Mit Sand geprägt

© Doris Mock-Kamm

Sie war nicht sicher,
ob sie Wärme oder Kühle
von diesem Stein empfand.

Er glich einem Felsen,
der Himmel so nah,
fast zum Greifen die Erde.

Kam das schwebende Gleiten
von den baumelnden Beinen,
die dadurch Schwere verloren?

Sicher war sie sich nicht,
ob der große Stein
sie hielt oder fallen ließ.

Tränen spülten Sand
aus ihren trockenen Augen,
der an den Lippen haften blieb.

Können fließende Körnchen
mehr Weisheit in die Seele meißeln
als wahre Worte gehauen in Stein?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bilder waren‘s

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Bild von Robert Jones auf Pixabay

Niemand wahrnahm
lila der Schwan
weiß die Kakteen
fließendes Flehen

Standing Ovation
weiße Location
lila larum
ödes Spektakulum

Gelbliche Gesichter
getönte Lichter
man sieht sich
Röte Wangen strich

Himmel in Stücke fällt
Wolken wirbeln gelb
keiner versteht‘s
rot versinkt der See

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Zwei Landtagswahlen im Schatten der Bundestagswahl

Was bedeuten die jüngsten Prognosen?

Alles schaut gen Berlin bzw. genauer gesagt zur Bundestagswahl, die heute in zwei Wochen stattfindet. Selbstverständlich die wichtigste im Superwahljahr 2021, schließlich betrifft es die Bundespolitik, die weitreichende Ziele setzt in unserer föderalen Republik. Trotzdem sollte man die beiden zeitgleichen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin selbst die Wahl zum Abgeordnetenhaus nicht außer acht lassen.

Werfen wir doch einen Blick zur Ausgangslage hinsichtlich der letzten Wahlen vor fünf, bzw. vier Jahren. Da hat sich wohl so manches getan, wurden Koalitionen geschmiedet, die dem ein oder anderen nicht schmeckten, aber richtungsweisend die bevorstehenden Wahlen beeinflussen.

Mecklenburg-Vorpommern und ihre rot-schwarze Koalition

Übrigens nur noch in Niedersachsen gibt es ebenso ein solches Bündnis. Dort hatte zuvor der Verlust der einen Stimme der Grünen-Abgeordneten Elke Twesten dazu geführt, daß 2017 Neuwahlen stattfanden, im Ergebnis nur noch eine rot-schwarze Koalition zustandekam.

Wie schaut die Ausgangslage in Mecklenburg-Vorpommern aus? Vor fünf Jahren erzielte die SPD 30,6 Prozent, die CDU gerade mal 19 Prozent, wobei die Nazis 20,8% der Stimmen ergattern konnten, die Linke 13,2 Prozent, die Grünen mit 4,8 Prozent an der 5-Prozent-Hürde scheiterten, die FDP nur 3 Prozent erreichte, die andere Nazipartei übrigens ebenso.

Laut Prognose von Infratest dimap (09.09.) würden die Sozialdemokraten sich um 8,4% verbessern, die CDU um satte 5% sich verschlechtern, die Nazis ein Minus von 3,8% erhalten, die Linke 3,2% verlieren. Die Grünen wären mit 6% genauso wie die Liberalen mit 7% im Schweriner Landtag vertreten.

In Berlin würden laut Infratest dimap die Linken zulegen – richtungsweisend zur BTW?

Zunächst der Blick zur Ausgangslage. Die SPD erreichte 23,2 Prozent, die CDU 20,9 Prozent, die Grünen 17,1 Prozent, die Nazis 12,1% und die Linke nur 10,1 Prozent, die FDP 8,6 Prozent.

Bei der letzten Umfrage von Infratest dimap (25.08.) wäre die CDU mit knapp 2 Prozent weniger dabei, während die SPD und die Grünen in etwa dasselbe Ergebnis erzielen würden. Die Linke legt dabei gar zu mit gut 2 Prozent mehr laut der Prognose.

Kann und darf man eines dabei ablesen? Die logische Schlußfolgerung, daß die Union selbst im Trudel eines Abwärtstrends sich befindet, die Menschen im Lande es leid sind, nur mit Versprechen abgespeist zu werden ohne wirkliche Veränderung oder Besserung? Man darf nicht nur, sonders es schaut ganz danach aus. Was im Frühjahr dieses Jahres seinen Anfang hatte, eine CDU in beiden Landtagswahlen mit erheblichen Stimmenverlusten, setzt sich ganz offensichtlich fort.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Genug vom Betrug

Luschen haben stets was zu vertuschen,
ob sie von dannen huschen
oder nicht kommen in die Puschen.

Angeblich aufrechte Christdemokraten
erinnern an desolate Klappspaten,
Hauptsache in den Tag hineinraten.

Große Töne dabei spucken,
beschämt zur Seite gucken,
um sich dann wegzuducken.

Mit Politik fürs Volk hat’s nichts zu tun,
sie werden nicht eher ruhen,
bis sie vollgefüllt ihre Geldtruhen.

Drum überlegt genau, wen ihr wählt,
keinesfalls das versprochene Geld,
am Ende wahre Gerechtigkeit zählt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Nur er war da, wenn ich schrie

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Bild von spzholzkirchen auf Pixabay

Oft verharrte der Nebel über dem See,
von ihm versprühter Wasserdampf
trübte jegliche Möglichkeit des Sehens,
mit Appetit verschlang er Stimmen,
auch meine, die ich ihm gerne überließ.

Er schnappte meine hellsten Schreie,
verpackte sie in einen flauschigen Kokon
aus tausenden kleinsten Tröpfchen,
verschluckte diesen, es war eine Freude,
aus Dank warf er wattierte Laute zurück.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Union in Erklärungsnot kurz vor der Bundestagswahl

Hysterie, wenn die Felle davonschwimmen

Momentaufnahmen in den Medien, sei es in der Presselandschaft oder vor Kameras, der drei Kanzlerkandidaten, sollten genau das widerspiegeln, was sie sind. Gegenwärtige Eindrücke ihrer persönlichen Haltung zu Interviewfragen oder Stellungnahmen. Ein umfassenderes Urteil erhalten verunsicherte Wähler, in dem sie mal einen Blick in die Wahlprogramme der Parteien werfen.

Den Vogel schießt erneut Friedrich Merz ab, der unverblümt eine Arbeitspflicht für Arbeitslose befürwortet, obendrein es sich mit dem NABU verscherzt mit der Bemerkung,  die Organisationen NABU und Greenpeace habe etwas „gegen demokratische Prozesse in den Parlamenten“ und „soziale Marktwirtschaft“. Das Fordern jenes unverwechselbaren Slogans der Hartz-Kommission schallt durch die Hallen der Jobcenter, endlich werden die Ärmel wieder hochgekrempelt, eine Fortsetzung à la Ursula von der Leyen, vom arbeitslosen Bauarbeiter ins Büro oder jetzt vom Merz, mögen auch arbeitslose Ingenieure doch gefälligst das Herbstlaub wegblasen, bevor sie die Sozialkassen bemühen. So die Gedankenwelt jener „CDU-Größen“.

Auch ein Gerhard Baum verkennt das Dilemma der Politik, wenn er bei Lanz am 07. September verkündet: “Ich halte Armin Laschet für einen guten Politiker.“ Echt, allen Ernstes? Welch dramatische Verkennung. Was, bitteschön, kann an jenem Armin Laschet als „gut“ bezeichnet werden? „Die Kanzlerin hätte schon viel eher ihm zur Seite springen können. Wo sie denn gewesen wäre.“ Da paßt was nicht zusammen, Herr Baum. Nach all den Jahren der Versäumnisse kann von guter Politik wahrlich keinesfalls die Rede sein!

In der aktuellsten Meinungsumfrage bei Yougov kann die Union die Zwanzigprozenthürde übertrumpfen mit einem Prozentpunkt mehr, dafür nähern sich die Sozialdemokraten gen dreißig mit 26 Prozent. Der Abstand von fünf Prozent ein sicheres Polster gut zwei Wochen vor der Bundestagsahl? Wohl nicht unbedingt, weil noch genug Verunsicherte unterwegs sind, abgesehen von den bereits stattgefundenen Briefwahlen, die in dem Zeitraum des unverhofften Höhenflugs der SPD liegen. Ein Indiz, daß am Ende es für Olaf Scholz reicht? Die Grünen hingegen demnach gerade mal die 15 Prozent errreichen sollen. Keine gute Bilanz für Annalena Baerbock.

Während die anderen beiden Kanzlerkandidaten in der ARD sich Zuschauerfragen stellten, versuchte Armin Laschet es in der ZDF-Sendung „Klartext, Herr Laschet“. T-Online bemerkt in seinem Artikel dazu, ob denn der CDU-Mann in der Diskussion mit den Bürgern punkten konnte. Davon kann wohl kaum die Rede sein, zu viele Ausweichmanöver, eine ständige Wiederholung, man würde unter seiner Regierung alles besser machen. Dazu hatten bereits Helmut Kohl und Angela Merkel über drei Jahrzehnte genug Gelegenheit. Höchste Zeit für einen politischen Wechsel!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Steckbriefe zum Mordaufruf sofort entfernen

In Sachsen dürfen Neonazis fast alles

Warum verwundert das Verhalten der Zwickauer Staatsanwaltschaft nicht, die mit lapidarer, gar menschenverachtender Begründung ihr eigenes Fehlverhalten rechtfertigen?! Weil in Sachsen ohnehin die Uhren ganz anders ticken, in anderen Bundesländern der ehemaligen DDR übrigens gleichwohl ähnlich. Warum darf ein Mordaufruf auf Wahlplakaten stehen? So der Titel der Kolumne von Nicole Diekmann, die völlig zurecht sich wundert, daß Haß und dessen Auswüche unverblümt geduldet werden.

Gleichwohl bedarf es keiner weiteren Silbe, welch tröge Machenschaften die verschiedenen Nazi-Verbände eint. In der Summe setzen sie ihre bösartigen Ziele durch, die nur einem längst bekannten Zweck dienen. Im Ergebnis zu vieler Duldung einsehbar im Deutschen Bundestag. Dies gilt es, mit Nachdruck zu verhindern.

Wer Rechtsradikalismus zuläßt, darf sich über dessen Terror nicht wundern

Das wiederum spiegelt sich in weiten Teilen der Gesellschaft, jene Duldung, jenes Wegducken und jenem Nicht-wahrhaben-Wollen, daß auch der Antisemitismus hierzulande rapide zunimmt. Das gehört unbedingt mit erwähnt, eben weil „der Vogelschiß der Geschichte“, wie Alexander Gauland diese verharmlosend kommentierte, dazu führte, den Holocaust mitten in Europa in Deutschland zuzulassen!

Denken wir mal zurück an die Leipzig-Silvesternacht 2019/2020, wo viele offene Fragen verbleiben, es rächt sich eben, daß Deutschland dem Rechtsextremismus zuviel Freiraum gewährt. Nichts Neues, könnte man einwenden. In der Praxis eine verheerende Wirkung, die bis in die Polizei- und Bundeswehrstrukturen hineinreicht oder gar beim Sicherheitspersonal des Deutschen Bundestages.

Mitverantwortliche Parteien sollten klarer Stellung beziehen

Das bleibt aus, selbst wenn ein Herr Laschet im Deutschen Bundestag die AfD rügt. In der Praxis verhält es sich ein wenig anders, wenn ein Querulant mit rechtsextremem Gedankengut gar bei einer Wahlkampfveranstaltung aufs Podium darf, um mit ihm zu diskutieren. Mit Nazis spricht man nicht. Punkt.

Damit scheint die Union ohnehin ein Problem zu haben, schließlich läßt Laschet Bosbach den Maaßen bespaßen. Vorbildfunktion gleich Null, Glaubwürdigkeit dahin. Das kostet Stimmen kurz vor der BTW, mit Blick gen Wahlprognosen ziemlich offensichtlich. Die Wähler entscheiden insofern nicht nur einen politischen Wechsel, sondern auch, ob jene rechte Mischpoke weiterhin ihr Unwesen ungestraft treiben darf.

Inzwischen hat Zwickau zwar reagiert, dennoch verbleibt die Vorgehensweise, das Laissez-faire den Nazis gegenüber, was in keiner Weise geduldet werden darf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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