Falscher Ort

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Vorbeigefahren,
einfach vorbeigefahren,
nicht mal geguckt ist worden
von diesen eilenden Horden,
und ich hab gewunken,
es pressiert, diese Halunken
ließen mich nicht rüber,
diese Radfahrüber,
auf die andere Seit´,
nur da war weit und breit
ein stilles Örtchen, ein Klosett,
vorbei der Traum, naß das Bett.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Was folgt beim IQ?

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Intelligenz ein Zauberwort,
manches entfesselt,
wenig bewirkt,
neugierig macht.
Wer das wohl entfacht?

Intelligenz in aller Munde,
ein Gradmesser,
Vergleiche zieht,
Streit aufkommt.
Diskussionen folgen prompt?

Intelligenz schafft keine Transparenz
im friedlichen Miteinander,
erweckt oftmals Neid,
man sei doch so gescheit.
Anecken während der Kindheit?

Intelligenz ein Zauberwort,
manches verdeckt,
wenig Inhalt vermittelt,
auch nur eine schnöde Zahl.
Wer hat dabei noch eine Wahl?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Monolog zur Rolle der Frau in Deutschland

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Ich gehe spazieren, urige Fachwerkhäuser säumen meinen Weg, meine Lieblingskneipe, in der ich immer wieder gerne einkehren mag, hat wegen Renovierungsarbeiten seit allzu langer Zeit geschlossen.

An dem Flüsschen, das sich durch die Stadt zieht, sitzen junge Menschen, anscheinend glühen sie vor. Ich wandere so vor mich hin und verspüre Hunger. Das vietnamesisch-thailändische Restaurant, das mich mit seinen ewigwarmen Feuertöpfen so zu begeistern mag, kreuzt meinen Weg. Kurzentschlossen gehe ich hinein und werde knapp angebunden empfangen. Nicht unhöflich, aber dezent, man will die anderen Gäste nicht stören.

Essen und Wein sind schnell bestellt, natürlich mit viel Gemüse im Gericht wie ich weiß. Kokossoße, Rindfleisch, Gemüse zart und knackig. Während ich so speise, fällt mein Blick immer wieder auf das gleiche Bild. Rote Blätter, es ist Herbst, und viele fleißige Personen, die Laub sammeln und wegtragen. Warum, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Personen sind gesichtslos. Erst auf dem zweiten Blick bemerke ich die leeren Gesichter. Keine Augen, kein Mund, keine Nase. Es sind Frauen, wie ich an dem Haarschnitt und der Kleidung unschwer erkennen kann – kein Mann in Sicht.

Ich blicke mich um und erkenne mehrere solcher Bilder, Frauen, Herbst, Arbeit. Immer das gleiche Schema anders in Szene gesetzt. Bald schon habe ich aufgegessen und bezahle Speis und Trank. Aus Neugierde erfrage ich des Bildes Ursprung. Kurz und knapp lautete die Antwort – Vietnam. Zwar etwas einsilbig, aber immerhin habe ich nun eine Auskunft.

Während ich so sitze, schweifen mir Gedanken diverser Art durch den Kopf. Missachtung der Frau durch Unkenntlichkeit des Gesichtes? Beachtung der Rolle der Frau als Antriebskraft des gesellschaftlichen Geschehens? Die Frau unabdingbar?

Oder die Ausbeutung der Frau für Arbeit, die sonst keiner macht? Anhand der fröhlichen Farben sind die textlich bewusst gemischt platzierten negativen Gedanken undenkbar, so dass nur die beiden positiven überbleiben. Bewusst gemischt, damit man sich das Gedankenkarussell nochmals durchliest und einprägt.

Sei es, wie es sein mag, der Frau wird zumindest viel Beachtung geschenkt, auch dem Fleiß der Frau wird gemalt ein Tribut gezollt. Und es wird öffentlich gemacht! Wenn ich in deutschen Restaurants einkehre, sehe ich nur Bedienung und Restaurantbesucher weiblichen Geschlechts. Auf den Bildern ackern meist die Bauern, kein Millimeter, kein Pinselstrich erwähnt nur im Ansatz eine Frau. Schwere Gerätschaft, Ochsen und Wald… Warum der Mann?

Schenken wir unseren Frauen zu wenig Beachtung? Selbst wenn die vietnamesischen Bilder eine Verachtung zeigen sollten, so weisen sie gezielt darauf hin. Letzten Endes vermitteln die lebendigen Bilder aber den Charakter, als wenn die Frau und ihre harte Arbeit sehr geschätzt werden.

Mein Resultat: Wenn Frauen  nicht mal auf Bildern in deutschen Restaurants vorkommen, aber in Vietnam, einem konfuzianisch geprägten Land, eine zentrale Rolle einnehmen, haben wir bezüglich Emanzipation, Gleichberechtigung und Feminismus noch einen weiten Weg vor uns.

Nils Rudolph

Kategorie: Meinung

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Das frühere Bildnis

© Doris Mock-Kamm

Lange hab ich dich nicht mehr geseh’n,
verschwommen im Alter ich dich wahrnehm’.
Bildnis aus gelebten Zeiten der Jugend,
was interessierte dich Moral und Tugend,
nach jetzt stand dein Sinn, dein Streben,
dafür ließest du Konventionen erbeben.
Ich erinnere mich sehr gut an dies frühere Ich,
im Nachhinein danke, du führtest mich
die Strecken, die Unbezähmbare wählen.
Wer kann schon so lange auf sich zählen?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Nordkoreas „Oberster Führer“ zündelt erneut

Treffen mit Kim Jong-un null und nichtig?

Jung und unerfahren, so der Eindruck, wer Bilder und Filmchen vom „Obersten Führer“ Kim Jong-un betrachtet, da mögen Behauptungen, er sei ein „militärisches Genie“, viel eher verblassen, zumal er sich mal wieder unerschrocken mit den USA anlegt. Was nutzen strategische Spielchen, wenn die Realität ganz andere Szenarien offenbaren?!

Immerhin ein Novum, daß die USA ein nordkoreanisches Frachtschiff beschlagnahmen, was allerdings keineswegs zufällig geschah. Schließlich sei illegal Kohle aus dem isolierten Land verschifft sowie schwere Maschinen hineintransportiert worden. Grund genug für die Supermacht, den Verstoß gegen Sanktionen zu ahnden.

Trumps Inszenierung fällt wie ein Kartenhaus zusammen – Putins gleichwohl

Letztlich keineswegs verwunderlich, narzißtische Auftritte erweisen sich meist als hochstaplerische Entgleisungen, warum sollte es bei diesem 45. US-Präsidenten sich anders verhalten? Bereits im Februar zeichnete sich das zweite Treffen mit Kim Jong-un in Hanoi als Flop ab.

Das Treffen zwischen Putin und Kim Jong-un, bei dem der Kreml-Chef sich in seiner Vermittlerrolle versuchte, konnte nur als zusätzlicher Mißerfolg enden, jene weltpolitische Soap offenbart keine Friedensfähigkeit. Erst recht hinsichtlich neuer Raketentests in Nordkorea. Insofern ein Armutszeugnis der beiden Supermächte!

Solange Mensch solche Führer gewähren läßt

Wird sich nichts zum Besseren ändern. Ganz im Gegenteil, die Welt schaut kriegerischen Zeiten entgegen, zumal schon genügend Kriege etliche Regionen erschüttern, Not und Elend verursachen. Querdenkende warf sehr gezielt die Frage in den Raum, wann endlich Machos von der Bildfläche verschwinden. Trump, Erdoğan , Orbán, Putin, Kim Jong-un, Salvini, Bolsonaro, um nur mal diese sieben exemplarisch zu zitieren, stehen für diese Geisteshaltung.

Was muß geschehen, um etwas zu ändern? Mensch hat endlich zu begreifen, daß keine Zeit mehr vorhanden, jenes perfide Spiel der Hofierung des Kapitalismus und Materialismus per ewiger Wachstumsspirale fortzusetzen. Ein totales Umdenken muß greifen, hin zu wirklich gerechter Verteilung, Ächtung von Gewalt, Rücksicht auf Mutter Erde.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Parfum fatale

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Du versprichst hoch und heilig,
besprüht mit deinem Duft
verschwinden alle Sorgen,
wirst glücklich und reich,
ausgelassen und frei,
jeder liebt dich plötzlich,
dieser Geruch verwandelt
zur Schönheitskönigin,
zur Femme fatale,
zum naiven Liebchen,
zur Göttin –
jetzt wird´s fatal,
Verantwortung soll ich übernehmen,
für jeden Stuß,
für absurde Wünsche,
hör auf mit dem Scheiß,
der Scheinheiligkeit,
deine Duftmarken
für den überteuerten Preis,
Persönlichkeit verlieren,
zu verhökern.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trumps Säbelrasseln gefährdet den Weltfrieden

Wo gehobelt wird, fallen nicht nur Späne

Gut gebrüllt Löwe, denn wie man in den Wald hineinschreit, so schallt es zurück. Mitnichten für The Donald, Mister America First hat da ganz eigene Vorstellungen von Gehorsam und Bündnistreue, die ständigen Entlassungen im Weißen Haus sprechen eine nur zu deutliche Sprache, mit Mike Pompeo und John Robert Bolton hat er exakt die richtigen Hardliner an seiner Seite, die erst recht den Iran zum „Teufel wünschen“.

Kaum folgten entsprechende Statements in Richtung Iran, folgen Drohungen seitens Hassan Rohani, die Europa in Bedrängnis bringen. Welch passendes Szenario auch hinsichtlich der Nato-Politik, erneut fühlt sich US-Botschafter Richard Grenell berufen, Deutschland „Heuchelei“ vorzuwerfen. Alles Indizien, das Säbelrasseln mit Nachdruck der Weltpolitik aufzudrängen.

Wer viel Porzellan zerstört, hat keinn Sinn für ein harmonisches Miteinander

Muß man Zeiten nachtrauern, als noch eine transatlantische Freundschaft ein Stückweit die Balance hielt, um gleichwohl wirtschaftlich militärische Aspekte in Einklang zu bringen? Weder noch. Früher bestimmten ohnehin die USA den politischen Kurs, richtete sich die Weltpolitik auf ihren Vorgaben ein, zumindest die Bündnispartner. Das hat sich seit Donald Trump jetzt geändert. Elefanten traut man nicht über den Weg, narzißtischen sowieso nicht.

Der Vergleich mit dem zerstörten Porzellan insofern keineswegs übertrieben. Was soll man von Bemerkungen halten wie das Atomabkommen „sei der schlechteste Deal aller Zeiten“? Reine Ablenkung, zumal die Inspekteure der IAEA bescheinigt hatten, daß der Iran sich an den JCPOA halten würde. Es steckt die altbekannte Absicht dahinter, einen Aufstand im Volk selbst zu provozieren, weil die Sanktionen die Wirtschaft schwächen.

Wer A sagt, muß auch B umsetzen

Damit hat The Donald keinerlei Probleme, wie er unmißverständlich bereits bei der Münchner Sicherheitskonferenz zum Besten gab, dessen Willkür offenbarte. Der Rüstungswettlauf paßt in die von langer Hand geplante Marschroute, an ein zufälliges Aufbrausen mag man dabei gar nicht denken, ein Mister Grenell hierzulande das Ganze obendrein abrundet.

Global betrachtet nehmen die Spannungsherde nicht nur zu, schließlich vermögen auch die US-Streitkräfte nicht überall mit entsprechender Präsenz agieren können, sondern verbleiben am Ende noch wesentlich drastischere Maßnahmen. Gestern vor 74 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, genauer betrachtet hat der Dritte längst begonnen, diesmal nicht in Europa, dafür global verteilt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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