
pixabay.com
Schlittschuhe über dem Bett,
nicht aufgehangen, angenagelt,
im Mondlicht glänzen die Kufen,
leuchten im ersten Sonnenschein,
kein Alp kann mich besuchen,
zu verwirrend der Kufen Spuren.
Doris Mock-Kamm

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Schlittschuhe über dem Bett,
nicht aufgehangen, angenagelt,
im Mondlicht glänzen die Kufen,
leuchten im ersten Sonnenschein,
kein Alp kann mich besuchen,
zu verwirrend der Kufen Spuren.
Doris Mock-Kamm

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Die allermeisten von Ihnen werden höchstwahrscheinlich die Fast-Food-Kette McDonald’s assoziiert haben beim Lesen der Überschrift, was nicht weiter verwunderlich angesichts ihrer weltweiten Präsenz.
Gerade deshalb sollte man besorgt feststellen, daß die Eßgewohnheiten unserer Spezies ungeahnte, vor allem gesundheitliche Folgen haben. Das sich schnell ausbreitende Fast-Food ein Indiz kaltherzig hektischen Lebens? Oder einfach ein notwendiges Muß, mit dem Mensch sich arrangieren vermag?
Als vor knapp 80 Jahren die Brüder Maurice und Richard McDonald ihr erstes Restaurant im kalifornischen Bernardino eröffneten, konnte niemand erahnen, daß daraus die weltweit größte Fast-Food-Kette entstehen würde, wenn auch der Milchshake-Mixer-Verkäufer Ray Kroc ihnen 1961 die sich langsam expandierende Kette abluchste, indem er ihnen die Marke McDonald’s für vordergründig viel Geld abkaufte.
Inzwischen dürften es rund 37.000 Restaurants in 120 Ländern sein, die 1,8 Millionen (Stand 2016) Menschen bei der McDonald’s Corporation oder einem ihrer Franchisenehmer beschäftigen. Dennoch sollte man sich wundern, wieso generell Fast-Food sich dermaßen rasant etablieren konnte und erst recht dieser Konzern. Das schnelle Essen zwischen Einkäufen und Mittagspausen bei der Arbeit, eine sehr kurze Zeitspanne und Gelegenheit eben nicht in Ruhe ausgelassen ein Menü zu genießen, sondern den schnellen Hunger zu stillen, ob einen Burger, einen Hotdog, die Curry-Wurst mit Pommes Frites oder Fish & Chips wie in England? Genau solch einfache Gerichte tragen erheblich zu deren Erfolgsquote bei, während der Konsument sich dabei eher schadet, wenn zur Gewohnheit geworden.
Haben Verbraucher schon in jüngster Vergangenheit einen Verlauf heftiger Lebensmittelskandale erdulden müssen, kann man daraus folgernd nur skeptisch anmerken, daß generell Nahrungsmittel zwar lebensnotwendig sind, aber leider auch gesundheitsschädlich. Gerade die gefährlich giftigen Zusatzstoffe in Lebensmitteln sorgen obendrein für anwachsende Verunsicherung in der Bevölkerung. Wie kann man diesem Teufelskreis industrieller Vorgaben entrinnen, wenn man gleichzeitig auf sie angewiesen?
Daß es selbst bei Burgern so gar nicht mit rechten Dingen zugehen kann, sollte spätestens mit dem 2007 erschienenen You-Tube-Video „Bionic Burger“ sich zeigen, als ein Mann im Jahre 1989 sich zwei Hamburger kaufte, einen aß und den anderen einfach in seine Jackentasche steckte, um den vergessenen ein Jahr später zufällig zu entdecken. Das Erstaunliche daran, er war nahezu unverändert, nicht schimmlig. Doch dafür gibt es letztlich simple Gründe: Das Fleisch ist total übersalzen, es befinden sich sehr viel Pestizidrückstände im Gemüse, die Brötchen enthalten die klassischen Zusatzstoffe wie Back- und Säuerungstriebmittel, Emulgatoren, Bleichmittel, Enzyme und Konservierungsstoffe.
Und dann lobt ausgerechnet die Stiftung Warentest förmlich das Fast-Food im Burger-Meister-Test, bescheinigt McDonalds als Sieger, dessen Qualität der Burger sie mit einer Testnote 2,9 bewertete, während die getesteten Konkurrenten Burger King und Kochlöffel nicht so gut abschnitten? Zwar werden im Artikel noch die Schadstoffe und die ungesunde Ernährung erwähnt, dennoch suggeriert der Beginn und die ganze Aufmachung eher eine gewisse Entwarnung.
Übrigens entstand im Juli 1986 die passende Antwort zum Fast-Food, nämlich Slow-Food, welches der italienische Publizist Carlo Petrini als Protest wegen einer neu eröffneten McDonald’s-Filiale beim Piazza Navona in Rom gründete. Selbst wenn dieser Bewegung im Laufe der Zeit nicht zu Unrecht ein gewisses elitäres Verhalten vorgeworfen werden kann, obendrein Petrini dies scharf kritisierte, so ist der Urgedanke trotzdem eine moderate Antwort auf das hektisch, äußerst ungesunde Fast-Food-Essen. Denn Qualität und Genuß gehören mit engverknüpftem Sich-Zeit-lassen beim Essen durchaus zu einer gesunden Ernährungsweise, an die sich Menschen entsinnen mögen.
Früher gab es nicht zufällig geregelte Mahlzeiten, war viel mehr Gelassenheit bei entsprechender Lebensfreude vorhanden. Man mag ohne weiteres einen Zusammenhang zwischen Fast-Food und hektisch auffällig oberflächlicher Lebensweise bei gleichzeitigem Werteverfall in der Gesellschaft feststellen. Dies trägt dazu bei, daß mehr Hektik den Arbeitstag aber auch unsere Freizeit bestimmt, zusammen mit einer ungesunden Ernährung. Es liegt an uns selbst, ob wir dies zulassen oder besser verhindern.
Lotar Martin Kamm

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Warum schreien
die Kehle spröde
trockener Wüstensand
kein Platz zu gedeihen
im Morast ersticken
trostlose Wärme
Warum schreien
hängende Tulpen
der Boden beleuchtet
kein Ort zu verweilen
stumpfe Klänge
Stimme ausgehöhlt
Doris Mock-Kamm

https://www.flickr.com/photos/txmx-2/8640091550/sizes/z/ (CC BY-NC-ND 2.0)
Der Xavier, der Xavier,
der fühlt sich wie ein Schah,
wundert sich, was geschah,
widerlich, macht sich rar.
Paßt zu ihm, na klar,
trotz guter Stimm‘, – voilà,
was für ein Tamtam, ein Trara.
Rassismus ganz gedehnt,
wird prosaisch abgelehnt.
Bloß nicht mal bequemt,
dann lieber völlig unverschämt
mit Neuen Rechten mitgeströmt,
sich mit diesen eher versöhnt
und trocken Migranten verhöhnt.
Der Xavier hat sich entschieden,
ist bei Reichsbürgern zugestiegen,
das läßt sich nicht mehr hinbiegen,
dazu hat er zu lang geschwiegen,
ist somit keineswegs untertrieben,
kann man wohl kaum falsch liegen,
ihn besser zu verabschieden.
Lotar Martin Kamm

© Andrea Dejon
Die Natur lässt sich nicht betrügen. Sie erlaubt nur für begrenzte Zeit, die Regeln zu biegen. Aber irgendwann schnellt das Gummiband zurück und erzwingt den alten Weg. Ein Weg, der sich im Laufe von Jahrmillionen und Jahrmilliarden als zielgebend und richtig erwiesen hat.
Es gibt die Zeiten der Aktion, der Veränderung und der Ruhe. Für ein Lebewesen sind diese ganz besonders wichtig. Der Winter sollte eigentlich die Zeit der Einkehr sein, des sich zurückziehen und auf einen Neuanfang vorzubereiten. Pflanzen ziehen ihre Kräfte in die Erde und somit in die Wurzeln zurück. Manche Tiere machen einen Winterschlaf, anderen reicht die Winterruhe. Doch was machen wir Menschen?
Wir achten schon lange nicht mehr auf den inneren Rhythmus, der das Leben von uns Menschen bestimmt hat. Wir glauben, es besser zu wissen als die Natur und arbeiten auch in den Zeiten der Ruhe voller Hetze weiter. Wir rennen einer Illusion von Geld hinterher und schenken ihm mehr Macht und Glauben als unserem eigenen Körper, der doch für uns eigentlich das einzig wirkliche Greifbare darstellt.
Schon seit einigen Jahren nimmt die Anzahl von Burnout-Patienten zu, dennoch erwägt der Mensch kaum eine Änderung. Die sogenannte Karriere und das Geld gelten nach wie vor als das wichtigste im Leben. Dafür wird sogar die Gesundheit aufs Spiel gesetzt. Und nicht nur die eigene, auch die der anderen – im Grunde unser gesamter Planet wird beim diesem Roulette riskiert.
Ohne die entsprechenden Ruhephasen kommt der Körper aus dem Gleichgewicht. Das Immunsystem wird geschwächt. Krankheiten halten Einzug und versuchen den Körper zur Ruhe und zur Einkehr zu zwingen! Ob wir das nun wollen oder nicht. Stress lässt die Anspannung steigen, wir sind ungehalten und ärgern uns schneller. Wir beginnen uns zu verhalten wie ein Tier, das völlig von seiner Gruppe ausgegrenzt wurde und dem dadurch auch Nahrung und Sicherheit fehlt. Das Adrenalin lässt unsere Gedanken purzeln und uns Dinge sehen, die in Wirklichkeit meist weit weniger gefährlich sind.
Selbst der nächtliche Schlaf bringt keine Beruhigung, sondern Unruhe und Schlafstörungen. Und Schlaf ist ungemein wichtig. Ohne ihn kann unser Gehirn nicht mehr richtig entgiften. Irgendwann, wenn das Schlafdefizit zu groß ist, melden sich Wahnvorstellungen und am Ende Paranoia.
Dennoch will der Mensch und vor allem der Staat weiter seinen Kurs halten, das Bruttosozialprodukt und die Gewinne müssen wachsen – egal um welchen Preis. Und, warum muss eigentlich fast jede Minute verplant sein? 365 Tage im Jahr? In solchen Fällen kann man nicht einmal mehr einen Ausweichtermin finden. Bei einer Krise bleibt dann nur noch die Möglichkeit, den Termin komplett ausfallen zu lassen.
Auch Bakterien und Viren verändern sich beständig, sie gehören wie wir zum Netzwerk der Natur. Die meisten arbeiten mit den Lebewesen Hand in Hand, genau genommen ermöglichen sie erst, dass wir Menschen und die Tiere überhaupt in dieser Welt überleben können!
Und natürlich gibt es noch die anderen, die gerne als die bösen krankmachenden Organismen angesehen werden. Aber ist das wirklich so? Und wollen wir das nur so sehen, weil sie trotz ihrer Winzigkeit uns dazu zwingen können, einen anderen Weg einschlagen zu müssen?
Das Ego verliert nicht gerne, noch dazu gegen etwas so kleines, das man nicht einmal sehen kann! Fakt ist, dass viele dieser sogenannten krankmachenden Organismen im Grunde dafür da sind, unseren Organismus zu trainieren – was bei einem Menschen, der mit der Natur lebt, meist gut funktioniert und ihn sogar stärker macht.
Hat unser Körper zu wenig Training, neigt er sogar dazu, die eigenen Zellen anzugreifen – fast so als würde sich unser Immunsystem langweilen, weil es nichts zu tun gibt. Dieses „Training“ ist aber nicht für alle Menschen ideal. Wie bei einem Körper, der gestresst und unterversorgt ist. Wer sich dann im Sport bis ans Limit wagt, wird krank oder stirbt!
Gut, im Sport haben wir durchaus die Chance, auf unseren Körper zu hören und ihm eine Pause zu gönnen. Mit einem Erreger können wir leider nicht reden. Er folgt nur blind und stur seiner Programmierung. Von daher sollte doch klar sein, dass wir unbedingt umdenken sollten!
Wir müssen damit aufhören, unseren Körper und unsere Psyche ständig zu überfordern. Wir müssen wieder lernen, uns richtig zu spüren. Wir müssen uns frei machen von zerstörendem Stress und dem Glauben, Geld und Karriere könnten alles wieder ins Lot bringen.
Wir brauchen die Menschlichkeit und die Achtsamkeit. Nicht nur, damit die Natur nicht weiter zerstört wird – denn auch diese vielen Schadstoffe, die wir in die Umwelt entlassen, schaden unserem eigenen Körper und somit unserem Immunsystem!
Wir sollten uns wieder richtig kennen lernen und auch die anderen Menschen, die Pflanzen und Tiere. Wir sollten mit dem ewigen Planen und mit dem Kopf durch die Wand wollen aufhören und uns dem Rhythmus der Natur wieder annähern. Ein Narzisst wird nicht lange in seinem solchen System überleben, auch wenn er das glaubt.
Es ist das gleiche wie bei einem weichen Grashalm und einem starren Ästchen: Wer achtsam ist und sich und seine Umwelt wahrhaftig spüren kann, wird sich entsprechend beugen und reagieren können, ohne dabei zerbrochen zu werden.
Andrea Dejon

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Es gibt so eine Taktik,
die mag ich,
mit der Wahrheit
rück ich raus,
unmißverständlich,
meinen Unmut
tu ich kund,
dreist natürlich,
sonst interessiert
es keinen Hund.
Es gibt so eine Taktik,
die mag ich,
ist der Hund
erstmal aufgeschreckt,
bellt er laut,
erfüllt seinen Zweck,
verbreitet Hektik,
ich ganz ruhig, zahm,
er gleich mein Bein
ins Maul nahm.
Es gibt so eine Taktik,
die mag ich,
Unruhe gestiftet,
viele böse Worte
auf mich gerichtet,
falsch interpretiert,
reine Wortklauberei,
ein Schlichter muß her,
ein Führer, ein Diktator,
taktische Zauberei.
Doris Mock-Kamm
Das Coronavirus dominiert in den weltweiten Schlagzeilen, die Pandemie beschäftigt etliche Abwägungen bis weit hinein in wirtschaftspolitische Belange, wie man unschwer auch bei den Börsen beobachten darf. Eine Belastungsprobe ohnehin schwieriger Ausgangslagen mit Blick zu Kriegen, Nöten oder politischen Koalitionen wie derzeit in Berlin.
Dümmer kann man es nicht machen, behauptet Ursula Weidenfeld in ihrer Kolumne für T-Online. Ansichtssache. Sicherlich möchte die Bevölkerung in Krisenzeiten lieber eine stabile, geschlossene Regierung erleben. Doch was auseinanderbricht, läßt sich eben nicht zwanghaft kitten. Einen nachvollziehbaren Anteil hat gleichwohl die Wende der Sozialdemokraten mit ihrer neuen Doppelspitze. Eventuelle Neuwahlen rücken daher viel eher in den Fokus. Wäre das dermaßen fatal?
An anderen Stellen liest man dies ebenso, jene Vergleiche zur letzten großen Wirtschaftskrise 2008. Jedoch sollte man keinesfalls die unterschiedlichen Umstände außer acht lassen. Vor zwölf Jahren gab es noch ein relativ stabiles Kabinett Merkel I mit Finanzminister Peer Steinbrück, selbst wenn ein Michael Glos als Wirtschaftsminister zu schwächeln begann, am 10. Februar ein Karl Theodor zu Guttenberg als Joker es richten sollte, allerdings nur von kurzer Dauer, bereits am 28. Oktober wurde er als neuer Bundesverteidigungsminister vereidigt.
Die heutige SPD hadert ziemlich berechtigt mit dem Kurs der Union, selbst wenn sie in vielen Punkten ihr nacheifert, macht sich fortlaufend Kritik breit, die eigentlich schon überfällig war. Manche behaupten nicht unberechtigt, dies hätten die Sozialdemokraten schon wesentlich früher beherzigen sollen, sie stünden vielleicht jetzt besser in den Wahlprognosen da.
Man darf nicht, sondern sollte davon ausgehen, selbst wenn das die Regierungsparteien strikt von sich weisen. In der Basis aller Parteimitglieder rumort es längst. Warum der Stimmung nicht nachgeben?
Die Wandlung der Grünen sollte nichts Neues darstellen. Mit hohem Unwohlsein denken manche an die unsägliche Agenda 2010 zurück, den Kosovoeinsatz, den das rot-grüne Regierungsbündnis unter Schröder beschloß. Selbstverständlich macht sich daher auch Mißmut breit, wenn Katrin Göring-Eckardt sich ausgerechnet eine Zusammenarbeit mit Friedrich Merz vorstellen könne. Bei Christian Lindner schaut sie genauer hin, beim neoliberaleren Merz gibt es keine Scheuklappen mehr. Muß man nicht verstehen.
Lotar Martin Kamm