Weltschmerz – eine kleine Reise voller Lichtblicke

https://pixabay.com/de/landschaft-landschaftlich-sch%C3%B6ne-1908788/

pixabay.com

Melancholischen Gedanken folgend, das Sein neu strukturieren

Siehst du das Land der tausend Möglichkeiten, dich gänzlich ohne Scheu und Sorgen zu entfalten, während an dessen Grenzen bereits böse Mächte hausen, um es zu gefährden? Und du erwachst aus unruhigem Traum, um dich verwundert umzuschauen, findest keinerlei Indizien, was den Schlaf wohl gestört haben mag, zumal in Wirklichkeit die Welt sich gleichmäßig dreht, Mensch Zwietracht sät.

Zur gleichen Zeit weit entfernt im Schlafsack eine Reisende nach oben starrt, lauschend die Umgebung erfaßt, die erfüllt von unbekannten Lauten tierisch-nächtlicher Gestalten. Obwohl schon länger in dieser Wildnis unterwegs ihr dennoch stets ins Bewußtsein rückt, wie klein doch des Menschen Macht, wenn er einmal unbedacht ins Leere greift, weil er unaufmerksam abgelenkt in Überlegungen versank. ‚Drum sei immer allgegenwärtig möglichst hellwach, bevor mit Ach und Krach dein Leben an einem seidenen Faden hängt‘, ihr sich beim Liegen dieser Gedanken aufdrängt.

Mitten in der Großstadtmetropole eines westlich orientierten Industriestaates schlendert äußerst lässig eine Gruppe Jugendlicher fröhlich lachend, teilweise entrückt und berauscht, eine belebte Straße entlang. Der Verkehrslärm bestimmt die grell erleuchtete Szenerie, überall durch das kurze Hupen mancher Autos begleitet, hoch oben im dunklen Nachthimmel ein Helikopter kreisend seine Bahnen zieht. Plötzlich zwei Gestalten aus dem Nichts die jungen Menschen bedrängen, ihnen mit Schußwaffen zu verstehen geben, sie mögen sich der Länge nach hinlegen, um im nächsten Moment sie auszurauben. Nach wenigen Augenblicken die Diebe verschwinden, der Hubschrauber, der das Ganze filmte, möge sie gezielt finden, lautet der Befehl einer eintreffenden Funkstreife.

Melinda und Tobias sitzen engumschlungen auf großer Couch, vor der Flimmerkiste einer Komödie folgend, die sie in den Bann gezogen. Irgendwann der Film in den Hintergrund rückt, sie völlig entzückt sich ihrem Liebesspiel hingeben, auf Wolken schweben, die allen Menschen begegnen, die jene Gefühle hegen. Ach, wie schön kann diese Nähe sein, die nicht nur zum Schein uns begleiten möchte, um trotz mancher Sorgen am nächsten Morgen uns Hoffnung zu geben. Ja, so ist das Leben, in dem ein Aufwärtsstreben zunächst eine gezielte Option verheißt, selbst wenn deren Weg eigentlich fragende Bedenken über Bord schmeißt.

Was unternimmt Mensch nicht alles, um möglichst einfach Widrigkeiten zu entweichen, um seinesgleichen gar zu verleugnen? Hauptsache er steht im günstigen Licht, da zählt kein Gewissen trotz Jüngstem Gericht. Der Glauben ohnehin unwichtig in einer Welt voller Versuchungen, das Glück auf irgendeine Weise zu erhalten. Was interessiert dabei ethisch-moralisches Verhalten? So denkt mancher Geselle, der auf die Schnelle zu Anerkennung kommen möchte, vergißt, was eigentlich seinem Weg entspricht.

Dort, ein Hoffnungsschimmer, ein strahlendes Licht, welches uns das Ende des Tunnels zeigt. Folgen wir ihm, seien nicht abgeneigt und verbeugen uns voller Demut – alles wird gut.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Eins, zwei, drei, vier Eckstein

https://pixabay.com/de/zug-verkehr-impuls-beschleunigen-3168728/

pixabay.com

Ich sitze auf der Rampe, nicht im Licht,
im Schatten, da sieht man mich nicht.
Früher bin ich auf einen Baum geklettert,
das galt als unfair, haben sie gewettert.

Langsam schlafen meine Beine ein,
in der Hocke, auf Dauer nur noch Pein.
Auch stinkt es hier nach faulem Obst,
erinnert mich ein wenig an Apfelmost.

Hunger fühl ich plötzlich ganz arg,
ich will nicht sterben in diesem Grab.
Dunkel ist es auf der Bahnhofsrampe,
auf dem Vorplatz flimmert eine Lampe.

Wieder bin ich nicht gefunden worden,
sicher macht sich Mutter schon Sorgen.
Im Verstecken bin ich der absolut Beste,
hoffe, Papa freut´s und haut nicht so feste.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Karl-Valentin-Orden an den Falschen überreicht

Mißbrauch von Volkstümelei beflügelt die Neue Rechte

Kernige Rockstimme in knackiger Lederhose scheint selbst Frauen zu beeindrucken, Hauptsache man trällert die Lieder des erfolgreichen österreichischen Schlagersängers Andreas Gabalier, der keineswegs zufällig mit patriotisch-rechtsradikalen Standpunkten liebäugelt, daher jene Neue Rechte ihn auch entsprechend hofiert.

Ausgerechnet die Faschingsgesellschaft Narrhalla überreichte diesjährig dem Kärntner Sänger den seit 1973 offiziell verliehenen Karl-Valentin-Orden, wobei er am Samstagabend in München dazu bemerkte: „Wenn alle Leute so tolerant wären wie ich, ich glaube, dann hätten wir auf dieser Welt überhaupt keine Sorgen.“ Mittels Schönreden werden dessen offensichtliche Entgleisungen keineswegs sich in Luft auflösen.

Letztlich gar eine Verhöhnung Karl Valentins?

Da gäbe es noch etliche andere, die man mit aufzählen sollte, die merkwürdigerweise diesen Münchner Faschingsorden in der Vergangenheit erhalten hatten, ob ein Franz Josef Strauß (1977), ein Roman Herzog (2000), ein Jahr darauf Thomas Gottschalk oder 2014 Horst Seehofer, um nur mal ein paar Wenige zu nennen.

Der Komiker Karl Valentin hätte ihnen wohl eher nicht zugestimmt, erst recht keinem Schlagersänger, der ungeniert rechtsradikale Standpunkte über dessen Bühnenpräsenz transportiert. Da helfen Andreas Gabalier auch keine Beteuerungen oder halbherzige Stellungnahmen, in denen er das alles abstreitet.

Der Satiriker Kurt Tucholsky bezeichnete Valentin mal als „Linksdenker“, befreundet war der Komiker mit Bertolt Brecht, der sich wiederum von Karl Valentin selbst inspirieren ließ. Die erolgreichste Zeit als Künstler durchlebte er von 1912 bis 1929 mit den Stummfilmen, aber auch mit seinem Bühnenprogramm Tingeltangel. Über die Nazis machte er sich erwartungsgemäß lustig, die ihn dennoch gewähren ließen, weil er sich nicht wirklich kritisch über sie äußerte.

Straches „pathologische Symptome“ eine lächerliche Schutzbehauptung

Nicht weiter verwunderlich, daß sich auch längst Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache zu Wort meldet, um Andreas Gabalier in Schutz zu nehmen, wer ihm diesen Orden nicht gönne, zeige „pathologische Symptome“, im Facebook dazu bemerkte: „Der Kunst ihre Freiheit. Freiheit der Kunst!“ Kann man so handhaben, allerdings sollte niemand vergessen, daß es die Nazis waren, die keine andere Kunst neben ihren fanatischen Dogmen duldeten, denkt man z.B. an die Bücherverbrennung.

Völlig berechtigt rügt Gunter Fette, der Nachlaßverwalter der Familie Karl Valentin, die Überreichung des Karl-Valentin-Ordens an Andreas Gabalier mit den Worten: „Es ist nicht hinzunehmen, daß Gabalier mit seinem offenkundigen Spiel mit faschistischen Symbolen, seiner Frauenfeindlichkeit und seiner Homophobie mit dem Namen Karl Valentins in Verbindung gebracht wird.“

Dem ist kaum noch etwas hizuzufügen, außer vielleicht, daß Gabaliers Beteuerungen, er meine das alles nicht so, unglaubwürdiger kaum sein können.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Flucht nach vorn

https://pixabay.com/de/extrude-partikel-kunst-chaos-1644212/

pixabay.com

Gerade jetzt, sehr ungünstig,
dieser aufdringliche Gedankenhaufen.
Diese Ansammlung unsortierter
Gegebenheiten,
unterschiedlicher Kenntnisse,
ungefährer Ansichten.

So funktioniert das nicht,
aus diesem Chaos formt sich kein Licht.
Er will dir keinen reinen Wein einschenken,
er schenkt dir Daten zum Ersaufen.
Löscht, kopiert, verzerrt, beschönigt,
läßt dich an der langen Kette schaukeln.

Biberzähne hören nie auf zu wachsen.
Schüsse auf Kennedy, erstes Mal ferngesehen.
Meta, neues Modewort, Meta meine Schulfreundin.
Eine unförmige Kartoffel, genannt die Erde.
Platitüde, Plattitüde, Platitude, Gedankenballon,
ein Pikser, Pommes möchte ich mal wieder essen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Weist sie in ihre Schranken zum Abdanken

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Von wem mag wohl hier die Rede sein? Na, die Welt ist doch in Wirklichkeit ziemlich klein, erst recht wer mal genauer hinschaut. Von wegen geklaut, mitnichten per Luftschlösser gebaut. Was der Schreiber sich hierbei traut? Ganz simpel, dat weeß bereits jeder Gimpel. Man braucht nicht in die Ferne schweifen, um letztlich zu begreifen, daß hier unter uns Politik zur Verantwortung gezogen werden muß. Jetzt ist Schluß!

Genug von Kumpanei, Korruption und täglicher Ignoranz, wech mit diesem lächerlichen Affentanz. Den ham wir uns schon lang genug angeglotzt, manch einer dabei würgt und kotzt, das will man sich nicht weiter antun, bis Gerechtigkeit verweilt in passenden Schuhen. Beispiele gefällig? Jetzt wird’s mal so richtig gesellig.

Da wagt doch jener Spahn, mit der Botschaft aufzuwarten, der Krebs sei in 20 Jahren letztlich begraben in jedem Garten, obwohl Ärzte es besser wissen, läßt der politische Heißsporn Respekt missen. Als ob dies längst nicht genug sei, folgt ein anderes faules Ei. Der Herr Scheuer reagiert schon gleich gar nicht geheuer, statt endlich seinen Job zu machen, tat er Ungereimtes entfachen. Gekoofte Lungenärzte leugnen die Folgen von Stickoxiden, von Giften, das würde nur Unsicherheit anstiften.

Doch damit nicht genug, wie unklug. Solch selbsternannte Experten möchten noch ganz anderes für sich verwerten. Hauptsache Kritik verschwindet vom Tisch, findet sich auf keinem Wisch. Wären da nicht wachsame Geister zur Stelle, die der Regierung rücken auf deren selbstgefällige Pelle, wäre das Desaster noch wesentlicher komplett. Wie nett!

Die Spiele mit der Macht haben so manchen Mist entfacht, es sei ja gelacht, daß es dabei mitnichten kracht. Leider ein Wunschdenken, sie wollen uns mal wieder ablenken. Zu dumm, mehr Aufmerksamkeit geht verteilt herum. So simpel lassen wir uns nicht weiter verschaukeln, gar vorgaukeln, alles sei im Lot. Stimmt nicht, weiß fast jeder Idiot.

Anstatt die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, tun solch Pappnasen, wie oben genannt, sich in Ausreden bemühen. Damit ist aber niemand geholfen, erst recht nicht mittels Golfen, wie jener Humpty-Trumpty drüben in den USA meint, tun zu müssen. Das sollte inzwischen jeder wissen, Hochstapler und Narzißten tummeln sich seit jeher auf allen Pisten.

Entlarvt sie möglichst schnell gezielt, bevor sie dämlich verspielt noch mehr Unheil anrichten, Blödsinn dazudichten. Das gilt insofern auch für die Bundesregierung mit ihren falsch besetzten Posten. Deren Stühle und Sessel längst rosten, für sich sparen sie nicht an Kosten, doch der Kleine Mann hat mal wieder die Arschkarte gezogen, wird wie eh und je erneut betrogen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Reale Träume

https://pixabay.com/de/composing-albtraum-surreal-d%C3%BCster-3557009/

pixabay.com

Der Schlaf war da,
das Bett auch,
acht Kilometer entfernt,
keine Straßenlaterne brennt.

Der See, der glänzt,
macht alles nur schlimmer,
täuschend vage Helligkeit,
Schritte wie auf Eis.

Schweiß gerinnt zu Träumen,
vor Albgeräuschen fliehend,
stürze ich in kalte Bäche,
im Kinostuhl, Grusel, ich lächle.

Mein Haus, das Bett steht da,
Müdigkeit verschlafen,
ich hasse Kaffeebecher
bedruckt mit blökenden Schafen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Bankenfusion soll Rettungsanker sein

https://pixabay.com/de/finanzkrise-b%C3%B6rse-tendenz-symbol-544944/

pixabay.com

Bundesregierung eifert den Großmächten nach

Manchmal vermögen Gleichnisse ziemlich treffend gewisse Mißstände oder gar Selbstüberschätzung aufzeigen, wenn man sich kurz auf sie einläßt. Bereits in Kindertagen machen wir Menschen die späterhin wichtige Erfahrung, sich niemals mit den Großen anzulegen, da man stets den Kürzeren zieht.

Beim Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz scheint das hingegen eher auf taube Ohren zu stoßen, die Finanzexpertin Isabel Schnabel kritisierte ihn Anfang September letzten Jahres ob seines Rufes nach größeren Banken. Da sollte der SPD-Politiker mal besser sein Förmchen im Sandkasten liegen lassen, sonst könnte das mit einer unangenehmen Überraschung enden.

Finanzkrisen waren gestern

Heute möchte die ohnehin zweifelhafte Bundesregierung davon nichts mehr wissen, erst recht unter Finanzminister Scholz. Sicher doch kann er die Schwäche der europäischen und deutschen Banken beklagen, das ist sein gutes Recht, allerdings vermag die „wahnsinnige Ehe“, die Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank, eher keine gute Idee sein.

Lisa Nienhaus kommentiert im Zeit-Artikel den Traum der Bundesregierung, für Deutschand eine Superbank zu suchen. Ihre Bemerkung, zwei Pinguine können auch dann nicht fliegen, wenn sie einander an den Flügeln halten, trifft den Nagel auf den Kopf. Schon gleich gar, wenn ausgerechnet diese beiden angeschlagenen Banken den Hafen trauter Ehe ansteuern wollen. Anstatt aus den Lehren vergangener Finanzkrisen die richtigen Weichen zu stellen, sollen gescheiterte Rezepte auf einmal funktionieren? Too big to fail – daran sollte man sich besser richten!

Keineswegs zufällig ein Friedrich Merz im Hintergrund?

Wir erinnern uns, wie Altkanzler Gerhard Schröder sich noch stark machte für Friedrich Merz. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? An soviel Zufall mag niemand glauben, der gern mal querdenkt. Je schmutziger das Pokerspiel, desto mehr Verlierer. Keineswegs eine simple Phrase, sondern eher traurige Wahrheit, schließlich pusht BlackRock den Finanzkapitalismus nach ihren Regeln.

Im September letzten Jahres traf sich Friedrich Merz als Aufsichtsrat von BlackRock u.a. mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz und dem deutschen Investbanker und Staatssekretär Jörg Kukies. Dabei hatten sie bestimmt keinen unwichtigen Plausch. Darf man davon ausgehen, daß eine Schattenbank wie BlackRock erneut im Hintergrund mitmischt? Man muß es sogar.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

Veröffentlicht unter Wirtschaft/Finanzen | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar