Hochmut nagt, wird nicht angeklagt

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Heute red ich mir die Welt ganz bunt,
denn sie ist im All so rund.
Was für’n Schund,
du dummer Hund,
entrinnt es kritisch einem Mund.
Es öffnet sich ein mächt’ger Schlund,
gänzlich keineswegs ohne Grund.
Ich frag mich von welchem Bund,
jene hoch gefährliche Kund’?

Die Welt wird daher farblos fahl,
der Geschmack auf der Zunge schal.
Bei manch einem der Kopf ganz kahl,
eisige Stimmung auf einmal.
Wer befreit uns aus finsterem Tal?
Da hilft kein Treffen, kein Saal,
kein Spiel wie Fußball.
Hört Ihr nicht den lauten Knall,
der bringt Mensch zu Fall?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Gestorben wird weiterhin – Carola Rackete fühlt sich nicht als Heldin

Seehofer äfft Salvini nach

Humanismus gerät ständig in Verruf, obwohl das Selbstverständlichste auf der Welt. Tatsächlich? Hinsichtlich Krieg und Elend kann davon gar keine Rede sein. Wenigstens in Friedenszeiten oder an Orten, wo keine Bomben fallen, Zivilisten sterben, könnte Nächstenliebe greifen. Das geschieht aber nicht, Carola Rackete, die nur helfen wollte, ist inzwischen frei.

Einerseits findet ein enormer Medienhype statt, andererseits fühlen sich all jene Nazis und Hate-Speech-Befürworter erst recht berufen, zu hetzen und zu drohen, in der Annahme, mehr Stimmen zu ergattern, auch hinsichtlich baldiger Landtagswahlen im Osten Deutschlands. Dabei badet sich Carola Rackete keineswegs gern in der Öffentlichkeit, kritisiert völlig berechtigt die Bundesregierung sowie Rom, wie sie im ersten Interview nach ihrer Freilassung äußert.

Nach Sea-Watch-Odyssee noch weitere folgen

Zumal Libyen alles dran setzt, es Migranten besonders lebensgefährlich zu machen in den Lagern, ein Donald Trump obendrein applaudiert. Das paßt zu dessen rassistisch menschenverachtender Haltung hinsichtlich des Desasters in Lagern entlang der mexikanisch-amerikanischen Grenze. Da schickt er schon mal gern seine bösartigen Twitter-Kommentare in den Äther.

Man muß diesen Kontext zitieren, weil er sich einfügt in die lange Kette einer Verachtung flüchtenden Menschen gegenüber, die bis tief hinein in der Europäischen Union sichtbar wirkt. Das ohnehin fragwürdige Dubliner Abkommen sorgte schon zu genüge für etliche Probleme, die neuen schärferen Asylgesetze tun ihr übriges. Ganz besonders steht Ignoranz auf der Agenda, mit direkter Hilfe hat das nichts mehr zu tun!

Braucht es ein Sea-Watch-for-future?

FFF wirkt ziemlich tiefgreifend, weltweit. Warum nicht mit derselben Dringlichkeit den Fokus aufs Mittelmeer schwenken? Schließlich bewegt Jugend ganz offensichtlich einiges, mal davon abgesehen, ob tatsächlich Taten folgen. Es kann nicht angehen, daß sich die Politik davonschleicht, sich hinter Gesetzen und Bestimmungen verschanzt, während Menschen weiterhin im Mittelmeer ertrinken, ein Herr Salvini eine erhebliche Mitschuld trägt, Italien keinerlei Konsequenzen zu befürchten hat, gedeckelt und gesponsert by EU.

Carola Rackete verweist mit Nachdruck auf ihren Tatendrang, über die bekannten Mißstände wurde zuviel lamentiert, ohne durchgreifene, pragmatische Lösungen, die das Elend wenigstens erheblich mildern. Es braucht mehr von solchen Menschen wie sie, ohne daraus eine Heldenstory zu stricken. Es geht nicht um Glamour, es geht ums Überleben!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Düstere Prognosen oder ein heller Streifen am Horizont?

Wer schweigt, macht sich mitschuldig

Bestandsaufnahme niemals im Einklang mit einer hoffnunsfrohen Aussicht, dennoch keineswegs resignierend, weil nicht zuletzt die Hoffnung stirbt, sondern eben Mensch noch so manch guten Kern in sich trägt trotz einer lamentierend bösartigen Neuen Rechten, die keine Gelegenheit ausläßt, ihr Weltbild jedem verpassen zu wollen, der es wagt, ihr zu trotzen.

Sie brüllen lauthals, sie seien das Volk, obwohl #wirmehrsind. Masse disqualifiziert leider nicht eine solch haßerfüllte Klasse, diese wird im Stillen von entsprechend agierenden Großkapitalisten gesponsert mit dem Hintergedanken, in totalitären Systemen erst recht ihr Herrschaftsprinzip unters Volk zu streuen. So viele Nachtigallen gibt es gar nicht, die man trapsen hören sollte!

Schweigen somit keineswegs eine Option darstellt, Widerstand vorprogrammiert, bevor sie uns die Felle über die Ohren ziehen! Mit Blick gen Mittelmeer zeigt sich weiterhin, inwieweit eine EU sich vorschreiben läßt, still zu halten, selbst wenn Menschen ertrinken, gar Kapitänin Carola Rackete, die humanitär unterwegs, kurzerhand angeklagt wird. Verkehrte Welt, Rettung als Straftat gebrandmarkt, Hatespeech kommt davon, mit dieser all jene geistigen Brandstifter, die auch eine hohe Mitschuld an der Ermordung von Walter Lübcke tragen.

Verwunderlich? Mitnichten. Man rufe sich kurz ins Gedächtnis, daß hierzulande eben weder die Nazi-Zeit wirkungsvoll und gerecht aufgearbeitet wurde noch die Stasi-Zeit. Vertuschen, Decken und unter den Teppich kehren, um jenen Verbrechern manchmal sogar bestimmte Pöstchen zu gönnen. Rechter Terror wird geflissentlich halbherzig beäugt. Vergleiche mit linkem Terror halten realen Mißständen nicht stand, zumal auf das Konto der Rechtsradikalen die Todeszahl enorm hoch. Eine Medienlandschaft, die obendrein sich angesichts jener Fakten eher zurückhält, tut ihr übriges. Wer mißachtet schon die Hand, die einen füttert, oder?

Umso wichtiger, daß freier Journalismus es wagt, dagegenzuhalten. Noch darf er auch hierzulande. Noch. Trotz etlicher düsterer Prognosen, denken wir an den Klimawandel, an einen unberechenbaren Donald Trump, an weltweite Aufrüstung, ans Ende des Kapitalismus, wenn Mensch bemerkt, daß der Betrug darin liegt, den größten Ellenbogen gewähren zu lassen, Humanismus keine Anwendung findet beim Verteilungskampf, ein Lichtstreifen am Horizont, ein Hoffnungsschimmer?

Aber sicher doch. Das Leid muß weiterhin Wege finden, sich zu artikulieren, dahingehend überzeugen, daß jedwedes Elend menschengemacht, Naturkatastrophen hierbei mal ausgeklammert.

„Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen wähnen, wenn jemand eine Meinung ausspricht.“ (Christian Morgenstern)

Ganz besonders in Zeiten, wo erneut ein Mob zu toben beginnt, der ohnehin lieber aus Bequemlichkeit bösartigen Demagogen hinterherhechelt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Ohne Demut unterwegs

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Mensch bezeichnet sich als zivilisiert,
welch Hohn, welch Geist,
weil er völlig ungeniert
auf Menschlichkeit scheißt, wie dreist.

Mensch eigentlich Frieden will,
Kriege bestimmen den Geschichtsverlauf,
jene Erkenntnis äußerst schrill,
setzt er doch stets einen obendrauf.

Mensch vom Paradies auf Erden schwafelt,
während Zerstörung ungebremst anhält,
obwohl er zu Verhandlungen fürstlich tafelt,
zählt am Ende Macht mit entsprechend viel Geld.

Mensch nur eine Spezies in den Weiten des Alls,
da draußen wartet auf ihn kein Gott,
es nutzt kein Hüter des Heiligen Grals,
wenn verendet die Schöpfung auf dem Schafott.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Krampf-Knarrenbauers Versuch ein Schuss in den Ofen

Was Lieschen nicht weiß, macht Hänschen besonders heiß

Ein Hoch auf Fakenews und totalitäre Sprüche, es lebe der wortgewandte Haß, der sich bis in die hintersten Wohnzimmerecken einfindet, um den Bürger keinesfalls moderat zu informieren, vielmehr ihn wie einen Stier am Ring vorzuführen. Das kennt doch jedermann, so die lakonische Antwort all derer, die das immer noch nicht wahrhaben wollen.

Politikverdrossenheit hat ihrem Stellenwert alle Ehre gemacht, jene Frau Krampf-Knarrenbauer weiß nur zu genau, wie die Instrumente der Manipulation fruchten mögen dank intensiver Schulung nach manch Stippvisite bei Atlantikbrücke und Co. Was die Birne erreichte, eine Merkeline erfolgreich nachäffte, kann och die neue Chefin der Union locker vom Hocker bewerkstelligen. Wieso die Union? Na, Sie wissen doch, jene CSU dümpelt mit diesem Seehopfen sowieso unbedeutend vor sich hin, da ändert sich gleichwohl nichts mit Herrn Snöder.

Seit wann richtet sich ne rechte Mischpoke nach irgendwelchen Befindlichkeiten? Die Geschichtsbücher bemüht, einen kurzen Blick hineingeworfen, sollte für Klarheit sorgen, wer denn das och will. Wenn die CDU längst mit jener AfD liebäugelt, egal ob Merkeline das gutheißt oder eben nicht, erfreut es kritische Menschen wie im Fall der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz, daß Monsieur Urschuh den Nazi-Kanditat in der Wahl bezwingen durfte, aber Frau Krampf-Knarrenbauer wäre gut beraten gewesen, nicht die eigene Partei zu lobhudeln, sondern beherzte Bürger, die genügend Arsch in der Hose hatten, der AfD einen Denkzettel zu verpassen!

Heuchelei erkennt ein jeder, der genauer hinschaut. Bei Frau Krampf-Knarrenbauer ist das mitnichten anders. Heute die Politik der demokratischen Mitte betonen, morgen ein weiter so wie bisher? Folglich den Klimawandel ignorieren, den Saudis Waffen liefern, sich nach dem blonden Dollen richten und die Bundeswehr kräftig aufrüsten.

Mit ihr an der Spitze braucht man erst recht keine soziale Errungenschaft, weil jene SPD sowieso mit der FDP und den Linken um ein zweistelliges Wahlergebnis rangeln wird, denkt die Frau, die das Knarren bauen im Namen trägt. Das paßt ganz gut, trifft die hämische Einstellung mit getarntem C im Parteinamen. Jede Sünde mitnehmen, im Beichtstuhl lautet’s dann wie eh und eh: Der Herr wird’s schon richten.

Es sei daran erinnert, daß in Wahlzeiten wenigstens Menschen in Demokratien noch wählen dürfen. Sollte der blaune Mist erst mal regieren dürfen, stehen totalitäre Zeiten uns bevor. Solange man dies verhindern kann, erst recht im Hinblick zu vergangenen Zeiten, Ende der 1920er Jahre, macht Euer Kreuz eben nicht bei sogenannten Volksparteien oder gar der blaunen Brut. Wenn auch Lieschen das weiß, baut wenigstens Hänschen keinen Scheiß!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Rezo nur die Spitze des Eisbergs?

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Bundesinnenministerium auf Bespitzelungskurs gen Pressefreiheit

Eigentlich wollten wir pausieren, weil ziemlich wichtig für uns. Noch dringlicher aber und somit einen scharfen Kommentar nach sich ziehend, bedeutet auch für uns die geplante Einschränkung der Pressefreiheit, die bereits ein Herr Hans-Georg Maaßen auf den Kieker hatte, als er in einer Strafanzeige gegen Netzpolitik.org dieser Landesverrat unterstellte, deren weitere Ermitttlungen eine aufmerksame Öffentlichkeit mittels Hintergrundinfos gerade noch verhindern konnte.

Jetzt aber will das Bundesinnenministerium das digitale Ausspähen von Redaktionen erlauben, ein unverfrorener Anfgriff auf die Pressefreiheit Das muß man somit rügen.

AKKs Ausrutscher mitnichten zufällig

Ihre Reaktion zu Rezos Video betitelt der Spiegel völlig zu Recht mit: Die Selbstentblößung der @AKK. Autoritäres Denken holt am Ende generell eine wachsame Öffentlichkeit ein, wenn sie denn sich noch frei äußern darf. In totalitären Systemen mag das ihr verwehrt sein, selbst in angeblich demokratischen Staaten wie Russland. Die dortige Stille gänzlich ohne sicht- und hörbare Opposition darf längst als gespenstisch bezeichnet werden.

Aber darum geht es hierbei jetzt mal nicht, vielmehr um den Angriff gegen eines der wichtigsten Güter und Rechte jeder Demokratie: die Pressefreiheit. Reporter ohne Grenzen beobachtet das sehr akribisch, der Deutsche Journalistenverband (DJV) betont, der Angriff auf das Redaktionsgeheimnis sei inakzeptabel, und bemerkt:

„Das bekannt gewordene Gesetzesvorhaben des Bundesinnenministeriums würde dem Verfassungsschutz das heimliche digitale Ausspähen von Redaktionen, Journalisten und ihren Quellen erheblich erleichtern“. […] „Das ist ein weiterer Schritt in dem von uns seit Jahren angeprangerten Prozess, das Zeugnisverweigerungsrecht für Journalisten zu unterminieren.“ „Der Verfassungsschutz würde nach den Staatsanwaltschaften und anderen Behörden eine weitere Behörde, die praktisch selbst über die Verhältnismäßigkeit einer Überwachung von Journalisten entscheiden kann“.

Ein tragisches Fazit

Rezos YouTube-Beitrag Jetzt reicht’s – Die Zerstörung der CDU wurde inzwischen über 14 Millionen Mal aufgerufen. Doch seit jenem Beitrag rollt eine Lawine quer durch sämtliche Medien bis weit hinein in jene adressierte politische Landschaft, die ohnehin mit der Europa-Wahl einen erheblichen Dämpfer zu spüren bekam, mal ganz davon abgesehen, daß auch mehr Rechtsradikale an Einfluß gewinnen trotz Strache-Skandal, manche Wähler wohl so gar nichts aus der Geschichte gelernt haben.

Jetzt betrifft es genau die Pressefreiheit, die jene bösartigen Rechtspopulisten gern mit Lügenpresse beschimpfen. Von Zufall mag man hierbei keineswegs reden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Krieg der Einzeller

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Die Intelligenz des Bakteriums mit dem Menschen verglichen

Honigwein, Hefe, Natur pur erleben. Faszination, Freunde, Genuss, Zusammenleben. All das spiegelt für den ein oder anderen ein bisschen Glück. Nur was hat es eigentlich mit der Hefe so auf sich? Sind Hefen wahre Künstler oder einfach nur primitiv?

Ich braue gerade einen Honigwein, genauer gesagt eine abgewandelte Form des Tej, nach äthiopischem Rezept – zumindest war so der Plan. Benutzen tat ich also regionalen Honig, wegen der wilden Hefen, Kräuter aus dem eigenen Garten, ebenfalls wegen der Hefen und letztlich normales Leitungswasser.

Alles kam in den Gärkübel und gärte nun vor sich hin. Ich wollte speziell die wilden Hefen haben, um ein unverwechselbares Aroma zu erzeugen. Der Kampf der Einzelligen begann, und schon nach ein paar Tagen hatte ich schönen Schaum, der jedoch nur kurz anhielt, die Hefen waren abgestorben wegen dem erzeugten Alkoholgehalt – schon nach 5 Tagen. Aus Verzweiflung mischte ich ein wenig Reinzuchthefe hinein, und der Prozess startete erneut… Nun gärt der Bottich wie bekloppt und kommt gar nicht mehr zur Ruhe.

Die Hefen arbeiten bis zur Selbstaufgabe und wandeln Zuckermolekül um Zuckermolekül um, arbeiten stets nach dem Gesetz des Stärkeren. Sie sind Einzeller, sie können nichts anderes. Ähnlich der Mensch, doch ist er ein Einzeller? Nein, ganz und gar nicht. Trotzdem, so scheint es, schaut er zu den primitivsten Lebensformen hinab. Wer nicht hart genug arbeitet und widerstandsfest ist, fällt durch das Raster, wird nicht mehr wahrgenommen, ist Luft und somit tot.

Unser weltweites Wirtschaftssystem heißt freie Marktwirtschaft, inwieweit unterscheidet es sich nun von der Mission der Einzeller, wie intelligent ist dieses System, und letztendlich sind wir wirklich? Primitiv oder künstlerisch? Was wollen wir sein? Freie Individuen oder arbeitende Klone, die irgendwann sterben? Arbeiten wir für Genuss und Freude anderer wie die Hefe?

Nils Rudolph

Kategorie: Kolumne

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