EU-Parlament verkommt zugunsten Rechtsradikaler


Abschiebezentren in Drittstaaten wurden zugestimmt

Ganz besonders die CSU mit Dobrindt und Weber fühlt sich bestätigt in ihrer menschenverachtenden Politik, welches ohnehin den rechtsradikalen europäischen Parteien in den Kram paßt. Strengere Asylregeln fordern diese schon etliche Jahre, nunmehr haben 418 Abgeordnete in Straßbourg zugestimmt, 218 stimmten dagegen, 30 enthielten sich. Ein dramatisches Ergebnis, welches die Menschenwürde erheblich mit Füßen tritt.

Zweieinhalbjahre Abschiebehaft ohne weiteres möglich

Selbstverständlich interveniert Pro Asyl äußerst heftig, spricht von einer „toxischen Abschiebungsverordnung“, schließlich werden Einschränkungen der Rechte und Würde von Migrantinnen und Migranten sowie haftähnliche Lager außerhalb Europas und mangelnde Kontrollmöglichkeiten über die Bedingungen in den Einrichtungen befürchtet.

Wiebke Judith, rechtspolitische Sprecherin von Pro Asyl, betonte, die Rechte von Schutzsuchenden sowie die rechtsstaatlichen und demokratischen Grundlagen der EU wären gefährdet, es handle sich um Zutaten für Menschenrechtsverletzungen.

Diese Abstimmung wurde ganz gezielt initiiert

Wohin dies führen mag, sollte jedem klar sein, wer sich mit der Geschichte kritisch auseinandersetzt. Wir befinden uns längst auf demselben Kurs wie vor hundert Jahren, als die Nazis hierzulande mitten in Europa das Zepter übernahmen, um schließlich den Zweiten Weltkrieg auszulösen. Anstatt jenen Irrweg endgültig auszumerzen, – das Wort Merz paßt gar in diesem Kontext -, wiederholt die Union den Fehler, von einer Brandmauer kann keine Rede mehr sein.

Abschottung rettet nämlich keine Menschenleben, Rechtskonservative meinen allen Ernstes, übers Stöckchen der Rechtsradikalen springen zu müssen, allen voran Alexander Dobrindt zusammen mit Manfred Weber. Die International Organization for Migration (IOM) schätzt, daß 2024 mehr als 1.200 Menschen auf der Atlantik-Route ums Leben kamen. Das wiederum interessiert solche Politiker mitnichten, sie folgen dem menschenverachtenden Kurs der rechtsradikalen Klientel, ohne mit der Wimper zu zucken.

Solange eine EU diese brutale Politik gutheißt, hat sie ihren Job verfehlt. Mit Humanismus oder gar Menschenwürde hat dies mitnichten etwas gemein, von christlicher Nächstenliebe ganz zu schweigen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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1 Response to EU-Parlament verkommt zugunsten Rechtsradikaler

  1. Avatar von Gamma Hans Gamma Hans sagt:

    Vielen Dank für Ihren Beitrag.

    Die Frage, wie Europa mit Flucht, Migration und Asyl umgeht, berührt grundlegende Werte wie Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Humanität. Deshalb ist es verständlich, dass Entscheidungen des EU-Parlaments starke Reaktionen auslösen und kontrovers diskutiert werden.

    Gleichzeitig erscheint es wichtig, bei aller berechtigten Kritik historische Vergleiche mit großer Sorgfalt zu verwenden. Die Verbrechen des Nationalsozialismus waren ein einzigartiger Zivilisationsbruch, der auf rassistischer Ideologie, Entrechtung, Verfolgung und industriell organisiertem Massenmord beruhte. Demokratische Entscheidungen heutiger europäischer Institutionen – unabhängig davon, ob man sie befürwortet oder ablehnt – sollten deshalb nicht vorschnell mit den Entwicklungen der 1930er-Jahre gleichgesetzt werden. Solche Vergleiche können die historische Einzigartigkeit jener Verbrechen verwischen und erschweren oft eine sachliche Debatte.

    Ebenso wichtig ist es, die unterschiedlichen Perspektiven anzuerkennen. Menschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl warnen vor möglichen Verletzungen von Grundrechten und vor mangelnder Kontrolle in Abschiebezentren außerhalb der EU. Diese Bedenken verdienen eine ernsthafte Prüfung. Gleichzeitig argumentieren Befürworter der Maßnahmen, dass sie irreguläre Migration besser steuern und bestehende Asylsysteme entlasten wollen. In einer demokratischen Gesellschaft müssen beide Positionen offen diskutiert und an den Maßstäben von Menschenrechten, Völkerrecht und rechtsstaatlichen Prinzipien gemessen werden.

    Unabhängig von politischen Auffassungen sollte das gemeinsame Ziel sein, die Würde jedes Menschen zu achten, Schutzbedürftigen wirksam zu helfen und zugleich Lösungen zu finden, die gesellschaftlich tragfähig und rechtlich verantwortbar sind. Eine respektvolle Debatte über diese schwierigen Fragen ist dafür unverzichtbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hans Gamma

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