G20-Gipfel in Rom: Von Solidarität keine Spur

Ein weiter so gefährdet uns alle

Wir alle können uns den Mund fusselig reden, eindringlich davor warnen, mit etlichen Hinweisen aufwarten, letztendlich entscheidet das weltpolitische Parkett, wohin Mutter Erde taumelt, der Abgrund rückt ein großes Stück näher mit Blick zum Gipfel in Rom, wo die zwanzig größten Industrienationen einmal mehr verdeutlichten, was sie nicht können, sich einigen.

Es wurde immer unerträglicher, kommentiert Patrick Diekmann im T-Online-Artikel, es konnten einige Konflikte gelöst werden, die Weltgemeinschaft versage ausgerechnet im Angesicht großer Probleme, das gefährde uns alle. Naheliegend, zumal FFF noch kurz zuvor zurecht der Politik entgegenhielt, es weiter kein klares Zieldatum für die wichtige Kohlendioxidneutralität und den Ausstieg aus der Kohleverstromung gebe, der bevorstehende UN-Klimagipfel startet mit Appellen und einen Dämpfer.

Gegenseitiges Belauern überhaupt nicht zielführend

Jene Haltung hält nonchalont an, viel Tamtam ums Klima ohne Sinn und Verstand, wie jetzt beim G20-Gipfel in Rom deutlich zu beobachten war. Natürlich muß man befürchten, daß in Glasgow zur Klimakonferenz außer Lippenbekenntnissen eben keine Taten folgen.

Das betrifft auch die sich neuformierende Bundesregierung. Gespannt ist der Blick gen Olaf Scholz gerichtet, ob er es tatsächlich fertigbringt, die Versprechen als sogenannter Klimakanzler in die Tat umzusetzen. Während besonders China ihrer Volkswirtschaft einen wichtigeren Stellenwert verpaßt als die Notwendigkeit, die Klimakrise gezielt anzugehen, zieht dies ähnliche Verhaltensmuster in Russland und anderen großen Staaten nach sich. Viel gegenseitiges Belauern ähnlich wie bei einem Wettbewerb, nur daß der Klimawandel am Ende das Wohl der ganzen Welt extrem gefährden wird.

Die Fratze von Faschisten offenbart sich gleichwohl in Rom

Eigentlich nicht verwunderlich prügeln Bolsonaros Sicherheitsleute auf Journalisten ein. Gezielte Fragen werden nicht geduldet, man vergegenwärtige sich, während auf der einen Seite jene Nazis des Deutschen Bundestages und diese Leerdenker stetig davon plärren, die Meinungsfreiheit hochzuhalten, schlägt und schubst man bei jedweder Gelegenheit  in der Öffentlichkeit Medienvertreter, die genau das vor Ort praktizieren wollen, eben live zu berichten.

Die Liste jener politischen Figuren, denen man ohne weiteres einen despotischen Regierungsstil bescheinigen muß, wird länger. Das gilt somit neben Jair Bolsonaro für Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdoğan, Xi Jinping, Viktor Orbán, Mateusz Morawiecki, Andrej Babiš, von den Hardlinern wie Kim Jong-un oder Baschar al-Assad mal ganz zu schweigen. Keine leichte Aufgabe auf politischem Parkett, erst recht nicht bei solch dringenden Gipfeln wie in Rom oder beim Klimagipfel.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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die Liebe

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Liebe hat viele farben und formen.
die familie, dein partner, deine leidenschaft und dein haustier.
all das Liebst du.
aber immer anders.
was genau ist Liebe also?
Liebe ist die wärmende umarmung deiner eltern.
Liebe ist das mächtigste heilmittel der welt.
Liebe ist jemand, der dich immer unterstützt und versteht.
Liebe ist die schnurrende katze auf deinem schoß.
Liebe ist das schönste gefühl der welt.
all das klingt wunderbar.
aber so ist Liebe nicht.
nicht nur.
Liebe kann auch anders.
denn Liebe ist das stärkste gift, das existiert.
Liebe verursacht die größten schmerzen, die wir zu spüren vermögen.
Liebe ist die wirkungsvollste waffe, die gegen dich verwendet werden kann.
Liebe ist gefährlich.
sich auf sie einzulassen, angst einflössend.
und trotzdem,
trotzdem wollen wir mehr.
strecken und verrenken uns, um mehr zu erhaschen.
immer mehr,
mehr von diesen schmerzen.
mehr von diesem wunderbaren gefühl.
es ist eine sucht,
ein bedürfnis,
ein segen,
ein gefängnis…
Liebe ist überall,
war sie schon immer.
rettet menschen,
verursacht kriege,
hilft uns zu leben,
zu überleben.
versüßt uns den tag,
verletzt uns,
baut uns wieder auf.
Liebe ist allmächtig,
so ungreifbar und für uns unverständlich,
daß all diese worte ihr niemals gerecht werden können.
Liebe läßt sich nur durch sich selbst erklären.
Liebe ist Liebe.

Caedmon Kamm

Kategorie: Poetry-Slam

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Ernsthaft

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Frau Gruber kniet im Garten, Else darf ich nicht sagen, das ist nur Erwachsenen erlaubt, sie, die Frau Gruber kniet wie in der Kirche, aber sie zupft Unkraut aus ihren Beeten, andere bücken sich, Gruber Else nicht, das darf ich auch nicht sagen, Frau muß ich sie nennen, Frau Gruber, obwohl ich sie schon mein ganzes Leben lang kenne, die Frau Gruber. Von meinem Fenster aus kann ich sie sehen, knieend, und das ist gut so. Eugen, Dieter und Evi sind ihre Kinder, Evi heißt Rita, aber keiner nennt sie so, ich bin oft mit ihnen zusammen, heute waren wir oben im Heuboden, dort warten Eugen, Dieter und Evi auf mein Zeichen. Mein Rufzeichen.

„Ernsthaft!“, meinte Eugen, die Hände in die Hüften gestemmt und uns zum Kampf bereit beobachtend.
„Enthas!“, wiederholte Dieter.

Dieter ist erst zwei Jahre alt und ein großer Freund von Eugen. Eugen ist auch mein Freund, wir gehen in dieselbe Klasse, Evi ist meine beste Freundin, obwohl sie älter ist und bereits die dritte Klasse besucht. Sie durfte mir sogar die Flasche geben, als ich noch ganz klein war und mich im Kinderwagen schieben. Mich schob sie lieber über den Hof als Eugen, denn ich hatte den schöneren Kinderwagen. Sie mag mich mehr als ihren Bruder Eugen. Aber weniger als Dieter.

„Und wenn sie es doch schon heute merken? Und wenn die Henne wieder zurückläuft? Du weißt, wir kriegen ganz großen Ärger. Und sicher du am meisten, das ist dir doch klar! Ich sag das jetzt zum letzten Mal.“ Evi versuchte nochmal Eugen zu warnen, so wie die ganzen letzten Tage.
„Ich übernehme die ganze Verantwortung. Ernsthaft! Das sage ich nicht zum Spaß, sondern ernsthaft. Ihr müßt einfach die Schultern zucken und von Nichts nichts wissen. Ernsthaft, das kann doch nicht so schwer sein!“
„Hmmh, und wenn doch der Dieter uns verrät?“ Evi strich Dieter liebevoll durch seine struppigen braunen Haare wie über das Fell einer Katze.
„Wer glaubt schon Dieter? Dieter, du hast doch nichts gesehen? Ernsthaft?“
„Nits geseht, enthas!“, erwiderte Dieter und schüttelte seinen Kopf.
„Da, ihr habt es selbst gehört, der Dieter hat nichts gesehen und wird nichts sehen. Wir können jetzt unser Versprechen einlösen. Oder seid ihr zu feige der Gina eine Freude zu machen?“, fragte er stirnrunzelnd.

Natürlich wollen wir alle Gina eine Freude machen. Seit sie vor ein paar Wochen ins Haus von Möllers eingezogen ist, die beide jetzt in dem neuen Haus von ihrer Tochter wohnen, weil sie zu alt sind. Und weil Annegret das Geld vom Verkauf braucht, damit sie ihren protzigen Neubau bezahlen kann, sagt Frau Gruber und mein Papa. Mama und Papa streiten deshalb, weil Mama der Annegret das nicht zutraut und die Annegret eine ganz Liebe ist, die nur das beste für ihre Mutter und ihren Vater will.

Gina ist mit ihren Eltern während der Sommerferien eingezogen. Sie kommen aus einer Großstadt, sagt Mutter und müssen sich erst an ein Leben im Dorf gewöhnen. Ginas Papa ist Ingenör oder so ähnlich und ihre Mama Lehrerin an einem Gymium, die fahren jeden Tag in die Stadt, aber Ginas Oma ist immer Zuhause. Gina hat ein Zimmer voll mit Spielsachen, manche sind so teuer, die dürfen wir nicht anfassen. Bücher hat sie auch ganz viele, so viele hatte ich noch nie auf einmal gesehen, ein ganzes Regal nur für Bücher. Einen Kaufmannsladen, Puppenstube, eine Küche mit richtigem Geschirr, einen eigenen Spiegel, ganz viele Puppen, Teddybären, Affen, ein Papagei, der krähen kann, nicht richtig, aber wenn man dem auf den Bauch drückt, dann hört man eine krächzende Stimme. Gina schläft in einem Bett, das fast bis unter der Zimmerdecke geht, darunter ist ihre Höhle mit bunten Tüchern und Kissen. In dieser Höhle darf ab heute Lisa wohnen, wir haben schon eine Holzkiste und Stroh rübergebracht, heimlich, denn niemand darf wissen, daß Lisa ab heute bei Gina wohnen darf. Gina ist ganz vernarrt in die weiße Henne und hat sie gleich Lisa getauft. Und eine Henne, die Lisa heißt und weiße Federn hat, die hat es nicht nötig, in einem Hühnerstall zu wohnen, die darf im warmen Stroh hinter den bunten Tüchern die beste Freundin von Gina sein, außer Evi und mir natürlich. Die wird es dort schönhaben, schöner als im Stall bei den anderen Hühnern.

„Nein, ich bin nicht feige!“, sagt Evi.
„Ich auch nicht, ich mag Gina und die Lisa wird es bei ihr gut haben“, sage ich.
„Mag Tschina!“, sagt Dieter.
„Dann wird es jetzt Zeit. Ernsthaft. Wie abgesprochen. Wir bringen jetzt Lisa zu Gina.“

Eugen ist ein wenig rot im Gesicht geworden, er ist, glaube ich, in Gina verliebt. Vielleicht fühlt er sich auch wie ein großer Bruder zu ihr, auch wenn er jünger ist, jedenfalls meint das Mama, der Eugen wird mich immer mögen, schon deshalb, weil ihr zusammen aufgewachsen seid. Eugen streckt mir seine Hand entgegen.

„Ernsthaft, jetzt geht’s los. Frederike, sobald du in deinem Zimmer bist und die Luft rein, rufst du was?“
„Zeppelin“, antworte ich voller Stolz.

Das war meine Idee, denn alle werden zu mir hinauf zum Fenster sehen, wenn ich Zeppelin schreie und in der Zeit können Eugen mit der Henne Lisa im Arm, Evi und Dieter über die hintere Wiese rüber zu Ginas Haus laufen, ohne daß sie von jemanden gesehen werden können, weil doch alle nur zu mir hochgucken.

„Jetzt wird es ernst. Ernsthaft!“
„Enthas!“, sagt Dieter und strahlt uns glücklich an.
„Ernsthaft! So machen wir das“, freut sich nun auch Evi.
„Ernsthaft!“, stimme ich zu, obwohl ich dieses Wort nicht mehr hören kann.

Seit Gina hier wohnt, hört Eugen nicht mehr auf, es ständig zu sagen. Mama denkt, er will damit zeigen, daß er älter geworden ist und vieles besser versteht. Mir aber hat sie verboten, dies Wort auch zu sagen und schon gar nicht, wenn sie mich bittet, den Tisch zu decken. Warum er älter sein darf als ich, das hat sie mir nicht gesagt. Schon dreimal habe ich bis zehn gezählt, niemand ist draußen zu sehen, außer Frau Gruber, die kniet noch immer auf dem Boden. Also tief durchatmen und das Signal zum Rüberlaufen über den Hof schreien.

„Zeppelin!“, rufe ich.
Vielleicht war es zu leise.
„Zeppelin! Zeppelin“, schrei ich, diesmal so laut ich kann.
Frau Else Gruber schaut zu mir hinauf und schreit, „Zeppelin!“
„Zeppelin! Eugen, Evi, Dieter. Zeppelin! Kommt schnell, ein Zeppelin“, sie schreit lauter als ich und rennt hinter das Haus.

Ich verdrücke mich in mein Zimmer, verstehe die Welt nicht mehr, woher wußte sie, daß Eugen, Evi, Dieter und ich heute die Henne zu Gina bringen wollten. Als ich ganz vorsichtig wieder zum Fenster schleiche und hinaussehe, stehen Frau Gruber, Eugen mit der weißen Henne im Arm, Evi und Dieter im Garten und fuchteln mit den Armen.

„Schau, Frederike, ein Zeppelin, ein Zeppelin, genau über eurem Haus!“
Sie sehen alle so fröhlich aus, ernsthaft, ein Zeppelin, ich weiß nicht, was ich sagen soll, ernsthaft.
„Zeppelin“, schreie ich zu ihnen hinunter. „Ernsthaft wahr, ein Zeppelin.“

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Naturgewalt reagiert einfach

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Sonnendurchflutet
ein Lüftchen weht,
es sei nie zu spät,
wenn man sich sputet.

Regenwolken am Horizont
deuten auf Sturm,
Mensch sitzt trocken im Turm,
Kinder in Afrika an der Front.

Gewitter und Donnergrollen
notwendige Konsequenz,
nach kalten Tagen wieder der Lenz
uns beglückt zum Tollen.

Das Wetter wir gern beobachten,
pflegen und hegen jedwede Information,
soviel Ignoranz derweil ein grausiger Hohn,
weil etliche lieber nach Haß trachten.

Die Klimakrise fordert längst ihren Tribut,
immer noch wird zaghaft gezaudert,
in Plenen mühsam geplaudert,
einfach behauptet, alles wird gut.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ungarn und Polen ein Dorn im Auge der EU

Wann folgt endlich der Ausschluß?

Viel zu lang haben ganz besonders jene beiden EU-Staaten quergeschossen, sich geweigert, EU-Recht anzuerkennen, um gleichzeitig aber in den Genuß von EU-Zuschüssen zu kommen, die selbstverständlich ihnen rechtmäßig zustehen sollen. In der Tat so die Vereinbarung. Aber Polen wirft Europäischem Gerichtshof Erpressung vor, obwohl die Gesetzesregelung überdeutlich besagt, wie sich die einzelnen EU-Staaten zu verhalten haben.

Auch der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki scheint seine Hausaufgaben nicht gemacht zu haben. Blicken wir etwa bereits gen Polexit hinterfragt der Spiegel-Artikel. Es schaut sehr danach aus, wenn die Fronten dermaßen verhärtet bleiben.

Die Grünen werden Polen zurecht auf die Füße treten

Denn Streitpunkte auf anderem nicht unwichtigen Gebiet herrschen auch im Fall gewisser Atompläne Polens, das 1990 beendete Atomkraftwerk Zarnowiec, welches als Bauruine kontinuierlich seitdem zerfällt, soll wieder bis spätestens 2026 als AKW glänzen, in Betrieb genommen werden.

Sehr zum Unmut der Grünen, die bekanntlich in Kürze die Regierungspolitik Deutschlands mitgestalten werden. Polens Pläne seien rückwärtsgewandt, betont Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, die polnische Entscheidung sei ökonomisch unklug und nimmt Risiken auf sich, die heute völlig überflüssig seien. Recht hat sie, schließlich hat Deutschland der AKW-Politik längst den Rücken gekehrt!

Frauen und Medien zweitrangig in Polen

Ein Zurück in Zeiten herrischer Gepflogenheiten, das spiegelt sich in der polnischen Politik wider, die besonders ein Mateusz Morawiecki gern zu pflegen scheint. Verständlich, daß die EU darauf pocht, die geplante Gesetzesvorlage Polens zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen mit Nachdruck zu befürworten. Die polnische Justiz scheint viel eher „russischen Gepflogenheiten“ nachzueifern, weil auch in Russland Frauenrechte mit Füßen getreten werden.

Ebenso die Sorge um die Freiheit der Medien bei unserem östlichen Nachbarn. Insofern eine gute Entscheidung, daß 2022 die EU-Kommission deshalb ein Medienfreiheitsgesetz vorlegen wird. Eine entsprechend folgerichtige Notwendigkeit. Sollten sowohl Polen als auch Orbáns Ungarn ins Horn der Entrüstung blasen, mögen sie doch die EU verlassen, das spart nicht nur viel Geld ein, sondern obendrein etliche Nerven, die ohnehin blank liegen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Gesalbter Vormittag

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Momente,
aufblitzende Photos,
Erinnerungskörner,
Bratkartoffeln im Mund,
Harzgeruch in der Nase,
Wasser spritzt auf,
Flugzeuglärm,
rote Mütze,
Kekse aus der Dose,
Klöppel schlagen auf Eisen,
Geläut weithin zu hören,
Zeit, es ist spät,
Messe wird gelesen,
geräuchert durch Weihe,
geölt mit Wasser,
Sprung über Treppen,
letzter Groschen,
geliebter kleiner Automat,
weißer Kaugummi,
wie meine neuen Schuhe.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wo bist du

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Wo bist du, fragte der Wind
das in sich versunkene Kind.
Es lächelte, hier und weg,
in meinem Kopf ist ein Versteck,
in dem befindet sich eine Welt,
die mir erlaubt, zu tun, was mir gefällt.

Wo bist du, fragte die Sonne
das Kind, das still saß mit Wonne.
In mir, ein helles Licht,
hier seh ich Dunkles nicht,
überall ein gold’ner Schimmer
weiche Wärme begleitet mich immer.

Wo bist du, fragte das Wasser,
dem ein Kind nie vorkam krasser.
Im Trockenem kann ich tauchen
in Grotten, wie Drachen fauchen,
mit Flügeln durch Meere schweifen,
gleichzeitig nach Sternen greifen.

Wo bist du, fragte die Erde
aus Sorge, das Kind nie Mensch werde.
Die Länder, die ich in mir entdecke,
durch sie erst ich die Welt erwecke,
die mit mir durchs Leben reist
und bis ins Alter mein Dasein speist.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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