Solidaritätserklärung für Verein „Rettet den Regenwald“

Landgericht Hamburg geht per Verleumdungsklage in die Offensive

Verkehrte Welt mal wieder. Statt die Politik sich glücklich schätzt, daß beherzte Menschen sich engagiert beteiligen, um Mißstände aufzudecken, anzuprangern, sich zu organisieren, heißt diese eine Justiz für gut, die offensichtlich gezielt Lobbyinteressen vertritt und schützt.

Genauso ergeht es diesmal dem Verein Rettet den Regenwald, der selbstverständlich sich eben nicht einschüchtern oder gar mundtot machen läßt per Solidaritätserklärung. Mehr als 100 Organisiationen unterschrieben inzwischen, wie der Verein verkündete. Gut so.

Es greift erneut eine simple Methode

Und die nutzt eine Zermürbungstaktik, die ziemlich perfide rüberkommt. Einerseits lassen die klagenden Konzerne ihre Rechtsabteilungen vollmundig fleißig agieren, andererseits nutzen sie frechweg juristische Spitzfindigkeiten, die auch über andere Wege Umweltorganisationen und Kritiker belangen wollen bzw. deren Engangement einzuschüchtern drohen. Denken wir nur an den skandalösen Vorgang, als die deutsche Justiz unsere Zivilgesellschaft angriff, weil es der Gemeinnützigkeit ans Leder ging!

Dieser Trend scheint unverblümt sich fortzusetzen, wer will schon kritische Stimmen, wenn man simpelst es versteht, sie juristisch auszubooten. Höchste Zeit für alle demokratischen Kräfte, diese Entwicklung zu analysieren und beim Namen zu nennen, sich mit den Angeklagten auf breiter Ebene zu solidarisieren.

Mit den Klimaprotesten stehen uns harte Auseinandersetzungen bevor

Obendrein nützt die Corona-Seuche ziemlich offensichtlich den Klimaleugnern, weil weniger bis gar keine Proteste auf Straßen und Plätzen mehr stattfinden können. Gespannt blickt die Welt gen USA, die bekanntlich mit Joe Biden wenigstens dem Pariser Abkommen wieder beitreten werden.

Greta Thunbergs jüngster Vorstoß über eine Videobotschaft beinhaltet, es sei nur 30 Jahre lang Blablabla verstrichen ohne nennenswerte politische Maßnahmen durchzusetzen, die den Klimawandel aufgehalten hätten. Vage Klimaziele seien keine verantwortungsvolle politische Antwort, das reiche mitnichten aus. Recht hat sie.

Insofern durchleben wir erneut eine ernüchternde Bilanz. Politik duckt sich weg, verstrickt sich einerseits in Lippenbekenntnissen, wenn es andererseits drauf ankommt, sind harmlose Gesetze eine mehr als dürftige Reaktion. Sie verdeutlicht eine Knechtschaft und Abhängigkeit zum Großkapital, welches sehenden Auges sämtliche Kritik schlichtweg ignoriert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Corona-Pandemie: Bürokratische Hürden verspielen Vertrauen

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Politik läuft Gefahr Extremisten zu füttern

Die Nerven liegen blank in der Bevölkerung, wenn Politiker tagen, Behörden delegieren, das System angezweifelt wird mittels Covidioten, Extremisten Chancen wittern. Betroffene schweigen oder melden sich lautstark zu Wort, so wie in diesem emotionalen Video, wo eine Friseurin aus Dortmund wegen des Corona-Lockdowns verzweifelt. Tatsächlich viel eher, weil sie und ihr Betrieb alleingelassen wird von Behörden, der Politik.

Nicht nur bürokratische Widrigkeiten verspielen das Vertrauen in der Bevölkerung, hinzu kommt die bereits ein Jahr lang anhaltende Pandemie mit ihren Lockdowns und der viel zu frühen Lockerungen der Maßnahmen im Sommer und Herbst 2020, so daß jetzt ohnehin nicht von einem Ende der Krise die Rede sein kann.

Gefährliche Mutanten fordern erst recht politische Entscheidungsträger

Was die Corona-Mutationen so gefährlich macht, verdeutlicht dieses Beispiel. Am Ende des Beitrags weisen die Experten daraufhin, daß bei höherer Ansteckungsgefahr härtere Kontaktbeschränkungen gelten müssen. Paßt nicht so ganz von den Forderungen leichtsinniger Politiker, die nur wirtschaftliche Aspekte im Sinn haben.

Ein Widerspruch, der mehr Todesopfer bedeuten kann. Ein Wermutstropfen, daß marktreife Impfstoffe vor den bisher bekannten Mutationen schützen sollen.

Rechtsextremisten nutzen ihre Ventile in der Corona-Pandemie

Das durften wir auch hierzulande gegen Ende des Sommers 2020 erleben, als Corona-Chaoten in trauter Allianz mit rechtsradikalem Pöbel sich in Berlin austobten. Dabei hatten wir noch Glück, drei Polizisten stellten sich mutig dem Sturm entgegen, in das Reichstagsgebäude eindringen zu wollen.

Beim Corona-Chaos in den Niederlanden kochte die Wut über, drohte die Lage außer Kontrolle zu geraten. Was in Amsterdam und Eindhoven begonnen hatte, verteilte sich im Anschluß in acht weiteren Städten unseres kleinen Nachbarstaates. Ein unübersehbares Beispiel, welches auch hierzulande Rechtsradikale ohne weiteres imitieren werden? Man sollte dies keinesfalls ausschließen, jene Brut sitzt garantiert in den Startlöchern.

Deshalb wäre die verantwortliche Politik gut beraten, eine verunsicherte, unzufrieden anwachsende stille Mehrheit nicht zu unterschätzen, weil in deren Reihen sich auch welche zu solchen Protesten und Widerständen gesellen, wie man unschwer bei den Covidioten bereits sehen kann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Es war einmal ein Freund

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Er war ein Freund aus jenen Tagen,
als Freunde noch Freunde waren.
Wir badeten nackt, keine Scham wir kannten,
zum Trocknen wir um die Wette rannten.
Bei jedem Wetter spielten wir draußen,
am liebsten dort, wo Abenteuer hausten.
Wir waren nicht wie Bruder und Schwester,
nie eifersüchtig, wir waren Beste, Bester.
Wir lebten ohne Differenzierung,
nur unsere Vornamen waren Orientierung
zwischen uns, zwischen Himmel und Hölle,
die uns brachten den Verlust der Fülle.
Seitdem leben wir in verschiedenen Welten,
weil sich dadurch Horizont und Erde trennten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein unlösbares Dilemma

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Entweder du atmest,
oder du erstickst.
Leben sucht Wege
im Auftrag der Natur.
Schau ruhig erstaunt,
wenn du erschrickst.
Sieh es besser locker
und sei nicht so stur.

Entweder Politik handelt,
oder sie versagt.
Die Schöpfung sieht alles
wie eh und je.
Bei Aufrichtigen
das Gewissen nagt.
Wer einfach wegschaut,
hat einem im Tee.

Entweder es ändert sich etwas,
oder es bleibt beim Alten.
Philosophie mag hilfreich sein
ohne Hintergedanken.
Einfach mal wohlüberlegt
gelassen innehalten.
Öffnet dabei unüberbrückbare,
widrig installierte Schranken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Auf dem Laufsteg

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Mit Kunststoffwachs überzogene Gesichter,
mimiklos, modellierte eisig glänzende Mienen,
mumifiziert zu Lebzeiten zur Coolness,
zur Gefühllosigkeit, zu schweigenden Puppen,
gehörlos, sprachlos, blicklos forsch schreitend
wie mechanisch aufgezogenes Blechspielzeug,
verfremdete Wesen, nicht berührbar,
nicht abwaschbar, nicht integrierbar,
Seelen mit Panzerglas kaschiert,
menschliche Panic Room Modelle vorgeführt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Geistesblitz oder Stichwortkomet

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Nicht immer erfahre ich,
wer du bist,
männlich oder weiblich,
sächlich oder kleinlich,
woher du kommst,
ob du wo wohnst
oder lieber reist,
weil du verwaist,
aus eigenen Stücken
hast du dich
deinem Leben entrückt,
um mich zu besuchen,
ich kann nicht mal
den Herrgott um Hilfe anrufen,
den gibt es genauso
wenig wie dich,
nur daß du aufdringlicher bist,
du Trockengewitter,
du Geistesblitz,
aus heiterem Himmel
galoppierst du heran
auf einem Schimmel,
der nur in Märchen real sein kann,
hoch zu Roß
gibst du mit der Lanze den Anstoß,
aus dem Treffer
bildet sich ein Gedanke,
den du schnellstmöglich
mit Weihrauch besprühst,
seine Wichtigkeit unterstreichend,
wie schlau du bist,
mit der Nebelwand
schleichen sich Wolken heran,
bringen mehr Gedankeneinfälle,
dem ersten Blitz folgen
peitschende Wortergüsse,
donnernd platschen
sie auf dein Gedachtes,
reißen es strudelnd mit,
zerlegen es in Silbenabfälle,
aus dem Wortschlachtgetümmel
blinkt der weißblanke Schweif,
der Stichwortkomet ist längst verreist.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ein Jahr Covid-19 und kein Ende der Pandemie in Sicht

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Was läuft verkehrt beim menschlichen Versagen?

Das letzte Jahr wird als das Corona-Jahr in der Geschichte der Menschheit haften bleiben. Tatsächlich? Immerhin hat unsere Spezies schon etliche Pandemien durchlebt und überstanden. Mit dem Covid-19-Virus kam lediglich eine neue hinzu, die verglichen zur Spanischen Grippe bis jetzt noch relativ glimpflich verläuft. Allerdings mag das trügersich sein, schließlich zog sich der Verlauf der Spanischen Grippe länger hin, war obendrein die Wissenschaft dessen Virus eher hilflos ausgeliefert.

„Weitere Pandemien lauern schon“, gab der Zoologe Peter Daszak im taz-Interview zum Besten. Dabei betont er völlig zu Recht, daß wir selbst es in der Hand haben, weitere Pandemien zumindest einzudämmen, in dem wir unser Verhalten überdenken und ändern. Ursächlich seien der Klimawandel und das Artensterben hauptursächlich beteiligt, was zweifelsfrei Mensch selbst zu verantworten hat.

Versagen auf ganzer Linie berechtigter Vorwurf gen Politik?

Man sollte vielleicht nicht ganz so hart urteilen, letztlich sind Politiker auch nur Menschen, die Fehler begehen, vor allem angesichts wegen des tragischen Verlaufs und dem ständigen Datenabgleich zwischen neuen Erkenntnissen und Entscheidungen, die dann schnellstmöglich abgestimmt getroffen werden müssen. Hierzulande erst recht nicht leicht wegen des föderalen Systems.

In dem Interview mit der Epidemiologin Ulrike Haug zum Corona-Impfstoff wird deutlich, wie schwierig sich die Sachlage gestaltet. Dabei beruft sie sich auf eine unsichere Datenbasis, die Vergleichsstudien erschweren, obendrein dürften keine bürokratischen Hürden und Verunsicherungen den Impfverlauf erschweren. In anderen Worten, die Politik ist durchaus gefragt, ihre Hausaufgaben sehr gewissenhaft zu machen und durchzusetzen!

Parallel hat wohl die EU eine viel zu zaghafte Strategie verfolgt, Europas fataler Geiz läßt grüßen, wie Stefan Kaiser in seinem Kommentar im Spiegel anmerkt, eine All-inclusive-Order bei allen Pharmafirmen wäre günstiger gewesen als weitere Monate im Shutdown.

Vom Unwort des Jahres zur nüchternen Realität

Neben „Rückführungspatenschaften“ reiht sich noch „Corona-Diktatur“ als Unwort des Jahres 2020 ein. Letzteres bezieht sich vor allem auf jene Covidioten, die weiterhin nicht kapieren wollen, wie lebensgefährlich uns alle jenes Virus auf die Pelle rückt. Dabei gibt es durchaus auch positiv praxisnahe politische Entscheidungen wie z.B. die des Rostocker Oberbürgermeisters Claus Ruhe Madsen, der mit seiner Covid-Strategie erfolgreich zu sein scheint. Und zwar per Erhöhung von möglichst vielen Testungen, die Kontakt-Ketten zu schließen, anfangs gar gegen die Widerstände des RKIs.

Kann eine angestrebte Null-Fälle-Strategie Deutschland aus der Corona-Krise führen? Dieser Frage geht Zeit Online nach, führende Forscher schlagen der Kanzlerin einen No-Covid-Plan vor. Es bleibt zu hoffen, daß solche Pläne tatsächlich greifen. Andererseits sollten wir uns alle besser darauf einstellen, in diesem Jahr mit der Seuche uns zu arrangieren, selbst durchgeimpft stehen noch viele Fragen im Raum, z.B. wie sich bestimmte Mutationen des Virus verhalten.

Während ein Herr Lindner und andere neoliberalen Schergen ein Ende des Lockdowns fordern, schlagen manche Ökonomen wie z.B. Rudolf Hickel vor, Zero Covid zu unterzeichnen, „sein Motiv sei auch eine persönliche Verzweiflung“. Die Bundesregierung wäre mehr als gut beraten, solchen Stimmen viel eher zu folgen als den Forderungen der Liberalen und Konsorten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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