Mit mehr Frauen in der Politik die Welt ein Stück weit friedlicher

https://pixabay.com/photos/chance-equality-equal-opportunities-3335805/

pixabay.com

Männerdomäne vs. Frauenrechte

Schwarz-Weiß-Denken darf nirgendwo eine Option sein, so auch nicht bei der Überlegung, ob die Welt friedlicher wäre, wenn mehr Frauen die Politik gestalten. Dazwischen spielt sich das Leben unserer Spezies ab, dabei müssen wir schon wesentlich genauer hinschauen und daher differenzieren, wenn wir die Zusammenhänge auch nur annähernd verstehen wollen.

Die Rollen der Frauen haben im Laufe der letzten Jahrzehnte ohnehin teilweise sich weltweit drastisch verändert, unabhängig davon, inwieweit Frauen von religiösen oder gesellschaftlichen Verpflichtungen sich zu lösen vermochten. Bis in die Politik hinein konnte man diese Entwicklung beobachten, und genau das scheint der entscheidende Punkt zu sein. Nur dort selbst werden die Geschicke der Menschen gelenkt und verändert, so daß der weibliche Einfluß zunehmend sich festigen konnte.

Vom Frauenwahlrecht bis hin zum Einzug in die Parlamente

Während Neuseeland als Vorreiter bezeichnet werden muß, was das Frauenwahlrecht anbelangt, sie durften noch im vorletzten Jahrhundert, also 1893 zum ersten Mal wählen, bildete mitten in Europa das kleine Liechtenstein das Schlußlicht einer intoleranten Haltung den Frauen gegenüber, dort durften sie erst 1984 vom Wahlrecht Gebrauch machen. Auch die benachbarte Schweiz tat sich damit schwer und ließ Frauen ab 1971 erst wählen.

Wie tief verwurzelt das Bewußtsein zur Rolle der Frau noch nicht angekommen war, sieht man daran, daß erst 1977 z.B. das erste Frauenhaus in Berlin gegründet wurde. Vorher mußten sie sich privat verstecken vor ihren Peinigern, weil der Staat noch keine Notwendigkeit sah. Es versteht sich von selbst, daß mit dieser anfangs zähen und langsamen Entwicklung auch der Weg in die Parlamente steinig sich gestaltete. Zwar konnte 1961 mit Elisabeth Schwarzhaupt zum ersten Mal eine Frau das Amt einer Ministerin (Bundesgesundheitsministerin) auf Bundesebene erreichen, dennoch sollte es aber noch bis in die 1980iger Jahre dauern, bis mehr als eine Frau in der Regierung sitzen durfte.

Inzwischen ist der Frauenanteil in manchen Parteien wenigstens gestiegen, wenngleich gerade die Union und vor allem die AfD aufzeigt, wie sie dies selbst handhaben. Bei der Union sind es 51 Frauen, 195 Männer, bei der AfD nur 10 Frauen, aber 81 Männer im Plenum sitzen. Bündnis 90/Die Grünen trauen dies 39 Frauen zu, während deutlich weniger es mit 28 Männern sind, bei den Linken nur 5 Frauen mehr, also 37 und somit 32 männliche Kollegen im Bundestag sitzen.

Inwieweit spielen Politikerinnen weltweit eine Rolle?

Weder in den USA noch bei unseren Nachbarn in Frankreich gelang es jemals, eine Frau an die Spitze der Macht zu wählen. Seit dem 22. November 2005 hat Deutschland zum ersten Mal eine Bundeskanzlerin, hingegen Großbritannien mit Margaret Thatcher bereits im Mai 1979 einer Frau den Vortritt überließ, die Geschicke des Landes zuleiten. Den Frauenanteil in ausgewählten nationalen Parlamenten zum 01. Dezember 2018 führt Ruanda mit 61,3%, als erstes europäisches Land folgt auf den siebten Platz Schweden mit einem Anteil von 46,1%.

Historisch betrachtet haben natürlich nicht nur die Männer selbst die Welt beeinflußt, sondern dennoch wenigstens die ein oder andere Frau, denken wir nur an die ägyptische Königin Hatschepsut, Königin Kleopatra, Jeanne d’Arc, Königin Elisabeth I., die französische Königin Marie Antoinette und die chinesische Kaiserin Cixi, um nur mal ein paar wenige zu benennen. Dennoch waren es meistens Männer, die weltweit die Politik der Völker bestimmten.

Zwei Friedensnobelpreisträgerinnen erklären der Welt den Frieden

Ausgerechnet im Norden Irlands, wo zweifellos ganz viel Leid durch den eigentlich völlig unnötigen Konflikt zwischen Großbritannien als Besetzer und den Iren vorherrschte, wurden zwei Frauen 1976 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, und das auch völlig zu Recht: Betty Williams und Máiread Corrigan-Maguire. Sie erhielten ihn für ihre hohen Verdienste und der Gründung der Community of Peace People. Hier sei nur mal der Beginn der denkwürdigen Rede zitiert, die Betty Williams auch im Namen von Máiread Corrigan- Maguire im August 1976 hielt:

„Wir haben eine einfache Botschaft für die Welt von dieser Bewegung für Frieden. Wir wollen leben und lieben und eine gerechte und friedliche Gesellschaft bauen. Wir wollen für unsere Kinder wie für uns selbst, daß das Leben zu Hause, beim Arbeiten und beim Spielen ein Leben voller Glück und Frieden ist. Wir erkennen an, daß ein solches Leben aufzubauen von uns allen Hingabe, harte Arbeit und Mut erfordern.“

Mögen die Männer in den Gesellschaften dieser Erde viel mehr erkennen, daß insbesondere Frauen es sind, die wesentlich mehr zum Frieden beitragen. Das hat auch ganz viel mit ihrem Wesen zu tun, denn sie sind es, die Kinder zur Welt bringen, in ihnen den Schutz zum Leben selbst erkennen und nachempfinden können, somit die Kraft der Liebe zum eigenen Nächsten ihr Sein mitbestimmt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der fünfte Stuhl

https://pixabay.com/photos/chairs-portugal-algarve-2450624/

pixabay.com

Aus den Latschen
gekippt,
nicht umgeknickt,
vor Freude getanzt,
Slipper flogen,
ausgezogen
von Geisterhand,
auf Socken getwistet,
Kreise gedreht,
leicht beschwipst,
vor Glück,
Cheers,
chairs,
vier Stühle,
ich mitten drin,
königlich
auf dem fünften
ich throne,
manch Geschenk
ich belohne,
meine letzte Puste
dafür hergebe.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Trump macht Bolsonaro Nato schmackhaft

„Tropen-Trump“ lobt Mister „America-First“

Was ist die Steigerung von “großartig”, jenem „great“, welches Donald Trump nur allzu gern in den Mund nimmt, um vor allem seine eigene sogenannte Politik zu lobhudeln? Es gibt sie schlichtweg nicht, weil Mister „America-First“ sich selbst auf höchstem Thron wähnt, bisher keiner ihm diesen streitig macht trotz erheblicher Zweifel seitens dessen Kritiker. Wer in den USA dermaßen simpel den Präsidentensessel erklimmen darf, klebt besonders nachhaltig an ihm.

Insofern nicht weiter verwunderlich, daß The Donald Brasilien den Nato-Beitritt in Aussicht stellt, schließlich trifft und findet sich, was ganz offensichtlich zusammengehört, ein weltweit wachsender Rassismus ungeahnten Ausmaßes, jener Rechtspopulismus hat bereits auch weite Teile Europas infiziert. Keine gute Aussichten im Sinne einer toleranten Gesellschaft.

Die US-amerikanische Dreistigkeit zeigt sich allerorten

Wenn man bedenkt, für was die Nato letztlich steht, nämlich den Nordatlantikpakt. Brasilien liegt allerdings im südlichen Teil des zweitgrößten Ozeans, doch was scheren einem Donald Trump geographische Kenntnisse, wenn es darum geht, die Waffenaufrüstung zu forcieren?!

Daß bekommt schon hierzulande die Regierung nonstop zu spüren, in dem der US-Botschafter Richard Grenell ständig deren Arbeit maßregelt, ihr vorhält, sie würde ihren Job verfehlen, weil Deutschland keine zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung ausgibt. Zumindest FDP-Vize Wolfgang Kubicki würde ihn aus dem Land werfen, wenn er denn könne und dürfe. Flegelhaftigkeit mag in den USA durch The Donald wieder salonfähig sein, hierzulande hat sie hoffentlich keine Zukunft.

Südamerikanischer Faschismus im Aufschwung

Mit Blick zu Venezuela kann man dies unschwer feststellen, Nicolás Maduros Mißwirtschaft hat dem Land großen Schaden zugefügt, die beiden Supermächte verhandeln bereits über Venezuela. Jair Bolsonaro schließt eine militärische Intervention nicht unbedingt aus, reagiert schwammig, als die Presse entsprechend nachhakt. Keine guten Aussichten für Südamerika.

Es ist António Costa zu verdanken, daß zumindest der europäische Sprachnachbar in Portugal für deutliche Verhältnisse sorgt, eben keine faschistoide Politik mehr zuzulassen, davon einmal abgesehen, daß dadurch den Menschen auf der iberischen Halbinsel es seitdem wesentlich besser geht. Brasilien blickt hingegen weiterhin fragwürdigen Zeiten entgegen, mit einem „Tropen-Trump“ und „Humpty-Trumpty“ als willkommener Verbündeter wird der Klimaschutz zum Teufel gejagt genauso wie Menschenrechte, Trumps Fakenews als Aufforderung verstanden, die Medien zu gängeln. Erinnerungen an vergangene Militärjuntas flammen auf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Heilende Betrübnis

https://pixabay.com/photos/dawn-sun-mountain-landscape-sky-190055/

pixabay.com

Verflüchtigt im Zeitennebel,
vor kurzem standest du daneben,
was sagtest du gerade eben,
ich weiß, du bist nicht mehr am Leben.

Spuren führen zu dir so oft,
man hofft und hofft und hofft,
spüre dich im Schatten weich und soft,
wir haben gelacht, uns mächtig gezofft.

Durch diesige Wolken gehe ich zu dir,
wir wohnen nicht mehr Tür an Tür,
kühlende Wärme durchströmt mich hier,
Erinnerungstropfen, ich dich nicht verlier.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die drei „Ts“ in den Schlagzeilen

https://pixabay.com/photos/newspaper-press-historically-news-3988054/

pixabay.com

Hauptsache die Aufmerksamkeit fruchtet

Nämlich Terror, Thea und Thomas. Sie wissen genau, wer und was gemeint, der jüngste grausame Terroranschlag in Neuseeland und die Trennung (wieder ein T) von Thea und Thomas Gottschalk. Das beschäftigt Menschen, wollen und müssen sie unbedingt wissen, wenn nach über 40 Jahren Ehe ein Promi-Paar sich trennt. Wichtig, oder etwa doch nicht?

Hand aufs Herz, Klatsch und Tratsch neben tragischen Ereignissen, das paßt so gar nicht zusammen, und doch geschieht es vor unseren Augen, egal ob Online bei Google-News oder in Zeitungsständern beim nächsten Kiosk. Nicht nur die Regenbogenpresse buhlt gegenseitig darum, wer die knalligsten Schlagzeilen uns gönnt. Hauptsache viel Aufmerksamkeit erhascht, dann klingeln die Münzen im Beutel.

Eine Welt voller Mord und Totschlag

Die Aufzählung muß fortgesetzt werden, voller Terror, Krieg und Elend. Im Kleinen wie im Großen, was heute irgendwo friedlich, kann morgen ins Unglück gestürzt für entsprechende Schlagzeilen sorgen, weil erneut ein Mensch oder eine Horde Gewalttätiger zustach, um sich schoss, um möglichst viele zu verletzen und zu ermorden. Das kosmische Gesetz, du sollst nicht töten, wird einfach ignoriert.

Wir alle entstammen aus Mutters Schoß, jedes Baby trinkt das Wasser des Vergessens und wird geistig rein geboren, um daraufhin seinen Lebensweg zu gehen, sich zu finden, und sei es am Ende bei manchen als Killer, als Abtrünniger, der keine andere Wahl trifft, als unendliches Leid zu schaffen. Das ist pure Zerstörung wider der Schöpfung!

Glamour und seine trögen Stories

Da braucht’s offensichtlich bestimmte Ablenkung, auch eine Form der Erheiterung, die Welt des Glamours, der Stars und der ewiglichen Sensationen in der Welt der „Schönen und Reichen“, einer Elite, die dem Normalbürger verborgen bleibt, daher Paparazzis und pfiffige Reporter überall lauern, um diese Neugierde zu befriedigen, Gaffertum für eine sensationsgeile Öffentlichkeit, der Blick durchs Schlüsselloch, verrucht und geheimnisvoll.

Damit lebt’s sich besser, meinen die einen, anderen kostet es nicht mal ein müdes Lächeln, weil dermaßen unwichtig, erst recht wenn offensichtlich auch noch solche Stories neben Terrormeldungen sich tummeln müssen. Ein Desaster, dennoch keineswegs neu. Das kommt vor, interessiert die Masse kaum. Morgen warten andere Meldungen, betonen die Schnellebigkeit dieses Geschäftes. Business as usual. Gewöhnen oder es gleich gar tolerieren, muß man sich mitnichten daran.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

Veröffentlicht unter Medienschelte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Aufgeschlagen

https://pixabay.com/illustrations/books-old-open-old-book-library-1283923/

pixabay.com

Aufgeschlagen
das Buch,
es nimmt mich mit,
übel,
erschlagen
von der Stärke
der Worte,
mein Herz,
schlägt,
ich könnte um
mich schlagen,
die Seite
umschlagen,
es schmerzt,
entsetzlich,
die Worte
verletzlich,
unersetzlich,
schlagkräftig,
buchstäblich,
aufgeblättert
meine Gefühle,
ich lese weiter,
angeschlagen,
noch ist
mein Buch nicht
aufgeschlagen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Jugend: Denn sie wissen nicht, was sie tun?

https://pixabay.com/photos/friends-sunrise-young-happy-3614311/

pixabay.com

Rebellion vs. angepaßter Demut

Wer einen Blick auf Jugendliche wirft, sie beobachtet, sieht genau das, was sie stets schon immer ausmachte, den grenzenlosen, unbeugsamen Willen, alles besser zu machen, was die Alten versäumten. Das unterscheidet Jugendliche von heute keineswegs zu sämtlichen Vorgängergenerationen.

Obwohl der im Jahre 1955 erschienene US-amerikanischen Kultfilm „Rebel Without a Cause“, viel eher bekannt unter dem Titel „…denn sie wissen nicht, was sie tun“, in dem James Dean den rebellischen Jugendlichen verkörperte, der die vorgelebten gesellschaftlichen Normen der Eltern heftig anging, durchaus als Inbegriff und filmisch gelungenes Beispiel einer aufmüpfigen Jugend gelten mag, darf man das Fragezeichen imaginär im Raume stehend setzen.

Einerseits wissen sie es ganz genau, was sie tun, stellen zu Recht alles in Frage, andererseits schwingt da noch mächtig die hormongesteuerte, neue Erfahrung im sexuellen Umgang miteinander, was eben in Einklang zu bringen versucht wird. Hat es Jugend heute leichter oder schwerer als gestern?

Was braucht, will und kann Jugend eigentlich?

Das Zeitfenster der Jugend spielt sich in genau vier Jahren ab. Mit dem 14. Geburtstag beginnt sie und endet mit der deutschen Volljährigkeit zum 18. Geburtstag, auch wenn etliche bei 12-Jährigen schon von Jugendlichen sprechen, zumal ältere Generationen unschwer den Unterschied, besonders bei Mädchen, zwischen 12 und 14 Jahren ausmachen können, die äußerlich erscheinende „Reife“ offenbart ein ziemlich trügerisches Bild, wer nicht die klaren Entwicklungsunterschiede kennt.

Jede Jugend braucht und lebt von ihren Vorbildern oder Idolen. Das muß nicht automatisch der Popstar, eine Band sein, sondern spielt sich meist sehr differenziert ab, wobei noch zwischen dem, was Jugend nach außen vertritt und dem, was sie lieber für sich behält, unterschieden werden sollte. Innerhalb von Gruppen, das Gruppenzugehörigkeitsgefühl mag eine wichtige, zentrale Rolle spielen, um eben nicht als Außenseiter geltend es viel schwerer zu haben, gibt man sich halt angepaßt, ganz im homogenen Sinne des Friedens willen. Allerdings verbirgt sich genau an diesem Punkt eine Gratwanderung, die genügend Zündstoff liefert, wenn Gruppenverhalten und eigene Ziele nicht mehr im Einklang stehen. Jugendliche beginnen exakt das zu suchen, entsprechend dann auch zu wollen, was ihnen weiterhilft bei ihrer Entwicklung.

Zielorientiert wird dieser Weg weiterverfolgt, wenn keine andere Ablenkung dies zunichte macht, sei es durch „falsche Freunde“ oder das Ausprobieren neuer, eher kontraproduktive Kreise, denken wir an Drogenkonsum, Anschluß zur rechtsradikalen Szene, bis hin zur Beschaffungskriminalität, die ebenso unter Jugendlichen vorherrscht. Aber Jugend kann eigentlich alles, weil die Aufgabe des Menschen darin besteht, in erster Linie sich selbst zu finden, seine Stärken und Schwächen, seine Begabungen und Grenzen.

Spiegel der Gesellschaft – eindeutiges Indiz des Ist-Zustandes

Wer es schon nicht vermag, die Zeichen der Zeit zu deuten, welche sich klar ersichtlich offenbaren, in den Straßen, der Infrastruktur, im alltäglichen Austausch untereinander, in den Bildungsstätten, in den Familien selbst, immer dort, wo Menschen sich zusammenfinden, aber auch im Zerfall der Häuser, der Arbeitswelt, vor allem einer kaltschnäuzigeren Politik und deren Folgen, der gesetzlich legitimierten Staatsgewalt, dem weltweiten Ausbeutungsprozedere, der kann und wird, wenn er denn will, spätestens bei der Jugend beobachten, was dabei abgeht.

Sie war schon immer ein Spiegel der Gesellschaft selbst, ein eindeutiges Indiz des Ist-Zustandes. Woran sollte sie sich denn auch orientieren, wenn nicht an dem, was ihr gegeben, was wir ihnen überlassen an Möglichkeiten? Und hier schaut es nach wie vor düster aus! Es beginnt schon in der emotionalen Verwahrlosung während der frühesten Kindheit, denken wir an die Babykrippen und Kindergärten, damit Eltern in wirtschaftliche Abhängigkeit geraten, ihren kargen Lohn zum Überleben verdienen müssen.

So wächst der Mensch heran, lieblos aufgehoben, um später in einem völlig desolaten Schulsystem orientierungslos sich finden zu müssen, weil Faktor Zeit anmahnend ständig sämtliche Neigungen und Begabungen unterdrückt, Hauptsache man funktioniert nach genormten, systemrelevanten Gesetzmäßigkeiten, in denen kein Raum vorhanden für Kreativität, Muße, Harmonie und Menschlichkeit. Alles ordnet sich dem Diktat einer selbstgefälligen Wirtschaftsvorgabe unter. Genau das bremst auch die heutige Jugend aus, sind exakt die Hürden, denen sämtliche Generationen zuvor ebenso gegenüberstanden.

Düstere Prognosen und Chancenungleichheit

Was winkt bzw. erwartet die jungen Menschen? Wer noch keine Ausbildung oder Studienplatz hat, der blickt auf eine anhaltende Jugendarbeitslosigkeit. Denn nicht jeder schafft den Sprung ins Gymnasium, ganz abgesehen davon, daß die Talentförderung oftmals vom Geldbeutel der Eltern abhängig ist bzw. sogar den Seilschaften in ländlichen Gegenden hierzulande, welches Kind ins „Gymi“ kommt oder nicht auf Empfehlung mancher Lehrer, die auch privat mit einigen Eltern kungeln, somit eine neutrale Haltung eben nicht gegeben Anwendung findet.

Ein ganz anderer Aspekt sei hier noch erwähnt: unsere älter werdende Gesellschaft und der sinkende Kindernachwuchs. Dazwischen eine Jugend, die sich oftmals alleingelassen empfinden wird, ganz besonders durch die Verlockungen der Konsumwelt, dem Mediengeschacher einer nimmersatten Werbeindustrie, die alle nur eines im Sinn, abzocken um jeden Preis.

Ziemlich zutreffend bemerkte George Bernhard Shaw mal:
„Warum bekommt der Mensch die Jugend in einem Alter, in dem er nichts davon hat?“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar