Proteste mahnen deutlich marode Politik an

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Ruch ausgeschlossen – Neubauer organisiert mit Gleichgesinnten

Demonstrationen und Proteste sind nicht nur Mittel des Unmutes, der Wut und Enttäuschung ob etlicher widriger Mißstände, sie sind in erster Linie ein Instrument, welches vor gar nicht allzu langer Zeit verboten war, immer noch in despotischen Staaten mit Gefängnis, Folter oder per Todesstrafe geahndet wird.

Was hierzulande mit den Schahdemos seine ersten großen Wellen schlug, sich zur Protestkultur in Bürgerbewegungen im Laufe der Jahrzehnte entwickelte, hatte neben vielen Enttäuschungen eben auch seine Erfolgserlebnisse, mit dazu gehören Parteien wie die Grünen, Die Linke, die Piratenpartei und etliche kleinere, die sich bildeten. Natürlich ebenso all diejenigen, die eigene Wege und Strategien außerhalb der Parteienlandschaft ersannen.

Bundesinnenministerium schließt Philipp Ruch aus

Und zwar zu einem Kongress der Bundeszentrale für Politische Bildung, eine Sprecherin des Ministeriums verwies auf die letztjährige Aktion „Soko Chemnitz“ des Zentrums für Politische Schönheit. Im Spätherbst 2017 hatten die Aktivisten erfolgreich einen Ableger des Berliner Holocaus-Mahnmals in Bornhagen vor Björn Höckes Wohnhaus klammheimlich installiert.

Dem möchte der „korrekte Innenminister“ insofern vorgreifen, weist Kritik zurück, daß es sich um Zensur handeln würde. Man rechtfertigt sich lieber über die haarsträubende Ausrede, es werde per „allgemeines Verwaltungshandeln“ über Redner abgestimmt. Dabei scheint die verantwortliche Politik nicht bemerkt zu haben, daß nicht Philipp Ruch und seine Mitstreiter die Gesellschaft spalten, sondern sie selbst, erst recht jene Rechtsradikalen. Genau diese Haltung äußert sich gleichwohl innerhalb der Justiz, denken wir an die Angriffe gegen die Gemeinnützigkeit.

Studentin Luisa Neubauer lehnt den Vergleich zu Greta Thunberg ab

Damit kann man ihr nur zustimmen, obwohl das Anliegen hierzulande dasselbe Thema beinhaltet, allerdings organisiert die Studentin der Uni Göttingen deutschlandweit die Schülerproteste zu #FridaysForFuture, kopiert mitnichten einfach Greta Thunberg, die sich laut Leonie Sontheimer für Zeit Campus im Dezember auf der Klimakonferenz in Katowice kennenlernten.

Da tut sich wohl eine Menge, bestätigt Klimastreiks, die an Bedeutung zunehmen. Die Jugend und somit die neue Generation begreift endlich, was da vor ihren Augen geschieht, profitiert natürlich von den Erfahrungswerten vergangener Jahrzehnte, wobei obendrein das Internet, die Digitalisierung wesentlich effektiver Menschen vernetzen mag. Hierbei im Positiven – die negativen Ergebnisse dürfen wir mit den Haßbotschaften- und filmchen tagtäglich in den Social Media verfolgen, schlimm genug, daß sich genügend Anhänger finden, die jenen Parolen- und Phrasendreschern nacheifern. Umso erfreulicher der Zeitgeist dieser Protestkultur um Philipp Ruch, Luisa Neubauer, Greta Thunberg und etlicher anderer. Das macht Hoffnung trotz vieler Mißstände.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Lila Tränen

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Ich erinnere mich,
lila Tränen,
Trost nur für mich.
Gekräuselte Wellen
im lila Schimmer
tanzten für mich.
Ich erinnere mich,
an jeden Tropfen,
lila Tränen nur für mich.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Erdöl: Fragwürdige Entstehung im Widerspruch zur Förderung

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Von Einsicht keine Spur

Schwarzes Gold fließt ungehindert seiner Bestimmung entgegen: Die Menschheit fördert trotz längst überschrittenen „Peak Oil“ fleißig Erdöl weiter, als seien sämtliche düstere Zukunftsszenarien Märchen, welche es zu ignorieren gilt.

Entweder verbirgt sich eine unbekümmerte Naivität dahinter, oder aber der Menschheit wird ganz bewußt seit Jahrzehnten ein Bär aufgebunden, weil in Wirklichkeit schon bei der fragwürdigen Entstehung des Erdöls eine folgenreiche Möglichkeit außer acht gelassen wird? Diese steht daher im Widerspruch zur Förderung. Doch was verbirgt sich hinter einer solchen Maskerade, die zwar für Unruhe und eine gigantische Preistreiberei sorgt, gleichzeitig aber entlarvende Indizien offenbart?

Theorie der fossilen Treibstoffe kontra der abiotischen Entstehung

Im Wesentlichen gibt es zwei Lager unter den Wissenschaftlern, die ihre jeweilige Theorie aufrecht erhalten. Zum einen die Theorie der fossilen Treibstoffe (TfT), in der hartnäckig behauptet wird, Erdöl stamme aus winzigen Körpern von Tieren, die unter hohen Drucken und Temperaturen eingeschlossen in Sedimenten sich über sehr lange Zeiträume in Erdöl umgewandelt haben sollen, wie der russische Geowissenschaftler Michail Lomonossow im Jahre 1757 behauptete. Bis heute stützen seine Befürworter sich auf diese unbewiesene Feststellung. Zunächst hatte Nikolai Kudrjawzew in den 1950er-Jahren eine abiogenetische Theorie aufgestellt, demnach er reine Planktonansammlungen für ungeeignet hielt, sowohl bedeutende natürliche Methanquellen als auch große Öl- und Ölsandvorkommen zu erklären.

Als schließlich schnell die russische Variante im Ostblock selbst angezweifelt wurde, bestätigte allerdings der US-amerikanische Astrophysiker Thomas Gold erneut die abiotische Entstehung. Gold stützte sie auf die Annahme, daß es sich bei Öl und Gas auf unserem Planeten um Stoffwechselprodukte von kohlenwasserstoffverwertenden, thermophilen sowie druckresistenten Bakterien tief in der Erdkruste handeln müsse. Auch bemerkte er, daß manche Öle keinerlei Hinweise auf organischen Ursprung liefern würden.

Im Gegenzug versuchen die Befürworter der TfT stur an ihrer Theorie festzuhalten, obwohl die Ölindustrie unübersehbar selbst in Gebieten Öl sucht und auch fündig wird, in denen es keine große Sedimentformationen gibt, die aber verantwortlich für die Ölbildung laut TfT sein müssen: in den Meeren wie z.B. in der Nordsee.

Dient das Festhalten an der TfT der Preistreiberei der Ölkonzerne?

Wenn man sich mal den Fund eines gigantischen Ölfeldes der USA vergegenwärtigt, namens „Thunder Horse“, ca. 200 km südöstlich von New Orleans im Golf von Mexiko in einer Tiefe von 5.600 m unterhalb des Meeresbodens mit einem geschätzten Vorkommen von minimum einer Milliarde Barrel Öl, dann weiß man auch, wie die Menschheit wohl tatsächlich verschaukelt wird!

Einerseits widerlegt die Ölindustrie real die TfT mit dermaßen tiefen Bohrungen, denn unter solchen Druckverhältnissen dürfte es nach dieser Theorie kein Öl geben, um andererseits unverblümt die Befürwortung der abiotischen Entstehung somit zu demonstrieren. Doch der Verbraucher wird einfach im Unklaren gelassen, dient das Festhalten an der TfT wohl der Preistreiberei? Weil angesichts der Aussicht ungeahnter, weltweiter Vorkommen müßte der Ölpreis letztlich viel eher sinken.

Erdölförderung weiterhin eine dramatische Umweltbelastung

Trotz der Aussichten, daß der „Peak Oil“ somit noch nicht erreicht wurde, verbleibt weiterhin die dramatische, folgenschwere Umweltbelastung. Gedenken wir der vielen Katastrophen, die allesamt in Kauf genommen, damit Mensch sein Erdöl rechtzeitig benutzen kann für all die Produkte, die daraus entstehen, bis hin zur Energienutzung und der Autoindustrie sowie die Militärs.

Eine der sichtbar dreckigsten Arten der Erdölgewinnung findet in der kanadischen Provinz Alberta beim Ölsandabbau statt, wobei sehr große Urwaldflächen dem Profit weichen mußten. Im nigerianischen Nigerdelta herrscht eine dauerhafte bisher alljährlich stattfindende Ölpest, bei der jedes Jahr bis zu 40.000 Tonnen Öl die gesamte Umwelt vehement belastet. Denken wir an das Unglück der BP-Ölplattform „Deepwater Horizon“ oder an jährlich 10.000 Tonnen Öl, die in die Nordsee gelangen.

All die hier kurz erwähnten Katastrophen und Umweltsünden verdeutlichen die menschliche Gleichgültigkeit, da sie durchaus hätten vermieden werden können, wenn denn der Run aufs Schwarze Gold längst seinem Ende entgegenblickt. Aber der Fortschritt zusammen mit seiner Profitgier fordert halt den grausam zerstörerischen Tribut, den Mutter Erde und Mensch selbst zu erdulden hat. Was nutzt da noch das Wissen um die wahrscheinliche Entstehung des Erdöls, wenn trotzdem der Mensch ungerührt es rücksichtslos sucht und abbaut?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Im Klassenzimmer

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Das Schlurfen ihrer Stimme
hing wie geräucherter Fisch
noch Jahre später im Zimmer,
tosende Wellenschläge
trafen Stirn und Nacken,
jede noch so kleine Bewegung
formte Gedankenschlingern,
wurde zur Sprachübelkeit.

Hier auf dem schlingernden Schiff
lehrte sie mit dem Vergnügen
eines Wellnessprogramms,
uns straucheln zu lassen,
ohne Grund, ohne Fragen,
dafür polierte sie ihre Worte blank,
nicht erst heute weiß ich,
wir ihre Wohlfühloase waren.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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EU-Reform noch auf wackligen Beinen

Macrons Vorstoß dringender denn je

Während die Gegner der EU sich auf keinerlei Diskussion mehr einlassen, verbleibt noch der große Anteil derjenigen, die im Grunde genommen hadern, unschlüssig sind bis hin zu all jenen, die eigentlich den Zusammenschluß für gutheißen. Wer erinnert sich nicht mit Unbehagen an das Prozedere des Vertrags von Lissabon, der gegen Ende dieses Jahres bereits 10 Jahre lang greift.

Insofern darf und muß man sogar diese Europäische Union kritisch betrachten, sich stets zu Wort melden, wenn einige haarsträubende Fehler und Ungereimtheiten gemacht und beschlossen werden. Das ist letztlich Bestandteil eines demokratischen Prozeßes, beinhaltet die politische Auseinandersetzung. Emmanuel Macrons neuem Vorstoß einer fundamentalen Reformierung Europas kann man daher nur zustimmen. Über das wie läßt sich vortrefflich streiten.

Europas Krise etwa eine Chance?

Betrachtet man jene schon länger anhaltende Krise Europas im Kontext des europäischen Rechtsrucks, der bekanntlich gern vergangenes Leid ignoriert, um seine trögen Phrasen und Haßparolen an eine willige Wählerklientel zu bringen, sind Reformen mehr denn je geboten, um eine weitere destruktive Entwickling jenes Gedankenguts zu stoppen.

Andererseits steht der französische Präsident im eigenen Land ohnehin erheblich unter Druck, denken wir an die Gelbwestenproteste. Doch auch an dieser Nahtstelle zeigt sich die Taktik rechtsradikaler Strömungen, die jene Proteste zu Lasten des Umweltschutzes mißbrauchen, allzu simpel wird eine Greta Thunberg verhöhnt. Höchste Zeit, Europa gezielt zu festigen!

Wettbewerbspolitik vs. Orbán – kann das tatsächlich gutgehen?

Wenn ein Emmanuel Macron den Wettbewerb zitiert, schleichen sich Gedanken neoliberaler Standpunkte hinzu, schließlich hat genau jene Politik ganz besonders soziale Brennpunkte hervorgerufen, Armut nahm europaweit letztlich zu. Dennoch sollte man ihn gewähren lassen, schließlich eröffnen sich noch genügend Chancen, aus eigenen Fehlern zu lernen.

Bei Viktor Orbán hingegen ist Hopfen und Malz verloren, die Geduld mit ihm scheint zu Ende zu gehen, EU-Konservative können über Fidesz-Rauswurf abstimmen. Das sollten sie auch tunlichst, es wäre eine Bereicherung für das EU-Parlament, solche Figuren haben dort nichts verloren, einerseits EU-Gelder nonchalant fürs eigene Land selbstverständlich einstreichen, andererseits die EU wo immer möglich verteufeln. Das ist Verrat an der Sache, mit Nestbeschmutzern muß man konsequent umgehen.

Es verbleibt die leise Hoffnung, daß sich noch einiges bewegt vor den Europawahlen, die diesjährig vom 23. bis 26. Mai stattfinden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Nonsens bricht aus

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Reißleine ziehen,
dabei niederknien.
Nichts verziehen,
Boot ausgeliehen.
Kinder schrien,
wollten fliehen.

Lau im Sommergrün,
welch schöner Termin.
Es riecht ihr Parfüm,
streicheln dabei legitim.
Die Wangen glühen,
beide sich bemühen.

He had a dream,
his thoughts been clean.
You know, what I mean?
Felt like a Queen,
equal whether there’s summer green
or someone will scream.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schützenvereine im Visier der Kritik

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Traditionelles Schießen und Saufgelage in Bierzeltstimmung

Besonders in kleinen Gemeinden und Dörfern bieten neben sämtlichen anderen Heckenfesten und Anläßen wie Kirmes bishin zum Karneval die inzwischen traditionellen Schützenfeste das wohl einzige kulturelle Ereignis in dem ansonsten brachliegenden Alltag.

Daß außer überlauter Musik und Saufgelage in Bierzeltstimmung noch die Paraden der Schützen mit entsprechender Marschmusik in den rausgeputzten, meist mit sommergrünen Ästen, den Schützenfahnen- und Flaggen umrahmt von vielen Dorfbewohnern applaudierend begleitet werden, vermag den Feierlichkeiten noch einen Rest von Tradition vermitteln, welches auch seinen wichtigsten Höhepunkt erlangt mit der Ermittlung des Schützenkönigs beim Königsschießen. Dennoch eilen dem bürgerlich-biederen Ruf der Schützenvereine die dramatischen Fehltritte durch Amokläufer oder Verzweiflungstätern voraus, die selbst Zugang zu den ansonsten registriert und unter Verschluß gehaltenen Waffen erlangen konnten.

Bürgerwehr und Schützenbruderschaft – Selbstverteidigung und Kriegsgetümmel

Die Menschen schützten sich im Mittelalter vor herumziehenden Plünderbanden, in dem sie bürgerwehrähnliche Vereine gründeten. König Heinrich I. verstand es mit seinem im Jahr 924 erlassenem „Gesetz zur Wehrerfassung der Städte“, jene Bürgerwehren offiziell als Teil der Stadtverteidigung zu integrieren. Verständlicherweise mußten dabei auch während der zu haltenden Übungen geeignete Schützen gefunden und gemustert werden.

Übrigens leitete sich das Wort „Schütze“ zunächst von „Schutz“ ab, das „Schießen“ erhielt erst mit zunehmender Gefahr für Leib und Leben seine Bedeutung. Feierlich begleiteten die Obrigkeiten der Städte und Gemeinden mit den Bürgern das Treiben und Suchen der besten Schützen durch Umzüge, aber auch gegenseitige Einladungen befreundeter Gemeinden festigten diese Tradition.

Was im Mittelalter mit den Schützenfesten zu Beginn beim Verteidigungsfall begann, im Kriegsgetümmel an Bedeutung erst recht gewann, entwickelte sich schließlich zu den ersten Schützenvereinen, die in der Zeit der napoleonischen Kriege ganz besonders eine Opposition mit nationaldemokratischen Charakter einzelnen Fürstentümern gegenüber bildeten. Was zunächst dem Hurra-Patriotismus im Kriegsgetümmel den Schützenvereinen selbst zugute kam, ihre Existenz somit unterstrich, wurde nach dem Ersten Weltkrieg durch harsch agierende Wehrverbände abgelöst, wobei sie sich auch mit dem NS-Regime arrangierten, paßte dessen Gesinnung doch nahtlos zur eigenen nationalen Einstellung.

Übrig bleibt das Spiel mit den Seilschaften und eine Kultur des Saufens

Ein jeder weiß sofort, was es mit dem Wort Vereinsmeierei auf sich hat. Das gilt natürlich erst recht für die eingefleischte Tradition der nahezu 15.000 Schützenvereine in unserem Land. Klar doch steht schon während des Königsschießens der neue Schützenkönig längst fest, zumindest in den größeren Schützenvereinen wissen dessen Namen die wichtigsten Amtsträger.

Ein unbedarfter Schütze könnte ansonsten in erhebliche Probleme geraten, weil mit dem Schützenfest verbundene finanzielle Verpflichtungen sind keineswegs billig. All jene, die solchen Schützenfesten- und vereinen fernbleiben, haben es vielfach schwerer in den Gemeinden, werden dabei auch entsprechende Bande und Seilschaften geknüpft, eine Hand wäscht schließlich die andere, und beim gemeinsamen Saufen läßt es sich viel leichter kumpelhaft näherkommen, willkommener Anlaß zu Schlägereien am Rande inbegriffen.

Schützenvereine auch Garant für weniger Waffen?

Schnell wird der Ruf laut, wenn mal wieder ein Amokschütze, ein Familienvater oder sonst wer bewaffnet um sich schießt, Menschen sterben und verletzt werden, Waffengesetze zu verschärfen. Schützenvereine geraten in die Kritik. Doch was wäre denn eigentlich, wenn morgen sie verboten? Der ohnehin schon nicht zu kontrollierende illegale Waffenhandel hätte einen Zulauf ungeahnten Ausmaßes. Schützenvereine daher viel eher ein Garant für weniger Waffen, da offiziell registriert, unter Verschluß gehalten, gesetzlich geregelt und abgesegnet?

Die Thematik einer waffenfreien Welt kann umfangreicher sich kaum gestalten, da in diesem Kontext die gänzliche Seele, das Sein des Menschen einfließen muß, nach wie vor der Gedanke des Habitus an erster Stelle steht, kein vollzogener Bewußtseinswandel festzustellen ist, viel eher sich gegenseitig belauert wird, falsche Verteilung, Überreichtum und Armut hervorbringt.

Einzig und allein die Tradition setzt sich alljährlich fort, üben und beweisen sich auf Schießständen, feiern sie halt ihre Schützenfeste, erfreuen sich des Anlaßes, gewisse Geschäfte leben ebenso davon, während gleichzeitig die in der Nähe lebenden Betroffenen dem Lärm ausgesetzt, Haustiere hierbei mitzuleiden haben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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