Mitten im Glück

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Bild von Ansgar Scheffold auf Pixabay

Schlaftrunken oder besser verpennt startete er den Wagen,
der Tag noch zugedeckt mit orangeroten Farben,
eine Zigarette für uns zum Frühstück schon seit Tagen,
Geld hatten wir zu Genüge, wir mußten nicht darben,
wir wollten heißen Kaffee und Croissants mit Butter,
ich dachte in diesen Morgenmomenten an Mutter,
die mich, außer an Wochenenden, immer zärtlich weckte,
obwohl sie mit ihrer Art seit Monaten bei mir aneckte,
er dachte wahrscheinlich an Sex, obwohl wir beide verschwitzt
vom Liebesakt, ich sehe es ihm an, weil er aufrecht sitzt,
nicht wie sonst vornübergebeugt übers Lenkrad,
als sei‘s ein Kuschelkissen, von dem er sich nicht trennen mag,
wir fuhren mit lauter Musik die Steilküste entlang,
durch die geöffneten Fenster der Wind die Töne verschlang,
weißes Licht das morgendliche Erröten des Tages übermalte,
sie schminkt sich aus Scham, ich fragte, ob er mal anhalte,
wir stiegen aus, rochen die Tränen, die an die Felsen aufschlugen,
über die Steine rollten, Wellen die ihr Leid nicht mehr ertrugen,
oder war es Mitleid, war es Freude, weinten sie vor Glück,
war ihr Gesang Ablenkung zur Maskerade fürs nächste Theaterstück,
ich werde heute den letzten Tag mit dir verbringen,
die letzten Stunden, die letzten Minuten werden für mich klingen
wie diese Tropfenmelodie, vertrautes Willkommen und Abschied,
wie der leicht bewegte Vorhang, hinter dem die Akteure proben ein Lied,
ein Lied über verlassen werden, über Liebe, die ewig währt,
über den Wind, der der Welt Gesicht streichelt, ihre Einsamkeit aufzehrt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Fehlentwicklung ändern

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Drei Worte bestimmen das Leben,
Nehmen und Geben
das menschliche Bestreben.

Ich liebe dich,
so oft und gern gesagt,
erscheint ungefragt.

Manche Sätze uns verletzen,
einige sich verwundert setzen
beim fragwürdigen Hetzen.

Nach Gewalt bis hin zu Krieg
gibt es überhaupt keinen Sieg.
Mensch pflegt dennoch diesen Tick.

Alles Sein daher in Frage stellen,
nützt selten in den meisten Fällen.
Möge uns Kreatives besser erhellen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Klimaliste fordert die Grünen heraus

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Bild von Dominic Wunderlich auf Pixabay

 

Wählergruppen als notwendige Konsequenz

Wer in der Opposition sich befindet, kann durchaus lamentieren, sich wichtigtuerisch einbringen, was keinesfalls die Rolle schmälern oder herabwürdigen soll. Nur beim Regieren selbst offenbaren sich Realitäten, wann vorherige Standpunkte um- und eingesetzt werden oder eben angesichts zu vieler Kompromisse im Sande verlaufen.

Die Grünen hatten in den sieben Jahren unter Schröder ihre Gelegenheit real verspielt, unabhängig davon, daß die Sozialdemokraten selbst lieber dem neoliberalen Weg hinterherhechelten. Das könnte sich zum Superwahljahr 2021 als Retourkutsche herauskristallisieren, wenn ein Friedrich Merz bei den Verhandlungen scheitert, ein Olaf Scholz besser mit den Grünen im Boot sitzt, wenn da nicht eine Klimaliste den Grünen einen Strich durch die Rechnung machen sollte. Für die Umweltaktivistin Sandra Overlack „war es nie genug“, ist sie von den Grünen enttäuscht, wie sie im Interview bestätigt.

Die Zeit der vielen Kompromisse ist passé

Aus naheliegendem Grund, beim Klimawandel nutzen niemand faule Ausreden. Sollte die verantwortliche Politik weiterhin vor sich hinschlummern mit ihren halbherzigen Aktionen in der Klimakrise, wird auch Deutschland sein Ziel des Pariser Abkommens nur verfehlen!

FFF hat garantiert nicht zufällig die Welt erobert. Die unnötigen Versuche seitens etlicher Prominenz, Greta Thunberg zu verunglimpfen, von Dieter Nuhr bis hin zu Wolfgang Bosbach entlarvt die klägliche Stimmungsmache, wovon sie selbst sich keineswegs beeindrucken läßt. Gut so.

Auf die Frage, ob Wirtschaftswachstum und Klimaschutz zusammenpassen, hadert Sandra Overlack nicht, bringt die Möglichkeit von neuen Arbeitsplätzen bei der Energiewende ins Spiel. Eine deutlichere Ansage wäre aber vonnöten. Die Menschheit hat keine Chance, die Klimakrise zu meistern, will sie das Wirtschaftswachstum hochhalten. Das hat sich somit einzureihen bei der Notwendigkeit, daß wir alle überleben wollen.

Heute die Grünen, morgen die Klimaliste?

Denkbar, obwohl der Name „Klimaliste“ sich noch ändern  könnte. Die Idee grüner Politik hat ohne weiteres ihren fundierten, glaubwürdigen Ursprung. Erst recht beim Versagen linker Parteien, die dem Umweltschutz in den letzten Jahrzehnten zu wenig Beachtung schenkten, ganz ähnlich wie das damalige Versäumnis der Sozialdemokraten.

Genauso könnte es den Grünen jetzt ergehen, wie man bereits im Ländle feststellen darf. Andererseits schloß Sandra Overlack eine Zusammenarbeit mit den Grünen nicht aus. Politik lebt auch von der Bereitschaft, sich selbst und die eigene Partei kritisch zu betrachten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Kniestrümpfe sind kein Omen

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Kniestrümpfe hielten dafür her,
wer sittsam und reinlich wär,
stets akkurat hatten sie zu sitzen,
manche extra versehen mit Spitzen,
die weißen waren für sonntags,
bunt war erlaubt wochentags,
Ausnahmen wurden geduldet,
war man den Jungs geschuldet,
irgendeiner Tradition verpflichtet,
oder der Moderne angedichtet,
der Gummizug unter dem Knie,
parallel hat zu sein, vergeß ich nie,
in der Kirche war Vorsicht geboten,
Füße auf der Kniebank verboten,
war es Herbst oder regnerisch,
die Strümpfe gleich unansehlich
vom Geschmier der Straßenschuhe
und aus war’s mit der Sonntagsruhe,
zu achten hatte man auf die Strümpfe,
noch auf dem Kirchhof gab’s Geschimpfe,
den sorgenvollen Eltern war’s peinlich,
ihr Kind vor aller Augen nicht reinlich,
beschämt mit gesenktem Haupt,
den Blick nach unten und überhaupt
beraubt wurde man der Andacht,
weil ständig an die Strümpf‘ gedacht,
verwunderlich ist’s daher schon,
ohne der Litanei der kirchlichen Passion
kann man auch Werte erlangen,
man kann mit den Strümpfen anfangen,
egal ob schmutzig, rutschend, also unzüchtig,
Akzeptanz und Veränderbarkeit sind wichtig.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Fünf Jahre ʺMakadomoʺ

© Doris Mock-Kamm

16. November 2015 bis 16. November 2020

Die Domain bleibt, selbst wenn inzwischen sogenannte „Querdenker“ meinen, sie könnten das eigentlich positive Wort für ihren „Dreck“ benutzen, den sie in die Welt posaunen. Quertreiber fangen unter falschen Namen „Erleuchtete“ ein, wie Doris plausibel mit Nachdruck geschildert hat. Uns würde es unnötig viel kosten, sie zu ändern, was wir mitnichten einsehen, obendrein sollte man nicht übersehen, daß Verschwörungsszenen, Esoteriker und Rechtsradikale sich gern mit fremden Federn schmücken, ein Grund mehr ihnen etwas entgegenzusetzen. Das mal vorneweg, um Irritationen aus dem Weg zu räumen.

Inzwischen erschienen mit diesem Statement 3.434 Beiträge. Bald wurde unser Blog eine halbe Millionen Mal weltweit aufgerufen, natürlich hierzulande am meisten. Die Top Ten der Länder, die unsere Beiträge aufriefen, sind Deutschland, USA, Österreich, Schweiz, Kanada, Spanien, Griechenland, Irland, VR China, Spanien und Niederlande. In 173 Ländern wurden wir gelesen.

Uns folgen bei WordPress immerhin 211 Blogger. Ein Blick zu den Kategorien zeigt deutlich den Fokus. Es erschienen 1.180 Gedichte, Quergedachtes 341 Mal, 337 Kolumnen, 308 Politik-Beiträge, 222 Satiren, 202 Gesellschaftsartikel und 181 Kurzgeschichten (wobei dort Fortsetzungsbeiträge mitgezählt werden). Die anderen Kategorien weisen weniger als 100 auf.

Doch Zahlen spiegeln nur einen Teilbereich wider, sind keinesfalls das Maß aller Dinge. Sie mögen vielleicht auch unser Wirken verdeutlichen, schließlich sind wir ein kleines Team. Dabei möchte ich mich gern nochmals ausdrücklich bei allen bedanken, die uns vertrauen, hier ihre Beiträge hinterlassen oder in Interviews sich einbringen.

Bei Betrachtung der erschienenen Beiträge mag vielleicht auffallen, daß wir seit April dieses Jahres weniger veröffentlichen. Das hat ganz besonders mit mir selbst etwas zu tun, der Fokus richtet sich auch nach anderen Taten.

Lotar Martin Kamm

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Überm Friedhof

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Bei jedem vor und zurück
das Quietschen, mein Glück,
bei jedem vor und zurück
graue Gräber im Blick.

Die Schaukel schwang,
nach Höhe ich rang,
Heimstätten ohne Bang,
Lebensfreude mein Drang.

Friedhof unter meinen Füßen,
es gab nichts zu büßen,
Wind umgarnte mich mit Küssen,
Tränen Schicksale umfließen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Pest und Cholera waren gestern

Heute wütet dieser Trump im Schwarzen Haus

Aus die Maus, hinaus mit dir, du Demokratie, wir schlachten dich wie Vieh, du blödes Getier! So denkt und handelt der blonde Dolle, druckst wie Bolle, ob er nicht noch schnell möglichst viele Gegner entlassen soll, das ist doch toll. Er wird nicht weichen, keinen Zoll, stakst über Leichen, wenn’s denn unbedingt so sein soll.

Das kannste dir nicht ausdenken, man möge sich dabei ablenken, den Hals verrenken oder die Realität entrückt uns wieder schenken. Die schreibt unverhohlen ihre eigenen Kapriolen, schaut derb nach Staatsstreich aus, verloren das Weiße Haus, jetzt lautet’s Schwarzes Haus!

Wo bleibt die Gerechtigkeit? Ist es bereits soweit, daß ein cholerischer Narzißt nach seinen eigenen Maßstäben mißt? Anderen nonstop Lügen auftischen, vollmundig im Trüben fischen, um im Oval Office zu zischen, er habe doch die Wahl gewonnen, selbst wenn tatsächlich ihm etliche Stimmen zerronnen. So handelt ein Faschist, der auf andere pisst. Das deckt sich mit dessen sexuellen Taten. Worauf noch warten?

Bis der Krug gefallen auf den Grund? Das wäre für viele ungesund. Opfer dabei vorgrammiert. Kriegerisch sei unter Trump nix passiert, manch linker Politiker lamentiert. So ungeniert wird gelogen und betrogen? Wer glättet jetzt noch die Wogen? Die sind längst auf zerstörerischen Kurs so kurz vor dem Sturz. Genau, da geht sie hin, die Demokratie. So gefährlich war’s in den Staaten noch nie.

Trumps Plan geht auf, das Land der Stars und Stripes gespalten zuhauf. Im Übrigen weltweit längst so gedacht, das wäre doch gelacht, wenn global sich Widerstand entfacht. Es soll nicht mehr human gehandelt werden, es zählen Herrschaften hoch auf Pferden, die ziehen durch ihren brutalen Ritt, wer nicht spurtet, kriegt nen Tritt. Igittigitt.

Laßt uns hoffen, das Janze sei nur ein böser Albtraum, morgen liegste in einer Wanne voller Blütenschaum, blickst zwar in unsichere Zeiten, weil das Virus uns genügend Sorgen wird bereiten, aber mit Joe Biden kannst du das Leben besser leiden. Mit jenem Trump wirste mindestens krank. Der lebt nach eigener Fasson, vergreift sich stets im Ton.

Pest und Cholera waren gestern wie zwei gefährliche Schwestern in Gesprächen am Lästern, doch mit Covid-19 wurde eine Tür aufgestoßen, es heißt stop mit Liebkosen. Das hilft jenem blonden Dollen, sein böses Sein allgegenwärtig nach außen zu tragen, niemand mehr zu fragen, ob das Land, die Welt seiner überdrüssig sein mag. Es rückt näher der Tag, wo eigentlich im Weißen Haus Joe Biden zum 46. Präsidenten vereidigt werden soll. Doch ob bis dahin noch herrscht der Trump’sche Groll, das werden wir schon bald wissen. Dann werden sie die Fahnen hissen. Hoffentlich nicht verbissen. Wir würden alle unsere Freiheit missen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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