Weg frei für eine sinnvolle Verkehrspolitik

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Wenn die Grünen das CSU-Ressort verdrängen

Wer den Klimawandel wirklich ernst nimmt, muß entsprechend handeln, ganz besonders die verantwortliche Politik. Mit kleinen Reförmchen wird dies allerdings nicht getan sein, vor einem knappen Jahr sorgten die Gelbwesten-Proteste zu Lasten des Umweltschutzes bereits für genug Unmut, der Streit um EU-Grenzwerte verdeutlichte erneut, wie halbherzig die Thematik betrachtet wird.

Endlich zeigen die Grünen einen erhöhten Tatendrang, auf neue Gleise wird sich besinnt, Reformpläne für die Bahn liegen auf dem Tisch. Nachdem besonders in den 1970er Jahren trotz Ölkrise die Autolobby sich durchgesetzt hatte, etliche Bahntrassen stillgelegt wurden, wollen die Grünen die Corona-Krise zur Änderung des Schienenverkehrs nutzen, wie Markus Balser im Artikel der Süddeutschen zum Besten gibt, ihr Plan würde einen radikalen Umbau der Deutschen Bahn bedeuten. Gut so, höchste Zeit!

Richtungswechsel beim Gerangel um politische Bundespolitik nach Merkel-Ära

Der Termin zur Bundestagswahl rückt ziemlich schnell näher, in knapp neun Monaten endet die Merkel-Ära, ob nun mit oder ohne den BlackRock-Kanzleranwärter, die Grünen positionieren sich natürlich. Es würde dem Land viel erspart werden, wenn die Union endlich mal die Oppositionsbank drückt, mit Superlativen auf dem Weg ins Nichts ist ohnehin nicht gut Kirschen essen.

Das wissen auch die Grünen, hoffentlich besinnen sie sich, bevor sie eine Koalition mit jener Union eingehen. Daß ein Umdenken in der Mobilität für Mensch und Umwelt schon lange vonnöten ist, nicht ohne Folgen bleibt, dürfte nichts Neues sein. Was Greta Thunberg im Spätsommer 2018 anschubste, könnte jetzt endlich konkrete Formen erhalten, auch wenn die EU uns im Nacken sitzt, die USA noch einiges aufzuarbeiten haben nach der desaströsen Trump-Zeit.

Geht’s der Privatisierung endlich an den Kragen?   

Ganz so schnell wohl eher nicht, selbst wenn diese schon länger in der Sackgasse verweilt. Wo viel Geld im Spiel, lassen sich jene „Schmarotzer“ nicht einfach ihre Vorteile nehmen, lang genug hat die Politik in ihrer Selbstgefälligkeit Lobbyisten hofiert. Das dauert noch eine ganze Weile, ehe der Groschen fällt.

Die Idee einer gemeinwohlorientierten Gesellschaft ist unbedingt gutzuheißen. Widerspricht natürlich jedglicher Privatisierung und einer Aktiengesellschaft. Der Bahn steht somit tatsächlich eine weitreichende Reform bevor, ganz besonders wenn die Grünen im kommenden Herbst die Regierung gestalten, die dann das Treiben jener 700 Tochterunternehmen der Bahn hoffentlich tatsächlich unter die Lupe nimmt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Soll ich meinen Traum erzählen

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Soll ich meinen Traum erzählen,
der es liebt vom Schlaf zu zehren,
seit Kindheit ein treuer Begleiter,
meines Geistes Blitzableiter?

Soll ich meinen Traum erzählen,
euch mit Gefühlsmüll quälen,
der die Nächte mit mir verbringt,
des Tags er mit sich selbst ringt?

Soll ich meinen Traum erzählen,
in dem immer Worte fehlen,
aus Zeitdruck oder Ignoranz,
meine Einwände für ihn Firlefanz?

Soll ich meinen Traum erzählen,
für den nur wichtig seine Sphären,
durch die er meint mich zu belehren
oder schlimmer mich zu bekehren?

Soll ich meinen Traum erzählen,
dessen Story ich nie darf wählen,
der sich mir hat aufgedrängt,
damit jemand über ihn nachdenkt?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Neujahr voller Erwartung

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Das neue Jahr beginnt
wie immer voller Elan.
Da ist schon was dran,
wenn manch Vorsatz zerrint.

Das neue Jahr wird gefeiert
bis tief in die Nacht.
Was haben wir dabei nur entfacht,
daß man morgens dermaßen reiert?

Das neue Jahr soll besser sein
als das alte, denken die meisten.
Früher etliche sehr weit reisten,
jetzt sagt das Virus entschieden nein.

Das neue Jahr wir freudig begrüßen,
ohne zu wissen wieso oder warum.
Mensch bleibt unerfahren und dumm,
im Frühjahr bald schon Blumen sprießen.

Im neuen Jahr Politik hat’s erneut in der Hand,
endlich Gerechtigkeit walten zu lassen,
statt ewiglich hier zu kürzen, dort zu prassen.
In der Zukunft verbirgt sich jenes Wunderland.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Jahreswechsel 2020-2021

© Doris Mock-Kamm

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Mit dem Rückblick neues Glück im Jahr 2021?

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Das alte Jahr neigt sich seinem Ende

Voller Wehmut, oder ist es Wut, blicken wir in die nahe Zukunft. Was bedeutet hierbei schon Vernunft? Mensch praßt seit ehedem ohne Sinn und Verstand, fährt sein eigenes Schicksal gegen die Wand. Etwa manch Blick zurück in Zorn? Dazwischen ward der Heiland geboren, wie alljährlich zu Weihnachten man Feste feiert, wie sie fallen, Corona vereitelte das, auch Silvester weniger Sektkorken knallen. Tatsächlich verzichten auf Spaß?

2020 so vielversprechend begann, das Tor zum zweiten Jahrzehnt im neuen Jahrtausend, trotzdem eben kein Happy End! Das Virus versaute weltweit die Stimmung allüberall. Plötzlich so Knall auf Fall. Oder war auch jene Seuche vorauszusehen? Was muß denn noch alles geschehen, bis erfolgt ein wachsames Einsehen? Indizien waren all die Zeit ohnehin sichtbar vorhanden, doch Gier, Korruption und zuviel Haß lieferten sich Staaten, Banden, ohne den Kern der Schöpfung zu respektieren. Jetzt muß Mensch dafür verlieren.

Was denn nun? Rache wird nicht eher ruhen, bis sie ihr Ziel erreicht, Kosmos Ungerechtigkeit ausgleicht? Im Prinzip läuft’s darauf hinaus, Mutter Erde braucht eine dringliche Paus‘. Anstatt sich tatsächlich zu besinnen, möchten manche ein ewiglich weißes Linnen. Doch all das verursachte Leid geht nicht nonchalant von dannen, läßt sich nicht simpelst verbannen. Schuld allein steht nicht zur Disposition. Reiche Säcke, verlaßt eher euren Thron! Bei diesem Virus auch der mit viel Geld verrecke. Zurück bleibt ein stiller Ton.

Das Zeitalter der Despoten auf dem Höhepunkt sich befindet. Wann wohl jener Spuk endlich verschwindet? Solange noch ein Putin, Bolsonaro, Erdogan oder Kim Jong-un einfach so tun, als ob sie fürs Volk auserwählt ihr Dasein fristen dürfen, wird die Wirtschaft mit ihnen so manches schlürfen. Eine Hand wäscht bekanntlich die andere ohne Wenn und Aber. Was soll dabei das verkorkste Palaver? Sand in die Augen einer wachsamen Minderheit? Das wußten die meisten doch bereits in der Kindheit. Money makes the world go round, what a great sound!

Mensch wird im Laufe des Jahres das Virus bezwingen, dennoch genügend Probleme etliche dabei niederringen. Wer die verkehrten Weichen stellt, wie immer für gewisses Geld, der voll Ironie viele Tote zählt. So haust Mensch auf dieser Welt. Hierzulande die Union erneut meint, sie könne den Kanzler bestimmen. Ob die Grünen am Ende uns überraschend trimmen? Mit Merz, jenem BlackRock-Scherz, kann die Union keinesfalls Wähler mobilisieren, sondern wird Stimmen verlieren.

Was die Sozen ohnehin all die Zeit verbocken, werden Grünenwähler aufstocken. Dabei die Linken zahlenmäßig sinken. Wer zwischen Putin und Glaubwürdigkeit schwankt, der hat daher erst recht abgedankt. Die Nazis seien besser nicht erwähnt, jeder, der die hat gewählt, sich mal besser schämt! Im Herbst des nächsten Jahres wird sich zeigen, wohin geht hierzulande der politische Reigen. Rot-Grün dann ein zweites Mal? – Trink dein Bier aus, es wird schal.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Weißes Blatt

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Meine Hand gelehnt
an ein weißes Blatt,
getränkt mit nicht
geweinten Tränen,
beschrieben mit nicht
vorhandenen Worten,
die Wahrheit ist,
Wissen verursacht
kein Herzklopfen,
lockt niemand
hinterm Ofen vor,
dagegen die Lüge
das Herz läßt rasen,
findet Gehör überall,
die Wahrheit ist,
meine Hand stützt
meinen Kopf,
sonst ertrinke ich
in den Tränen,
ersticke an den
schreienden Worten,
die Wahrheit ist,
das weiße Blatt
beschützt meinen
fühlenden Verstand.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Aufregung im Herbstlaub

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Gruitburs Forderung

Mit den Laubbläsern war Schluß mit lustig, Kleintiere wurden regelrecht bei lebendigem Leib geröstet, einfach so mir nichts dir nichts umgebracht, weil gewissen- und gedankenlose Menschen auf die Schnelle jenes lästige Herbstlaub zusammenraffen wollten, ohne wie sonst üblich einen Rechen zu benutzen. Das schaut ja nach regelrechter Arbeit aus, menschlicher Erfindergeist erfand kurzerhand den Laubbläser. Basta.

Grund genug sich entsprechend zu wehren. Fraglich wie das denn vonstatten gehen sollte. Schließlich waren kleine Kobolde alles andere als groß zu bezeichnen, ein Eichenblatt diente ihnen auch noch im Spätherbst als Regenschirm, je nach Blattgröße konnten sie gar zu zweit darunter turteln, ohne naß zu werden. In manchen Märchenbüchern nannte man sie gar Däumling, was sie natürlich negierten. Kobolde wollten sie genannt bleiben.

Am frühen Morgen hatte sich Gruitbur auf den Weg gemacht, um seine Kusine Beeringa abzuholen. Wer jetzt meinte, die Kobolde lebten mitten unter Menschen, der schien ihre Vorsicht komplett zu unterschätzten. In städtischen Parks waren sie genausowenig zuhause wie am Rande von Dörfern. Ihre Heimat befand sich stets mitten in den Wäldern, vorzugsweise in Laubwäldern, die inzwischen aufmerksame Förster wieder zuließen trotz mancher Fichtenwälder, die aus wirtschaftlichen Gründen ihre Daseinsberechtigung erhielten.

Spaziergänger, die hin und wieder durch den Wald marschierten, oftmals viel zu laut, entdeckten die Orte der Kobolde mitnichten, manche Hunde schnüffelten zwar des Öfteren aufgeregt, was deren Frauchen und Herrchen aber mißdeuteten, nicht im Traum erahnen konnten, wie dicht ihre Vierbeiner Kobolden auf den Fersen waren. Gut so. Gruitbur grübelte schon länger über so manche Gefahr, die von Menschen ausging, achtete dennoch akribisch darauf, nicht allzu unvorsichtig des Weges zu gehen.

Plötzlich bemerkte er im letzten Moment ein zischendes Geräusch, einen Aufschrei und sprang daher hinter eine Hainbuche, rutschte in einen Wühlmausgang und verharrte lauschend. Ein Junge hatte die Kontrolle über sein Mountainbike verloren, das Vorderrad rutschte in einer Schlammpfütze weg, der Rothaarige landete unsanft auf dem Boden, das Rad blieb liegen, Laub wurde durchs drehende Hinterrad aufgewirbelt, eine Amsel schreckte auf und flog kreischend in die Hainbuche, die zuvor Gruitbur als rettenden Zufluchtsort fand.

„Manno, wie konnte ich nur diese blöde Pfütze übersehen“, fluchte Flo, so hieß der 11-Jährige, stand im nächsten Moment auf und wollte sein Rad anheben. Doch irgendeine Kraft hinderte ihn daran, der Drahtesel ließ sich keinen Millimeter bewegen. Erstaunt blickte Flo nach unten. Dort hielt ein Zwerg, gerade mal acht bis zehn Zentimeter groß oberhalb des Sattels das Bike mit beiden Händen fest, stemmte es gen Boden.

„Wer bist du denn? Was willste mit dem Rad und von mir?“, fragte der Junge erstaunt.  Gruitbur schaute ihm keck entgegen.

„Na, ganz schön matschig der Waldboden, oder? Besser aufpassen, kann ich dir nur raten. Ich überlasse dir dein Fahrrad, wenn du bis zum Waldrand schiebst und nicht so einen Höllenlärm verursachst. Schließlich wollen die Tiere und meine Freunde den Morgen in Ruhe genießen!“

Flo schnaufte einmal kurz durch, konnte es kaum fassen, mit welcher Sicherheit und Courage der Zwerg ihm trotzte.

„Man nennt mich Gruitbur, Sohn des Fluitbart, gerade mal 124 Jahre alt, also noch ziemlich jung. Und wie heißt du?“ Flo staunte nicht schlecht.

„Ich bin der Flo, eigentlich Florian, aber alle nennen mich Flo, weil ich ständig auf Achse bin, besonders mit dem Mountainbike. Bist du ein Zwerg oder so? Weil du so klein bist.“

Gruitbur grinste Flo an und lachte, um ihm zu erklären, daß er ein Kobold sei. Die Menschen hätten früher noch über sie gewußt, danach folgte die Zeit der Geschichten und Märchen, in denen man sie verbannte, um sich ihrer nicht mehr erinnern zu wollen. So waren sie wohl in Vergessenheit geraten. Nur ganz wenige Menschen durften sie noch sehen.

„Dann bin ich jetzt wohl eine Ausnahme?“, kommentierte Flo und lachte kurz auf, „wo wohnst du denn? Hier im Wald?“

Der Kobold forderte ihn auf, ihm zu folgen. Flo schob wie angeraten sein Rad und Gruitbur schritt vorneweg, mit stolz erhobenem Haupt. Nach einer Weile erreichten sie eine kleine Lichtung. Überall lag das Laub unter den Bäumen, in den Büschen, mal gleichmäßig verteilt, mal etwas hügelig. Niemand wäre auf die Idee gekommen, nachzuschauen, was sich unter diesen befand. In der Regel ohnehin Äste, Kleintiere, Pilze, Gräser und viele Würmer, geschützt vor nahender Winterkälte.

Wie von Zauberhand öffnete sich ein Laubhügel, Flo sah Treppenstufen, die in den Boden führten, waren aber für ihn selbst viel zu klein, ein Lichtschimmer in der Tiefe ließ erahnen, was sich im Innern verbarg. Als er sich vorsichtig umdrehte, erschrak er für einen Moment. Hunderte Kobolde, manche einiges größer als Gruitbur, umringten ihn, beobachteten den Knaben neugierig. Manche lachten, einige schauten ihn ernst an. Aus der Menge trat ein kräftiger Mann ihm entgegen.

„Man nennt mich Fluitbart, Gruitburs Vater. Wir wissen, daß du nichts Böses im Sinn hattest. Beachte den Ratschlag meines Sohnes, und wir lassen dich gehen. Allerdings wirst du nach deinem nächsten Schlaf dich nicht mehr an uns erinnern können. Das muß so sein. Es dient unserem Schutz. Das Einzige was bleibt, ist dein Versprechen. Du wirst diesen Wald hier meiden, in Zukunft generell andächtiger Wälder, die Natur betreten. So soll es sein!“

Ehe Flo es so richtg verstanden hatte, verschwanden alle Kobolde. Gruitbur winkte ihm nur noch kurz, das Laub fiel fast geräuschlos über die Terppenöffnung. Der Junge war sich dessen bewußt, lächelte ein wenig verlegen und verließ ganz leise staunend den Wald, um am Wegesrand sich aufs Mountainbike zu schwingen, nach Hause zu fahren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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