Ausbeutung der Bevölkerung durch Eliten


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Merz-Regierung schlägt Aus für 8-Stunden-Tag vor

Keinesfalls verwunderlich, wenn ein Millionärskanzler solche Vorschläge in den Raum stellt, alldieweil der mit Abstand unbeliebteste 10. Bundeskanzler keinesfalls weiß, wie hart in vielen Berufen gerarbeitet wird. Denken wir nur mal an jene unmöglichen 24-Stunden-Extremschichten, die in Krankenhäusern kein Novum sind.

Merz-Regierung will Aus für Acht-Stunden-Tag, wie Kai Hartwig in dessen Artikel in der FR schreibt. Bas betonte, „Es soll ja auch nicht ausbeuterisch werden.“ Davon kann keinesfalls die Rede sein! Nach Abzug der elfstündigen Mindestruhezeit und 45 Minuten Pause wäre eine tägliche Arbeitszeit von 12 Stunden und 15 Minuten zulässig. Bei einer Sechs-Tage-Woche – laut EU-Richtlinie ist nur ein wöchentlicher Ruhetag vorgeschrieben – ergäbe das im Extremfall 73,5 Stunden, so die Einschätzung der Arbeitsrechtlerin Dr. Amélie Sutterer-Kipping und dem Arbeitsrechtler Dr. Laurens Brandt vom Hugo-Sinzheimer-Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Reform heißt stets, Belastung für Arbeitnehmer, Treten nach unten

Was wir allesamt bereits in den 16 Jahren Kohlregierung erleben durften, bei der fast gleich langen Merkel-Ära verhielt sich dies nicht anders. Ob auf dem Arbeitsmarkt bis hin beim Gesundheitssektor. Sparen, wo immer möglich, die Devise jener Refomen!

Haben jene Politiker etwa die im Blick, die freiwillig unfreiwillig 60 Stunden in der Woche malochen, denken wir an noch junge Masterabsolventen in Betriebswirtschaft oder Jura, die ganz heiß sind auf Jobs bei der internationalen Unternehmensberatung oder der amerikanischen Großkanzlei, an Freelancer, Unternehmer, Werbegraphiker oder Paketzusteller? Schlimm genug, was das bedeutet. Wer sich mit Unfallgefahren befaßt, kann ein Lied davon singen, wie hoch die Quote von Unfällen sich gestaltet bei größerer Unaufmerksamkeit, die unbedingt eintritt, je länger die Arbeitszeit stattfindet.

Ein Zurück in alte Muster – der völlig falsche Weg

Hand aufs Herz. Wollen wir tatsächlich in die Zeit vor 1918, wo doch erfolgreich zumindest in West-Deutschland 1995 die 35-Stunden-Woche eingeführt wurde, keinesfalls zufällig oder aus einer Laune heraus? Besonders in Zeiten höherer Arbeitslosigkeit, die auch heute uns wieder taxiert, eine kluge Entscheidung, unabhängig davon, Menschen mehr Freizeit zu gönnen.

Wenn Merz dies einfordert, sollte er wissen, die Arbeitnehmerschaft leidet erneut, dem Arbeitsmarkt hilft es mitnichten, weil er gleichzeitig nicht beantworten kann, wo denn noch mehr Jobs herkommen sollen. Insofern eine vollkommen unnötige Reform!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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