Corona-Krise Schlüssel zur weltweiten Katastrophe

https://pixabay.com/illustrations/covid-19-coronavirus-distance-4946481/

pixabay.com

Bricht etwa der gesellschaftliche Konsens auseinander?

Müssen wir alle uns von einer freiheitlichen Ordnung verabschieden, wenn die Staatsmacht durchgreift, ob die Anordnungen allesamt gerechtfertigt sind oder nicht? Wie lange eine Gesellschaft einen Shutdown tatsächlich durchhalten kann ohne Blessuren oder gar den inneren Frieden zu hinterfragen, aufs Spiel zu setzen?

Entzweit die Coronakrise nicht nur Paris und Berlin, sondern auch andere Länder untereinander? Nationale Empfindlichkeiten sind so gar nicht zielführend, passen nicht zum erklärten Willen, diese schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg zu bewältigen. Das Gegenteil trifft eher zu. Mit friedlicher Koexistenz haben derartige Beschuldigungen und Beschimpfungen nichts gemein. Wie im Großen so im Kleinen, schleicht sich der Verdacht manch stillem Beobachter ein. Während Bella Italia über „Kartoffelfresser“ herzieht, prügeln sich hierzulande Kunden wegen WC-Papier-Hamsterkäufe.

Angst letztlich ein guter Ratgeber

Das Virus offenbart ziemlich offensichtlich eine kaum noch zu übersehende Krise in der Krise. Die Gesellschaft gefährdet sich selbst. Was nutzen wichtige Gebote und Verhaltensregeln, wenn eine Minderheit die Ordnungsmächte auf den Plan ruft, die wiederum uns alle einschränken werden, nur noch mit Passierschein sich bewegen zu dürfen, im Extremfall heißt es „Klappe halten, daheim bleiben, Lebensmittelrationierung“. Das entspricht Kriegsszenarien, halt nur ohne Granaten und Bomben.

Gleichwohl sind dramatische Auseinandersetzungen in den Social Media zu beobachten. Auch dort ein Widerspiegel der Krise in der Krise? Der Einwand hat durchaus Berechtigung, wer genauer hinschaut. Doch nutzen solche Erkenntnisse im Endeffekt? Darf man bejahen. Sich darauf einstellen, macht Sinn, besonders bei der weiterhin latent vorhandenen Gefahr seitens etlicher extremistischen Gruppierungen, die sich in letzter Zeit vermehrt organisierten.

Zu lange wurden jene Strukturen nicht mit der nötigen Entschiedenheit verhindert, man hat sie einfach gewähren lassen. Das könnte sich inzwischen rächen, besonders in Krisenzeiten, wo das Vertrauen in den Staat noch mehr wankt. Andererseits bedarf es gerade jetzt, eben nicht in Panik zu verfallen. Angst ist dennoch ein guter Ratgeber, im Gegensatz zum irreführenden Spruch, weil sie die Sinne schärfen vermag, wer dabei den Überblick eben nicht verliert. Darauf kommt es an. Bleiben wir erst recht wachsam!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Entwaffnungsarsenal

https://pixabay.com/photos/black-white-hair-young-beautiful-429229/

pixabay.com

Nicht immer
ist es gleich
mein Lächeln
von verschmitzt
bis gehässig
alles auf
der Palette
arrogant
und genant
kann ich auch
und entwaffnen
glückt damit
weil jeder dies
gleiche
Waffenarsenal
von Geburt an
besitzt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Menschheitsgeschichte kein Buch mit sieben Siegeln

https://pixabay.com/illustrations/graphics-assembly-photographer-1001162/

pixabay.com

Jeder ist seines Glückes Schmied – eine Verhöhnung

Eine Kette von zufälligen Geschehnissen läßt sich aneinanderreihen, daß einem schier schwindelig sein könnte, möchte man sie denn allesamt als logische Schlußfolgerung interpretieren. Doch diese bleibt gänzlich auf der Strecke, sobald ein „warum“, eine  Hinterfragung auftaucht oder das eine oder andere Detail gar nicht so stattgefunden hat, wie man es der Weltöffentlichkeit halt zuvor verkaufte.

Muß man dann, weitergedacht, davon ausgehen, daß ohnehin die Geschichtsschreibung niemals den Anspruch erheben darf, sie entspräche vollumfänglich der Wahrheit? Wer hat somit gezielte Interessen, den nebulösen Schleier über bestimmte Tatsachen zu ziehen, klare Indizien verschwinden zu lassen, Menschen dafür gar zu töten, bloß um eigene Vorteile zu erreichen? Sie ahnen es schon. Natürlich all jene, die ungern bzw. gar nicht ihre Macht abgeben wollen, sondern vielmehr alles daran setzen, sie mindestens zu halten oder gar zu vergrößern.

Befinden wir uns beim gedanklichen nächsten Schritt nicht längst im Bereich eines verschwörungstheoretischen Vakuums, wenn man sich mühevoll daran begibt, derartige  Vorfälle aufzuklären, Licht ins Dunkel ungereimter Geschehnisse zu bringen? Auf alle Fälle sollte man dies in Betracht ziehen. Dennoch machen es sich gerade unkritische Zeitgeister ein wenig zu leicht, alles, was nicht logisch nachvollziehbar, eindeutig bewiesen wurde, einem Schwarz-Weiß-Denken entsprechend in eine Schublade der Verschwörungstheoretiker zu stopfen, um sogenannte wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse als die Errungenschaft zu verglorifizieren. Dazwischen existiert eine Grauzone, wo viel wahrscheinlicher die Wahrheit im Verborgenen liegt, man manchmal sogar eingestehen muß, daß man nicht ihre Spur jemals finden wird.

Wer mit solchen Überlegungen die gesamte Menschheitsgeschichte betrachtet, der könnte schon ins Grübeln geraten, ob nicht vielerorts sehr gezielt nachgeholfen wurde, ganz gewisse Machenschaften, man sollte sie viel eher beim Namen nennen, nämlich Verbrechen, vertuscht oder gar dermaßen bewußt verkehrt dargestellt wurden, so daß die eigentlichen Übeltäter meist ungeschoren davonkamen. Das läßt tief blicken, erst recht, weil trotzdem beherzte Mitmenschen oft todesmutig keine Ruhe gaben, bis Intrigen entlarvt wurden. Dann fiel halt mal die ein oder andere Macht. Gemessen am mehrfach praktizierten Unheil war dies gerade mal die Spitze eines Eisbergs.

Insofern vergessen wir mal ganz schnell das Buch mit den sieben Siegeln, wer mag schon den christlichen Hintergrund, Glaubenssache kann sicherlich helfen, aber gleichzeitig sind gerade auch Religionen hervorragende Machtinstrumente gewesen und üben bis heute ihren Einfluß aus, manipulieren Menschen für eigene Zwecke, selbst wenn in ihrem Namen Gutes getan werden mag. Die süße Versuchung des Machtmißbrauchs hat stets sehr viele Zeitgenossen dazu veranlaßt, sie unerschrocken anzuwenden. Umso deutlicher gilt es, genau das zu verhindern.

Ganz pragmatisch gedacht, haben wir Menschen es selbst in der Hand, inwieweit das Zusammenleben sich gestaltet. Bei anhaltender Gewalt muß stets mit Gegengewalt gerechnet werden, das ist genauso sicher wie die unsinnige Redewendung vom eigenen Glück, was jeder sich schmieden kann. So simpel schaut die Realität nicht aus, denn wer am falschen Ort, unter verkehrten Familienverhältnissen aufwuchs, obendrein gar verlogene Begleiter trifft, kann durchaus noch so kämpfen, das Glück bleibt auf der Strecke. Schön, wenn solche Sprüche beim ein oder anderen zutrafen, als allgemeinverbindlichen Rat wird solche „Weisheit“ mitnichten dem Verzweifelten einen Hoffnungsschimmer geben. Dann besser den eigentlichen Tatsachen ins Auge schauen und das Beste draus machen.

„Der Fortschritt der Menschheit besteht in der Zunahme ihres problematischen Charakters.“  (Egon Friedell)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mit dir ohne Eile

© Doris Mock-Kamm

Ein langer Moment
ohne Eile
inniger Liebe
voller Vertrauen
ein langer Moment
ohne Eile
hast du
dein Leben
kennengelernt
habe ich
von deinem Wesen
geschwärmt
ein langer Moment
ohne Eile
nicht mehr
im selben Raum
Zeit die uns trennt
gibt es nur im Traum
ein langer Moment
ohne Eile
für diese Reise
mein Herz
dich begleitet
ein langer Moment
ohne Eile
deine Seele
mein Herz
weitet

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Rücksichtslosigkeit die rote Karte zeigen

https://pixabay.com/photos/toilet-paper-hamster-purchases-panic-4941768/

pixabay.com

Jahr Eins der Corona-Krise

Das Gezeter war groß, verächtliche Vergleiche fielen im Vorfeld der Corona-Pandemie über Ebola, Schweinegrippe und andere Virengefahren. Doch Sars-CoV-2 nötigt uns, ganz schnell und entschieden zu handeln, keine Zeit mehr vorhanden für verunsichernde Diskussionen oder gar Ignoranten, die ihren Egotrip ausleben. All denjenigen gegenüber, die hochgradig gefährdet sind bis hin zur lebensbedrohlichen Ansteckung eben mit diesem Virus.

Solidarität darf und muß sogar eingefordert werden, weil wir keine andere Chance haben, wollen wir alle nicht erkranken oder sterben. Unkenrufen zum Trotz, ganz besonders aus rechtsradikalen Kreisen, darf und sollte man ruhig auch mal unsere Bundeskanzlerin loben, ihre gestrige Rede brachte es auf den Punkt. Jeder Einzelne hat es selbst in der Hand, jener Krise mit entsprechendem Augenmaß zu begegnen, zum Schutze aller. Darum geht’s.

Abends am 17. März waren es noch unter 10.000 Infizierte hierzulande, knapp 24 Stunden später sind schon über 2.000 hinzugekommen. Längst kann keine Rede mehr von einigen Wochen der Gefahr sein, realistischer beinhaltet dieses Szenarium mehrere Monate. Vielleicht muß man auch tatsächlich jetzt vom Jahr Eins der Corona-Krise reden, so daß ein weiteres oder gar mehr folgen. Der Blick in die Zukunft nützt nicht wirklich, weil niemand zu wissen vermag, was dann folgt.

Eines sollten wir aber keinesfalls verkennen, unser Verhalten im Alltag und ganz bestimmt jetzt in dieser Krisenzeit. Somit gilt, mit Nachdruck rücksichtsloses Verhalten zu ahnden, zu benennen und solche Menschen auch zu maßregeln. Es kann nicht sein, daß unter ihnen andere zu leiden haben. Genau das macht eine gesunde Gesellschaft aus, sich gegenseitig zu stützen, zu helfen, wo und wann immer möglich.

Mit schönen Worten allein wird es nicht getan sein, könnten andere einwenden, was die Rede von Frau Merkel anbelangt, erst recht, wer den bisherigen politischen Verlauf betrachtet, die vielen sozialen Schieflagen. Sicherlich diskussionswürdig, gerade hier in diesem Blog zig mal thematisiert. Nur jetzt gelten andere Zusammenhänge, paßt jene Kritik nicht ins Konzept dieser Belastung, die es zu überstehen gilt.

Insofern mögen auch jene unsinnigen Hamsterkäufe nochmals angemahnt sein. Egoistischer geht es wohl kaum noch, oder? Was der eine sich zuviel gönnt, fehlt an anderen Stellen, oftmals gerade bei denen, die ohnehin ziemlich belastet sind, eventuell gar in Krankenhäusern Beschäftigte oder in Lebensmittelgeschäften an den Kassen. Das Wesen der Solidarität beinhaltet die Rücksicht, das Augenmaß und eben das eigene Ego hinten anzustellen. So schwer zu verstehen? Italien macht es uns bereits vor, daß es auch anders geht.

Diese Situation ist tatsächlich sehr ernst, wie die Bundeskanzlerin in ihrer Rede betonte, und sie bleibt auch offen. Möge sie gut ausgehen für uns alle.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

Veröffentlicht unter Meinung | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der verschluckte Kater

https://pixabay.com/photos/cinema-old-chair-spent-horror-860681/

pixabay.com

Müßig, müßig, immer diese gleichen Fanfaren, ohne die sich kaum mehr einer aus dem Haus traut. Aus seiner Haut schon gar nicht. Versperren sich selbst die Aussicht. Wie können sie hinter diesen Gitterstäben einen unverstellten Blick nach außen, geschweige denn, anderen auf sich ermöglichen? Katalogisiert, Längsstreben, Querstreben, eingeteilt, jedem sein Fach, sein freies Feld, ein Stück, ein Stück, ein Puzzle, wenn es fertig ist, gekrisselte Menschen.

Nett, daß du mich erinnerst, mit Parfümwolken funktioniert das auch. Jedem seine Vorliebe, nach Moschus, Vanille, dem gefeierten Star, Fußballer, dessen Geliebter, das Model, das schauspielert, die Création, wenn einem nichts einfällt, benützt man irgendeine Nummer, eine Ziffer, eine Zahl, mystisch, vielleicht die Anfangszahl ihrer Telefonnummer, oder doch ein Hinweis auf die Hausnummer, möglicherweise die Anzahl der Geliebten oder wieviel Hunde und Katzen mit in der Wohnung leben.

„Tschuldigung, Guten Abend, gerade sehe ich meine Freunde stehen vorne in der Schlange, würde es Ihnen etwas ausmachen, mich vorbei zu lassen?“, nuschle ich ein wenig hastig, unsicher, das hinterläßt immer einen unbedarften Eindruck, der zur Hilfeleistung verführt.

„Oh, von mir aus gerne, viel Glück, daß sie es nach vorne schaffen.“ Eine mit Zucker panierte Stimme, entgegen ihrer mit Glanz überdeckten Miene, die so perfekt poliert ist wie der Lack eines Porsches, Ferrari, Ferrari klingt besser, klingt nach Schnelligkeit, nach Sieg, also wie der Lack eines Ferraris, der gerade die ersten Meter seines Motorlebens auf dem Firmenhof fährt, auf dem Fahrersitz, die polierte Dame, die trunken von der Gier mit dem Wettlauf entgegen der Zeit, sich vor dem Sieg bereits eingesprüht hat mit der Création „immer schön lächeln“, bei manchen hilft sicher nicht mal das, wenn die drei Wörter auf die Handfläche geschrieben stehen, säuselt mir ihre verständnisvolle Zustimmung entgegen, so daß ich angetrieben durch die Nebelduftwolken keine Schwierigkeit habe, mich die nächsten fünf Meter meinem Ziel, der Abendkasse des Kinos, näher zu kommen.

War irgendwie klar, daß ich hier lande, vom parfümierten Regen in die Festrede einer Schiffstaufe, besser kann man die nächste mit Emblemen und Fanartikeln ausgestatteten Menschen nicht beschreiben, einer quasselt ständig von seinen Erfolgen, Erkenntnissen, Erlebnissen, drei Wörter, die mit „er“ beginnen, sind möglicherweise schon aussagekräftig genug, aber ich will nicht so sein, schließlich reihen sich auch Frauen in stammtischmäßige Gesprächsrunden ein, um ihre vermeintliche Nacktheit mit Hermelinmänteln zu bekleiden, in dem sie eigentlich Banales zu einem Alptraum oder einem Glücksmoment hochstilisieren, damit sie ihrer Wenigkeit den Hauch des Besondern anheften können, Orden, Abzeichen und schon ist sie geschwellt die Brust der Heroen und Heroinen. Um was geht es hier überhaupt?

Das Pärchen, er mit den ausgefranzten Locken, sie mit dem streng nach hinten gekämmten Pferdeschwanz haben doch tatsächlich auf ihrem Flug, letztes Jahr zu Ostern, Wochenendtrip, im Flugzeug den Schauspieler getroffen, er saß hinter ihnen, angelächelt wurden sie, nein, kein Autogramm, wollten doch nicht aufdringlich wirken, komisches Gefühl, wenn sich andere Fluggäste den Hals verrenken und ständig in seine Richtung sehen und dabei uns angestarrt haben, als ob wir ihn näher kennen würden, der jetzt in dem Thriller die Hauptrolle spielt, obwohl, er soll die Figur nicht so wirklich gut rüberbringen, wie, wie hieß er nochmal, der den verrückten Wissenschaftler in „die Zähne der Möwen“ gespielt hat.

„Sorry, mein Freund wartet an der Kasse auf mich, habe mich verspätet, der hat bestimmt schon seine Krise, weil ich wieder zu spät, aber das Duschwasser war kalt, weil der Typ in meiner WG stundenlang duscht, bevor er das Haus verläßt, und ich kann dann ewig warten bis das Wasser …“, dränge ich mich in das aufgebauschte Erlebte hinein, in der Hoffnung durch die Schilderung einer Situation, die sicherlich tausendmal täglich vorkommt, also jedem bekannt sein dürfte, genügend Verständnis zu erreichen, um die letzten Meter bis zur Kasse vorgelassen zu werden.

„Ach, du Arme, das kenne ich noch aus meiner Studienzeit, immer die gleichen Typen, die meinen, die ganze Wohnung gehöre nur ihnen und dann essen sie noch den Kühlschrank leer“, dozierte die junge Frau mit der strengen Frisur und mit absolut wissender Miene winkten mich alle um sie herumstehenden Zuhörer weiter.

Ich nickte nach Atem ringend und mit leicht feuchten Augen, kann ich schon seit meiner frühesten Kindheit, wenn es darum ging, meine Strafe abzumildern, die meine überfürsorglichen Eltern für mich ausgedacht hatten, aber schließlich überzeugt wurden, daß die erste Fürsorge darin besteht, mein Leid nicht zu unerträglich zu machen.

Hinter dem kleinen Guckloch, das auf Höhe des Bauchnabels angebracht wurde und eher einer Ausflugschneise für Brieftauben ähnelt als an die Ausgabestelle für Kinokarten, so daß man buckeln muß vor den Kassierern, die hinter diesem Ausguck sitzen, obwohl man die zahlungskräftige Klientel ist, die dafür sorgt, daß überhaupt das Geld vorhanden ist, um diesen auf zwei Quadratmetern umbauten Vogelkäfig aufzusuchen.

„Welchen Film?“
„Der verschluckte Kater.“
„Der läuft bei uns nicht.“
„Wie sollte er das auch können, wenn er verschluckt wurde!“

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

Veröffentlicht unter Kurzgeschichten | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Corona-Pandemie fordert uns alle heraus

https://pixabay.com/illustrations/businessman-newspaper-read-world-4929680/

pixabay.com

In Krisen zeigen sich deutlich die Fiesen

Ein Blick in die Medien, zu den Schlagzeilen verdeutlicht den Ernst der Lage, obendrein mit gänzlich ungewissem Ausgang. Niemand kann voraussagen, was die Corona-Pandemie uns allen noch abverlangen wird. Spekulationen reichen von verharmlosenden Wahrscheinlichkeiten über apokalyptische Szenarien, Verschwörungstheorien, während die einen an Umstürze denken, andere ans Totalversagen der Menschheit selbst. Und dabei sollen wir allesamt noch Ruhe bewahren, uns in Geduld fassen, gelassen den Alltag meistern?

Geht sehr schwerlich, da besonders die Medienwelt nebst des Internets im Stundentakt eine Hiobsbotschaft nach der anderen in den Äther sendet, obendrein Experten sich  gegenseitig belauernd mit Vorwürfen überschütten, wer es denn besser oder schlechter erkläre. Zu allem Übel diejenigen, die durch Hamsterkäufe ihren Egotrip oder einfach hysterisch Phobien ausleben, je nachdem welche Argumente genehm sein mögen. In Krisen zeigen sich wie eh und je deutlich die Fiesen!

Horten nützt letztlich nichts

Außer daß es natürlich ohnehin nicht schaden kann, wenigstens einen Vorrat von zwei Wochen sich zuzulegen, den man regelmäßig austauscht und wieder aufstockt. Ansonsten sollte bekannt sein, daß in wirklich heftigen Notzeiten Menschen aus reinen Überlebensinstinkten sich das nehmen, was sie denken, brauchen zu müssen, notfalls auch per Gewalt. Wer also bunkert, lebt nicht ungefährlich.

Solidarität ist das eigentliche Zauberwort in Krisenzeiten. Die Alten, also die über 80-Jährigen, die noch Kriegszeiten als Kinder und Kleinkinder hierzulande erleben mußten, werden darüber berichten können, was Not und Elend bedeuten, Hunger einiges an Zusammenrücken abverlangt. Da glänzt ein gewisser Egoismus keineswegs, entpuppt sich schnell als potentieller Feind, der gleichzeitig sich schwer bewaffnen muß, um diesen ausleben zu können. Funktioniert am Ende nicht!

Rechtsextremes Geschmeiß reibt sich im Stillen die Hände

Wir lesen es in den Social Media, in den Medien, in vielen Kommentaren voller Haß und Hetze, auch in den Landesparlamenten und im Deutschen Bundestag nehmen die Nazis kein Blatt vor den Mund. Von Humanismus gleichwohl keine Spur, weder während der zunehmenden Bedrohung durch das Coronavirus noch an Europas Außengrenzen.

Beste Voraussetzung der Neuen Rechten, ihr bösartiges Machwerk zu organisieren. Die deutsche Politik wäre ziemlich gut beraten, äußerst wachsam zu sein, schlimm genug daß eine rechtsextreme Partei in den Plenen sitzt. Wehret den Anfängen, möge diese Krise keine weitere heraufbeschwören.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar