Heute, echt jetzt

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Warum gerade jetzt?
Heute!
Nach so vielen Jahren?
Vorsichtig, fast zärtlich
habe ich dich behandelt,
selten in den letzten Monaten
dich in Anspruch genommen,
dich wie einen Schatz gepflegt,
im Wissen,
irgendwann wird es passieren,
aber jetzt, heut‘ ist das Date!

Warum gerade jetzt?
Heute!
An so einem wichtigen Tag?
Wie kann ich mich frei fühlen,
wenn nur Fremdes mich umgibt,
nichts Vertrautes an meiner Haut,
stets und zu allem passend,
wir waren ein gutes Team,
du mir ein zweites ich warst,
zerrissen, dein leichter Blusenstoff,
echt jetzt, ich lauf‘ gleich Amok!

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Dieser Deal bringt Johnson viel

Brexit first, whatever?!

Politik hat manchmal völlig simple Antworten parat, besonders erstaunlich dabei, daß sich immer noch genügend Wahlvolk einfindet, welches nonchalant jeden Bären annimmt, dem man ihm aufbindet. Das spielt sich im täglichen Leben genauso ab wie in der Politik, obwohl gerade die stets sehr scharf beobachtet wird, Medien ihr ständig auf den Fersen sind ob irgendwelcher Mißgeschicke oder fataler Fehler.

Der harte Brexit als fantastischer Deal kurz vor den Wahlen in Großbritannien, die am 12. Dezember schon stattfinden sollen? Es schaut sehr danach aus, zumal Boris Johnson alles dran setzen wird, seine Macht wieder auszubauen, mit „Get Brexit done“ und dem Versprechen, niedrigere Einkommensschichten müssen keine Sozialabgaben mehr zahlen, möchte er punkten, obwohl die Labour Party mit Jeremy Corbyn ein wesentlich höheres Ausgabenprogramm für soziale Nöte anbietet. Der Blender Johnson am Ende doch mehr gefragt?

Die soziale Not ist heftig in Great Britain

Vier Millionen von Armut betroffene Kinder in Großbritannien zeugen nicht gerade von einer weitsichtigen Politik, zumal eine derart hohe Zahl auf etliche Versäumnisse in den letzten Jahren hindeutet. Das wischt niemand einfach mal weg, dennoch unternimmt die derzeitige Regierung fast nichts.

Bildung, Job und Wohnung geraten ins Hintertreffen, „Reiches Land – Arme Kinder“, die kurze Dokumentation in Arte verdeutlicht die Problematik. Jene Kinderarmut kann man leider in ganz Europa beobachten, weltweit betrachtet mal ganz abgesehen. Doch was bedeutet jene Entwicklung letztlich? Eine Politik des Wegschauens, eine Gesellschaft, die sich zu wenig kümmert, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn die Kriminalitätsraten stellenweise steigen, Unmut sich breit macht.

Mit dem Brexit folgen eben keine Chancen

Wie soll das Vereinigte Königreich mit jener Bürde zurechtkommen? Abgekoppelt von der EU, keine Arbeitskräfte mehr aus deren Ländern, weniger direkte Investitionen aus dem Ausland, der Handel mit Dienstleistungen wird rückläufig sein, ebenso stagniert der Güterhandel .

Toll für all jene, die generell etwas gegen Einwanderung haben, die könnte man besser begrenzen, Sozialleistungen ließen sich an EU-Einwanderern einsparen, der Weg zu anderen Freihandelsabkommen wäre frei, Trump machte bereits Andeutungen. Welch Trugschlüsse, jene scheinbaren Vorteile. Unterm Strich sinkt der Lebensstandard bei allen Einkommensschichten. Und dann stellt sich jener Boris Johnson hin und tönt herum, er würde es machen. Wer’s glaubt?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Lügen brauchen keine Beine

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Reizend so manch Mär,
die zum Besten gegeben,
Hauptsache ein entspanntes Leben,
egal ob dabei fair.

Nichtssagend die Kommentare,
die Medien verbreiten,
ob für Dumme oder manch Gescheiten,
jung oder alt an Jahren.

Viel Lärm um nichts,
der Schaden kaum der Rede wert,
was findige Ideen so beschert,
manch Alibi verspricht’s.

Gewissenlos simpelst geprotzt,
die Menge wird’s schon schlucken,
was täte es den oder anderen jucken,
manch einer sich ausgekotzt.

Es lebt die Ente, die stilvolle Lüge,
Herrschaften stets auf sicherer Seite,
drum sucht niemand wirklich das Weite,
egal wie schlimm eine Intrige.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rosa Lebensphilosophie

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Tritt mir nicht in die Ferse,
lauf mir nicht hinterher,
deine süffisanten Verse
will ich nicht hören, also stör‘

mich nicht weiter,
such‘ woanders ein Völkchen,
nimm deine Himmelsleiter,
mal weiße Wölkchen,

bekleb‘ Bäume mit Herzchen,
anstatt mir in die Haxen zu treten,
deine Lyrik ist ein großes Schmerzchen,
geh mit deinen Sprüchen flöten,

deine schnulzigen Gedichte
als Kind ich schon fürchtete,
trampeln alles zunichte,
wovor ich zeitlebens flüchtete,

ewige Liebe, rettender Prinz ein Held,
vorbestimmt, das Gute stets wird siegen,
armes Mädchen um Hand anhält,
Märchenmuster, um Frauen klein zu kriegen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Von zu vielen Lügen oder zu den Waffen, Leute!

„Enten schwimmen“ © Andrea Dejon

Ich hab viele Jahre damit verbracht, möglichst positiv zu denken, an meine Arbeit, an Gottes Weg und Hilfe zu glauben, viel zu arbeiten und fleißig zu sein – nur, um am Ende jedes Mal erkennen zu müssen, dass ich mich im Grunde noch immer an der selben Stelle befand.

Geändert hatte sich zwar einiges, aber eben nicht im Außen. Mir gelang es, die Bereiche meiner selbst aktiv zu verändern – und dort gab es durchaus viele Durchbrüche und Erfolge. Leider werden diese einfach nicht finanziell anerkannt und nicht immer von der Gesellschaft als solche gesehen. Denn Ansehen und Erfolg ist für die meisten nur anhand des Verdienstes ersichtlich. Wer wenig verdient, hat sich eben nur keine Mühe gegeben.

Weil ich nicht gesellschaftlich weiterkam, bekam ich des Öfteren von anderen zu hören: Du hast nur nicht genug geglaubt; oder: Gott will das eben nicht, und ich sollte es als Zeichen sehen, einen anderen Weg zu gehen. Oder noch verrückter: Wer arbeitet, fleißig ist und sein Ziel fest im Auge behält, wird es auf jeden Fall schaffen! Von wegen! Dies ist eine dreiste Lüge, das ist mir nach mehr als 20 Jahren harter Arbeit inzwischen klar geworden. Gut, es gibt vielleicht auch Menschen, die zu wenig geglaubt und zu wenig getan haben, auf das dies durchaus zutrifft, aber es ist durchaus so, dass wir nicht alles selbst lenken können, so wie das propagiert wird. Es gibt Grenzen.

Im eigenen und inneren Bereich kann man sehr vieles tun: Lernen, achtsam zu sein, zu beobachten, wie man sich am besten anpasst oder von welcher Perspektive aus man die Welt betrachten will. Doch im Außen geht das nur begrenzt. Denn dort leben viel zu viele Lebewesen, und ein jedes beeinflusst irgendwie die Welt mit. „Rotten“ sich einige mit einem gemeinsamen Ziel zusammen, kommen sie weiter – je mehr Menschen es sind, desto besser sind die Chancen einer Verwirklichung. Und je mehr Menschen von etwas hören oder es lesen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine entsprechende Reaktion entwickelt. Und solche Dinge lassen sich in der heutigen Zeit durchaus mit Hilfe von Geld ändern. Es werden fiktive Reaktionen gekauft, und der Leser schließt sich dann meist der Mehrheit an.

Wer in dieser Welt aktiv etwas verändern möchte, kann zwar bei sich selbst anfangen. Doch, wenn er allein bleibt, dann wird sich nichts davon bei anderen Menschen finden. Die Entwicklung kommt ins stocken, ohne dass sie überhaupt bemerkt wurde. „Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind“ – macht somit sehr viel Sinn!

Dann sind da auch die Startbedingungen, die Gene und wie unser Umfeld beschaffen ist, in dem wir leben. Wer in einer gut betuchten Familie groß wird, dem stehen meist viele Türen offen. Ganz im Gegensatz zu den Menschen, deren Eltern nur ums nackte Überleben kämpfen und die im Grunde auf die Hilfe der Mächtigen angewiesen sind. Werden dort Türen geschlossen, und es gibt keine Hilfe, dann gehören diese Menschen zu den Pechkindern, und selbst gute Gene oder das die Eltern einen vielleicht geliebt haben, bringt hierbei nicht viel weiter. Diese Menschen haben nur wenige Pfade, die sie gehen oder wählen können – wobei es nicht verwunderlich ist, dass der viele Frust einige aggressiv und kämpferisch macht. Denn wer Mauern überwinden will, der kann nicht einfach nur darauf hoffen, dass das Dahinter auf einmal „sehend“ wird und selbst die Mauer einreißt. Und Pech zu haben, ist schon bitter genug. Wenn es aber dann auch noch heißt, man hat eben nicht genug getan, oder Gott wolle das nur nicht, dann kann das verheerend für die Psyche sein – was heutzutage gut daran zu erkennen ist, dass unglaublich viele depressiv sind. Sie haben aufgegeben oder so lange gekämpft, bis alle Energiereserven aufgebraucht waren – Burnout heißt das neue Modewort.

Klar, dann gibt es auch welche, die haben erkannt, dass sie auf den erlaubten Wegen nicht zum Ziel kommen. Sie sind ein leichtes Opfer, um von Fanatikern rekrutiert zu werden oder gar selbst ein Initiator von Terror zu werden. Und mit Bomben kann man Mauern nun mal sehr gut einreißen und sich weitaus besser Gehör heutzutage verschaffen, als mit einfachen Demonstrationen und ähnlichem.

Ich bin immer wieder auf diese Lüge reingefallen, dass allein der Glaube und die Arbeitskraft einen zum gewünschten Ziel führen. Bleibt man in seinem Denken und Tun auf dem Weg, der das Schicksal sozusagen „bereitet“ hat, kann man jenes Ziel erreichen, welches die Gesellschaft oder die Machtführer ins Auge gefasst haben. Doch das muss nicht unbedingt richtig sein! Wieso sonst, gibt es immer mehr Probleme innerhalb des Zusammenlebens? Von der Umweltzerstörung mal ganz abgesehen! Eben, weil nicht weiter gedacht wurde, von tausenden von Menschen über so viele Jahrhunderte hinweg!

Recht lange war ich traurig und desillusioniert, weil ich aus meiner Pechsträhne nicht rauskam, und statt entsprechend die Realität sehen zu dürfen, wurde mir nur immer die obige Doktrin aufgesagt. Es hat mich verunsichert, ich war nicht sicher, ob ich wirklich alles getan hatte und ob, die Wahrheit die ich zu sehen glaubte, auch wirklich wahr war und nicht nur einfach ein Trugbild.

Und diese Vorgehensweise ist viel einfacher – zumindest für diejenigen, die zu den Glückskindern gehören. Denn so können sie sich auf ihren „Lorbeeren“ ausruhen, können einem anderen die Schuld zuweisen. Und vor allem können sie in ihrer kleinen Illusionsblase leben und weiter auf die Pechkinder von oben herabschauen.

Doch so funktioniert die Welt nicht!!

Es gibt kein perfektes System, in dem alles abgegrenzt ist und es gut und böse darin gibt. Ein System, in dem jeder auf den idealen Platz gestellt wurde und indem es nicht auf die Zusammenarbeit ankommt. Ein solches System würde keine Veränderung zulassen. Es bliebe immer alles unverändert. Ganz ohne Fortschritt, Evolution und Zeit!

Die geistige Welt, das Multiversum dahinter, könnte durchaus so funktionieren – denn von irgendwoher müssen wir ja diese Idee von jenem „Paradies“ im Kopf haben.

Wenn wir uns das System der Materie anschauen, wird schnell klar: Würde ein Elektron nicht um ein Proton kreisen, würde es kein Atom geben, kein Molekül oder jede Art von greifbarer Substanz. Die Materie ist darauf angewiesen, dass jedes Element gemäß seiner Talente mitwirkt. Stellen Sie sich doch mal vor, wenn ein Elektron sagen würde: „Ich will kein Diener mehr sein und um ein Proton kreisen.“ Und ein Proton rufen würde: „Ich hab’s satt, nur das Zentrum zu sein, ich will endlich frei sein!“ Oder die einzelnen Elemente miteinander nur konkurrieren würden, anstatt Bindungen einzugehen!

Von den Physikern wissen wir: Unser materielles Universum ist erst entstanden, als die vollkommene Symmetrie beendet wurde, als das perfekte System seine Perfektion verlor!! Denn dadurch wurden Raum und Zeit erst geschaffen. Zeit entsteht durch Veränderungen! Stillstand ist gleichbedeutend mit dem Tod – die materielle Welt wird verlassen.

Und wir Menschen sind als Lebewesen in diese unvollkommene Welt eingebettet! Wir sollten so leben, wie es dieses Universum oder Gott vorgesehen hatte! Bindungen einzugehen, dem anderen etwas abzugeben, ist genauso wichtig wie einige Systeme, die zeitweise abgekapselt als internes Miniuniversum agieren.

Klar erscheint es aus so mancher Sichtweise so, als ob dieses Universum aus einem beständigen Kampf bestünde. Doch ist es ein Kampf, wenn dem Wasserstoff im Inneren der Sonne „Gewalt“ angetan wird? Wenn so viel Druck auf es angewandt wird, dass zwei Atome schließlich verschmelzen und zu Helium werden?! Das Universum „spielt“ im Grunde, versucht seine Möglichkeiten auszuleben. Es empfindet sich nicht abgetrennt. In ihm ist alles miteinander verbunden. Was wäre, wenn unser Körper so narzisstisch agieren würde wie unsere heutige Gesellschaft? Dann würde ein weißes Blutkörperchen ständig nur alles angreifen, was anders ist als es selbst. Die einzelnen Organe bekämen nicht mehr, was sie zum Leben brauchen, und eines nach dem anderen müsste versagen – obwohl, bei manchen Krankheiten trifft dieser „Narzissmus“ schon zu.

Doch ein einzelnes Lebewesen kann nicht überleben, das steckt schon in seiner Programmierung. Also hat sich das Gehirn wohl überlebt, wie so etwas doch möglich wäre: Es braucht eine eigene Welt, ein eigenes System wie damals, als es noch im Bauch seiner Mama war. Und diese schöne kleine Illusionswelt wird nun mit aller Macht beschützt. Und je mächtiger eine Waffe ist, desto besser, glaubt das kleine Wesen in der Seifenblase, sei es geschützt! Vermutlich ist das auch einer der Gründe, weshalb in einer Welt, in der immer mehr Menschen in einer solchen Blase leben, viele zu einer Waffe greifen.

Und ja, wir sollten wirklich endlich zu den Waffen greifen! Aber nicht zu diesen Zerstörungswaffen, die wir Menschen uns erdacht haben. Das Wort Waffe bezeichnete ursprünglich nur ein Gerät, das einem das Überleben möglich macht. Und um in Zukunft überleben zu können, müssen wir endlich unser, seit Jahrhunderten eingefahrenes Denkmuster ändern. Wir müssen dringend die falschen Mauern einreißen! Die Einteilung muss verschwinden, dass es Glückskinder gibt, die zu sehr von sich eingenommen sind und auf andere hochnäsig herabsehen, und Pechkinder, die durch falsche Schuldzuweisungen desillusioniert werden. Gut, ich geb ja zu, sie werden offiziell nicht so genannt. Es gibt allerdings viele Namen für sie, dennoch können diese alle auf diese beiden Grundsysteme zurückgeführt werden.

Es gibt in Wahrheit kein Lebewesen, kein Element, welches über oder unter dem anderen steht. Das sind alles nur Denkstrukturen, die in unseren Köpfen sind. Alte Denkstrukturen, die am Anfang nur dazu dienten, das Leben überschaubarer und leichter zu machen. Auch ist kein Lebewesen eine Insel für sich, die niemand anderes braucht und alles allein bestimmen kann und darf. Es gibt nur ein System, das aus einem Proton und einem Elektron besteht. Einem positiv und negativ geladenen Teilchen – ganz ohne irgendwelche Wertvorstellungen.

Wer eben ein Glückskind ist, hat Glück gehabt, mehr nicht. Nur sollte er sich nichts darauf einbilden und glauben, er sei was besseres als ein Pechkind. Wer Glück hat, sollte es mit anderen teilen! Es geht ums Fördern und dem anderen eine helfende Hand reichen. Keine belanglosen Schuldzuweisungen auszusprechen, die andere nur verletzen.

Nur zu gerne wird die Verantwortung an andere abgegeben. Die einen geben sie an die Machtoberhäupter dieser Welt ab, die anderen an die Gottheit, die hinter allem steht – ganz egal, welcher Religion sie angehören. Und somit ist schnell ein Schuldiger gefunden: Derjenige, der anders ist, der statt alles abzuschieben, die Verantwortung für sein Tun übernimmt. Dies kann ein anders politisch gesinnter Mensch sein oder einer, der einer anderen Religion oder Gesinnung angehört. Die Liste ließe sich im Grunde beständig weiter ausführen. Wobei es traurig ist, dass gerne eine höhere Macht mit ins Spiel gebracht wird, wenn es eigentlich nur darum geht, den eigenen Willen durchzusetzen. Von wegen, das sei Gott gewollt! Alles, was mutwillig zur Zerstörung führt, kann unmöglich von einem Gott gekommen sein.

Und wer sagt denn, das alle gleich sein müssen? Oder gar extrem fleißig wie Bienchen? In einer Maschine muss es ja auch Schrauben geben, die im Grunde nichts weiter tun, als einfach nur existent zu sein. Die Teile in der Maschine wissen nicht, was sie tun – das wird erst von außen erkennbar. Und jeder hat andere Talente und ist sozusagen für einen speziellen Bereich des Netzwerkes wichtig und nützlich. Was für einen Sinn hätte es zum Beispiel in der Natur, wenn eine Biene wie eine Libellenlarve sein sollte? Sie könnte im Wasser nicht einmal atmen, geschweige denn dort überleben.

Wir sollten nicht richten oder urteilen. Wer es dennoch tut, der initiiert ein Gericht, welches von anderen wahrgenommen und weitergeführt wird. Der Mensch ist schließlich auch ein Nachahmer!Es kommt zu Kettenreaktionen, die genauso zerstörerisch sind wie die Kettenreaktion in einem Atom. Des Weiteren führt es dazu, dass sich Menschen innerhalb ihrer Position ausruhen, wo es doch gar nicht um diese Art des Ausruhens geht. So werden sie entweder faul (Glückskinder) oder depressiv bzw. aggressiv (Pechkinder) – sie fügen sich in eine Welt, anstatt das Leben zu leben, wie es ursprünglich von Gott oder diesem Universum gedacht war. Somit gerät das System in einen merkwürdigen Stillstand und ist dann nicht mehr überlebensfähig.

Also denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal auf ihren Nachbarn herabsehen. Vielleicht hat er nicht so viel Glück gehabt wie Sie. Vielleicht ist er auch nur so negativ denkend geworden, weil ihm nicht einmal jemand die helfende Hand gereicht hat, und so wurde inzwischen der Pessimismus zu einer selbst erfüllenden Prophezeiung.

Wie wäre es damit: Wenn das Schicksal Menschen zusammenführt, einfach mal Wertigkeit raus lassen. Einfach mal schauen, wo kann man sich gegenseitig helfen und beistehen. Es geht hier nicht darum, dass wir einen Gott oder sonst etwas als Alibi nutzen. Denn wie wir uns entscheiden, liegt in uns selbst. Uns wurde allen ein freier Wille gegeben.

Außerdem sind wir für unsere Welt, dieses materielle Universum, verantwortlich. Also bitte, schieben Sie in Zukunft nicht die Verantwortung an andere ab. Spüren Sie in sich hinein, horchen Sie auf ihr Herz – auf den Teil, der nicht alles trennen und verurteilen will – denn genau dort ist die Stimme Gottes wirklich zu finden. Denken Sie daran: Die Welt ist im Grunde ein großer Organismus, es macht keinen Sinn, wenn die einzelnen Zellen sich gegenseitig bekämpfen. Ein Krebspatient überlebt nämlich nicht auf Dauer.

Natürlich gibt es auch krankhafte Persönlichkeitsstrukturen, die vom Körper vorgezeichnet sind, hier ist es ungleich schwerer zu helfen und die Sache viel vielschichtiger, wenn gleich sie gewiss auch irgendeinen Sinn erfüllen, den wir nur nicht erkennen können. Aber zum Glück sind solche Fälle eher eine Seltenheit. Noch! Denn wer weiß, wie sich unsere Gene in Zukunft entwickeln werden, wenn wir weiterhin in diesem Denkmuster weiterleben und alles tun, um dieses zu erhalten.

Andrea Dejon

Kategorie: Meinung

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Zeitabgabe

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In welchem Leben
Abgabetermin
kann man erleben
Abgabetermin
ohne Zeitvorgabe
Abgabetermin
sich der Gabe
Abgabetermin
hinzugeben
Abgabetermin
ohne zu erleben
Abgabetermin
als Nichtsnutz
Abgabetermin
nicht zeitgestutzt
Abgabetermin
hingestellt
Abgabetermin
für alle Welt
Abgabetermin
zu werden
Abgabetermin
bevor wir sterben
Abgabetermin

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Familienfrieden in Gefahr: Leistungsdruck nimmt Opfer in Kauf

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Ursachen der Kindesmißhandlungen

Wer kennt es nicht, das Gefühl alleingelassen zu werden, beglotzt und begafft von einer wildgewordenen Schar, die sich am Leid des Zurückgedrängten ergötzt, hämisch grinsend erfindungsreich obendrein jedwede Hemmung in bösartigen Momenten verliert, um erst recht Schwächere zu mißhandeln?

Mensch vergißt dann plötzlich ethisch-moralische Vorstellungen, gibt sich hin dem Rausch eigener aufgestauter Aggressionen, um sie gnadenlos zu entladen. Ob in großer Meute oder beim Familienfrieden, gesellschaftlicher Leistungsdruck nimmt Opfer in Kauf.

In Liebe gezeugt – in Haßtiraden zu Tode geprügelt

Manchmal oder eigentlich, je länger man genauer hinschaut, muß festgestellt werden, daß das Ausmaß familiärer Tragödien wesentlich größer sein muß, als die nach außen hin sich offenbarende Familienfassade zuläßt, kein Durchkommen hinter verschlossenen Türen greifen kann. Stets können wir lediglich die Ergebnisse registrieren, das ganze Leid, wenn überhaupt ersehen. Dazu gehört eine generelle Bereitschaft des gezielten Beobachtens und entsprechend zügigen Handelns, bevor das Kind in den Brunnen gefallen.

Was in Liebe gezeugt, endet leider vielmals in zu Tode geprügelten Haßtiraden, dazwischen sämtliche Formen der Gewaltanwendung den Schwächeren gegenüber, in Familien die Kinder als Leidtragende ihr ausgesetzt sind. Der Aufschrei erfolgt viel zu spät, wenn plötzlich Rechtsmediziner Alarm schlagen, weil ihnen, – warum zuvor nicht schon in diesem Ausmaß? – extrem mißhandelte Kinder begegnen! Da fragt sich der erschrockene Bürger, warum es soweit kommen mußte, sind wir doch herrlichst beraten und aufgeklärt, ob mittels Super-Nanny im Privatfernsehen oder Elternzeitschriften en masse. Haben sie etwas verpaßt oder gar verkehrt gemacht?

Den Spiegel der Gleichgültigkeit entgegenhalten

Nur wer die eigentlichen Ursachen erkennt, hat überhaupt eine Chance, etwas im Sinn all dieses Leids zu verbessern. Dazu benötigt man eine gewisse Bereitschaft und den Weitblick, in großen Zusammenhängen zu denken. Zunächst müssen wir der Gesellschaft selbst den Spiegel der Gleichgültigkeit entgegenhalten, die keineswegs von ungefähr kommt, denken wir an unterlassene Hilfeleistung seitens manch Jugendamt. Diese Gleichgültigkeit wird nonstop medial, tief verstrickt bis in die kleinsten Winkel menschlichen Zusammenlebens antrainiert.

Denn wer eine Leistungsvorgabe vollzieht, wird belohnt, mal mehr, mal weniger. Verlieren die Schüler, die von klein auf Heranwachsenden den Anschluß verpassen, befinden sie sich auf falschem Weg, welcher nur durch gezielte Förderung erneut auf Kurs gebracht werden kann. Da winkt der nützliche Geldbeutel, um dies zu befriedigen. Es gilt insofern unbedingt, daß der Stand, das Kapital zweckdienlich den Auf- oder Abwärtstrend diktiert, ein westliches Kastendenken, vergleichbar mit der indischen Kultur.

Wo beginnt Verhöhnung allem Schwachen gegenüber? Oder hat sie bereits im Kern längst Fuß gefaßt, weil schon immer so stattfand? Sie hat. Denn die Geborgenheit eines trügerischen Familiensinns geht sehr schnell verloren, wenn sie der eiskalten Leistungsgesellschaft ausgesetzt! Was können schon die leidgeprüften Eltern ihren Kindern bieten im ständigen Überlebenskampf, in mehrere Jobs verstrickt mit Zeitverlust einem Alltag ausgesetzt, wo kein Raum vorhanden für wichtige, klärende Gespräche? Schnell eingeworfene Kommentare, da draußen in der Welt herrsche noch viel mehr Not und Leid, lenken ab von hiesigen Zuständen, die dadurch eben niemals entschuldigt werden dürfen.

Lösungen in Sicht?

Ob die zunehmend innerfamiliäre Gewalt, die auch sexuellen Kindesmißbrauch weiterhin aufflammen läßt oder eine allgemein zu beobachtende zwischenmenschliche Verrohung, insgesamt muß man eine derartige Entwicklung sehr entschieden möglichst schnell abbauen. Wie soll Frieden erhalten bleiben, wenn da draußen tagtägliche Gewalt herrscht, in allen möglichen Formen, wenn die kommunikative Auseinandersetzung zu kurz kommt? Das drückt sich im übrigen ohne weiteres erkennbar in der Alltagssprache aus, wer denn mal genauer hinhört.

Es macht daher einerseits schon Sinn, wenn Rechtsmediziner Alarm schlagen, jede Mißhandlung dokumentiert wird. Dennoch reicht wohl nicht die Gesetzeslage, die simple Verurteilung, sondern die gesamte Gesellschaft muß sich aufgefordert fühlen, den Kern der tragischen Umstände zu erfassen. Eine verfehlte Bildungspolitik hat genauso die vollumfängliche Verantwortung zu übernehmen wie unkontrollierte, mit fragwürdiger Machtbefugnis ausgestattete Jugendämter, ein ständiger Sozialabbau: Das sind die ursprünglichen Grundübel! Dabei muß eine Wirtschaftspolitik Hand in Hand mitwirken, in der nicht sie selbst den Alltag bestimmt, sondern der Mensch im Mittelpunkt aller Beweggründe steht.

Erst wenn solche Zusammenhänge ernsthaft angegangen und Lösungen erwirkt werden, dürfen wir hoffen, daß die kleinste menschliche Einheit, die Familie, wieder eine Chance erhält, friedlicher miteinander umzugehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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