Sturm aufs US-Kapitol Signal für anhaltende Gewalt in den USA

Trumps sogenannte Zerstörung des Establishments

Wenn Worten Taten folgen, die unmißverständlicher kaum sein können, sollte der gesunde Menschenverstand mit aller Entschiedenheit handeln und diesen 46. Präsidenten stoppen. Was bedeutet wohl die Abfolge der Ereignisse vom 06. Januar, die letztendlich schon lange voraussehbar waren, nur daß etliche meinten, die USA wüßten sich schon vor solchen Gewaltakten entsprechend zu verteidigen? Wie brüllten die entfesselten Anhänger? Es sei nur der Anfang der Spaltung im Land!

Insofern steht dem Wahlsieger und zukünftigen Präsidenten Joe Biden ein ziemlich dramatisches Erbe bevor, ein Heer von rund 74 Millionen Trump-Wählern pocht auf seine Berechtigung, agieren zu dürfen, wann immer es diesem beliebt. Das dürfte die Botschaft sein, die The Donald seinem Wahlvolk aus dessen Sicht erfolgreich eingebläut hat, mittels Betonung, er würde es lieben. Daran ändert auch die Sperrung seines Twitter-Accounts nichts mehr, er wolle sich nicht zum Schweigen bringen lassen. Stimmt, die Welt hat erleben dürfen, daß in den USA ungehindert ein Mob ins Kapitol eindringen darf. Unfaßbar. Mit Politik und Demokratie hat das nichts gemein, sondern mit entfesselter Gewalt.

Weil Terrorexperten und Pelosi eindringlich warnen

Könnte das Kind bereits in den Brunnen gefallen sein. Zu spät? Solange eine zivilisierte Welt noch Möglichkeiten hat, diesen Wahnsinn zu verhindern, sollte sie sämtliche Register ziehen. Manch einer möchte ungläubig die Augen reiben, was dort im Land der unbegrenzten Möglichkeiten just geschieht. Andererseits gab es in den vergangenen vier Jahren genügend Stimmen, auch hier seitens Makadomo, die vor diesem cholerisch-narzißtischen Präsidenten gewarnt haben. So what?!

„Das war erst der Anfang“, verkündet der Terror-Experte Peter Neumann vom Londoner King’s College. Solche Experten müssen es schließlich wissen. Die Entfesselung jener Gewalt somit kaum oder gar nicht mehr zu stoppen? Müssen die Amis trotz eines Joe Biden sich auf eine Ära gezielten Terrors im Lande einstellen?

Darüberhinaus hat sich Nancy Pelosi, die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, an das Militär gewandt, aus Sorge wegen Trumps Macht über Atomwaffen. Das wäre in der Tat der Worst Case, den wir uns alle mal lieber nicht vorstellen sollten!

Eine Amtsenthebung kommt viel zu spät

Faktisch ohnehin, weil das Prozedere zu lange dauert, der Termin zur Amtsübergabe am 20. Januar 18 Uhr EST (Eastern Standard Time) dies nicht erlauben wird, daher Trump noch bis dahin sein Amt ausüben kann und auch wird. Tragisch genug, wir zählen die verbleibenden Tage und Stunden, in der Hoffnung, daß er nicht noch mehr Schaden anrichtet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Sehr gerne

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Nur zu gerne
wäre ich in der Ferne
dort
und da
ziemlich heiser
ein wenig weiser
sehnte ich mich fort
von jenem Ort
nur zu gerne
wäre ich in der Nähe
dorthin
und dahin
zur Akzeptanz
voll Toleranz
ob als Geschwister
oder als Liebster
nur zu gerne
wäre ich in dieser Sphäre
dorther
und daher
Sprache wäre der Schatz
an diesem Platz
wäre ich gerne bei dir
hier
wo du wohnt
wo denn sonst

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Mentalität des Gaffens breitet sich weiterhin aus

Zivilcourage geht dabei verloren

Was treibt Menschen dazu, einfach stillzuhalten, sich nicht einzumischen, wo es gerade äußerst notwendig wäre? Das gilt nicht nur in der U-Bahn, wenn mal wieder ein paar halbstarke Jugendliche meinen, sie müßten zu mehreren ein unschuldiges, wehrloses Opfer sich greifen, um es krankenhausreif bis totzuschlagen, sondern selbstverständlich ebenso wenn man wissentlich bei Wahlen das Kreuzchen in den Kreis der Partei kritzelt, die ohnehin dafür sorgt, den Sozialabbau zu forcieren und gewisse Eliten zu hofieren.

Bei beiden Beispielen fehlt die nötige Zivilcourage, die Meinung nach außen zu vertreten und sich tatkräftig einzumischen. Woran mag das liegen? Können wir das nur mit der menschlichen Psyche entschuldigen, viel eher der eigenen Sicherheit daher den nötigen Raum zu geben, anstatt Mut zu beweisen? Das spielt schon eine gewisse Rolle, und dennoch breitet sich eine Mentalität des Gaffertums aus, die bedauerlicherweise weite Kreise zieht.

In der Gruppe fühlen wir uns geborgen

Ein gewisses Herdenverhalten kommt dem schon ziemlich gleich, wenn wir Menschen uns in unterschiedlichen Gruppierungen einfach wohler und geborgener fühlen. Das hat auch ganz viel mit Sicherheit zu tun, was auf der anderen Seite erklärt, wieso eine Gruppe dem Einzelnen oder deutlich wenigeren Personen gegenüber überlegen auftritt bis hin zur Bereitschaft, dies per Gewalt zu unterstreichen.

Genau aus diesem Grund darf man um so verwunderter sein, wenn eine gaffende Gruppe Menschen tatenlos zuschaut, wenn eine deutliche Minderheit einem oder mehreren Schäden zufügt, ohne beherzt einzugreifen. Zivilcourage hat viel damit zu tun, daß der Mutige aus der Gruppe sich löst, ob er nun dazugehört oder nicht, und das Risiko eingeht, selbst Opfer zu werden. Denn er weiß ja im selben Moment, wie die Gruppe sich verhalten wird. Sie gafft einfach, ohne sich einzumischen und zu helfen.

Wenige Ausnahmen, die schon mal stattfanden, bestätigen diese merkwürdige Verhaltensweise. Mensch somit viel eher gruppenabhängig, besonders davon, wie dieser selbst geschlossen agiert? Gegenteilige Verhaltensmuster unterstreichen genau diese Behauptung, ob im Krieg oder bei sogenannten Bandenschlägereien. Dabei wird Zivilcourage von Beginn an als Selbstverständlichkeit eingefordert. Aber was veranlaßt so einige Menschen, einfach nur zu gaffen?

Bloßer Neugier müssen Taten folgen

Stets hat das Gaffen sehr viel mit Neugier zu tun, obendrein mit dem dramatischen Schicksal des anderen, der nach Unglücken zu leiden hat, der Gaffende sich somit identifiziert, quasi mitleidet und nachempfindet. Da es aber meist beim Gaffen bleibt, ohne tatsächlich aktiv sich zu beteiligen, mitzuwirken, haftet eben der negative Eindruck des bloßen Zuschauens, unabhängig davon die Helfenden dabei sogar in deren Arbeit zu behindern.

Am besten die neugierige Gafferschar bleibt einfach aus, und die Dramatik an Ort und Stelle wäre überschaubar begrenzter. Am Leid des anderen sich zu bereichern, schafft aber genau diese merkwürdig häßliche Form, die sich nicht nur zuschauend äußert, sondern ohne weiteres entscheidend mit dazu beiträgt, die Betroffenen mittels Häme und übler Nachrede langfristig bloßzustellen, siehe beispielsweise die Politik der Hetztiraden. Auffällig hierbei das Nachtreten, weil man die Courage eben nicht aufbringt, die eigentlichen Verursacher anzugehen, obwohl viele durchaus wissen, wer diese denn sind: die Konzerne, die Lobbyisten, die Banken, die Versicherer und die Eliten im Hintergrund.

Dürfen wir jetzt im Umkehrschluß beinahe die Behauptung aufstellen, daß weite Teile in der Bevölkerung wissentlich viel lieber schweigen und wie die Lämmer das ganze Ausmaß an Ungerechtigkeiten sicherheitshalber erdulden, anstatt Farbe zu bekennen, um sich zu erheben, die bekannten Mißstände endlich zu beseitigen? Ja, davon müssen wir ausgehen, es verhält sich genauso und erklärt ebenso, warum manchmal Menschen urplötzlich ihre Meinung ändern, sich still zurückziehen. Auf gezielte Einschüchterung folgt schlicht und ergreifend der Überlebenstrieb – wer riskiert schon „gewisse Repressalien“?

Wie schrieb schon Erich Kästner so zutreffend: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Gelbe Memoiren

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Falls es mir einst
beliebt,
meine Memoiren
für zukünftige
Generationen
oder Neugierige
aufzubewahren
in Wort
und eigener
Handschrift,
so will ich es
mit Zitronenwasser
schreiben,
all die brennenden
Tränen
meiner Seele
auf Papier
bannen,
durch die
mein Herz
so schrecklich
geschnürt,
damit die Wunden
vermögen
zu heilen,
die bitteren
Gefühle
sich verwandeln
mit der Süße
der farbwarmen
Frucht Leben,
die es erst
ermöglicht,
durch die Wärme
des Schmerzes
in meinem
Ich zu lesen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Von wegen Ehre

Ein falsches Lächeln
im Gesicht
schaut dich keck an,
während es Trump wählt,
der Rassismus fördert,
per Haß das Land spaltet.
Toleranz und Freiheit
Stars and Stripes bedeuten,
jene falschen Fans nichts bereuten,
Hauptsache von Wahlfälschung schwafeln,
stets fürstlich tafeln.

Ein verlogenes Lächeln
im Gesicht
zeugt von Ehre und Loyalität,
dessen Trugbild Vorbild für viele.
Doch zu wessen Ziele?
Herrenmenschengehabe
hat die denkwürdig brutale Gabe,
stets Despoten zu hofieren,
sie haben nichts zu verlieren,
außer ihre Macht zu vermehren,
wovon Generationen scheinbar zehren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Krise traumwandlerisch gefährlich gen Höhepunkt

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Merz und Corona-Leugner das bösartige Salz in der Suppe

Gleich vorneweg, so etwas will einen auf Kanzler machen? Das kann nur ins Auge gehen. Was muß noch alles geschehen, bis selbst der dümmste Wähler wird haben ein maßvolles Einsehen? Die Bundestagswahl rückt näher, zuvor im noch jungen Jahr 2021 ausgelassen gefeiert wird, als ob nie zuvor ein Coronavirus viele Opfer gefordert hätte.

Völlig zu Recht mahnt Patrick Diekmann bei T-Online an: Diese Trödelei ist brandgefährlich. Nachdem die Bundeskanzlerin vieles richtig gemacht hatte im Frühling des letzten Jahres, eine Corona-Mutation schon lange absehbar war, steht die Frage im Raum, welche Beweggründe dieses zögerliche Verhalten wohl ausgelöst haben können.

Ein Laissez-faire aus Machtgründen oder einfach nur Naivität?

Letzteres mag man der Bundeskanzlerin keineswegs zutrauen, dafür hatte sie in der Vergangenheit mit einem unverkennbaren Augenmaß gehandelt, wenn auch nicht in Gänze vorteilhaft, so doch meist mit besonderem Nachdruck. Der BlackRock-Möchtegernkanzler wetzt nunmehr schon mal seine Messer, dessen Neujahrsbegrüßung koppelt er an die Forderung zu raschen Schulöffnungen. Ihm scheint die Gefährlichkeit jener neuen Mutation völlig entgangen zu sein. Eine derartige Ignoranz erinnert fatal an Gebahren eines Johnsons oder gar Trumps.

Man mag sich verduzt die Augen reiben, die Lernfähigkeit etlicher Menschen tendiert gen Null, all das Leid scheint bei diesen wohl nicht angekommen zu sein. Wieder Ansturm auf Skigebiete – trotz Corona, „wir haben hier Chaos hoch drei“, so der Kommentar laut eines Sprechers der Polizeiinspektion Goslar im Artikel des Tagesspiegels. Wie naiv ist Mensch, daß er dermaßen ignorant dem Coronavirus begegnet, bzw. es nicht wahrhaben will ob dessen Gefährlichkeit? Haben all die Leugner etwa durch ihr Zutun ganz Arbeit geleistet? Man mag das fast schon annehmen.

Besser aufhorchen, wenn schon die Briten warnen

Dabei sollte der unseriöse Brexit ohnehin mal außen vor sein. Dessen gefährliche Gratwanderung, um Europa letztlich zu destabilisieren, bedarf einer weitreichenden Stellungnahme, die hier nicht hingehört. Es geht um Menschenleben. Wenn das Coronavirus mutiert, sich wesentlich schneller und effizienter in dessen Sinne ausbreitet, insofern ansteckt, muß Politik härter durchgreifen.

Es läuft auf einen längeren Lockdown hinaus. Selbst das voraussichtliche Datum zu dessen Ende am 31. Januar wird viel zu verfrüht sein. Daher kann man dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach nur zustimmen, der einen unbefristeten Lockdown fordert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Berührt

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hätte es mich berührt
das Gras
hätte ich es nicht betreten
aus Furcht
es zu zerstören

barfüßig wie immer
sommers unterwegs
die Welt zu erkunden
und sie
sie soll mich sehen

hätten sie mich gestört
die Kiesel
hätte ich sie gemieden
aus Furcht
sie verletzten mich

barfüßig wie immer
sommers unterwegs
die Welt sah zu
und sie
sie wollte mich erkunden

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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