Intrige

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Unter ihrem Gesicht
tummelt eine Schicht
vermodernder Planken,
im Morgenlicht ranken
düstere Gesellen sich
an ihrem Küchentisch.

Eingeprägte Geschichten
täglich sich verdichten
zu Ungeheuerlichkeiten,
die weiter zu verbreiten
sie sich verpflichtet fühlt,
Horror in Häuser sie spült.

In ihrem glatten Gesicht
spiegelt sich Zuversicht
für welke Weltverschwörer,
die traditionellen Zuhörer,
die jeden Köder schlucken,
Intrige muß ihn nur bespucken.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Seid auf der Hut vor jener blau-braunen Brut

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Geh denen doch nicht auf den Leim,
muß das wirklich sein?
Fühlst dich etwa allein
unter Gleichgesinnten?

Immer diese Finten,
kommen nicht von vorn, von hinten.
Getarnt als braver Biedermann
hat er dich schnell in seinem Bann.

Glaube nicht, was der so alles kann!
Gedeckelt und von manch einem empfohlen,
völlig ungeniert und unverhohlen
nicht etwa schleichend auf leisen Sohlen,

trampeln sie jedwede Menschlichkeit hinfort.
Und das an jedem möglichen Ort,
rechtsradikal, rassistisch komplett verbohrt.
Drum meide solch Gestalten wie die Pest,

Corona jetzt ist dran, gibt vielen den Rest.
Was folgt danach, wenn zuviel gehetzt zu guter Letzt?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Und wenn

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Und wenn es wär,
jede Wahrheit
Lüge sät,
hinter jedem Licht
eine Mauer voll Gebüsch,
hinter jedem Gesicht
Falschheit füllt die Taschen,
hinter jedem Mensch
eine Müllhalde, die brennt,
wenn dies so wär,
verschwörerisch
meines Weges
Straßen ich wegkehr‘.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Lug und Trug in Corona-Zeiten

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Putin und Kim Jong-un Helden ohnegleichen?

Gleich vorneweg die Frage beantwortet. Wer das tatsächlich glaubt, hält auch den Weihnachtsmann oder den Osterhasen für möglich. Viren kennen weder Grenzen noch machen sie halt vor despotisch politischen Systemen, sie setzen ihren Weg ungehindert fort. Natürlich schaut man beobachtend besorgt nicht nur gen Europa, sondern weltweit, was jene Pandemie anrichtet, welche Folgen entstehen.

Die Republik Sudan vermeldete lediglich einen Todesfall, nur ein zweiter soll sich obendrein am Coronavirus angesteckt haben. Und das bei einem Volk von rund 43 Millionen Menschen. Welch dramatische Schönfärberei, die jedwede Realität mißachtet. Dessen ungeachtet verhält es sich ziemlich ähnlich in Russland oder Nordkorea.

Starke Führer gaukeln ihren Völkern eine trügerische Sicherheit vor

Dazu bedarf es keiner prophetischen Gabe, um jenes Machwerk als das zu entlarven, was es mit seinen Mitteln zu verhindern versucht. Jenes Lügengebäude wird in sich zusammenfallen. Drum faßt die Auslandskorrespondentin im Büro Moskau, Alice Bota, in der Zeit zusammen: Es gibt keine Corona-Toten in Russland. Punkt. Wladimir Putin spielt mit gezinkten Karten, die Menschen sterben kurzerhand an Lungenentzündung. Was für eine dramatisch konstruierte Lüge!

Keineswegs besser oder gar cleverer der junge Kim Jong-un, dem kürzlich gar Trump eine angebliche Zusammenarbeit angeboten haben soll, per Brief, über dessen Inhalt aber nichts vermeldet wurde seitens eines hohen Beamten der US-Regierung. Kim Jong-un bestreitet, daß das Coronavirus im Lande die Bevölkerung angesteckt habe. Nahezu unmöglich ob der Nachbarschaft zur VR China.

Propaganda rächt sich am Ende

Vor allem offenbart sie ihren eigentlichen Kern, schonungslos und letztlich zum Guten für Betroffene, die unter den Machenschaften solcher Herrscher zu leiden haben. Die Wahrheit einer derartigen Pandemie läßt sich mitnichten vertuschen. Das gilt im Großen wie bei Putin, Kim Jong-un und für den Sudan genauso wie im Kleinen, wenn man an das Gezeter von Rechtspopulisten oder Verschwörungstheoretikern denkt.

Sie werden angesichts dramatischer Infiziertenzahlen und steigenden Todesfällen sich nicht mehr wegducken können, sondern sich vor der Öffentlichkeit zu verantworten haben.

Bertolt Brecht schrieb mal: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Im Flur der Zeit

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kein Wort
kein Bild
blendet
kein Satz verwelkt
kein Film zerschellt
im Jetzt
ein Morgenrot
ein Abendrot
dazwischen
lichte Quellen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Leistungsgesellschaft auf Abwegen

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Alles dreht sich um das Merkmal der Superlative

Jeder Tag hat 24 Stunden, die Menschen allerdings ziemlich unterschiedlich nutzen. Die klassische Dreiteilung in jeweils acht Stunden für Freizeit, Arbeit und Schlaf steht im Gegensatz zur angewandten Praxis. Vor allem in unserer Leistungsgesellschaft auf Abwegen, wo sich alles um das Merkmal der Superlative dreht.

Woran liegt es, daß wir uns diesem hektischen Run hingeben, diesem Messen an Statussymbolen, Reichtum und ewigen Glück hinterherhecheln? Die unabsehbaren Folgen billigend in Kauf nehmen, nur um mitzuhalten, sich und anderen etwas beweisen zu  wollen?

Hoch hinaus – ein gefährlicher Trugschluß

Im Grunde genommen geben sich die meisten Menschen im ureigenen Sinn zufrieden mit ihrem Dasein, vorausgesetzt keine tragischen Schicksalsschläge wie eine schwere Krankheit, Arbeitsplatzverlust, Partnertrennung und andere Verluste oder Widrigkeiten treten ein. Gleichzeitig gaukelt uns die schöne neue Welt einer gigantischen Werbeindustrie ständig Defizite auf sämtlichen Lebensbereichen vor, die es ziemlich simpel zu überwältigen gilt. Das hat natürlich seinen Preis, weil jeder Kaufmann nichts zu verschenken hat.

Hoch hinaus, ein hehres Ziel oder eher ein gefährlicher Trugschluß? Einerseits mag es sicherlich erstrebenswert für viele Menschen sein, sich gewisse Zielsetzungen im Leben vorzunehmen, weil sie dazu beitragen, sich in jeder Hinsicht zu bemühen. Doch genau an diesem Punkt beginnt bereits die Meßlatte der Möglichkeiten. Hand aufs Herz, wer trickst und täuscht nicht im Leben seine Mitmenschen, um Anerkennung zu erhalten? Ob per Mobbing, inszenierten Intrigen oder einfach kompletter Lügengebilde, wenn es darum geht, den eigenen Wert ins beste Licht zu rücken, können manche Gesellen ohne weiteres sehr erfinderisch agieren.

Dabei spielt Faktor Zeit eine zentrale Rolle im Aufwärtsstreben der eigenen erfolgreichen Vita. Im schlimmsten Fall mutieren solche Menschen zu Workaholics, taumeln gefährlich in Burnouts bis hin zu weiterführenden Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs. Ist das ein erstrebenswerter Preis, die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen?

Eine Welt der Muße, der Freude und Herzlichkeit

Betrachten wir den umgekehrten Fall, den Müßiggang im positiven Sinne. Unsere Gesellschaft muß sich dorthin entwickeln, daß Entspannung, gute Ernährung, viel mehr Freizeit, was übrigens jedem harmonischen Familienleben zugutekäme, ein liebevolles Miteinander und eine völlig andere Defintion vom Arbeitsleben sich durchsetzt. Jeder Streß macht krank, besonders wenn Stechuhren, zu lange Arbeitszeiten, gar mit vielen Überstunden, Wechselschichten den biologischen Rhythmus komplett durcheinanderwirbeln.

Überall lauern die Werbeversprechen ewig gestriger Superlative, die ohnehin nur sehr Wenige zu realisieren vermögen, weil entsprechender Familienrückhalt, meist mittels gewissem Reichtum vorhanden. Die große Masse geifert diesen unerreichbaren Zielen hinterher, um letztlich daran zu scheitern.

Es gilt somit, den Fokus auf mehr Muße, Freude und Herzlichkeit zu richten. Dazu bedarf es keineswegs der Verarmung, nur weil genau jene Bescheidenheit dem eigenen Wohl dienlich. Wenn die gesamte Gesellschaft darauf ausgerichtet, in der natürlich kein Raum mehr vorhanden für Überreichtum, ein exzessives Dasein der Rücksichtslosigkeit, dann werden Wirtschaftsmodelle mit einem BGE durchaus realisierbar.

Gleichzeitig gesundet folglich das zwischenmenschliche  Miteinander, Gewalt hat letztlich keinen Platz mehr, da die erstrebenswerten materiellen Ziele völlig unwichtig werden, das eigentliche Sein im Mittelpunkt steht, Mensch seine Neigungen, seine Gefühle und Liebe endlich ausleben darf. Existenzängste haben dann ebenso keinen hohen Stellenwert mehr in einer Welt, die wieder beginnt, das geschehene Zerstörungsmaß abzubauen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Anbringen

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Summende
Bienen
plätschernde
Tropfen
rieselnder
Sand
tausende
Worte
Sonne
verbrennt
den Horizont
Dunkelheit
verwischt
den Tag
Zeit
darzubringen
deinen Ton
der Welt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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