Greta-Shitstorm reißt nicht ab

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Der lange mühsame Weg von FFF

Man fühlt sich schier zurückversetzt in Zeiten, wo die Grünen versuchten, politisch Fuß zu fassen, genauso ergeht es auch Fridays For Future, nur daß jene Jugendbewegung keinerlei Ambitionen hegt, sich parteipolitisch zu artikulieren. Darum geht es eben nicht. Dennoch fühlen sich gerade all diejenigen auf den Schlips getreten, die im besonderen Maße an der Klimakrise beteiligt sind.

Insofern gar kein Zufall, wenn sie entsprechend harsch reagieren, Evonik-Chef knöpft sich Greta Thunberg vor, empfindet sie als unverfroren. Ausgerechnet seitens der chemischen Industrie, die ohnehin einen wesentlichen Anteil hat an Umweltverschmutzung und -belastung, somit am Klimawandel. Wie heißt es so treffend: Angriff ist die beste Verteidigung. Genau, so lenkt man ab.

Chemische Industrie verweigerte sich stets

Hätten die Grünen und die Bürgerrechtsbewegung nicht gegen die chemische Industrie interveniert, bis heute würden noch so üble Produkte wie Xylamon in den Verkaufsregalen auf ihre Kunden warten, um diese nachhaltig zu vergiften.

Und dann stellt sich ein Christian Kullmann hin, um Greta Thurnberg vorzuwerfen, die Debatte würde größtenteils unsachlich geführt werden. Das Gegenteil trifft zu! Eine Sechzehnjährige wagt es ziemlich couragiert, der Welt dort draußen, die Politik und Wirtschaft an den Pranger zu stellen ob deren Untätigkeit, indem sie gerade die Wissenschaft zitiert, die jenes Nichthandeln angemahnt hat. Was soll daran verkehrt sein?

Nachhaltig leben überhaupt nicht einfach

Das betonte Greta Thunberg direkt bei ihrer Ankunft in Lissabon, sie fände ihre Reise absurd, weil es solle ja nicht jeder so reisen wie sie, aber ihre Botschaft an die Welt bedeute, es müsse sich etwas ändern, um nachhaltig leben zu können. Man stelle sich vor, die Menschen würden per Segelboot zu den USA fahren. Dann wird es klarer, wie absurd eine solche Reise zu schaffen ist.

Umso interessanter jener unerträgliche Shitstorm gegen die jugendliche Greta Thunberg. Das alles nur, weil sie eindringlich vor einem „Business as usual“ gewarnt hat, wer sich erinnern mag, im September dieses Jahres vor der UNO. Man darf davon ausgehen, daß sie jetzt in Madrid ebenso vehement auftreten wird, ihre Standpunkte verdeutlicht. Die Wut der Kinder und Jugend nutzt sie geschickt, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Der reflexartige Gegenwind bedeutet letztlich eine Bestätigung, daß FFF exakt auf dem richtigen Weg sich befindet. Weiter so!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Schwere gewogen

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Feierabendverkehr
Einkaufstasche wiegt schwer
Volle Bahn, Menschen rücken näher
Unsicherheit wiegt schwerer
Kündigung zum Ersten
Arbeitslos wiegt am schwersten

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Shampoos: Giftcocktail schadet Ihrer Gesundheit

Ein Umdenken muß greifen, sich selbst und der Umwelt zuliebe

„Wenn ich das wüßt, warum mein Haar so ist! Es wächst so dicht, so schnell, fast kriminell.“ So gesungen im Musical Hair, in dem es nicht nur ums Haar geht, aber wir Menschen uns mit diesem auseinandersetzen. Manche sogar es täglich waschen, darunter die Haut besonders zu leiden hat.

Einfach in einen Drogeriemarkt gehen, sich ein Haarwaschmittel besorgen, schon erfreuen sich die Haare bester Pflege. Tun sie das wirklich? Der Giftcocktail in Shampoos schadet viel eher Ihrer Gesundheit, ein Umdenken muß greifen, sich selbst und der Umwelt zuliebe.

Eine lange Liste giftiger Substanzen

Eines der ersten Begriffe, die man im Zusammenhang von der Pflegeindustrie liest, somit ebenso oft in der Werbung, sind die sogenannten Tenside. Diese leiten sich aus dem Lateinischen „tensus“ für „gespannt“ ab. Mit der Übersetzung befindet man sich bereits beim Kern der Eigenschaft von Tensiden: Sie sorgen dafür, daß zwei Stoffe, die normalerweise nicht vermischt werden, wie Wasser und Öl, mittels der chemischen Reaktion sich binden. Die Oberflächenspannung des Wassers wird mittels der Tenside erheblich gesenkt.

Man unterscheidet zwischen Tensiden natürlichen Ursprungs, die in Seifen enthalten sind. Mithilfe von pflanzlichen und tierischen Fetten werden Fettalkohole gewonnen, aus denen die unterschiedlichen Tenside produziert werden. Richtig giftig für den Menschen wird es, wenn man einen Blick auf das Erdöl-Derivat Propylenglykol wirft, neben möglichen allergischen Reaktionen der Haut kann es Hirn-, Leber- und Nierenschäden verursachen.

Die wohl krebserregendsten Stoffe, die in vielen Shampoos enthalten, sind DEA (Diethanolamin) und TEA (Triethanolamin), welche durchaus sowohl Hirnzellen als auch Zellen des Nervensystems zerstören können, Fehlgeburten verursachen. Die schaumbildenden Chemikalien Natriumlauryl-/ Natriumlaurethsulfat (SLS/ SLES), die für ein starkes Entfetten sorgen, greifen prinzipiell unser Immunsystem an, darüber hinaus führen sie zu Langzeitschäden der inneren Organe und Allergien, reizen die Haut, gelten ebenso Krebs verursachend.

Bis zu 0,04 Prozent Formaldehyt darf in Shampoos enthalten sein, ohne dies speziell deklarieren zu müssen. Die Nebenwirkungen wie Allergien auslösend, krebserregend und Nerven schädigend, sollten bekannt sein. Wenn Sie die BezeichnungenDoazolidinyl-Urea, Imidazolidinyl-Urea oder Quarternium-15 als Inhaltsstoffe lesen, handelt es sich um diese gefährlichen Konservierungsstoffe. An dieser Stelle ergänzen wir nur noch die lange Liste der gefährlichen Stoffe, als da zu benennen seien: die Silikone (gibt es im Handel inzwischen als „silikonfrei“ zu kaufen), DMDM Hydantoin, Methylisothiazolinone, die dem Hormon Östrogen in ihrer Struktur äußerst ähnlichen Parabene und die Duftstoffe mit ihren bis zu 4.000 synthetischen Substanzen!

Alternativen zu Shampoos

Da steht er nun, der Ratlose, weiß nicht weiter, weil all die heftigen Gifte in den Shampoos ihn gänzlich verunsichern. In etwa die Haare mit einer natürlichen Seife waschen, sich fragt, wobei er gar nicht so Unrecht hat. Denn mit einer reinen und natürlichen Olivenseife läßt sich ohne weiteres eine Seifenlauge herstellen, dabei regt dieses selbsthergestellte Shampoo gar das Haarwachstum an.

Wie wäre es mit Heil- oder Lavaerde? Diese wird in Bioläden oder Reformhäusern angeboten, wer mag, kann auch hier reinschauen, zumal die Seite noch etliche andere Alternativen für die Haare wie Apfelessig, Jojobaöl, Quark anbietet. Wer ebenso auf Haarspülung verzichten möchte, in ihnen befinden sich gleichwohl etliche Gifte, kann auf Apfelessig oder Zitronensaft zurückgreifen. Einfach mit Wasser verdünnen und das vorher gewaschene, aber noch feuchte Haar damit gut ausspülen, schon glänzen die Haare und sind obendrein sogar viel weicher.

Der Werbung eine Absage erteilen – Verzicht der Eitelkeiten

Es beginnt immer im Kopf selbst, bzw. in diesem Fall erst recht auf ihm, wenn die Haare im Spiel sind. Vergessen Sie die Werbung, erteilen wir ihr eine Absage, weil sie deutlich mitentscheidend verantwortlich für das Desaster gesundheitsschädlicher Folgen bei der Verwendung von Haarshampoos sowie der Haarfärbemittel.

Ein Verzicht der Eitelkeiten daher der erste Schritt in die richtige Einstellung bedeutet. Wollen wir tatsächlich nonstop allen gefallen, nehmen die gefährlichen Stoffe einfach gedankenlos hin, nach dem Motto, was scheren uns die Bedenken, wenn der Augenblick der Erscheinung zählt? Durch ein solches Verhalten darf der Schaden sich heftig austoben, nehmen Folgeerkrankungen zu, wird die Umwelt erheblich belastet. Genau deshalb sollte ein Umdenken greifen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Wilder Wein

Rotznase,
war nicht lieb gewesen,
stets artig sein,
war nicht mein,
manchmal gab‘s Hiebe,
manchmal Geschrei,
salzige Tränen,
Trostwasser,
das Gute dabei,
genossen jeden Tropfen,
der meine Lippen getroffen,
kein Nasenschleim
meine Zunge gekostet.

Rotznase,
war nicht lieb gewesen,
wird niemals sein,
das war gemein,
traf tiefer als Schläge,
schmerzte mehr als Brüllerei,
salzige Tränen,
Trostwasser,
ließ sprudeln den Quell,
trunken vor Glück,
selbst Rotz störte nicht,
betäubt war der Frust,
vom meinem wilden Wein‘.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bolsonaro-Regierung ignoriert wochenlang Ölpest vor Brasiliens Küste

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Umweltkatastrophe größer als die Ölpest im Golf von Mexiko 2010

Eine derartige Haltung jenes despotischen Präsidenten paßt letztlich zu dessen Einstellung, stieg seine Regierung doch wie Trumps USA  aus dem Pariser Abkommen aus, Klimakrise und Umweltbelange werden einfach ausgeblendet zugunsten gewinnträchtiger Konzerne, wovon sie selbst ebenso partizipieren wollen.

2000 Kilometer Küste sind inzwischen verseucht, Brasiliens Regierung sucht die Schuld bei Greenpeace. Man wird an ganz ähnliche Verhaltensweise erinnert, hatte doch kürzlich Brasiliens ultrarechter Staatschef Jair Bolsonaro behauptet, Leonardo DiCaprio würde eine Mitschuld an den Amazonas-Waldbränden tragen, was der Schauspieler natürlich zurückweist.

Anzeichen von Bohrlöchern lassen illegales vermuten

Ein Techniker einer weltweit anerkannten Umweltorganisation möchte nicht ausschließen, daß es sich um Bohrlöcher handeln könnte, die weder gewartet noch geschlossen wurden, wobei die Ölindustrie selbst dahinterstecke. Auch könne es kein Schiff sein, da die Quelle viel zu nah von der brasilianischen Küste sich befände. Der Redaktion von Spektrum.de läge der Name des Technikers vor, der angesichts des feindlichen Klimas in Brasilien Umweltschützern gegenüber namentlich nicht genannt werden möchte.

Obwohl ökologisch besonders wertvoll, von touristischen Geschäftsverlusten mal ganz zu schweigen, scheint die verantwortliche Regierung viel zu dürftig zu reagieren, böse Zungen unterstellen Bolsonaro nicht zu Unrecht Rachegelüste, weil Brasiliens „roter“ Nordosten ihm bei den Wahlen keine Stimme gab. Haben etwa sämtliche rechtsradikalen Geister einen besonders kränkelnd narzißtischen Hang, wie man bei den Herren Trump, Erdoğan oder Orbán unschwer beobachten kann?

Umweltkontrollen sollen erst recht gelockert werden

Wie Jair Bolsonaro ohnehin vor seiner Wahl bereits angekündigt hatte. Welch fatales Verhalten. Man wünscht sich eine sogenannte global agierende Umweltpolizei herbei, die derartige Verbrechen besser auf dem Fuße ahndet, dafür Sorge trägt, diese sofort zu beenden!

Dessen Regierung verpaßte es schlichtweg, bei Bekanntgabe der Ölpest sofort zu handeln, angeblich sei bereits im September reagiert worden. Mit jener Verharmlosung der größten Ölpest im Lande ändert sich letztlich nichts zum Guten. Ganz im Gegenteil, Bolsonaros Verhalten ermutigt gar sämtliche Umweltsünder, erst recht ihren desaströsen Wegen zu folgen, während die Welt zuschaut, ihn gewähren läßt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Nebelgesichter

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Selbst in engster Umarmung,
nicht die kleinste Ahnung
berührte des Herzens Haut,
von der Seele keinen Laut.

Auf schaukelndem Vlies
Verstand verstieß
jegliche Gedanken,
Gefühle Leere auftanken.

Ohne Inhalt verschwand
Schwere von Geisterhand,
löste Zweifel zur Brühe,
nichts erschafft keine Mühe.

Wenn politische Organisationen
Süßholz raspeln, mit Wasser-Ionen
dein Wesen zum Vakuum berieseln,
sind es Nebelgesichter, die dich anpieseln.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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SPD mit neuer Doppelspitze

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Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans konnten sich durchsetzen

Die einen freut’s, die anderen ärgern sich. Das Echo zur Wahl des Parteivorsitzes fällt entsprechend unterschiedlich aus, wen wundert’s. Das SPD-Establishment um Vizekanzler Olaf Scholz bekommt die Quittung, schreibt Christoph Hickmann im Spiegel.

Es wird von „sensationell vieler sozialdemokratischen Politik“ geschrieben, die sich angeblich durchsetzen konnte, einer fast schon unbeteiligten Abstimmung, da immerhin satte 46 Prozent es nicht für nötig hielt, sich an dieser zu beteiligen. Was sagt das eigentlich aus über jene SPD? Top oder eher ein Flop?

Dieser Linksruck darf als gutes Zeichen gewertet werden

Ganz besonders die Linken und auch Mitglieder bei den Grünen dürften sich die Hände reiben ob des Linksrucks jener angeschlagenen Sozialdemokraten, die nach der Schulz-Schlappe einen erheblichen, folglich kontinuierlichen Stimmenverlust hinnehmen mußten.

Wer die Marktwirtschaft lobpreist, verkennt die Realität, kommentierten wir noch im Hochsommer über den Zustand jener Partei, die SPDpur sei ein deutlicher Wink in Richtung Auflösung, dessen Weg bereits mit Herrn Schröder begonnen hatte. Ausgerechnet der Altkanzler zeigt sich skeptisch über SPD-Entscheid. Selbstverständlich kann dieser aus dessen Sicht nur „ungünstig“ ausfallen, weil somit die Große Koalition in Frage gestellt sein wird.

Mit dieser Union scheitert das Bündnis

Wobei dies letztlich schon wesentlich früher hätte stattfinden sollen, die Sozialdemokraten hätten vielleicht gar weniger Stimmen verloren. Nur nützen solche Erkenntnisse im Nachhinein reichlich wenig. Es gilt, jetzt das Beste draus zu machen. Mit Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans könnte das schon gelingen, allerdings auch nur, wenn die Mehrheit der SPD-Mitglieder sie mit unterstützt.

Bereits kurz vorm und vor allem während des Parteitages werden die ersten Weichen gestellt, steht die Koalitionsfrage zur Debatte. Ein Nein zur fragwürdigen Koalition mit der Union hat mitnichten etwas mit Angst vor Verantwortung zu tun, wie gerade Befürworter der GroKo gern behaupten, sondern viel eher mit einer konsequenten echten SPD-Politik, die längst geopfert wurde zugunsten der Regierungspolitik zurückliegender Jahre. Was danach geschehen mag, liegt am Wählerwillen, vor allem inwieweit er jener rechtsradikalen AfD weiterhin auf den Leim geht, eine Union mit im Boot dabei nicht ausschließt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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