Wenn’s Bobbele uns auf die Palme bringt

Tübinger Oberbürgermeister tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste

Von wegen Häusle bauen, die Schwaben wissen sehr wohl zu unterscheiden, ob jemand einen an der Waffel hat. Andererseits lautet es doch: errare humanum est. Beim Bobbele kräuseln sich die Zehennägel nach oben, wer genauer dessen Possen hinterfragt. Nö, nicht beim Leimener Bobbele, die Stadt liegt bekanntlich im Nordbadischen, hier gang es ums Bobbele aus Tübingen, im Herzen des Schwabenlandes.

Aus einer Palme wird hugs flugs ein Herr Palmer, Oberbürgermeister. Wo sich zugleich die Frage stellt, wo generell Unterbürgermeister abgeblieben sind. Erklärt sich von selbst, die gibt es halt nicht. Jetzt wissen alle vollumfänglich, wer hierbei wohl gemeint sei.

Lobenswert, wer das unsinnige, geldverschwenderische Bauvorhaben Stuttgart 21 strikt ablehnt, sich dementsprechend couragiert einsetzt. Auch was den Ausbau verkehrsberuhigter Zonen und mehr Radwege anbelangt. Toll. Weniger schön, wenn’s Bobbele rassistische Entgleisungen von sich gibt, wie im Mai des letzten Jahres, wo er einen Radfahrer beschimpfte, sich über dessen dunkle Hautfarbe ausließ, diesen als Asylbewerber beschimpfte.

Rums, da fällt das Rollo, unglaublich. Grüner Politiker entgleist wie jene rechte Mischpoke, die tagtäglich in den Social Media herumnölt bis hinein in den Deutschen Bundestag. Und wir Deutschen glaubten tatsächlich, wir hätten die Nazis überwunden. Denkste! Die kommen unter etlichen Steinen hervorgekrochen oder aber wechseln einfach mal von grün nach braun oder blaun. Keen Wunder, daß Bobbeles Kollegin der Berliner Grünen, Antje Kapek, ihn als „einen Irren“ bezeichnet.

Da blieb ja Jürgen Trettin noch gemäßigt freundlich mit dessen Bemerkung, der Herr Palmer sei ein „schwäbischer Wutbürgermeister“. Und die Wählerschaft? Unsinnige Frage, Wähler tappen gleichwohl ins Fettnäpfchen, bestes Beispiel der blonde Dolle drüben in den USA. Aber um den geht es jetzt mal nicht.

Freud hätte seine helle Freude am Bobbele, vor allem über dessen kläglichen Versuche, die rassistischen Äußerungen als Versehen zu entschuldigen. Wenn schon ein „Normalberufler“ erheblich um seinen Job fürchten muß, völlig berechtigt, weil wir hier eben nicht „Wir sind das Volk“ sind, dann sollte ein Herr Oberbürgermeister den Allerwertesten in der Buxe haben und seinen Hut nehmen.

Achso, geht ja gar nicht. Einmal Macht, immer Macht. Welch übles Spiel. Genau aus diesem Grund klebt besonders die politische Klientel so gern an ihrem Sessel. Das Volk hat oftmals eine Engelsgeduld, oder aber viele nehmen’s sportlich trotz mancher Proteste. Muß man nicht verstehen, aber wehe ein Linker macht mal wesentlich kleinere Fehler, dann ist was los. Paßt ziemlich gut zur Erkenntnis, daß die Justiz auf dem rechten Auge erblindet sei.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Abgekarteter Mief

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Sie dachten,
wenn sie dich verfrachten
in Unterkünfte,
vermodernd wie Sümpfe
standen sie da
schon Jahr um Jahr,
erkennen all`
aus wessen Stall
du kommst gekrochen,
Geruchsmaßstab
als Zeugnis
wie heftig du geeignet
zum Unterjochen.

Sie dachten,
wenn sie dich isolieren,
was haben die denn
schon zu verlieren,
wirst du willig,
verkaufst dich billig,
bist froh zu entkommen
aus dem Loch,
willkommen
der angebotene Moloch,
lernst dich unterwerfen,
bist dankbar,
daß wir dich beherrschen.

Sie dachten,
wenn du bist beschäftigt,
wärst du besänftigt,
würdest aus Freude
ihre Häuser, Firmen
vor Unbill abschirmen.
So dachten sie,
wir sinken in die Knie,
das ich nicht lache,
so eine abgekartete Sache
verströmt den übelsten Mief,
weckt die bösesten Geister,
die Mensch je anrief.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Münchner Sicherheitskonferenz offenbart Trumps Willkür

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Merkels Machtwort nicht kompatibel zur deutschen Aufrüstung

Gleich zu Beginn könnte man auch ohne weiteres behaupten, nicht gut gebrüllt Löwe, weil dessen Wirkung kaum Gehör finden wird in einer Welt, die längst dabei ist, sich zu Tode zu rüsten. Wenn ein Mike Pence auftaucht, am Rande obendrein jene Invanka Trump, sagt das ziemlich viel aus. Sie tanzen nach der Pfeife eines Donald Trump, der die Zügel in sicheren Händen wähnt.

Als klare Ansagen, tiefe Gräben tituliert der Spiegel das Geschehen der 55. Münchner Sicherheitskonferenz, die am Sonntag zu Ende ging. Von friedlichen Aussichten kann somit keinerlei Rede sein, besonders Joe Biden versuchte an Zeiten guter transatlantischer Beziehungen zu erinnern, das zerschlagene Porzellan des derzeitigen Präsidenten zu entschuldigen. Doch der ehmalige 47. Vize-Präsident unter Barack Obama hat noch nichts zu sagen, vielleicht bald schon als Gegenkandidat zur Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr.

Deutschlands Aufrüstung ein dramatisches Eingeständnis den USA gegenüber

Obendrein trägt eine derartige Entscheidung ein großes Stückweit mit dazu bei, das Wettrüsten erneut zu forcieren. Bereits bei der Münchner Sicherheitskonferenz des letzten letzten Jahres hatten die USA Europa angemahnt, es solle aufrüsten.

Von der Leyens transatlantische Distanzierung wurde ihrerseits offensichtlich aufgegeben, sie gab Trumps Druck nach, 2024 sei ein Budget von 60 Milliarden Euro für den Wehretat vorgesehen.

Widersprüche wohin das Auge reicht

Das Ganze wird mit billiger Polemik unterstrichen, argumentitiv vorgeschoben soll die russische Bedrohung Anlaß genug sein. Gleichzeitig kommt eine dritte Supermacht ins Spiel, nämlich China, welches sich außen vor befand beim Poker um den INF-Vertrag, der inzwischen von den USA und Russland aufgekündigt wurde. Das Startsignal, das Wettrüsten zu rechtfertigen.

Was helfen Angela Merkels anmahnende Worte bei der Münchner Sicherheitskonferenz, mit Nachdruck an Donald Trumps Politik gerichtet, wenn Deutschland bis vor kurzem erhebliche Summen an Rüstungsexporten in die am Jemen-Krieg beteiligten Staaten vergab, gegen die eigene Abmachung im Koalitionsvertrag verstieß? Dadurch kann die Bundesregierung keineswegs eine Friedenspolitik rechtfertigen, muß sich berechtigten Vorwürfen stellen.

Fazit jener Münchner Sicherheitskonferenz, die man einmal mehr in Frage stellen muß: Die Welt ist keineswegs auf dem Wege, größere Kriege zu verhindern, sondern die beteiligten Staaten fördern weiterhin Konflikte, dem Rüstungswettlauf wird nonchalont zugestimmt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Unter dem Mondlicht

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Orte vervielfältigter Ichs
bestrahlen Straßen
durch die Fenster
ihrer Lebenskulissen,
Helligkeit verscheucht
alles Licht,
das unter dem Mond
persönliche Schatten wirft.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Ein Mann, ein Wort, eine Mauer

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Dabei geht so manch Schauer uns über den Rücken, doch Humpty-Trumpty mag’s entzücken, Hauptsache angebliche Invasoren werden nicht die USA überrennen. Einmal ne Mauer auserkoren, kann ihm nichts mehr von dessen Ziel trennen. Gar den Notstand ausgerufen, passend seine Gedanken einstufen.

Narßistisches Einerlei gesellt sich gern zu jenem Einheitsbrei aus Migrantenphobie, mafiösem Gehabe, erinnert an eine Küchenschabe, die will och nur viel abstauben. The Donalds fest verankerter Glauben irritiert alle Welt, für ihn dreht sich alles ums Geld, keineswegs die Belange des Menschen zählt. America first, sein beliebter Spruch, entpuppt sich als spröder Fluch.

Schaut man genauer, hinter die Kulissen, wird man schnell schlauer, die Trumps ihre Familienfahne stets hissen. Was hat ne Ivanka auf der Münchner Sicherheitskonferenz verloren? Das Mädel allein dafür geboren, um Herrn Papa im Ausland zu vertreten? Da hülft keen Beten, daß solche Possen ausbleiben, die Trumps es längst immer doller treiben!

Was glaubt Ihr wohl, welche Firmen an der Mexiko-Mauer beteiligt sein werden? Da kann der blonde Dolle sich noch so hämisch gebährden, wache Geister haben ihn längst entlarvt. Aber Hauptsache Kohle zusammengerafft. Ob Gerichtsbarkeit jenen Mafiosi im Weißen Haus noch stoppen kann, bleibt mal dahingestellt. Vielleicht am Ende irgendwann. Bis dahin ihm anderes Bösartiges einfällt?

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, selbst unsinnigsten Wahrscheinlichkeiten wie schon seit ewigen Zeiten, glaubt immer noch der einfache Mann, man könne vom Tellerwäscher sich zum Millionär hocharbeiten. Das ist gelogen wie fast jede Mär, in Wirklichkeit heißt’s fighten! Das meist mit dreckigen Bandagen, funzt stets ohne Blamagen. Verbrecher kennen keine Scheu, trachten nach Geld wie Heu.

Drum sollte niemand zweifeln, das kann man nur verteufeln, jene billige Art, die The Donald an den Tag legt. Zu hart, wenn jemand an dessen Ast sägt? Läßt man jenen blonden Dollen weiter gewähren, werden sich dessen Possen mehren, die er obendrein stets als „großartig“ benennt. Wer ihn weiter wurschteln läßt, hat gepennt. Ein Mann, ein Wort, einer Mauer. Wer legt sich auf die Lauer und stellt ihm ein Bein? Kein Schwein, bleibt geheim, wer weiß das schon von vornherein?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Eine Weile lang nur laß uns träumen

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Bitte halt mich ganz fest in deinem Arm
einzig liebgewonnenes Vertrauen.
Man begegnet sich mit ganz viel Charme,
anstatt Trübsal blasend nach hinten zu schauen.

Ach, was wollen uns diese Zeiten alles sagen?
Dachten nicht schon viele in ähnlichen Bahnen,
gerade so kurz vor kriegerischen Tagen?
Müssen uns erinnern, stets heftig ermahnen?

Denk ich an vergangene schöne Stunden,
in denen wir nachts zusammen lagen,
in Träumen wir liefen viele Runden
mit Freude, statt wie jetzt voller Unbehagen.

Dann wünscht man eine große Ewigkeit,
solch Momente für immer festzuhalten.
Aber sie gleitet dahin, die erbarmungslose Zeit,
um Geschichte bösartig zu gestalten.

Hat nicht Mensch selbst es täglich in der Hand,
seine geduldeten Herrscher von dannen zu jagen?
Warum läßt er bloß zu diese unsichtbare Wand
voller Wut und unnötigem Wehklagen?

Nichts dazugelernt, du dienend stiller Tropf?
Anstatt sich zu wehren, verharren in großer Masse?
Nein, das ist dein eigens erschaffener Zopf,
eine denkwürdig ganz spezielle Klasse!

Willst nicht endlich aufstehen, dich erheben,
bevor Eliten selbst in Träumen dir nachstellen?
Nichts haben wir zu versäumen, sondern streben
endlich zu jenen mutigen Gesellen.

Bitte halt mich ganz fest, bevor wir davongleiten.
Selbstvertrauen wird sich jetzt erschaffen,
gar kreative Köpfe in jenen Zeiten
ihn beenden, den Reichtum ewiglich zu raffen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Haselmaus: Zu wenig Sträucher gefährden ihren Fortbestand

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Wenn die Bilche unterwegs sind

Die zu den Nagetieren zählenden Bilche (Gliridae) dürften nicht gerade vielen bekannt sein, und doch erfüllen sie im Naturkreislauf eine wichtige Rolle. Nimmt ihre Population ab, verschwinden automatisch deren Freßfeinde, gerät die Natur auf gewisse Weise durcheinander.

Das gilt leider für die Haselmaus, die eben zu jener Familie gehört, wobei zu wenig Sträucher ihren Fortbestand gefährden, obwohl sie noch auf der Roten Liste als „Least concern“ (nicht gefährdet) geführt wird, sie im nördlichen Europa als auch in Deutschland immer seltener vorkommt. Woran liegt’s?

Der nahe Verwandte der Siebenschläfer hat viele Feinde

Dennoch entwickelte die Haselmaus (Muscardinus avellanarius), auch im Sinne der Familie der Bilche als Schlafmaus oder Schläfer genannt, unterschiedliche Strategien, um sich zu schützen und ihre Art zu erhalten. So verbringt sie ihren Schlaf eben nicht etwa unter der Erde wie die meisten Mäuse selbst, sondern benutzt entweder alte Nistkästen, Baumhöhlen oder baut sich ihr Nest in Sträuchern in einem halben bis zwei Metern Höhe.

Dies wiederum hält dennoch den tagaktiven Wiesel nicht davon ab, das ein oder andere Nest aufzuspüren und die Nager bzw. deren Nachkommen zu vertilgen. Einziger Schutz folglich nur sein kann, möglichst viele Junge zu gebären, zwei mal jährlich drei bis fünf. Allerdings stellt den Haselmäusen noch die Eule, der Hermelin, der Marder, der Mauswiesel, der Rotfuchs, die Schleiereule und der Waldkauz nach. Da heißt es, äußerst wachsam zu sein!

Mit großer Nußjagd der Haselmaus auf die Spur

Das Projekt der Nußjagd fand zum ersten Mal 2010 in Rheinland-Pfalz statt, um auf diese Weise die Vorkommen des nützlichen Nagers zu dokumentieren. Wer sich daran beteiligen wollte, konnte dies hier tun. 2017 ernannte der NABU schließlich die Haselmaus zum Tier des Jahres.

Wollen wir hoffen, daß bald mehr Einsicht eintritt, da die Haselmäuse einen sinnvoll notwendigen Beitrag leisten in den natürlichen Kreisläufen, dazu gehört ebenso die Renaturierung der Waldränder, weil dort in den letzten Jahrzehnten immer mehr Sträucher verschwanden. Ganz abgesehen von einem anderen positiven Effekt: Sie bieten bei heftigen Stürmen einen Schutzwall für Bäume, so daß diese weniger entwurzelt werden, weil sie den Winden trotzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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