Ihr Lächeln

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Den Flur entlang,
ganz hinten,
ohne Nummer
die Tür.

Da lag sie,
ganz hinten,
das Baby im Arm,
tränenverwischt.

Sie lächelt,
ganz hinten,
ich schaff´ das,
den Wahn.

Weißer Gang,
ganz hinten,
Zimmer 304,
weich die Knie.

Da liegt sie,
ganz hinten,
in meinen Armen,
benetzt die Wangen.

Sie lächelt,
ganz hinten,
ihre Hand
immer noch warm.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Diplomatenrunde in schwereloser Not kriegsgeiler Erregung

Ein Loblied politischer Arroganz

Rasch haben sie eine Versammlung einberufen, um in trauter Runde ihre längst beschlossenen Ziele zu festigen und eventuell noch auszuschmücken mit allerlei Vorteilen zur Zufriedenheit der Beteiligten. Klingt wie ein nettes Kaffeekränzchen altehrwürdiger Damen am nußbaumfurnierten runden Tisch auf gebohnertem Eichenparkett, den Finger leicht gen Zentrum des Geschehens gespreizt. Ein leichtes Hüsteln ward zu vernehmen, ein Getuschel untereinander, während der Hauptredner sichtlich bemüht, den Faden nicht zu verlieren angesichts solch wichtiger Botschaften.

„Meine Herrschaften, ich bitte um die uneingeschränkte Aufmerksamkeit angesichts dieser sich anbahnenden Ereignisse, die wir doch allesamt voraussahen, nicht wahr?!“, begann Humpty-Trumpty, der große blonde Häuptling der Westokraten, stets mit fiesem Blick, den nie jemand wirklich zu deuten wußte und fuhr fort, „aber mein lieber Marcon, gib der Melkelle doch ihr Spielzeug zurück, du weißt doch nur zu genau, wohin es führen mag, wenn behaarten Zähnen nicht Folge geleistet wird, schließlich fühlt sie sich in der Rolle der Euro-Queen ganz wohl, während wir wahrhaftige Entscheidungen treffen. Nicht fragen oder bitten, sondern klotzen und bestimmen, war schon immer die Devise meines Landes, stimmt’s, meine verehrte Mayday?“

Allgemeines Gekicher und wohlgefälliges Zuprosten signalisierten Humpty-Trumpty dessen Wirkung auf seine Gäste. Plötzlich verdunkelte sich wie von Geisterhand der Saal, an der Ostwand öffnete sich ein dunkelblau, zugezogener Samtvorhang, gleichzeitig flimmerten über das riesengroße Flatscreen die letzten Sekunden einer ekelhaften Croca-Crola-Reklame, die selbst bis hierhin ihre schwachsinnige Botschaft unter die Leute bringen wollte, wobei gar mäßiger Erfolg sich bestätigte bei kurzem Blick auf die Getränke der Anwesenden. Im nächsten Moment zeigte sich in eindeutig ernsthafter Miene der Häuptling der Ostokraten, Flammidir Bootin, um der gaffenden Schar zu entgegnen.

„Guten Abend, werte Gesellschaft, wünsche wohl geruht zu haben in selbstgefälligem Schein eindeutiger Übereinschätzung der Lage. Haben Sie auch nur ansatzweise eine Vorstellung davon, was Sie in kriegsgeiler Erregung anzurichten beginnen?“, schmetterte der Besonnene ihnen entgegen, dennoch unbedingt gradlinig in freundlichem Tonfall, „und ich wende mich in erster Linie an Sie, liebe deutsche Mutti, wie kommt es, daß sie immer den Amis in den „Allerwertesten“ kriechen? Irgendwann muß doch mal das Trauma ewiger Kriegsschuld überwunden sein, oder? Sie brauchen gar nicht die Augenbrauen nach oben zu ziehen, und ihre Raute können Sie getrost unterlassen, diese Betonung nimmt Ihnen sowieso niemand mehr ab. Kein Wunder, daß Euroland andächtig geduckt Richtung Westen blickt, in Erwartung welche Taktiken als nächstes anstehen. Und die Völker wissen es ohnehin dank gut informativer Weitergabe via Internet: Euer billiger Versuch, mein Russland zu unterwerfen per Waffengewalt!“

Kurzfristig entstand sekundenlang Grabesstille im Saal, jedes Stecknadelfallen wäre als laute Lärmquelle empfunden worden. Mayday fand als erste die ihrer Meinung nach passenden Widerworte, die allerdings mehr als dürftig ausfielen, viel eher einem kläglichen Eingeständnis entsprachen. Daß das Commonwealth und die USA historisch verpflichtet stets in letzter Konsequenz sich einig waren, wußte ein jeder halbwegs gebildete, politisch Interessierte. Und so fuhr Bootin in gewohnt weltmännischer Art fort.

„Aber kommen wir zum Anlaß meiner Intervention. Haben Sie allesamt gelaubt, unser Volk würde tatenlos dieses militärische Vorgehen erdulden, zumal schon vorher Napoleon und Hitler überdeutlich meinten, sie könnten einfach so Russland einnehmen, überrennen? Nein, wir haben vorgesorgt, da helfen selbst ihre eingeschleusten Agenten im Lande nichts, denn falsche, in die Irre führende Infos entsprechen ihrem Selbstzweck: Sie in dem Glauben zu lassen, es laufe alles strategisch glatt. Nur zu, starten Sie Ihren Krieg, aber die Antworten werden harten Reaktionen entsprechen, die Völker Europas sofortigst als erstes darunter zu leiden haben. Aber auch Ihre Nation, Humpty-Trumpty, muß mit Vergeltung rechnen. Doch Sie wissen es allesamt und halten dennoch am Kriegstreiben fest?“

Wer jetzt meinte, es herrschte Ratlosigkeit in trauter Runde der Westokraten, der wurde eines Besseren belehrt. Komplett von der Realität entrückt, bestanden die Anwesenden darauf, ihren einmal ins Gedächtnis gepflanzten Meinungen zu folgen, zumal eine clevere Rüstungsindustrie ohnehin ihre suggestive Wirkung stets erfolgreich nie verfehlte. Es blieb bei den gefaßten Beschlüssen, nach lang- anhaltender Saktionspolitik sollten jetzt die Waffen sprechen, die Menschheit mußte dem dritten Weltkrieg entgegenblicken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Nur der Hut fehlt

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Gern hätte ich sie mit Hut gesehen, einem mit breiter Krempe,
Katzenaugen spiegelten sich in der frisch gemolkenen Milch,
Gänse warnten vor jedem Wetterwechsel, vor jedem Fremden,
immer roch es nach verdampften Regen in der Sommerwärme,
selbst wenn der Schnee sich bis zum Küchenfenster türmte,
oft zerbrach das Sehende, wenn sie sprach, wenn sie sang,
nicht daß ihre Stimme sich fürchterlich anhörte, nein, nein,
das Bild verlor seine Einmaligkeit, wurde Fetzen, kein Gemälde.

Vogelzwitschern, Hundegebell, lautes Muhen, schnattern,
intensivierten das Geschehen, vergessen der fehlende Hut,
sie ging so majestätisch, am liebsten sah ich sie seitlich von oben,
der Kirschbaum bot genügend Schutz mit seinen vielen Blättern,
ich verbot mir, mich an ihrem hellen Glöckchenlachen zu stören,
wir hatten nie eine kleine Chance, uns persönlich zu begegnen.

Ich springe in keine Pfützen, um Schlammwolken zu versprühen,
die Farbe des Hutes mit breiter Krempe hätte sie aussuchen dürfen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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SPD auf bestem Weg ins Abseits

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Weder Gabriel, Nahles noch Scholz werden’s richten

Wenn obendrein noch Altkanzler Schröder seinen unwichtigen Senf dazugibt, dürfen sich die Sozialdemokraten nicht wunden, daß ihre Talfahrt erst recht rasant zunimmt. Die älteste Partei im Deutschen Bundestag hat in den letzten Jahren vieles versäumt und erst recht verkehrt gemacht.

Mit die schlimmste Entscheidung war die sozialrassistische Hartz-IV-Gesetzgebung des damals verantwortlichen Gerhard Schröder, der heute altklug meint, er müsse seinen Genossen und Genossinnen über den Mund fahren. Eine SPD-Chefin wie Andrea Nahles wagt gar nach den Attacken aus der SPD die Betonung, sich die Kanzlerkanditur zuzutrauen. Ihr gutes Recht, doch nehmen ihr das die Wenigsten ab.

Mit dem Hochmut kommt der tiefe Fall

Was keineswegs aus heiterem Himmel geschieht, schließlich konnte schon vor der letzten Bundestagswahl die nach außen hin zur Schau getragene Geschlossenheit beim SPD-Parteitag die Demontage nicht verbergen. Beim anschließenden Ringen um die Regierungsbildung versagten letztlich alle beteiligten Parteien.

Am Ende wurde sich für die dritte GroKo mit Angela Merkel entschieden, was sich bis heute als unglücklichen Mißgriff herausstellt. Zur Halbzeit kann niemand wirklich eine tolle Bilanz ziehen, auch wenn das hie und da versucht wird. Bereits die neuliche Meldung, Olaf Scholz möge sich eine Kanzlerschaft vorstellen, sorgte für entsprechendes Gelächter, bei Andrea Nahles schaut’s nicht viel besser aus. Sigmar Gabriels Kritik ob ihrer „Basta“-Entgleisungen haben durchaus Berechtigung, trotzdem würde auch der Kohlebefürworter keine glückliche Figur als möglicher Gegenkandidat zur Union machen.

Sonntagsumfragen verheißen nichts gutes für die Sozen

Mit Blick zur Bundestagswahl, die offiziell erst in über 2,5 Jahren stattfinden soll, würde die SPD nicht mal die Hälfte der Stimmen der Union erreichen mit 14,5% laut INSA, hingegen die Grünen 4 Prozent mehr erhielten, eine AfD knapp hinter der SPD als vierte Kraft sich einreihen müßte, während Die Linke immerhin gen 11 Prozent tendiere, sich von der FDP abhebe, die nur 8,5% der Stimmmen kriegen würde.

Erst recht bangen müssen die Sozialdemokraten bei bevorstehender Landtagswahl in ihrer bisherigen Hochburg Bremen, wo sie schon letztes Jahr zur September-Umfrage auf gleicher Höhe mit der Union lag mit 26% bei FGW Telefonfeld, das mag sich inzwischen nicht verbessert haben, wohl eher verschlechtert. Bis zum Wahltermin am 26. Mai verbleibt nicht mehr viel Zeit.

Wagt man eine generelle Prognose fürs Los der SPD, so schaut es ziemlich düster aus, am Ende könnte sie hinter den Linken bei 10 oder gar noch weniger Prozentpunkten landen, während jene AfD stärkste Oppositionspartei bliebe.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Raumwandler

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Er hinter seiner Tür
ohne Gespür.
Ich hinter meiner Mauer
auch nicht schlauer.
Im Geheimen lebt ein Ahne,
schwingt keine Fahne,
verborgen von dieser Welt,
ein magischer Held
oder Zauberin
in Blaugrün,
jedenfalls harmonisieren sie
mit viel Phantasie.

Ach, Liebes,
verschieb es,
das Sofa
vom Opa.
Kaum gedacht,
im Zimmer unten es kracht.
Katze randaliert,
nichts was mehr schockiert.
Trotzdem,
ich geh nachseh´n.
Überraschung Schatz,
das Sofa hat einen neuen Platz.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trumps Rede bestätigt Kurs eigener Selbstbeweihräucherung

Frieden schaffen mit noch mehr Waffen?

Zu keinem Zeitpunkt wurde die Welt friedlicher mit einem zunehmenden Arsenal an Waffen. Wer derart argumentiert, blendet den Verlauf der Geschichte aus, was durchaus als reine Absicht gewertet werden muß. Das gilt insofern erst recht für jenen 45. US-Präsident.

In Donald Trumps gestriger Rede zur Lage der Nation behauptete er doch allen Ernstes, daß unter der Führung eines anderen Präsidenten die USA sich in einem Krieg gegen Nordkorea befinden würden, Millionen Todesopfer zu beklagen wären. Ewartungsgemäß beharrt er auf die Grenzmauer zu Mexiko.

Einwanderer sind von vornherein kriminell – Stacey Abrams streitet das ab

Erst recht ein Grund die Mauer zu fordern, wie The Donald anführt, eine Fortsetzung zur kürzlichen kläglichen Rede an die Nation, wo er argumentierte, sie solle „Liebe für das Innere“ symbolisieren. Ein Land wie die USA, das jahrzehntlang besonders in Mittelamerika interveniert und ausgebeutet hatte, trägt eine gewisse Mitschuld an den dortigen Mißständen, aber das blendet ein Herr Trump einfach gern aus.

Die Vorsitzende der Demokratischen Partei in Georgia, Stacey Abrams, die kürzlich bei der Gouverneurswahl knapp dem Republikaner Brian P. Kemp unterlag, betonte in ihrer Gegenrede, Amerika werde durch die Anwesenheit von Migranten gestärkt, nicht durch Mauern. Tom Perez, Parteichef der Demokraten, warf Trump eine „himmelschreiend spaltende Agenda“ vor.

Deutschland kommt Trumps Forderung nach

In dem es der Nato höhere Rüstungsausgaben verspricht. In den nächsten fünf Jahren soll der Wehretat auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen, was bedeutet, daß über 60 Milliarden Euro jährlich bis dahin vorgesehen sein sollen. Wie das zu bewerkstelligen sein möge, darüber sei die Bundesregierung und die zuständige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sich noch nicht im Klaren.

Der kritische Brite würde dies mit rubbish kommentieren. Stimmt nämlich. Die verantwortliche Politik weiß sehr wohl, was das bedeutet: Kürzungen besonders im Sozialbereich. Da vermag Hubertus Heils Grundrente genau zum verkehrten Zeitpunkt vorgeschlagen werden. Absicht oder ein weiteres Zeichen für eine SPD, die ohnehin noch mehr Stimmen verliert? Die ach so christliche Union besteht auf Aufrüstung und Sozialabbau. Im Prinzip nichts neues, dennoch ein Armutszeugnis.

Im Grunde kuscht Deutschland vor Donald Trump und den USA, möchte mitreden bei der Nato, in einer Welt erneuten Wettrüstens, erst recht mit dem Ende des INF-Vertrags. Keine guten Aussichten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Aufgewühlte Ruhe

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Es war ohne Traum, ohne Magie,
ohne Zwang, ohne Phantasie,
das Rinnsal stand quasi still,
Wind kräuselte ihn gegen seinen Will,
Blätter sammelten sich über den Winter
in einem Grasbündel, davor und dahinter.

Das Kind glücklich, verspielt, frei,
rührte in den alten Blättern wie in einem Brei
mit einem gefundenen morschen Stock,
er brach, für das Kind fast ein Schock,
nicht nur diesen Verlust es bemerkte, auch
ahnungsvolles Wissen aus dem Bauch.

Die Blätter wollten gemeinsam sich wärmen,
zusammen von Erinnerungen schwärmen,
waren miteinander lange befreundet gar,
der Haufen ihr geschütztes Zuhause war,
voll Unruhe schlug es Wellen mit den Händen,
fortgetrieben, und doch möge Kindheit nie enden.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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