Regen aus Tränen

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Zackige Linien,
kurz,
dunklen Himmel
erleuchten.
Viele Hände,
schnell,
großen Sprinter
beladen.
Dumpfe Schläge,
langgezogen,
nackten Hintern
versohlen.
Klare Erinnerungen,
stürmisch,
nasse Straßen
weinen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rechtsextremismus darf sich immer mehr entfalten

 

 

Jagt sie von dannen, bevor sie es tun

Schrecklichen Zeiten blicken wir entgegen, sollte diese Entwicklung ungehindert und vor allem ungestraft sich fortsetzen. Während die sogenannte Mitte nahezu ohnmächtig den Aufwind jener rechtsradikalen Kräfte beobachtet, fällt der Jungen Union nichts besseres ein, als von der „linken Gefahr“ zu schwafeln.

Wo soll die denn auch nur ansatzweise stattfinden, geschweige sich formieren? Einerseits sollte man froh darüber sein, daß Faschismus geächtet wird, – insofern ein Widerspruch, wer meint, die Antifa schlechtreden zu wollen, nur weil ein kleiner Teil chaotisch gewaltbereit, während die meisten es berechtigt ernst meinen mit dem „Nie wieder Faschismus“. Andererseits dürfen wir uns nicht wundern, daß die Nazis sich aufgefordert fühlen, erst recht sich zu sammeln wie jüngst beim geplanten Aufmarsch gegen kritische Journalisten, das Verwaltungsgericht Hannover hat das Verbot der NPD-Kundgebung aufgehoben.Welch fatale Botschaft!

Diese Justiz lebt ihre Sympathie für jene Neue Rechte unverblümt aus

Man fühlt sich zurückversetzt in Zeiten, die wir längst als überwunden glaubten. Pustekuchen! Anstatt endlich ein Verbot extremistischer Parteien auf den Weg zu bringen, schaut unsere Demokratie eher pikiert weg, läßt sie gewähren. Insofern eine Duldung, die gen Himmel stinkt.

Nicht weiter verwunderlich, daß jene bösartigen Gesellen alles tun, um ihre Macht auszubauen, wie auch im sächsischen Arnsdorf geschehen. Die Bürgermeisterin Martina Angermann (SPD) gibt dort ihr Amt auf, nachdem man ihr Morddrohungen zusandte, sie zuvor seit Monaten verbal attackiert hatte. Die Ordnungsmacht hatte wohl nicht genügend entgegenzusetzen, ganz ähnlich verhielt es sich schon zuvor beim Übergriff gegen den psychisch kranken irakischen Flüchtling. Eine selbsternannte Bürgerwehr durfte ungehindert diesen mit Kabelbindern an einen Baum binden, sie hätten in Notwehr gehandelt. Klar doch, ein benachteiligter Iraker hat angeblich die „hilflose Bürgerwehr“ bedroht. Was für ein Mumpitz!

Geistige Brandstifter tun ihr übriges

Bis hin zu Politikern wie jene in der Thüringer CDU, die somit den Weg ebnen für den rechtsradikalen Aufwind. Eine schweigende Mehrheit artikuliert sich nicht genug, während auch viel Gegenwehr stattfindet, um das mal zu betonen. Gut so, aber wohl nicht ausreichend.

Beim „Geschwafel“ der Jungen Union könnte man in Versuchung geraten, einen Gedankengang einfließen zu lassen, der ohne weiteres in diese Mißstimmung paßt. Immerhin befürwortet sie bekanntlich diesen Friedrich Merz, der am Ende wichtige Stimmen braucht, um als Bundeskanzler glänzen zu können. Na, wo die wohl herkommen mögen? Von willigen AfD-Abgeordneten? Für welchen Preis?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Unwegsam

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Geradelt den Uferweg lang,
über Baumwurzeln, Morast,
Wasserpfützen mit Schlamm,
stets im Blick die weite Ferne,
das Wissen, mit jedem Tritt
ich mich von Zuhause entferne,
Freiheit suchte ich nicht,
die hatte ich längst erobert,
ich wollte mein Gleichgewicht,
das innere Stimmenrauschen,
auch Klänge des Unerlaubten,
des Windes Brausen um die Ohren,
zusammen eine Seelenharmonie,
neu gesampelt, neu geboren,
neu getauft die Herzensmelodie,
ohne Radeln entlang des Sees
hätte ich bereits als junger Mensch
die Liebe zur Welt sehr früh verloren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Mutter Erde Ergebnis menschlicher Unbekümmertheit

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Wieviel Umweltbelastung verträgt unsere Welt denn noch?

Kaum wirft man den Blick in die traumhaft schöne Landschaft, die sich vor einem ausbreitet, möchte man sie ewiglich in sich aufsaugen, jene Eindrücke unerschrocken stets bei sich tragen, nicht nur als Erinnerung, sondern als bleibende Erkenntnis wie nah Mensch doch dem Paradies steht, obwohl er es nonstop mit Füßen tritt. Das Gesicht der Erde etwa Ergebnis menschlicher Unbekümmertheit, wenn wir vergegenwärtigen, inwieweit mit rasch fortschreitendem Wandel eine regelrechte Zerstörungswut Mutter Erde über sich ergehen läßt?

Stets im Fokus einer ausbeuterischen Haltung meint der Mensch, er könne sämtliche Auswirkungen seines Raubbaus der Ressourcen in Verbindung potentieller Umweltbelastung ewiglich ignorieren und fortsetzen, die Konsequenzen erledigen sich schon irgendwie, zumal man ja genügend Organisationen zwischengeschaltet habe, nach dem Motto, sie mögen es nachhaltig richten. Aber die Zeit heilt eben nicht einfach alle Wunden, selbst wenn die Natur extrem flexibel reagiert.

Im Widerspiegel eigentlicher Überzeugungen

Haben bisherig weit über dreißig Jahre gewachsenes Umweltbewußtsein tatsächlich eine bestimmte Einsicht im Verhalten bewirkt? Oder aber muß man bei genauerem Hinschauen eingestehen, daß nach wie vor der behutsame, rücksichtsvolle Umgang mit der Natur nicht nur belächelt wird, sondern darüber hinaus die selben kurzsichtigen Argumente vorgetragen im Raume stehen, die allesamt sich einer gezielten Wirtschaftsvorgabe unterordnen, weil eine Profitmaximierung mehr denn je den Kurs diktiert?

Einerseits dürfte eine simple Polemisierung in alte Feindbilder kaum Wirkung zeigen, zumal  etliche Firmen in der Wirtschaft inzwischen durchaus bemüht sind, Umweltstandards und -auflagen einzubeziehen, eine konsequent lang anhaltende politische Bürger- und Parteienlandschaft dies ohnehin nachhaltig bewirkt, andererseits muß man dennoch eine eklatant rücksichtslose Ignoranz weltweit feststellen, die im krassen Widerspiegel eigentlicher Überzeugungen stehen! Wer läßt denn hier wen gewähren, oder aber nutzen ausdrückliche Vorschriften, Gebote und internationale Umweltvereinbarungen lediglich auf geduldigem Papier, weil eine betroffene Landschaft sich nicht entsprechend wehrt? Obendrein, da  hier des öfteren noch wirtschaftliche Abhängigkeiten im Spiel, die gute Vorsätze zunichte machen?

Umweltzeitbomben soweit das Auge reicht

Klar doch schwingt im Bewußtsein einer mächtigen AKW-Bewegung eine entsprechend kritische Auseinandersetzung und Haltung weltweit vielerorts mit, was dem Nein zur längst überholten Energietechnik sehr viel Auftrieb gibt, auch wenn weiterhin krampfhaft seitens unlogischer Ignoranz an ihr festgehalten wird. Das ganze Ausmaß der auf dem Globus weit verstreuten Umweltzeitbomben mag niemand wirklich exakt erfassen, obwohl Umweltverbände und Naturliebhaber zu genüge stetig ermahnend sich zu Wort melden.

So richtig nachdenklich sollte man hinterfragen, was noch alles geschehen muß, bis Mensch endlich begreift, daß weder zwei noch irgend eine andere Ersatz-Erde vorhanden?

Vielmehr fängt es bereits im Alltag an. Achten Sie mal darauf, was Sie sehen bei langen Fahrten entlang der Bundesstraßen oder Autobahnen, selbst wenn die Straßenmeistereien sich sehr bemühen, Ordnung zu schaffen. Immer noch werfen Menschen einfach ihren Müll aus dem Fenster, während man zuhause jedem Staubkorn hinterherhechelt im sterilen Wohnungsambiente. Rücksichtsloses Umweltverhalten straft den Respekt zur Mutter Natur, erlebt seinen Fortgang im Berufsleben genauso wie an manchem Ausflugs- oder Urlaubsort, Hauptsache der andere hält sich dran, was niemand bemerkt und sieht, durchlebt keinerlei Schuldeingeständnis, während mancherorts Kinder und Jugendliche in engagierten Aktionen die Landschaft vom Müll befreien.

„Der Mensch von heute: das dümmste Lebewesen, das die Erde hervorgebracht hat: Er kriecht mit seinem Auto in der Großstadt wie eine Schnecke, nimmt die Umweltgifte in sich auf wie ein Staubsauger und ist obendrein noch stolz auf das, was er zustande gebracht hat.“ (John B. Priestley)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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In jungen Jahren

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Er hieß Stenzel,
Stänzel, ach egal,
er gewann
den 100 Meter Lauf,
jedes Mal.

Blick geradeaus,
Stänzel hieß er,
oder doch Stenzel,
lief allen davon,
im Laufen war er Meister.

Staub wirbelte er auf,
Stenzel Fritz,
Friedrich, Fabian,
rannte barfuß
schneller als ein Blitz.

Er sah nur das Ziel,
Zielke, verdammt,
nicht Stenzel, Stänzel,
Stanilaus Zielke,
wurde Stenzel genannt.

Bewundert haben wir ihn,
gewann viele Medaillen,
Gelder, sogar ein Motorrad,
der Stenzel Zielke,
starb auf der Fahrt nach Italien.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wann folgt endlich das „Bella Ciao“ gegen Rechtsextreme?

Tausende Italiener vertreiben Salvini per eindeutigem Gesang

Nie wieder Faschismus, so die Lehre aus letztmaligen Regimen hierfür in Europa, mit Blick gen Südamerika oder in anderen Teilen der Welt gilt dies natürlich genauso. Und was lernt Mensch daraus? Leider nicht viel, er fällt mal wieder auf bösartige Versprechungen herein, ist offen für deren simple Phrasen der Verachtung, Rassismus kann sich ungestört erneut ausbreiten.

Europaweit kann man das Aufleben eines neuen Rechtsextremismus beobachten, der bereits ziemlich selbstverständlich in demokratischen Parlamenten Platz nehmen darf, so wie es auch mit Salvini in Italien geschah. Nach dessen Abwahl faßten viele Italiener wieder mehr Mut, sich öffentlich zu präsentieren, Tausende singen „Bella Ciao“ gegen Salvini-Auftritt.

Mit dem Widerstand muß auch die Politik selbst vehementer reagieren

Verpaßt sie diesen notwendigen Schritt, werden jene rechtsradikalen Schergen sämtliche Register ziehen, um ihre einmal wiedergewonnene Macht auszubauen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, sollte uns eigentlich die Geschichte lehren, Beispiele gibt es zu genüge.

Dementsprechend läuft es somit auf ein Verbot extremistischer Parteien hinaus, die Demokratie darf eben nicht länger einfach wegschauen. Damit wird es leider nicht getan sein. Haben vor allem die Parteien der sogenannten Mitte wirklich den Mut, jenen Schritt nachzuvollziehen? Mit Blick zur CDU mag man dies durchaus bezweifeln, wie wir bereits in Thüringen beobachten durften.

Mit Zivilcourage allein wird es nicht getan sein

Somit gilt es, jene schweigenden, eher stillhaltenden Teile in der Bevölkerung zu überzeugen, ihr eigenes Verhalten zu überdenken, darunter all die Nichtwähler, die sich enttäuscht von der Parteipolitik abgewandt haben.

Das erreicht man am besten durch gezielte Bildung, aber auch damit, soziale Mißstände zu beseitigen. Davon ist allerdings die jetzige Bundesregierung ziemlich weit entfernt, etliche Gesetze und Beschlüsse verdeutlichen das eben nicht. Andererseits hofiert man lieber Konzerne, den Überreichtum, kürzt den Sozialhaushalt, um gleichzeitig z.B. die Militärausgaben erheblich zu erhöhen. Keine guten Signale, die letztlich eher Mißtrauen schaffen.

Derartiges Versagen verantwortlicher Politik nützt am Ende jener rechtsradikalen Klientel, die mit simplen Mitteln besonders all jene „Abgehängten und Alleingelassenen“ zu umgarnen versucht, obwohl gerade die Neue Rechte einmal an die Macht gekommen, im Anschluß mit Arbeitszwang, dem jähen Ende lang errungener Freiheiten aufwarten wird. Folglich ein Trugschluß sondergleichen, wer denen auf den Leim geht. Grund genug, erst recht das Bella Ciao zu verinnerlichen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Geschriebene Schreie

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Sie schrieben Briefe,
viele Briefe,
Liebesbriefe,
sie schrieben Worte,
viele Worte,
Liebesworte,

sie schrieben Briefe,
viele Briefe,
Wortbriefe,
sie schrieben Worte,
viele Worte,
Briefworte,

sie schrieben Liebe,
schrien Liebe,
Liebesschreie,
sie schrieben Laute,
schrien Laute,
Liebeslaute,

sie schrieben ins Leere,
schrien aus der Leere,
leere Schreie,
sie schrien lauter,
lautere Briefe,
verschickten sie aber nie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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