Als er mich fragte

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Als er mich fragte,
ihr wißt was ich meine,
dieser tränengetränkte
Unterton in seiner Stimme,
dieser verwunschene Blick
hinter meinen Augen,
diese fliehenden Worte,
flatternde Espenblätter
im kleinsten Windhauch,
die die zartesten Härchen
aufrichten, eine Schwere
auf dich niederschlägt,
diese erdrückende Leichtigkeit,
die den Boden unter den Füßen
öffnet und in Erwartung
der Frage aller Fragen,
du im Rauschen eines Karussells
ertrinkst, wenn sie unausgesprochen
bliebe, erwartete ich meine Errettung,
als er fragte, ihr wißt was ich meine,-
kannst du dir vorstellen,
wie phantastisch es wäre,
eine Tasse heiße Zitrone,
frisch gepresst, für mich –
ihr wißt, was ich meine,
solche Tage sind flüchtender
Rauch im verstopften Kamin.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Das Paralleluniversum schlägt erneut zu

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Neue Rechte und Verschwörungsschwurbler sorgen für viel Unmut

Das erinnert an Zeiten, die ich unbedingt hinter mir gelassen habe, woraufhin diese Seite kurzerhand ins Leben gerufen wurde, anfangs noch als Querdenkende, später aus bestimmten Gründen umbenannt in Makadomo. Leser, die jene Zusammenhänge verfolgt haben, wissen das längst, anderen sei dies hier nochmals erläutert.

Wer sich kritisch mit bestehender Politik auseinandersetzt, kann ziemlich schnell anecken, wird manchmal gar von „extremen Lagern“ umworben, ob nun aus der rechten oder linken Ecke, um dies mal so platt zu formulieren. Dazwischen agieren all jene, die sich eben vor keinen dieser Karren spannen lassen. Die Betroffenen mögen selbstkritisch ihr Handeln überprüfen, manchen gelingt das so wie auch Philip Schlaffer, der im Interview über seinen Ausstieg zu berichten wußte.

Obwohl ich stets ein vehementer Kritiker der Naziszene war, vermochte jener Gründer von Buergerstimme es, mich mit seinen „falschen“ Versprechen und Beteuerungen zu ködern, im Statement zum Ausstieg bei Buergerstimme kann man das gleichwohl nachlesen. Dennoch verbleiben manch „Narben“, Ärgernisse, die manchmal einfach unangenehm „aufstoßen“, erst recht in diesen Zeiten der AfD, der Corona-Krise, was bis hinein in den US-Wahlkampf „schwappt“.

Die Frage, die sich stellt, was hat das alles miteinander zu tun? Sehr viel! Letztendlich bildet sich ein Netz im Internet, eine gezielte Verstrickung, um die eigene Macht zu festigen, die Gesellschaft zu untergraben, gar zu spalten. Verunsicherung macht sich breit, manch einer tritt dermaßen „unlogisch“ auf, daß man nicht nur an dessen Verstand zweifeln mag. Trotzdem erhalten jene Kräfte einen steigenden Zulauf, der uns eine Warnung sein sollte.

Josef Holnburger hat sich in seinem Artikel,  Nachrichten aus dem Paralleluniversum: Wie sich Verschwörungstheoretiker auf Facebook vernetzen, die Mühe gemacht, die absurde Welt der Facebookschwurbler zu analysieren. Es lohnt sich allemal, dies zu lesen, obendrein mögen dem ein oder anderen sich vielleicht die Augen öffnen, mit welchen Tricks und Mitteln diese agieren.

Vor kurzem hat sich auch Doris der Thematik genähert, weil die Aktualität jener Stuttgarter Gruppe „Querdenken-711“ geradezu einen Aufruf lostritt, deren Machenschaften zu entlarven. Quertreiber fangen unter falschen Namen „Erleuchtete“ ein, so die treffende Überschrift, schließlich basieren die Ursprünge auf den Spuren von Edward de Bono. Mit Querdenken haben all jene eben nichts gemein, sie wollen lediglich den Frieden stören, Zwietracht säen!

Gestern erschien ein Artikel zur heutigen Demo, die Carolin Kebekus mit initiierte. Warum auch immer und in welchen Gruppen dieser sich „verselbständigte“, die Aufrufzahlen sprechen ihre abstruse Sprache, verdeutlichen die Wege, wie sie auch Josef Holnburger beschrieb, immerhin erreichte er 1.099 Zugriffe, selbst heute hält dieser Run noch an. Ein sicheres Indiz von jenen Kräften, die nur die Überschrift mitkriegen, Demo… in Berlin… verfaßt von Internetadresse „querdenkende.com, schon wird geklickt. Basta. Mit einer kritischen Auseinandersetzung hat das mitnichten was zu tun.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Bin aufrichtig verzogen

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Bin geblümt
verduftet
Kulissen zu eng
Kissenschlachten
langweilig

Bin ruchlos
verachtet
Käfig beschmutzt
Freiwild
nicht zahm

Bin besucht
verantwortlich
Sprache unbequem
Fragenbildung
aufgeschlagen

Bin eingefärbt
verbunden
Bilder rauschen
Frequenzen
wärmen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Demo-Aufruf von Carolin Kebekus für 09. September in Berlin

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Corona-Schutzmaßnahmen gefährden Künstler und Freischaffende

Während die Bundesregierung keine Kosten und Mühen scheut, ganz besonders großen Konzernen während der Corona-Krise unter die Arme zu greifen, sind Künstler, Freischaffende und Hartz-IV-Empfänger ganz besonders benachteiligt. Sollte die Politik weiterhin wichtige kulturelle Ereignisse quasi im Regen stehen lassen, hat das für Deutschland ziemlich große Nachteile. Kleinkunst ist schließlich das Herz kultureller Errungenschaften.

Diesem Gedankengang folgt gleichwohl die Komikerin Carolin Kebekus, die um Tränen ringt, „es herrsche Alarmstufe Rot!“, wie sie bei diesem Aufruf mit Nachdruck hinweist, jetzt am Mittwoch, dem 09. September, bei einer Demonstration in Berlin für die benachteiligten kleineren Künstler, Veranstalter, Techniker, Kameraleute und Tontechniker sich zu engagieren, die durch die Corona-Krise mit Existenzängsten zu kämpfen haben.

Ihr festes Engagement bei der ARD bewahrt sie vor schlimmeren Folgen

Wie Carolin Kebekus zu Recht betont, andere Kunstschaffende haben es dabei wesentlich schwerer, stehen kurz vor dem Aus oder sind bereits betroffen. Insofern fordern die Teilnehmer der Demo eine Basis zur Verständigung mit der Bundesregierung auszuhandeln, der betroffenen Branche mittels Überbrückungs- und Kreditprogrammen zu helfen.

Bekanntlich ist das geplante Großkonzert in Düsseldorf, welches am letzten Freitag stattfinden sollte, ausgefallen. Eine gute Entscheidung zum Schutz etlicher Menschen. Obendrein sind die dort angekündigten Teilnehmer alles andere als hochgefährdet, was Existenznöte anbelangt im Vergleich zu kleineren Kunstschaffenden.

Ein gegenseitiges Aufrechnen sozialer Nöte nicht sinnführend 

Genau darin besteht die Gefahr, während sich Betuchtere lässig zurücklehnen, darben Künstler mit kleinerem Budget in Zeiten der Corona-Krise, die schließlich schon weit über ein halbes Jahr anhält. Politik darf nicht dabei tatenlos zuschauen oder ausgerechnet diejenigen übervorteilen, die eigentlich so gar nicht benachteiligt sind wie Konzerne oder größere Firmen, die obendrein sogar von dieser Krise eher profitieren. Das schafft berechtigte Wut.

Man darf gespannt sein, wie groß die Anteilnahme jetzt am Mittwoch in Berlin sein wird, ob politisch Verantwortliche die Anmahnung sich zu Herzen nehmen, schließlich ist unser Kulturgut nicht zu unterschätzen, trägt in vielen Bereichen dazu bei, unserem Leben sinnvolle Impulse zu geben, die allen zugutekommen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Am Abend

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Schau nicht zu mir,
geh vorbei,
der Schattenlauf
gemächlich sich
in jeden Winkel
platziert,
du kennst dich aus
in den Gruben,
den düsteren Ecken,
geh vorbei,
Wüste fegt Sand
in die Ritzen
meines Bildes,
geh vorbei,
Schneeflocken
spielen Fangen,
tauen auf
in meinem Gesicht,
geh vorbei,
nein, warte,
einen Augenblick,
zärtliche Kälte,
noch ist Nacht nicht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Solinger Kindermord ein Alarmsignal

Häme und Hetze völlig fehl am Platz

Wenn Mütter ihre Kinder töten, schockiert dies jede Gesellschaft zutiefst, regt sich große Anteilnahme für die betroffenen Opfer, verbreitet sich zugleich Unverständnis zum Verhalten der potentiellen Mörderin, weil Mütter doch ihren Kindern nur das Gute wünschen.

Das Leid einer solchen Mutter muß entsprechend heftig sein, wenn sie eine derartige Tat begeht, ob nun kalkuliert oder im Affekt. Die Solinger Kinder wurden wohl erstickt – die Mutter steht unter Mordverdacht. Die alleinerziehende Mutter soll laut Ermittlern die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen haben. Man muß sogar davon ausgehen, daß aufgrund der Corona-Krise Behörden nicht effektiv genug arbeiten konnten, um eine derartige Notlage rechtzeitig zu erkennen.

Springer-Presse reagiert mal wieder in typischer Hetze

Kaum trafen die ersten Meldungen dieser schrecklichen Morde über die Nachrichtenticker ein, konnte BILD sich nicht zurückhalten, über die Mutter abzulästern. Das paßt mal wieder in das geifernde Konzept jenes Hetzblattes, welches stets dann an vorderster Front zur Stelle steht, wenn mittels Häme und Mißgunst auflagenorientierte Zeilen losgetreten werden. An dieser Stelle seien aber auch all jene mit angeprangert, die sich dieses Blatt gönnen.

Solches Gebaren gesellt sich prima zu denjenigen, die auch gern über sozial Schwache ablästern. Bekanntlich verunglimpfen Schmuddel-Medien nonchalant Hartz-IV-Opfer, diese können sich eh nicht wehren, so deren Einstellung. Nur zu gut, daß es noch andere Beobachter gibt, die solche Bösartigkeiten benennen. Tanjev Schultz hat sich bei T-Online mit seinem Gastbeitrag „Eine Schande für den Journalismus“ zum Verhalten der BILD-Zeitung geäußert.

Betroffenheit nachvollziehbar – Hintergründe bedürfen mehr Aufmerksamkeit

Was dort in Solingen und auch in Düsseldorf geschah, kann man kaum in Worte fassen, die Tragweite solcher Taten anbelangt. Es macht ohnmächtig, vom Leid des betroffenen familiären Umfeldes mal ganz zu schweigen. Auch hat der überlebende elfjährige Sohn ein Trauma zu bewältigen, welches sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird, wenn dies ihn nicht ein Leben lang verfolgen dürfte.

Im Nachhinein den Behörden eine Schuld in die Schuhe zu schieben, macht wenig Sinn. Sicherlich hat die Corona-Krise ihr übriges bewirkt, weil höchstwahrscheinlich das Personal vor Ort bestimmte Alarmsignale zu spät erkannt haben wird. Solche Überreaktionen lassen sich ohnehin nicht gänzlich vermeiden, wenn sie auch ziemlich selten vorkommen. Aber die verantwortliche Politik muß sich trotzdem anmahnen lassen, ihre Sozialpolitik generell zu überdenken. Da ist noch sehr viel Nachholbedarf notwendig, gerade in soziale Not geratenen Familien wird nicht effektiv genug geholfen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Angelehnt

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Das Garagentor quietschte
sie wohnt hier zur Miete
acht ist gerade erst vorbei
angebrannt der Kartoffelbrei
Dampf beschlägt Fenster
immer früher die Gespenster
verdunkeln ihr das Licht
so ein Hammer hat Gewicht
hat Gewalt und große Kraft
fast mühelos ist es geschafft
kein Glas mehr das Fenster hat
kalter Nebel frißt sich satt
legt sich unbekümmert nieder
Sirenen heulen immer wieder
Sturm peitscht über das Land
giert nach Einlaß an jeder Wand
das Tor aus den Angeln bricht
zu spät die Lösung kam in Sicht

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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