bus gestiegen,
verwischt die Wege,
verwischt die Menschen,
wie schade das ist,
so viel Unklares zu sehen,
ich verwische nichts,
ich male mit Wasser
neue Aussichten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kein Konsens mit solch Nonsens

https://pixabay.com/de/illustrations/corona-spr%c3%bchen-erde-5002341/

Bild von Ajay kumar Singh auf Pixabay

Sie haben versagt, versagt,
niemanden gefragt, gefragt,
weil wir drei Impfungen brauchen,
um Corona zu stoppen.

Regierung wird angeklagt, angeklagt,
bei denen kein Gewissen nagt, nagt,
als Konsequenz wird’s rauchen,
die wollen uns alle foppen.

Ihr Leerdenker, laßt es einfach sein,
akzeptiert unser deutliches Nein,
es geht nicht um Meinung, sondern Fakten,
die verstehen natürlich keine Beknackten.

Wir lassen uns nicht unterdrücken,
sondern helfen, uns beglücken,
lebend diese Pandemie zu überstehen,
ihr werdet hingegen leer ausgehen!

Leer an Erkenntnis, ohne jedwede Menschlichkeit.
Ist es schon wieder soweit?
Wie damals in jener dunklen Zeit,
wo solche wie ihr sich bei Nazis eingereiht?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Vier

Ich lieb die Vier
diese kurze Senkrechte
diese kurze Waagrechte
dieser lange Strich
so aus dem nichts
als Verbindung
der beiden Kurzen
der Halt gibt
die Hälfte einer Kehrschaufel
ästhetisch
wohl nicht
ein Kreuz mit Arm
zum Winken
ich bin für Vierer
nicht für Führer
auch nicht für Verführer
zeichne Schwenkarm
auf die rechte Seite
Figur mit erhobenen Händen
kopflos
radiere die Senkrechten weg
ein Kreuz
die Vier
zum Abwinken
meine Liebe zur Vier
kann ich mir
endgültig
Abschminken

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Fehl geleidet

https://pixabay.com/de/photos/einsamkeit-menge-depression-traurig-4785245/

Bild von Tumisu auf Pixabay

Egoismus anhimmeln
Freundschaften verschimmeln
Liebe zerbrochen
Seele verkrochen
Herz zersplittert
Gedanken vergittert
Verständnis vermodert
Haß lodert
Aufopferung dargebracht
Gefühle niedergemacht
Narzißmus befreit
Glück vereist
Gegenüber vergrault
Wut aufgebaut
Unzufriedenheit ausgelebt
Leid erstrebt
Gewissen reinigen
es sind immer die anderen
die peinigen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Scholz übernimmt in der Nikolauswoche

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2021-08-21_Olaf_Scholz_0407.JPG

Wikimedia Commons Foto: Michael Lucan, CC-BY-SA 3.0.de

Ampelkoalition zwischen Wagnis und Zuversicht

Sollte alles nach Plan laufen, wird Olaf Scholz noch vor dem Ende der 49. Woche als 9. Bundeskanzler gewählt und vereidigt werden. Vom 04. bis 06. Dezember stimmten die drei Parteien der neuen Ampelkoalition jeweils ab, am Nikolaustag verkündete Olaf Scholz als dritte Partei deren Ministerämter fürs neue Bundeskabinett.

Durfte noch im Oktober die eine oder andere Unsicherheit mitschwingen, ob vielen Unkenrufen zum Trotz der Mut zur Einigung sich fügen würde, findet diese nunmehr tatsächlich statt. Die anderen drei bzw. vier Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag könnten unterschiedlicher kaum sein. Insofern erwartet uns eine spannende Zeit in der bevorstehenden Legislaturperiode.

Wie stimmten die Parteien ab zum Koalitionsvertrag?

Nach 16 Jahren Merkel, wobei die SPD dreimal mit der Union in der Großen Koalition nur zweitrangig mitregieren durfte, die Liberalen das erste Mal von 2013 bis 2017 nicht im Deutschen Bundestag vertreten waren. Die FDP war es auch, kaum wiedergewählt, die eine Jamaika-Koalition zu verhindern wußte, nunmehr allerdings mit den Grünen und den Sozialdemokraten mitregieren wird.

„Wir haben alle Bock auf diese Koalition“, daher nicht weiter verwunderlich, daß mit knapp 99 Prozent der Stimmen die SPD als erste Ampel-Partei dem Koalitionsvertrag zustimmte. Einen Tag später stimmt die FDP mit großer Mehrheit dem Koalitionsvertrag zu.  Immerhin gute 92 Prozent folgten dem Aufruf ihres Parteivorsitzenden Christian Lindner.

Auch die Grünen stimmten für die Ampelkoalition, wenn auch etwas weniger als die anderen beiden Parteien, nämlich mit 86 Prozent. Ein deutliches Zeichen dafür, daß auch eine gewisse Skepsis vorhanden ist, zumal lediglich 57 Prozent der Mitglieder an der Abstimmung beteiligt waren.

Das Bundeskabinett steht – erwartungsgemäß folgt Kritik auf dem Fuße

Der Deutschlandfunk faßt die Ampelregierung anschaulich zusammen, wer welches Ministerium übernimmt. Neben den zuvor bekannten Namen, wie z.B. Christian Lindner als Finanzminister, Annalena Baerbock als Außenministerin, Robert Habeck für Wirtschaft und Klima zuständig, überrascht Olaf Scholz, Nancy Faeser als neue Innenministerin zu benennen. Diese fackelt auch nicht lange, ein besonderes Augenmerk auf den Kampf gegen Rechtsextremismus in Deutschland zu legen, was Horst Seehofer in dessen Amtszeit nur allzu halbherzig verfolgte!

Dabei achtet Olaf Scholz geflissentlich auf die Quote, schließlich sind acht Frauen und acht Männer im Bundeskabinett vertreten, im Merkel-IV-Kabinett waren es lediglich sechs Frauen und neun Männer. Dennoch meinen längst erste Stimmen, sie müßten die noch nicht vereidigte neue Ampel-Regierung teilweise maßlos kritisieren. Vielleicht sollten wir allesamt erst mal sie machen lassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar