Feel_me – eine Antistigma Initiative – Interview mit Mia Lada-Klein

© Mia Lada-Klein

Jeder von uns verdient die gleiche Wertschätzung und aufrichtige Liebe

Nach außen gehen, obwohl im Inneren zerrissen, eine ziemlich mutige Entscheidung, die viele eben nicht wagen, zu sehr mit eigenen Belangen beschäftigt, sie nicht sortieren zu können. Das gehört halt zum Alltag, möchte man jetzt vielleicht einwenden, wenn da nicht die Aufforderung wäre, jemand zu fühlen, nachzuempfinden, es denjenigen ganz tief im Innern belastet, was zeitweise sich Wege nach außen sucht, wobei die Umwelt oftmals mit Unverständnis reagiert. Schon befinden wir uns mitten im Thema.

Vorneweg, es gibt schon längeren Austausch mit Mia, ich wurde nur neugierig, als ich von ihrer Antistigma Initiative erfuhr, die mich zugleich interessierte. Warum nicht diese Initiative einem breiteren Publikum präsentieren, zumal das eigene Leben genügend Probleme birgt, zumindest ansatzweise hinterfragt zu werden, wer bereit dazu, dies zu vertiefen.

Lotar Martin Kamm: Gern habe ich in der zweiten Überschrift aus deinen Notizen jene Bemerkung herausgepickt, die mir zugleich auffiel, in der du noch angefügt hast, „den gleichen Respekt und die gleiche Achtung“. Das Ganze zur Begründung, wieso du diese Initiative gestartet hast. Magst du dies ergänzend ausführen?

Mia Lada-Klein: Letztlich war es die Erfahrung, die mich angestupst hat. Ich bin meinen Weg gegangen, und er war steinig, aber irgendwie hatte ich es aus dem Dschungel der Dunkelheit geschafft. Das meint man, aber die Probleme hörten hier nicht auf. Ich merkte durchaus, dass die Menschen mich anders wahrnahmen, auch anders behandelten, wenn sie dann wussten, dass ich lange Zeit eine Essstörung hatte und auch einen Suizidversuch überlebt hatte. Natürlich waren es nicht alle Menschen, aber doch ein paar.

Das Gleiche gab es dann bei der Jobsuche. Ich habe viele Lücken im Lebenslauf, und sofort wird man irgendwie abgestempelt oder von der Seite angeschaut. Man fällt durchs Raster, auch wenn man qualifiziert wäre. Eine psychische Erkrankung ist kein Grund, jemanden abzulehnen, wenn der Mensch sein Leben wieder im Griff hat, seine Erkrankung im Griff hat und geeignet ist für eine Aufgabe. Man wird gebrandmarkt. Sicher habe ich eine Rückfallquote, aber das Hier und Jetzt erscheint manchmal auch chancenlos und das führt eben auch zu Rückfällen. Ich dachte, dass es eben nicht nur mir so geht, sondern anderen Menschen auch. Zudem sind viele Berührungsängste von Menschen einfach auch ein Mangel an Wissen.

Dieses Wissen entsteht aber nicht, wenn wir schweigen. Je mehr man über sich, seine Erkrankungen spricht und aufklärt, umso besser können die Menschen verstehen und vielleicht auch ihre Ängste ablegen. Menschen mit psychischen Erkrankungen sind keine Menschen zweiter Klasse und sie müssen sich auch nicht in der Tabuzone aufhalten. Es kann jeden von uns treffen. Wir sind alles Menschen, und jeder hat seine Baustellen. Bei dem einen ist es die Depression, beim anderen die Schizophrenie, und beim nächsten ist es die Frage, wie man finanziell den Monat übersteht. Jeder hat seine Probleme, aber eine psychische Erkrankung ist kein Grund für ein Brandmal.

Lotar Martin Kamm: Ganz grob unterscheidet man bekanntlich zwischen physischen und psychischen Krankheiten oder Problemen. Letzteres ebenso ein sehr weites Feld, welches du anschaulich versuchst, näherzubringen, zu beschreiben, im Fokus jenes „Gefühl“. Aus eigenen Erfahrungen heraus? Gab es konkrete Anlässe, einen Anstoß?

Mia Lada-Klein: Ich habe zehn Jahre Bulimie hinter mir und hatte vor sechs Jahren einen Suizidversuch. Ich bin von einer Klinik zur nächsten gependelt und habe lange gebraucht, um mein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Ich bin seit fünf Jahren weitestgehend stabil. Hier und da mal ein kleiner Rückfall, aber augenblicklich geht es mir gut, und ich bin sowas wie eine trockene Bulimikerin.

Lotar Martin Kamm: Magst du genauer differenzieren, welches dich selbst betrifft oder dein näheres Umfeld, das du natürlich beobachtet, daraus Rückschlüsse gezogen, es verarbeitet hast, bevor die Antistigma Initiative „spruchreif“ wurde?

Mia Lada-Klein: Bei mir ist es die Bulimie und die Depression. Zudem leide ich unter einer Schlafparalyse. Ich bin außerdem hochsensibel und habe auch lange gebraucht, um hier einen Weg im Umgang damit zu finden. In meinem Umfeld geht es viel um die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Ich bin unter einer narzisstischen Mutter aufgewachsen und hatte zwei narzisstische Partner. Bis heute leide ich noch unter einer postnarzisstischen Belastungsstörung. In meinem Umfeld ist die Schizophrenie ein großes Thema, aber zum Schutz der Beteiligten möchte ich das nicht näher ausführen. Ich weiß nur, wie es ist, einen Betroffenen im nahen Umfeld zu haben und kenne eben auch die damit verbundenen Probleme, die auftauchen können.

Lotar Martin Kamm: Wie empfindest du die Reaktion von Fachärzten zu diesem Thema? Allesamt fragwürdig, zumal es genügend Ungereimtheiten im Kontext zur Pharmalobby gibt, wer sich näher mit Psycho-Pharmaka beschäftigt hat, wird’s wohl eher bestätigen? Mit einer Schwarz-Weiß-Argumentation kommt man schnell an die Grenzen, oder?

Mia Lada-Klein: Schwarz-weiß Denken ist immer schlecht. Ich lehne Medikamente nicht ab. Ich nehme augenblicklich keine, aber ich habe lange Zeit welche genommen. Sie können helfen, aber sie können alles auch schlimmer machen. Ich denke gerade bei der Schizophrenie sind Medikamente in einem bestimmten Stadium wichtig und ich bin froh, dass es diese gibt. Soviel wie nötig und so wenig wie möglich. Das denke ich. Und zudem denke ich auch, dass neu nicht gleich besser ist. Jeder muss das für sich entscheiden. Jeder sollte das tun, was ihm/ihr hilft. Es gibt beim Heilungsweg kein richtig oder falsch. Es ist etwas Individuelles.

Fachärzte sind eben auch nur Menschen. Menschen machen auch mal Fehler und eben nicht alles richtig. Man sollte sich also nicht nur auf Ärzte verlassen. Allerdings ist ein guter Arzt unheimlich wichtig. Gerade in der Therapie ist es wichtig, dass man einen guten und kompetenten Psychiater, Psychotherapeuten oder Psychologen an der Seite hat.

Lotar Martin Kamm: Jetzt haben wir einiges hier erfahren dürfen, Zeit auch mal deine Internetpräsenz weiterzugeben, wer vertieft deine Ausführungen erleben mag. Zum einen gibt es in deinem You-Tube-Kanal bereits 12 Beiträge, darüber hinaus findet man dich bei Instagram sowie auch im Facebook unter „Feel_me“. Pausierst du derzeit oder machst du weiter?

Mia Lada-Klein: Ich bin fast ständig mit dem Projekt beschäftigt. Ich poste regelmäßig bei Instagram und versuche auch regelmäßig neuen Input für meinen YouTube-Kanal zu erstellen. Mittlerweile gibt es auf meinem Kanal 23 Videos!

Lotar Martin Kamm: Am Schluß noch gerne ich dir die Möglichkeit geben möchte, das zu äußern, was ich dich nicht zu fragen vermochte oder was du ergänzen möchtest.

Mia Lada-Klein: Zudem darf sich gerne jeder bei mir melden, der Teil der Initiative werden möchte. Jeder darf seine Geschichte erzählen. Psychische Erkrankungen haben viele Gesichter und Stimmen. Ich bin nur eine davon.

Lotar Martin Kamm: Vielen lieben Dank für deine erschöpfenden Antworten, die dennoch nur einen Teil wiedergeben können. Sicherlich hast du manch einen nachdenklich stimmen oder gar weiterhelfen können.

Nochmal Links von Mia-Lada-Klein:

Instagram und Blog:

https://www.instagram.com/miasraum/

https://mia-lada-klein.com/

Antistigma Initiative Feel_me:

https://www.instagram.com/antistigma_initiative_feel_me/

YouTube Mia Lada-Klein Feel_me:

https://www.youtube.com/results?search_query=MIa+Lada_klein+Feel_me

Veröffentlicht unter Interviews | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ene, mene, muh – und raus bist du

Wenn Trump wie ein kleener Junge plärrt

Es überlebt keinesfalls ein Jeck, wenn nicht funzt der geringste Gag, schließlich verdient der damit sein Brot, denn selbst in höchster Not braucht er stets sein Publikum, eben drum. Wie hast du das jetzt bloß gemeint? Ich sag’s dir gern, weil es sich so gut reimt.

Neulich hat jener Trump ganz trotzig gesagt, er würde gehen, wenn er gegen Biden verliere. Dies soll ein Versprechen sein, meinte er ganz betagt, man würde schon sehen, wer am Ende kriecht dahin auf alle Viere. Oh, wie fein. Da reibt sich manch Ami bestimmt die Hände, das wäre dann Trumps Ende.

Die Welt könnte wieder beruhigt aufatmen, verschnaufen, Schluß mit Haare raufen oder gar Koma saufen. Es ginge dann wieder seinen gewohnten Gang, Weltpolitik zieht endlich an einem Strang. Man wird ja wohl noch träumen dürfen, statt sorgenvoll voller Mißmut Saures zu schlürfen. Mensch mag allzuoft schier verzweifeln, statt ein bißchen Optimismus anzuhäufen.

Schlimm genug, was jener Humpty-Trumpty uns allen bisherig zugemutet hat, vom Betrug bis hin zu jenem miesen Patt, was gar das Militär auf dem Plane ruft. So ein Schuft! Konnte man solch Gebaren eigentlich vor Jahren voraussehen, daß dies alles durfte nonchalant geschehen? Mit ein wenig Verstand wußte das jeder im Land, schließlich gab es schon genügend Zeichen, die entscheidend stellten gewisse Weichen.

Rassismus und rechter Größenwahn bahnten sich daher schnell an, jetzt waren diese bösen Geister erneut dran. Mit Zufall hat dies gar nichts zu tun, jene Kräfte werden nicht im Geringsten ruhen, bis sie ihre Macht etabliert haben. Noch Fragen?

Ablenkung dienlich fürs Volk schnell zelebriert, Hauptsache nach außen manch einer verliert. In Wirklichkeit läuft vieles nach Plan, das paßt bestimmten Herrschaften in den Kram. Doch ein Restrisiko sei dennoch vorhanden, ob das tatsächlich alle verstanden? Per Fake News und manch andere Taktik versucht jener Trump sein erneutes Glück. Welch billiger Trick! Wieder gehen manch Wähler ihm auf den Leim, das gibt ihm etliche Stimmen, wie gemein. Kann er dadurch wiedergewinnen?

In wenigen Wochen wissen wir mehr denn je, ach wär das schee, wenn The Donald dürfte seinen Hut nehmen, schluß mit Fremdschämen, Amerika wäre dann wieder befreit, dürfte in nächster Zeit all die Scherben auflesen. Kein Handelskrieg mehr mit den Chinesen, in Europa hat man wieder Zeit für eigene Probleme, es lauern dort ohnehin genug Rechtsextreme.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Rückschlüsse

https://pixabay.com/de/photos/auto-berlin-rennen-oldtimer-2584473/

Bild von Sven Bachström auf Pixabay

Sie stampfte durch die Szene
was für wunderbare Beene
schnurstracks Richtung See
Babe, Anna-Lena, Sonnenfee
schallt es durch das Schilf
geht‘s noch lauter, Maria hilf
hier ist Naturschutzgebiet
bei dem Geschreie flieht
nicht nur die Vogelwelt
aus der Börse auch das Geld
die Aufnahme ist zunichte
mein Honorar Geschichte
Jan, das ist ne Abkürzung
vermindert unsere Verspätung
mach schon, beeil‘ dich
sind wir zum Essen pünktlich
auf unseren Namen reserviert
sind unsere Plätze garantiert
meine Hosenbeine sind dreckig
sag, sie sind vom Knien fleckig
unser Auto steht in der Pampa
das find ich nachts nie wieder da
jetzt hör endlich auf zu zanken
wer hat denn vergessen zu tanken
wer hat denn so viel Sprit verfahren
Elke und ich einkaufen waren
das ist doch jetzt nicht wichtig
du bekamst eine Krawatte, richtig
fast geschenkt, für fünfzig Liter Benzin
da komm ich fast bis nach Berlin
aha, der Kontrollfreak spricht aus dir
gut, machen wir Schluß, jetzt und hier
Babe, so war das nicht gemeint
okay, dann laß uns beeilen vereint
in die Tonne kann ich treten
meine Aufnahme und beten
sie versumpfen auf der Feier
zurückkommen wieder die Reiher
deren Beine sind mir indes lieber
sie verursachen kein Verzeihmir-Fieber

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Zwischen Wehmut und Rückblick

https://pixabay.com/de/photos/planet-erde-menschen-schwarz-wei%C3%9F-3403606/

Bild von 7436844 auf Pixabay

Die Erinnerung, das Gewissen peinigt dich,
wo anfangen, wo enden?
Politik handelt manchmal widerlich,
Macht erlangen mit sauberen Händen?
Mitleid hält sich in Grenzen,
obwohl das Elend zu groß.
Nur das Böse wird ergänzen,
was da kroch aus Mutters Schoß!

Die Vergangenheit, das Jetzt und das Morgen,
wann folgt notwendige Konsequenz?
Niemand vermag sich die Welt nur auszuborgen,
nach Zerstörung nutzt keine Insolvenz.
Vorwürfe führen nicht zum Ziel,
weil keine Zeit mehr vorhanden.
Es braucht tatsächlich gar nicht viel,
was wir an Lösungen dabei erkannten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Aggressive Orcas oder doch eher uneinsichtige Menschen?

https://pixabay.com/de/photos/orca-h%C3%BClse-gro%C3%9Fer-schwertwal-ozean-596877/

Bild von djmboxsterman auf Pixabay

Wenn Frank Schätzings „Schwarm“ reale Momente hat

Dann rücken erneut Überlegungen in den Fokus bei gleichzeitiger Hinterfragung, wo die Ursachen zu finden seien, obwohl diese eigentlich naheliegend uns vor Augen geführt werden. Die FAZ berichtet über „Rätselhafte Angriffe von Schwertwahlen“ vor der spanischen Küste. Doch verwundern mag das letztendlich nicht.

Da unser ökologisches Gleichgewicht ohnehin außer Rand und Band ist, erst recht die Welt der Meere in Gefahr, sollte Mensch seine arrogante Haltung viel eher überdenken, statt erstaunt über aggressive Orcas sich zu wundern. Das könnte auch nur der Beginn einer völlig neuen Entwicklung sein, schließlich sind wir Menschen es doch, die bedenkenlos den Lebensraum der Meeresbewohner einschränken und gar zerstören.

Wer sich nicht wehrt, lebt völlig verkehrt

Diese Lehre hat Mensch sowieso über die Jahrtausende verinnerlicht, kommt ganz besonders in Kriegen zum Vorschein. Daß es durchaus auch friedlich sein kann, beweisen eben Friedenszeiten. Insofern möchten besonders Tierschützer jene Orcas in Schutz nehmen, die da zugleich als aggressiv bezeichnet werden. Davon kann keine Rede sein, sie nehmen nur für sich in Anspruch, ungestört im Meer sich tummeln zu dürfen.

Das entspricht der Essenz Frank Schätzings Romans, die Hinterfragung der Meereswelt, die sich anschickt, gegen eine Menschheit zu rebellieren, die viel zu intensiv den Lebensraum der Meeresbewohner mißachtet.

Die Natur wird zurückgedrängt – eine gefährliche Entwicklung

Mutter Erde hat eigentlich genügend Platz für alle Wesen, die Natur regelt ihr Gleichgewicht, dies zu erkennen, obliegt Naturforschern, Wissenschaftler belegen jene Zusammenhänge. Doch was nutzen all diese Erkenntnisse, wenn Mensch die Natur weiterhin zurückdrängt, ihren Lebensraum beschränkt oder endgültig vernichtet?

Nicht nur eine gefährliche Entwicklung ihren ungebremsten Weg nimmt, obendrein genau diese dafür sorgt, unser Dasein real zu gefährden. Richard von Weizsäckers Zitat, Der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht. Der Mensch ist Teil der Natur, er ist ihr nicht übergeordnet. Erst wenn er das begreift, hat er eine Überlebenschance, hat somit seine Berechtigung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

Veröffentlicht unter Naturschutz | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gekünstelte Nachahmer

https://pixabay.com/de/photos/abstrakt-wissenschaft-zeit-3058029/

Bild von massimilianocamillucci auf Pixabay

An der Zeit liegt es,
nur an ihr,
ihr fehlt
jedes Gespür,
empathielos
sie ist,
behandelt dich
genauso wie mich.

Rücksichtslosigkeit
ist ihr Brevier,
keine Minute länger
gönnt sie mir,
nicht einmal
ein Sekündchen,
ignoriert mein Fleh’n,
sie schlägt zehn.

Nur ihr ist eigen
die perfekte Perfektion,
mag sie dir auch
manchmal mehr
Zeit bescheinen,
alles eine Illusion,
du empfindest es so,
du hast Gefühl, klaro.

An der Zeit liegt es,
nur an ihr,
weshalb ich zu spät,
ihr fehlt Verständnis,
sie ist nicht menschlich,
Frechheit auf Wochen
keine freien Termine,
sie, sie affektierter Zeitmime.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Europas Waldstädte lassen Interessierte aufhorchen

Wenn Brandexperten schwafeln

Once upon the time there has been The Donald, the lucky boy who rules the United States of America, and he all lived happily ever after. So der Beginn und das Ende eines Sommer-Herbst-Märchens in der heißen Phase des Wahlkampfes in den USA, wo doch ein Narzißt zum zweiten Mal antritt, der Welt das Fürchten zu lehren. Das Fatale daran, bereits vor vier Jahren fand er genügend Anhänger, die seinen berauschenden Wahlkampfreden folgten, um ihn zu wählen.

Erleben wir schon bald ein Déjà-vu? Nur mit dem kleinen Unterschied, daß Humpty-Trumpty obendrein sich als Brandexperte entpuppt? Es schaut ganz danach aus, da staunt sogar Santa Claus, och wenn der erst zur Weihnachtszeit sein Happening hat. Doch die Amis ham den Trump offensichtlich noch nicht satt. Selbst wenn immer mehr ihm mißtrauen.

Für den blonden Dollen hausen viele Österreicher gar in sogenannten Waldstädten. Von denen soll es dort etliche geben. Dennoch gebe es keine Brände in Ösiland, dafür hätten sie viel explosivere Bäume als die Kalifornier. Und solch ein Brandexperte hat immer Recht. Erinnerungen flackern auf, wo doch The Donald meinte, die Finnen würden ihr Laub fegen, beste Voraussetzung zur Brandprophylaxe. Der finnische Präsident hätte gar ihm das empfohlen.

Fake News gibt es tatsächlich. Besonders explosiv in den Äther entsendet per Twitter von jenem Humpty-Trumpty, unerschrocken und mit sturer Selbstüberschätzung ob seiner geistigen Ergüsse, die göttlich liebgemeint seien, er beanspruche für all seine friedensstiftenden Bemühungen gar den Friedensnobelpreis. Basta. Und wenn er ihn nicht bekomme, you’re fired. So einfach is dat!

Wer den Klimawandel leugnet, vor Wetterkarten lamentiert, Journalisten des Saales verweist, keine Ahnung von gar nichts hat, mit Fünfwortsätzen versucht, sein angebliches Wissen an den Mann zu bringen, – von Frauen hält dieser ohnehin nix, außer ihnen ungestraft stets in den Schritt fassen zu dürfen, wann immer er wolle -, der darf sich nicht wundern, wenn ein gewisser Gegenwind ihm auflauert.

Wann ist der Spuk vorbei? Oder geht es nach den US-Wahlen erst recht los im Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Herrschaftszeiten, jetzt heißt es, sich vorbereiten. Schließlich hat der blonde Dolle mal vorsichtshalberweise mit dem Militär gedroht, falls er die Wahlen verliert. Ob die uniformierten Recken das stecken, daß jener Psychopath steht dann auf verlorenem Pfad? Falls nicht, ist in den Staaten die Demokratie einfach weg. Wie keck, dieser Jeck hat dann seinen Willen. Helfen beim Rest der Welt dann noch irgendwelche Pillen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar