Gossenweisheitsverteiler

Querulanten ziehen lärmend durch Straßen,
um ihrem Egoismus freien Lauf zu lassen,
unter ihnen die heimatverliebten Identitären,
die sich nicht um das Wohl anderer scheren,
natürlich darf die braune Partei nicht fehlen,
die lauthals, bürgerlich, in die Welt krakeelen,
auch dabei verwegene allwissende Gestalten,
die Religion und Esoterik für alle verwalten,
dazwischen wahre Wertevermittler, Hasser,
Züchtigung deren Gemeinsamkeit, nur krasser,
diese Straßeneroberer und Platzbesetzer
wetteifern auf Podien, wer ist der beste Hetzer,
um die Menschen in Fanatismus zu treiben,
es lohnt sich, man kann sich die Hände reiben
nach jedem öffentlichen Auftritt, Spenden fließen,
man braucht nur seine Wut über alles ausgießen,
das Publikum wird dadurch auf Angst getrimmt,
Furcht von nun an ihre Handlungen bestimmt,
hier erlernen die Massen, wer Zwietracht sät,
der niemals zwischen die Fronten gerät,
benötigt wird Ichbezogenheit und Arroganz,
Sicherheit bringt, ums goldene Kalb der Tanz.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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In Gedanken

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Bild von Karin Henseler auf Pixabay

Deine Augen scheinen stets
aus einem Hochhausfenster
in eine weite Ferne zu blicken,
du erkennst dabei nicht mal
dein reflektierendes Spiegelbild,
nicht mal die namenlose Leere,
die deinen Horizont umgibt.

Deine Augen scheinen stets
aus einem steinernen Brunnen
in eine Feuchtigkeit zu blicken,
du erkennst dabei nicht mal
deine ausgeschöpften Tränen,
nicht mal die bröckelnde Mauer,
die dein Gesicht umgibt.

Deine Augen scheinen stets
aus einem fremden Körper
in eine verlorene Zeit zu blicken,
du erkennst dabei nicht mal
deine alternde Kindheit,
nicht mal die gesprochenen Worte,
die deine Intimität umgibt.

Deine Augen scheinen stets
aus dir auf mich zu leuchten
in eine freie Verbundenheit,
du erkennst dabei nicht mal
deine sich lösenden Klagen,
nicht mal die blinde Vertrautheit,
die deine Freundschaft umgibt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Politische Schlammschlachten außer Kontrolle

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Bild von Matthew Slowe auf Pixabay

Am Ende grün doch die Hoffnung

Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, daß unsere Demokratie längst auf dem Prüfstand vieles auszuhalten hat. Eine gewisse Schuld tragen die Parteien selbst daran, schließlich wurden weder die Naziverbrechen noch die Schandtaten aus DDR-Zeiten allumfassend aufgearbeitet, man zog es vor, ein paar wenige Schuldige an den Pranger zu stellen, um letztlich Entscheidendes zu vertuschen.

Das schwingt nach, beschäftigt zu Recht nicht nur Kritiker, sondern bietet so manche Gelegenheit, ziemlich hintersinnig aufzutrumpfen. Gleichzeitig verändert sich auch der Ton, die Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Während früher noch das offene Gespräch gesucht, manchmal gar gefunden wurde, parallel heftige Demonstrationen durch unterschiedliche Bürgerbewegungen stattfanden, die Staatsmacht ihre Grenzen offenbarte, mündete jenes Prozedere zumindest zur Bildung der Partei der Grünen.

Mißlungene Versuche

Zunächst eine gelungene Opposition, zumal die Sozialdemokraten es versäumt hatten, kritische Stimme ernst zu nehmen, was die Uniom nebst Liberalen sowieso nie wirklich zuließen oder vermochten. Sowohl die Kohl-Ära als auch das kurze Intermezzo des roten-grünen Versuches scheiterte auf der Linie, setzte sich mit den Großen Koalitionen bei Angela Merkel fort, ohne die wirklichen Probleme des Landes, in der Welt auch nur ansatzweise zu verstehen und zu lösen.

Soziale Mißstände, Umweltverbrechen und der Klimawandel, die drei wesentlichen Knackpunkte. Erneut versuchen die altverkrusteten konservativen Kräfte, dem Herr zu werden per ewig-gestrigen Rezepten, die hauptsächlich in Ignoranz münden, unterm Strich keine Lösungen vorsehen oder gar durchsetzen. Zurück bleibt das dreiste Karussell einer schnippischen Elite, die sich auch noch auf ihre angeblichen Erfolge etwas einbildet, obwohl sie genau jenes weltweite Leid verursacht hat.

Mediale Entgleisungen ziemlich entlarvend

Einerseits fühlen sich nunmehr faschistoide Kräfte erneut auf dem Plan berufen, wie man unschwer erkennen sollte, andererseits etablieren sich hierzulande just die Grünen, an deren Spitze Annalena Baerbock es versuchen möchte. Und wie reagieren manche Medien? Genauso reflexartig verunsichert, gar mit denselben Reaktionen wie all jener Shitstorm, der sich im Internet ergötzt. ARD löscht Twitter-Kommentar zur Bildung Baerbocks, nach heftiger Kritik. Rums, das sitzt. Irgendwie kümmerlich.

Aber so richtig tragisch die Reaktion von Frau Julia Klöckner. Ausgerechnet die reißt den Mund auf! Vielleicht erinnert sich noch jemand an deren rosarote Welt. Jene Ministerin zieht es all die Zeit vor, Chemiekonzerne und die Lebensmittelindustrie zu hofieren, statt die Bevölkerung nachhaltig zu schützen. Insofern sollte sie nicht mit Steinen schmeißen, das vertragen Glaspaläste mitnichten. Fazit von jener medialen Farce: Es wird allerhöchste Zeit, daß Wähler im September zahlreich das Versagen der Politik per Kreuzchen an der richtigen Stelle abstrafen, bevor der Schaden noch mehr zunimmt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wenn Stille Applaus bedeutet

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Den grünen gemischten Salat
aß sie viel lieber als Spinat,
den konnte sie genüßlich mampfen,
kein Grund mit dem Fuß aufzustampfen,
dazu gabs Würstchen, Kartoffeln, passierte,
und im Nu Sabrinas Wutanfall grassierte,
ihren Frust spie sie aus mit vollem Mund,
kleine Babys essen Breie und der Hund,
die 80-Jährige genoß diese Ruhe im Lokal,
die Schauspielkunst beherrschte sie total.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bereit zur Lieblosigkeit

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Zerstörungswut sucht Ventile,
davon möglichst viele.
Haß und Hetze im Internet
alles andere als nett.
Meinungsfreiheit ein kostbares Gut,
doch was soll all die Wut?
Haben wir das Diskutieren verlernt,
wird just die Demokratie entkernt?
Mit Blick gen Ellenbogengesellschaft
kreative Leichtigkeit wird abgestraft.
Wohin solch Entwicklung führt,
bleibt in den meisten Köpfen ungerührt.
Kein Gedanke an Frieden und Freiheit,
man verplempert lieber kostbare Zeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Globetrotter willst du sein

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Kanntest du den Hugo,
der bei Ulm irgendwo
zwischen den Abfahrten,
ich war da am Warten
auf den nächsten Lift,
da trat er aus dem Dickicht,
lud mich ein zum Essen,
hab Stunden gesessen
bei ihm vor dem Zelt,
erzählte, hier sei seine Welt,
von diesem grünen Fleck
käme, wolle er nicht weg,
in Ulm sei er geboren,
hätte sich früh geschworen,
fremde Länder zu bereisen,
wie um ihm zu beweisen,
nach Ulm führen alle Straßen,
keiner wollte ihn als Insassen
in ihren Autos und Lastwagen,
so hat er sein Zelt aufgeschlagen
neben den Autobahnanschlüssen,
die Weltenbummler müssen
hier die Fahrgelegenheit tauschen,
und er kann mit ihnen plauschen,
was du kanntest den Hugo nicht,
den Hugo, der bei Ulm im Dickicht
das Universum zu Besuch hatte,
der Hugo, auf dessen Hängematte
das Rauschen der Niagarafälle
durchdrang deine Trommelfelle,
high wurdest durch das Benzin,
da tramptest du niemals hin,
Globetrotter willst du sein
und warst nie bei Hugos Stelldichein.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ausverkauf der Demokratie

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Wenn konservative Kräfte sich formieren

Daß die Union sich im Moment am Zerlegen ist, sollte inzwischen aufgefallen sein. Dramatisch genug das unselige Ringen um die Kanzlerschaft durch die Herren Söder und Laschet. Zur Freude von Annalena Baerbock, potentielle Kanzlerkandidatin der Grünen. Einem Oskar Lafontaine mag dies nicht schmecken, aber wen interessiert schon die Linken, die durch Sahra Wagenknecht per Linkskonservatismus für genügend Erstaunen gesorgt haben.

Dies wiederum mag ohne Weiteres den Nazis zugutekommen, die sowieso durch den Pöstchenreiter Hans-Georg Maaßen kaum bis gar nicht damals vom Verfassungsschutz behelligt wurden. Mit Blick gen Justiz und dem fragwürdigen Ausgang des NSU-Prozeßes bestätigte sich ohnehin jene Haltung, die exemplarisch zu sein scheint für dieses Land.

Im Spiegel echauffiert sich eine CDU, in Thüringen sorgt die Nominierung für Entsetzen. Tatsächlich? Es handelt sich doch um jenes Bundesland, in dem ein Ministerpräsident Bodo Ramelow abgestraft wurde, weil die CDU zusammen mit der FDP Tabubruch begangen hatten. Somit kommt die jetzige Empörung einer gewissen Heuchelei gleich, die nicht wirklich verwundert.

Zumal die Union ohnehin auch bundesweit vor allem in der Großen Koalition vieles versäumt hat, ihr wahres Gesicht erneut zum Vorschein gelangt. Besonders in Wirtschaftsfragen möchte man so gar nicht von eigenen Pfründen weichen, wie der Arbeitgeberpräsident neulich warnt, die Grünen würden Wohlstand vernichten, so dessen Einschätzung beim Lesen von deren Wahlprogramm.

Das entspricht altbekannten Mustern, die auf dem Rücken der Mittelschicht, den kleinen Einkommen bishin zu Menschen, die auf den Sozialstaat angewiesen sind, ausgetragen werden. Damit haben besonders christliche Parteien so gar keine Bedenken, im Übrigen auch die Liberalen. Interessanterweise trauen so manche sozial Abgedrängte den Nazis, diese würden es für sie schon richten. Mit ein wenig Geschichtsbewußtsein müßten sie allerdings wissen, daß in Diktaturen stets Lager für harte Konsequenzen sorgen, wer nicht spurtet, wird schlichtweg liquidiert!

Bei Feststellung dieser bevorstehenden Aussichten mag man sich nur wünschen, daß die Grünen die Union nebst SPD ablösen, um dem Land schlußendlich den richtigen politischen Diskurs zuzutrauen, bei dem neben der Bewältigung der Klimakrise auch die sozialen Schieflagen endlich bereinigt werden, um einer arroganten Elite das Handwerk zu legen. Deren fetten Jahre haben für genug nachhaltige Probleme gesorgt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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