Gepolstertes Denken

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Eine weißgraue Wolkendecke
verfing sich in ihrem Kopf,
feuchte Nebelnetze
umflatterten sämtliche Gedanken,
diese schwebende Balance
zwischen wattierten Gespinsten
und glänzenden Worttropfen,
diese unendlichen Wirrungen
wirkten auf sie beruhigend,
ein persönliches chaotisches Entfalten,
geschlossen hielt sie die Lider,
niemandem gönnte sie einen Blick,
auf ihr Fläzen im gepolsterten Denken.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Narrenhände beschmieren Tisch und Wände – Botschaften an alle

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Von der Wandmalerei zum Graffiti

Das Mitteilungsbedürfnis hat so ziemlich den größten Stellenwert bei Menschen, außer sie ziehen sich gänzlich zurück und folgen einem selbstauferlegten Schweigegelübde. Die Seele schreit nach Äußerungen, nach Kommunikation mit den Mitmenschen. Diesen Austausch darf man ruhig als lebensnotwendig bezeichnen, um nicht vor lauter Vereinsamung und voller Gram unnötig zu leiden.

Wenn mal das fördernde Gespräch ausbleibt oder aber bewußt ein Ventil gesucht wird, sich sichtbar Luft zu machen, hinterlassen wir unsere „Botschaften“ an alle. Narrenhände beschmieren Tisch und Wände? Tatsächlich als Schmiererei abzutun, als Hilferuf, als Aufschrei einer Form des Protestes?

Eine abfällige Redewendung als Vorwand zur Unterlassung von Graffiti

Den Ursprung der Narrenhände, die Tisch und Wände, weil es sich auch so toll reimt, beschmieren sollen, weiß niemand genau, dennoch aufgrund der abfälligen Bemerkung zum Narren selbst vieles darauf hindeutet, daß sie im Mittelalter entstanden sein muß. Ob nun geistig Zurückgebliebene, einfache Bauern oder aber dem Wahnsinn nahe, allerlei Schabernack treibend bis hin zur Belustigung am königlichen Hofe, der Narr erhielt seine Eigenschaften genau deshalb verpaßt.

Ein Außenseiter zunehmend im Gewande seines auffälligen Kostüms, sogar gezielt zur „Unterhaltung“ ausgebildet, während die Gesellschaft körperlich und geistig behinderte Menschen, Kleinwüchsige als Zwerge titulierte, sie in Käfigen auf Jahrmärkten präsentierte, sie zum „Narren machte“, wie auch diese Redewendung dies unterstreicht. Doch all das entspricht keineswegs dem eigentlichen Ursprung, sich eben auf Wänden, auf Möbelstücken und allen sich bietenden Flächen für die Ewigkeit, die Nachwelt zu äußern. Um genau diese sehr alte Gewohnheit zu verunglimpfen, boten sich halt aller Wahrscheinlichkeit nach die ohnehin im Abseits stehenden, jede Norm umgehenden Narren an, den alten Brauch ins Lächerliche zu ziehen. „Das Beschmieren“ konnte weder die Redewendung noch andere Versuche der Belehrung aufhalten: Graffiti ein ständiger Drang, sich auszudrücken.

Graffiti nur Menetekel-Funktion oder vielmehr einfach Botschaften?

Selbstverständlich kann es durchaus sein, daß mit dem enormen Mitteilungsbedürfnis des Menschen darunter auch welche sind, die per Graffiti Zeichen eines drohenden Unheils setzen wollen, eine unheilverkündende Warnung (Menetekel) möglichst sichtbar an Wänden platzieren. Diese sich inzwischen zu unterschiedlichen Kunstformen entwickelten Graffitiwerke nur darauf zurückzuführen, entspricht weder ihren Ursprüngen (nicht zu verwechseln mit Wandmalereien), noch den vielfältigen Botschaften. Nicht nur vor knapp fünf Tausend Jahren wurden in Gräbern, Tempeln, auf Statuen und Felsen im Alten Ägypten Inschriften sogar in unterschiedlichen Sprachen gekratzt, sondern diese Form der Mitteilung liegt wohl wesentlich länger zurück.

Graffiti, die italienische Pluralform des graffito in der Einzahl bedeutete ursprünglich „Schraffierung“ für eine in Stein geritzte Inschrift aber auch das ornamentale und figurale Dekorieren, während das Griechische graphein für „schreiben“ steht. Besonders auf dem „Stillen Örtchen“, also auf dem Klo wurden seit Menschengedenken per Sprüche, Witze, Gedichte bis hin in einfachen Zeichnungen und Karikaturen die eigenen Vorstellungen hinterlassen. Inzwischen unterscheiden wir zwischen der genannten Klo-Graffiti, Baum-Graffiti, Streetart, Reverse Graffiti, Gefängnis-Graffiti, Style-Writing, Gang-Graffiti, Ultras-Graffiti und Politische Graffiti.

Auch wenn Peter-Ernst Eiffe, der erste deutsche Graffitikünstler, begeistert von der Studentenbewegung als Hofnarr der Apo bezeichnet wurde, so fand dennoch sein kurzes Leben ein jähes, trauriges Ende: Er litt unter schweren Depressionen und verstarb im Alter von 41 Jahren. Unvergesslich sind seine Sprüche, die er in mehreren Wochen im Sommer 1968 über ganz Hamburg verteilte, darunter „Sei keine Pfeife, wähl Eiffe“, „Kein Hammer, keine Sichel, nur Eiffes Hand auf Hamburgs Michel“ oder „Eiffe Bundeskanzler, Springer Außen-, Augstein Innen-, Bartels vom Eros-Center als Familienminister, Heinemann Rest“, um nur drei hier mal zu zitieren.

Jede „Schmiererei“ ein Protest oder ein Hilferuf ?

Dennoch gibt es Grenzen der Zumutung, wenn Menschen zusammenleben, um auch mal diese Sicht zu verdeutlichen. Eine Welt voller Graffiti allüberall, auf sämtlichen Wänden, Flächen, die sich bieten? Eine Anarchie von Schmierereien, künstlerisch unbegrenzter Freiheit denkbar als alltagstaugliche Möglichkeit? Wo liegen die Grenzen? Die hat der Gesetzgeber längst gezogen im Interesse der Allgemeinheit, sie vor einem Übermaß zu schonen, so daß Graffiti zivilrechtlich verboten ist, wenn keine Genehmigung vorliegt.

Das wiederum kann Graffitikünstler nicht davon abhalten, trotzdem sich unbeobachtet auszutoben, selbst wenn Videoüberwachung und Objektschutz dies zu verhindern versuchen. Während dagegen Wien eine „Graffitistraße“ offiziell im März 2006 genehmigte, Helsinki sogar Ende 2008 Graffiti als „Teil der Stadtkultur“ zuließ, bleibt der Straftatbestand, der u.U. sehr teuer werden kann für die Künstler. Wie ernst die Strafverfolgung von potentiellen Graffiti-Sprayern genommen wird, zeigt das Überfliegen per BGS-Hubschrauber, um die Missetäter mit Infrarotkameras des nachts aufzuspüren, eine Vorgehensweise wie bei der Terrorbekämpfung.

Graffiti, eine der ältesten Künste des Menschen, wird weiterhin mitten in der Gesellschaft Möglichkeiten suchen, sich bemerkbar zu machen. Vielleicht hilft hierbei eine wesentlich höhere Toleranzgrenze, einer Freiheit, unbedarft sich künstlerisch ausdrücken zu dürfen, steht ein Verbot gegenüber, welches dennoch den Reiz hat, umgangen zu werden, deren Folgen in Kauf nehmend. Die Botschaft lautet nämlich ganz einfach: Kunst lebt und läßt sich durch nichts stoppen oder verbiegen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kulturelles

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Europas Gespenster tummeln sich

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Hinweggefegt
manch sorgenvolle Gedanken,
leicht aufgeregt
manch platzierte Schranken,
die Grenzen markieren.
Muß das wirklich passieren?

Jede volle Stunde schlägt
manch Glocke auf dem Turm,
vielleicht sich legt
manch vermeldeter Sturm.
Nationalisten erneut hausieren,
sie haben ohnehin nichts zu verlieren!

Europas Gespenster
finden wieder zum Haß zurück.
Hinter manch Fenster
sehnt man sich nach etwas Glück.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Österreich schafft quasi Frauenrechte und Sozialstaat ab

Das Land der Duckmäuser?

Er präsentiert sich gern als wohlgefälligen smarten Kanzler, dieser Sebastian Kurz, doch dessen blau-schwarze Regierungselite handelt unerschrocken schnell, um die Menschen im Lande zu demütigen, obwohl gerade die einfachen Leute meinten, sie müßten diesem Bündnis ihr Vertrauen schenken. Wie sehr man sich doch irren kann?!

Bloß nicht täuschen lassen im Reigen der EU-Feindlichkeit, weil ÖVP und FPÖ gegen Frauenrechte auf EU-Ebene stimmen. Das schaut im kleinen Österreich keinewegs besser aus mit jener Regierungstruppe. Gerade Innenminister Herbert Kickl stellt seine Vorliebe unter Beweis, frauenverachtende Gesetze zu erlassen bzw. ihnen keine Hilfe mehr zu gewähren. Mit jenem Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat strenger Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit längst an Bedeutung gewonnen.

Frauen in Ministerämtern verunglimpfen eigene Rolle

Der Kampf vergangener Jahrzehnte, Frauen mehr Rechte zuzugestehen, wird mit diesem Regierungsbündnis in sehr kurzer Zeit zunichte gemacht. Viele Familien werden in Krisensituationen sich selbst überlassen, weniger Ansprechpersonen bei der Frauenberatung, Kickl stoppt das Projekt zum Gewaltschutz von Frauen, Sozialministerin Hartinger-Klein meint, Frauen hätten von Natur aus sich um den Haushalt zu kümmern.

Beste Vorrausetzung den Mann als Familienoberhaupt in den Sessel zu hieven oder gar wieder an Geschütze, um Vaterlandspflichten gen mögliche Kriege einzufordern? Das erinnert an vergangene Zeiten der Nazi-Herrschaft, fügt sich zu einem Gesamtbild, welches jene rechtspopulistische Regierung ganz offensichtlich anstrebt.

Mehr Widerstand die naheliegende Konsequenz

Sollte man doch annehmen, um jenem Möchtegern Orbán-Kurz-Gespann Einhalt zu gebieten. Die 50.000 Demonstranten im Dezember des letzten Jahres scheinen diese Regierung eher gar nicht zu beeindrucken, man wurschtelt fleißig weiter per Sozialabbau und Frauenverachtung.

Wann beginnt das große Erwachen im Land der Duckmäuser? Schließlich hat die demokratische Mehrheit es erst möglich gemacht, daß sich eine derartig menschenverachtende Politik austoben darf. Unverständlich. Andererseits sollte man nicht mit Steinen schmeißen, wer im Glashaus sitzt, hierzulande darf jene AfD sich frechweg austoben, sie lädt kurzerhand Stephen Bannon in den Bundstag ein, der bekanntlich rechte Kräfte europaweit bündeln möchte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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TraumHaft

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Ich träumte mir,
ich wäre gern ein Stier
mit Hörnern
aus bunten Körnern,
die rasseln beim Gehen,
Kühe bleiben stehen,
bewundern das Geglitzer,
nennen mich Feger, Flitzer,
bin die erste Wahl auf der Weide.
Der Traum wird blöd, ich leide,
keinen Schritt kann ich alleine machen,
um mich herum Damen, die lachen,
plaudernd Schwätzchen halten,
ihre faszinierenden Reize entfalten,
das Schlimmste aber, die fressen
alles überall kahl, wie besessen,
mir knurrt seit Tagen der Magen,
sie reagieren nicht auf mein Klagen.
Ein Albtraum,
mein Traum,
der so märchenhaft begann,
wann hört er auf, wann?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Ostermärsche kein Übrigbleibsel der Friedensbewegung

Der Ruf wird lauter: „70 Jahre Nato sind genug“

Es waren pazifistische Gruppen, die der Mitbegründer des Aktionskreises für Gewaltlosigkeit, Konrad Tempel, dazu aufrief, sich in den Städten Bremen, Braunschweig, Hannover und Hamburg einzufinden, an einem Sternmarsch zu Ostern zu beteiligen, der am Ostermontag 1960 beim Truppenübungsplatz Bergen-Hohne mit ungefähr 1.200 Teilnehmern endete.

Mit diesem Beginn der anschließend stattfindenden Ostermärsche, die auch aus der „Kampf-dem-Atomtod-Bewegung“ entstanden, war eine neue außerparlamentarische Opposition und soziale Bewegung in der noch „bürgerlich-schlafenden“ BRD hervorgegangen, die den Weg zur weiterentwickelnden Friedensbewegung ebnete. Die Ostermärsche haben bis heute ihre Unabhängigkeit bewahrt und sollten nicht als ein Übrigbleibsel der Friedensbewegung belächelt und betrachtet werden.

Von der Protestkultur zur Vermarktung ganzer Bewegungen

Jede Entwicklung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, wenn sie es versteht, trotz erheblicher Widerstände ihrem ursprünglichen Idealismus treu zu bleiben und sich vor allem vor keinem parteipolitischen Karren spannen zu lassen. Während aus den vielen Protest- und Bürgerbewegungen unter anderem auch die Partei der Grünen hervorging, und genau anhand ihres Wandels sehr deutlich wurde, wie schnell bestimmte Mächte ihre Ziele erreichen, darf man sich dennoch nicht wundern, warum dies geschah.

Wo viel Geld im Spiel seine bösartige Fratze offenbart, wird mittels entsprechender Vermarktung auch eine gutgemeinte Bewegung ganz bewußt unterwandert und stückweise von ihren ursprünglichen Ideen weggedrängt. Wer es noch rechtzeitig bemerkte, verließ das sinkende Schiff des Verrats, wer nicht, hat sich mit entsprechender Macht und Pöstchengerangel damit abgefunden, seine alten Ideale über Bord geworfen zu haben. Das äußerte sich überdeutlich spätestens mit der Entscheidung zum Afghanistan-Einsatz: Die Befürworter haben damit Friedensbemühungen zu Grabe getragen.

Die atomare Bedrohung durch die Supermächte war noch Hauptanliegen der Ostermärsche von den 1960iger bis hinein in die 1980iger Jahre, doch mit der Wiedervereinigung und dem Fallen des Eisernen Vorhangs entstand auch ein gewisser Wandel innerhalb der Friedensbewegung. Werfen wir nur einen kurzen Blick in die Ostermärsche ab dem Jahre 2000.

Damals wurde noch der Nato-Krieg gegen Jugoslawien, der Krieg Russlands gegen Tschetschenien sowie die generelle Rüstungsexportpolitik angeprangert. Ein Jahre später, also 2001, war der Einsatz der Bundeswehr zum Zwecke kriegerischer Intervention kritisiert worden, damit verbunden die naheliegende Forderung eines Aufbaus zur konstruktiv zivilen Konfliktbearbeitung. 2002 mußte natürlich bei den Ostermärschen eine deutliche Reaktion nach den Terroranschlägen vom 11.09.2001 folgen, der „War On Terror“ wurde als verfehltes Signal gewertet zusammen mit der Bombardierung Afghanistans sowie die sogenannten „Sicherheitsgesetze“.

2003 stand ganz im Zeichen der Protestwelle gegen den Irakkrieg. 2004 waren die Themen gezeichnet von einem friedlichen, sozialen Europa, also keine EU-Militärmacht, Abrüstung statt Sozialkahlschlag. Neben deutlichen Stimmen gegen Neofaschismus, Militarisierung, aber auch dem Vorfeld zur Ratifizierung des EU-Verfassungsvertrags befaßten sich die Kundgebungen im Jahr 2005 mit der Abschaffung sämtlicher Atomwaffen nach 60 Jahren Hiroshima. 2006 verdeutlichten fast 80 Veranstaltungen den Irankonflikt, das Desaster des Irak-Kriegs, sowohl die Rüstungskosten als auch die Auslandseinsätze der Bundeswehr und die Ablehnung zur bevorstehenden EU-Militärmission im Kongo.

Ein Jahr später gab es bereits die ersten Warnungen vor einem Kriegseinsatz der USA gegen den Iran und der Einsatz der Tornados in Afghanistan beschäftigte die Ostermärsche. Auch 2008 wurde sich den Themen zum „Krieg gegen den Terror“, der Militarisierung im Inneren, aber auch der Repression in Tibet und dem türkisch-kurdischen Konflikt gewidmet. Im darauffolgendem Jahr standen folgende Themen auf der Tagesordnung: Kein Frieden mit der NATO, Stop deutscher Kriegsbeteiligung, Für Frieden und soziale Sicherheit – Gegen Armut, Hunger und Krieg!, Neuer Anlauf für atomare Abrüstung, etc.

2010 standen die Ostermärsche im Zeichen der Abschaffung der Atomwaffen und der Beendigung des Afghanistankrieges. 2011 erhielten die Ostermärsche weitere Unterstützung durch parallel stattgefundene Demonstrationen der Anti-AKW-Bewegung, wo gut 120.000 Teilnehmer zugegen waren, während die Forderungen der Ostermärsche selbst der Stop der militärischen Intervention in Libyen, weiterhin die Abschaffung der Atomwaffen sowie deren Verschrottung beinhaltete als auch das Verbot der Rüstungsexporte und der Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan. Obendrein beschäftigte die Ostermärsche das Atomunglück Japans. Seit 2013 kann man einen Anstieg der Teilnehmer bei den Ostermärschen feststellen, der Export deutscher Waffenhändler wird deutlicher angeprangert, die lautlosen Drohneneinsätze, der Ruf zum Ende dieser Nato nimmt erneut zu.

Diesjährige Ostermärsche besorgt über Einflüsse der „Querfront“

Wie auch die taz völlig zu Recht bemerkt, zitierte im Artikel Mit „Bella Ciao“ gegen Waffen Barbara Majd Amin von der Friko, die vehement betonte, es gäbe keine friedensbewegte Rechte.

Dem können wir uns nur mit Nachdruck anschließen, wie bereits hier geschildert wurde. Einer glaubhaften Friedensbewegung bleibt nichts anderes übrig, als dies zu bemerken, will sie nicht riskieren, vom rechten Mob unterwandert zu werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Gelbwesten-Chaoten verhöhnen Polizisten

Zerstörung und Haß der falsche Weg

Jede Gewalteskalation kann durchaus unvorhersehbare Konsequenzen nach sich ziehen, im Fall der wochenlangen Demos jener Gilets jaunes offenbart sich längst das Ausmaß einer Bewegung, die meist per Zerstörung glänzen will. Von politischer Auseinandersetzung kann ohnehin keine Rede sein, selbst wenn man nicht dem Treiben des Emmanuel Macron zustimmen mag.

Eine berechtigte Empörung über die Protestbewegung erhält der jüngste Anlaß, wobei die Gelbwesten die Polizisten zum Suizid aufforderten. Anzeichen eines gezielt initiierten Bürgerkrieges, der sich hierbei anbahnen könnte? Folgt man den Haßtiraden der europaweiten Rechtsradikalen, möchte man dies nicht abstreiten, zumal die Gelbwesten-Proteste bereits augenscheinlich im Dezember außer Kontrolle gerieten.

Trügerische Hoffnung nützt gar nichts

Sie verpufft viel eher genauso wie alte Holzbalken des Dachstuhles beim dramatischen Brand von Notre Dame. Wer tatsächlich meinte, auch die Teilnehmer dieser Gelbwesten-Bewegung würden milde gestimmt, sich friedlicher Emmanuel Macron gegenüber verhalten, wurde durch diese bösartige Verhöhnung eines Besseren belehrt. Das Gegenteil trifft viel eher zu.

Jene sturen Haßtiraden erinnern fatal an die deutsche Pegida, die mit der selben Wut ihr Treiben stets rechtfertigte, es würde dem Volk dienen, was man gleich mehrheitlich als betroffen benannte. Da scheinen wohl manche unter Gedächtnisverlust zu leiden, frühere Friedensdemos hatten wesentlich mehr Menschen mobilisiert, sich vor allem als Demonstranten ebenso friedfertig verhalten im Gegensatz zu manch gewaltbereiten Gelbwesten-Teilnehmern.

Politische Entscheidungen per Gewalt auf den Straßen erzwingen?

Das käme einer Revolte gleich, wobei die große Mehrheit Nichtdemonstrierender bestimmt nicht seelenruhig solch Treiben dulden wird, Polizei und Militär dann unter Zugzwang stünde, wie eingangs erwähnt, einen Bürgerkrieg entfachen würde. Das kann niemand wirklich wollen, außer „kranke Gehirne“ innerhalb dieser Protestbewegung, wo sich bekanntlich auch Rechtsradikale völlig ungeniert tummeln.

Insofern scheint mit dieser neuen Gewalteskalation der Mob jener rechten Kräfte sich etablieren zu können, was die noch friedlichen Demonstranten bei den Gelbwesten kaum mehr zu verhindern wissen, sie befinden sich im selben Boot. Tatsächlich egal? Man möchte ihnen beherzt zurufen, sich unbedingt zu distanzieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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