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SPD kürt ausgerechnet den Vizekanzler als möglichen Kanzlerkandidat
Dies läßt ziemlich tief blicken, aber mitnichten die meisten entzücken. Während bei der Süddeutschen Zeitung die größte Gefahr für Olaf Scholz aus der eigenen Partei droht, fragt sich der geneigte Politikinteressierte, was mit der SPD denn los sei angesichts jener Entgleisungen der letzten Jahre.
Anscheinend haben all die verlorenen Wählerstimmen noch keinesfalls ausgereicht, um mal ernsthaft eigene Mißstände zu überdenken. Natürlich wird auch bei einem Olaf Scholz die Wirecard-Affäre nicht spurlos vorbeiziehen, diesen im Gegenteil noch heftig beschäftigen. Doch was reitet dabei nur die Sozialdemokraten? Eine trügerische Illusion?
Für den Schrödianer gab es keine Polizeigewalt während des G-20-Gipfels
Beim Olaf ticken die Uhren noch für jene Hartz-IV-Gesetze, die Gerhard Schröder zusammen mit den Grünen zu verantworten hat. Dazu steht der Vizekanzler bis heute, der so gar nicht einsehen will, daß während des G-20-Gipfels im Juli vor drei Jahren Polizeigewalt stattfand, seiner Meinung nach weise er entschieden eine derartige Denunziation zurück. Damit ist es aber nicht getan, Herr Scholz!
Manch Gedankengänge offenbaren größenwahnsinnige Vorstellungen, was eher einem neoliberalen Kurs entspricht, wer wie er eine Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank in Erwägung zieht. So schrecklich weit entfernt ist er dann doch nicht von Mister BlackRock, Friedrich Merz möchte es schließlich och machen.
Schmeicheleien nützen nichts
Wenn ein Karl Lauterbach in höchsten Tönen über Olaf Scholz spricht, dieser sei die Idealbesetzung, ein Blender brauche niemand, dafür einen krisenerfahrenen wie Scholz, der Ruhe ins Spiel bringen soll. Verständlich, daß die SPD geschlossen hinter jener Entscheidung steht. Was bleibt ihr auch anderes übrig, wer derzeit weit hinter den Grünen in den baldigen Wahlkampf zieht mit gerade mal 15 Prozent, also drei Prozent weniger, laut jüngsten Umfragen.
Das favorisierte Linksbündnis der SPD-Doppelspitze durch Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans wird noch für genügend Diskussionen sorgen, weil ein Olaf Scholz lange Zeit daran zweifelte. Gleichzeitig will der Wähler hierzulande eben keine Fortsetzung der derzeitigen Großen Koalition.
Lotar Martin Kamm





