Genug vom Betrug

Luschen haben stets was zu vertuschen,
ob sie von dannen huschen
oder nicht kommen in die Puschen.

Angeblich aufrechte Christdemokraten
erinnern an desolate Klappspaten,
Hauptsache in den Tag hineinraten.

Große Töne dabei spucken,
beschämt zur Seite gucken,
um sich dann wegzuducken.

Mit Politik fürs Volk hat’s nichts zu tun,
sie werden nicht eher ruhen,
bis sie vollgefüllt ihre Geldtruhen.

Drum überlegt genau, wen ihr wählt,
keinesfalls das versprochene Geld,
am Ende wahre Gerechtigkeit zählt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Nur er war da, wenn ich schrie

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Oft verharrte der Nebel über dem See,
von ihm versprühter Wasserdampf
trübte jegliche Möglichkeit des Sehens,
mit Appetit verschlang er Stimmen,
auch meine, die ich ihm gerne überließ.

Er schnappte meine hellsten Schreie,
verpackte sie in einen flauschigen Kokon
aus tausenden kleinsten Tröpfchen,
verschluckte diesen, es war eine Freude,
aus Dank warf er wattierte Laute zurück.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Union in Erklärungsnot kurz vor der Bundestagswahl

Hysterie, wenn die Felle davonschwimmen

Momentaufnahmen in den Medien, sei es in der Presselandschaft oder vor Kameras, der drei Kanzlerkandidaten, sollten genau das widerspiegeln, was sie sind. Gegenwärtige Eindrücke ihrer persönlichen Haltung zu Interviewfragen oder Stellungnahmen. Ein umfassenderes Urteil erhalten verunsicherte Wähler, in dem sie mal einen Blick in die Wahlprogramme der Parteien werfen.

Den Vogel schießt erneut Friedrich Merz ab, der unverblümt eine Arbeitspflicht für Arbeitslose befürwortet, obendrein es sich mit dem NABU verscherzt mit der Bemerkung,  die Organisationen NABU und Greenpeace habe etwas „gegen demokratische Prozesse in den Parlamenten“ und „soziale Marktwirtschaft“. Das Fordern jenes unverwechselbaren Slogans der Hartz-Kommission schallt durch die Hallen der Jobcenter, endlich werden die Ärmel wieder hochgekrempelt, eine Fortsetzung à la Ursula von der Leyen, vom arbeitslosen Bauarbeiter ins Büro oder jetzt vom Merz, mögen auch arbeitslose Ingenieure doch gefälligst das Herbstlaub wegblasen, bevor sie die Sozialkassen bemühen. So die Gedankenwelt jener „CDU-Größen“.

Auch ein Gerhard Baum verkennt das Dilemma der Politik, wenn er bei Lanz am 07. September verkündet: “Ich halte Armin Laschet für einen guten Politiker.“ Echt, allen Ernstes? Welch dramatische Verkennung. Was, bitteschön, kann an jenem Armin Laschet als „gut“ bezeichnet werden? „Die Kanzlerin hätte schon viel eher ihm zur Seite springen können. Wo sie denn gewesen wäre.“ Da paßt was nicht zusammen, Herr Baum. Nach all den Jahren der Versäumnisse kann von guter Politik wahrlich keinesfalls die Rede sein!

In der aktuellsten Meinungsumfrage bei Yougov kann die Union die Zwanzigprozenthürde übertrumpfen mit einem Prozentpunkt mehr, dafür nähern sich die Sozialdemokraten gen dreißig mit 26 Prozent. Der Abstand von fünf Prozent ein sicheres Polster gut zwei Wochen vor der Bundestagsahl? Wohl nicht unbedingt, weil noch genug Verunsicherte unterwegs sind, abgesehen von den bereits stattgefundenen Briefwahlen, die in dem Zeitraum des unverhofften Höhenflugs der SPD liegen. Ein Indiz, daß am Ende es für Olaf Scholz reicht? Die Grünen hingegen demnach gerade mal die 15 Prozent errreichen sollen. Keine gute Bilanz für Annalena Baerbock.

Während die anderen beiden Kanzlerkandidaten in der ARD sich Zuschauerfragen stellten, versuchte Armin Laschet es in der ZDF-Sendung „Klartext, Herr Laschet“. T-Online bemerkt in seinem Artikel dazu, ob denn der CDU-Mann in der Diskussion mit den Bürgern punkten konnte. Davon kann wohl kaum die Rede sein, zu viele Ausweichmanöver, eine ständige Wiederholung, man würde unter seiner Regierung alles besser machen. Dazu hatten bereits Helmut Kohl und Angela Merkel über drei Jahrzehnte genug Gelegenheit. Höchste Zeit für einen politischen Wechsel!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Steckbriefe zum Mordaufruf sofort entfernen

In Sachsen dürfen Neonazis fast alles

Warum verwundert das Verhalten der Zwickauer Staatsanwaltschaft nicht, die mit lapidarer, gar menschenverachtender Begründung ihr eigenes Fehlverhalten rechtfertigen?! Weil in Sachsen ohnehin die Uhren ganz anders ticken, in anderen Bundesländern der ehemaligen DDR übrigens gleichwohl ähnlich. Warum darf ein Mordaufruf auf Wahlplakaten stehen? So der Titel der Kolumne von Nicole Diekmann, die völlig zurecht sich wundert, daß Haß und dessen Auswüche unverblümt geduldet werden.

Gleichwohl bedarf es keiner weiteren Silbe, welch tröge Machenschaften die verschiedenen Nazi-Verbände eint. In der Summe setzen sie ihre bösartigen Ziele durch, die nur einem längst bekannten Zweck dienen. Im Ergebnis zu vieler Duldung einsehbar im Deutschen Bundestag. Dies gilt es, mit Nachdruck zu verhindern.

Wer Rechtsradikalismus zuläßt, darf sich über dessen Terror nicht wundern

Das wiederum spiegelt sich in weiten Teilen der Gesellschaft, jene Duldung, jenes Wegducken und jenem Nicht-wahrhaben-Wollen, daß auch der Antisemitismus hierzulande rapide zunimmt. Das gehört unbedingt mit erwähnt, eben weil „der Vogelschiß der Geschichte“, wie Alexander Gauland diese verharmlosend kommentierte, dazu führte, den Holocaust mitten in Europa in Deutschland zuzulassen!

Denken wir mal zurück an die Leipzig-Silvesternacht 2019/2020, wo viele offene Fragen verbleiben, es rächt sich eben, daß Deutschland dem Rechtsextremismus zuviel Freiraum gewährt. Nichts Neues, könnte man einwenden. In der Praxis eine verheerende Wirkung, die bis in die Polizei- und Bundeswehrstrukturen hineinreicht oder gar beim Sicherheitspersonal des Deutschen Bundestages.

Mitverantwortliche Parteien sollten klarer Stellung beziehen

Das bleibt aus, selbst wenn ein Herr Laschet im Deutschen Bundestag die AfD rügt. In der Praxis verhält es sich ein wenig anders, wenn ein Querulant mit rechtsextremem Gedankengut gar bei einer Wahlkampfveranstaltung aufs Podium darf, um mit ihm zu diskutieren. Mit Nazis spricht man nicht. Punkt.

Damit scheint die Union ohnehin ein Problem zu haben, schließlich läßt Laschet Bosbach den Maaßen bespaßen. Vorbildfunktion gleich Null, Glaubwürdigkeit dahin. Das kostet Stimmen kurz vor der BTW, mit Blick gen Wahlprognosen ziemlich offensichtlich. Die Wähler entscheiden insofern nicht nur einen politischen Wechsel, sondern auch, ob jene rechte Mischpoke weiterhin ihr Unwesen ungestraft treiben darf.

Inzwischen hat Zwickau zwar reagiert, dennoch verbleibt die Vorgehensweise, das Laissez-faire den Nazis gegenüber, was in keiner Weise geduldet werden darf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Kalt die Buchblätter

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Kalt die Blätter des Buches,
fast tiefgefroren, extrem zerbrechlich,
feinstes Glas, gestaubtes Gewebe,
es blätterte sich auf beim Atmen,
Seiten mit filigranen Worten,
kaum gelesen, schon verflüchtigt,
Worte, felsenschwer fürs Herz,
zerknüllten das zarte Papier,
flüsternde Worte, deren Klang
die Seiten sanft zerbröselten,
hart und direkt Worte sein können,
in tausende Fetzen im Nu zerrissen,
dünnes Eis, dahinter dunkle Welt,
lose Worte, eisig, glitzernd hell,
der warme Hauch meines Lebens
läßt der Seiten Worte kurz erblühen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Linksruck kann Deutschland nur guttun

Rote-Socken-Kampagne etwa eine Steilvorlage?

Wer mal einen realistischen Blick gen deutsche Politik wirft, wird ohne Zweifel feststellen, es mit 16 Jahren Helmut Kohl und ebensolang mit Angela Merkel eine konservativ-geführte Regierung gab, ob mit oder ohne Sozialdemokraten, herzhaft gern mit den Liberalen. Von links quasi keine Spur. Das Ergebnis erleben wir seit Jahrzehnten. Sozialabbau, Lohndumping, Umweltsünden, Klimapolitik ohne reale Wirkung.

Rot-Rot-Grün etwa doch eine realtiätsnahe Option? Wichtigste Option, die Linken lassen regierungsfähige Kompromisse zu. Für Rot-Grün wird es im Gegensatz zur Ausgangslage im Jahr 1998 nicht reichen. Liberale mit im Boot? Schwierig und unbedingt fragwürdig, weil der Verrat von 1982 noch einmal sich wiederholen könnte.

Wahltalk bei „Anne Will“ offenbart die Schwäche der Union

Keine drei Wochen mehr bis zur 20. Bundestagswahl, die Union liegt in den Umfragen hinter der SPD, Olaf Scholz als nächster sozialdemokratischer Bundeskanzler die wahrscheinlichere Möglichkeit. Selbstverständlich folgen Irritationen seitens des bereits siegreich geglaubten Armin Laschet, dessen angebliches Expertenteam bemüht in Folge manch satirische Kommentare.

„Wenn die Menschen Scholz wählen, wählen sie einen Linkskanzler“, bemerkt der CDU-Mann Ralph Brinkhaus bei „Anne Will“. Mit im Talk sitzt die Linken-CO-Chefin Janine Wissler, die selbstverständlich eine „Umverteilung von Reichtum“ fordert, obendrein zurecht bemerkt, daß wir eine eine zutiefst ungerechte Weltwirtschaftsordnung haben. Genau jene Schwäche der Union äußert sich in den mantra-haftigen Wiederholungen von einer guten Wirtschaft, in der es automatisch allen gutgehen möge. Mit Blick gen Lohndumping kann davon keine Rede sein.

Veraltete Kampagnen entlarven die Hilflosigkeit der Union

Der kritisch beobachtende Wähler kann nur den Kopf schütteln ob jener fadenscheinigen Bemühungen seitens der Union kurz vor der Bundestagswahl. Mit der Roten-Socken-Kampagne liefert sie letztendlich den wahrschenlicheren Wahlsiegern eine Steilvorlage.

Natürlich hat der Wähler am 26. September das letzte Wort, von den vielen Briefwahlen, die bereits begonnen haben, mal abgesehen, schließlich spielt die Corona-Pandemie weiterhin eine tragische Rolle. Nun könnte man entgegnen, in unserer schnellebigen Zeit mögen knapp drei Wochen noch manches ändern. Der Einwand mag berechtigt sein. Lassen wir uns überraschen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Melodie der Gräser

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Es waren die Tage,
als niemand mehr fragte,
wie geht es ihr,
ein Stein anzeigte,
hier liegt ihr Wesen,
eine Ahnung von ihr,
eine Sehnsucht
nach Gräsern
wiegte mich durch
diese Tage,
zärtlich gestreichelt
lag ich in einer Sänfte
aus Halmen,
kann eine Melodie
lieblicher sein,
als das Summen
tausender Gräser,
in diesen Klängen
geborgen, berührt
weich gebettet,
vergaß ich
den kalten Stein,
der auf mir lastete,
als Zeichen
der Erinnerung,
Gräser behüten
seither dein Wesen,
pendeln meine Gefühle
ahnungsvoll zu dir.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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