Raumwandler

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Er hinter seiner Tür
ohne Gespür.
Ich hinter meiner Mauer
auch nicht schlauer.
Im Geheimen lebt ein Ahne,
schwingt keine Fahne,
verborgen von dieser Welt,
ein magischer Held
oder Zauberin
in Blaugrün,
jedenfalls harmonisieren sie
mit viel Phantasie.

Ach, Liebes,
verschieb es,
das Sofa
vom Opa.
Kaum gedacht,
im Zimmer unten es kracht.
Katze randaliert,
nichts was mehr schockiert.
Trotzdem,
ich geh nachseh´n.
Überraschung Schatz,
das Sofa hat einen neuen Platz.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trumps Rede bestätigt Kurs eigener Selbstbeweihräucherung

Frieden schaffen mit noch mehr Waffen?

Zu keinem Zeitpunkt wurde die Welt friedlicher mit einem zunehmenden Arsenal an Waffen. Wer derart argumentiert, blendet den Verlauf der Geschichte aus, was durchaus als reine Absicht gewertet werden muß. Das gilt insofern erst recht für jenen 45. US-Präsident.

In Donald Trumps gestriger Rede zur Lage der Nation behauptete er doch allen Ernstes, daß unter der Führung eines anderen Präsidenten die USA sich in einem Krieg gegen Nordkorea befinden würden, Millionen Todesopfer zu beklagen wären. Ewartungsgemäß beharrt er auf die Grenzmauer zu Mexiko.

Einwanderer sind von vornherein kriminell – Stacey Abrams streitet das ab

Erst recht ein Grund die Mauer zu fordern, wie The Donald anführt, eine Fortsetzung zur kürzlichen kläglichen Rede an die Nation, wo er argumentierte, sie solle „Liebe für das Innere“ symbolisieren. Ein Land wie die USA, das jahrzehntlang besonders in Mittelamerika interveniert und ausgebeutet hatte, trägt eine gewisse Mitschuld an den dortigen Mißständen, aber das blendet ein Herr Trump einfach gern aus.

Die Vorsitzende der Demokratischen Partei in Georgia, Stacey Abrams, die kürzlich bei der Gouverneurswahl knapp dem Republikaner Brian P. Kemp unterlag, betonte in ihrer Gegenrede, Amerika werde durch die Anwesenheit von Migranten gestärkt, nicht durch Mauern. Tom Perez, Parteichef der Demokraten, warf Trump eine „himmelschreiend spaltende Agenda“ vor.

Deutschland kommt Trumps Forderung nach

In dem es der Nato höhere Rüstungsausgaben verspricht. In den nächsten fünf Jahren soll der Wehretat auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen, was bedeutet, daß über 60 Milliarden Euro jährlich bis dahin vorgesehen sein sollen. Wie das zu bewerkstelligen sein möge, darüber sei die Bundesregierung und die zuständige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sich noch nicht im Klaren.

Der kritische Brite würde dies mit rubbish kommentieren. Stimmt nämlich. Die verantwortliche Politik weiß sehr wohl, was das bedeutet: Kürzungen besonders im Sozialbereich. Da vermag Hubertus Heils Grundrente genau zum verkehrten Zeitpunkt vorgeschlagen werden. Absicht oder ein weiteres Zeichen für eine SPD, die ohnehin noch mehr Stimmen verliert? Die ach so christliche Union besteht auf Aufrüstung und Sozialabbau. Im Prinzip nichts neues, dennoch ein Armutszeugnis.

Im Grunde kuscht Deutschland vor Donald Trump und den USA, möchte mitreden bei der Nato, in einer Welt erneuten Wettrüstens, erst recht mit dem Ende des INF-Vertrags. Keine guten Aussichten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Aufgewühlte Ruhe

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Es war ohne Traum, ohne Magie,
ohne Zwang, ohne Phantasie,
das Rinnsal stand quasi still,
Wind kräuselte ihn gegen seinen Will,
Blätter sammelten sich über den Winter
in einem Grasbündel, davor und dahinter.

Das Kind glücklich, verspielt, frei,
rührte in den alten Blättern wie in einem Brei
mit einem gefundenen morschen Stock,
er brach, für das Kind fast ein Schock,
nicht nur diesen Verlust es bemerkte, auch
ahnungsvolles Wissen aus dem Bauch.

Die Blätter wollten gemeinsam sich wärmen,
zusammen von Erinnerungen schwärmen,
waren miteinander lange befreundet gar,
der Haufen ihr geschütztes Zuhause war,
voll Unruhe schlug es Wellen mit den Händen,
fortgetrieben, und doch möge Kindheit nie enden.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Weltschmerz – eine kleine Reise voller Lichtblicke

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Melancholischen Gedanken folgend, das Sein neu strukturieren

Siehst du das Land der tausend Möglichkeiten, dich gänzlich ohne Scheu und Sorgen zu entfalten, während an dessen Grenzen bereits böse Mächte hausen, um es zu gefährden? Und du erwachst aus unruhigem Traum, um dich verwundert umzuschauen, findest keinerlei Indizien, was den Schlaf wohl gestört haben mag, zumal in Wirklichkeit die Welt sich gleichmäßig dreht, Mensch Zwietracht sät.

Zur gleichen Zeit weit entfernt im Schlafsack eine Reisende nach oben starrt, lauschend die Umgebung erfaßt, die erfüllt von unbekannten Lauten tierisch-nächtlicher Gestalten. Obwohl schon länger in dieser Wildnis unterwegs ihr dennoch stets ins Bewußtsein rückt, wie klein doch des Menschen Macht, wenn er einmal unbedacht ins Leere greift, weil er unaufmerksam abgelenkt in Überlegungen versank. ‚Drum sei immer allgegenwärtig möglichst hellwach, bevor mit Ach und Krach dein Leben an einem seidenen Faden hängt‘, ihr sich beim Liegen dieser Gedanken aufdrängt.

Mitten in der Großstadtmetropole eines westlich orientierten Industriestaates schlendert äußerst lässig eine Gruppe Jugendlicher fröhlich lachend, teilweise entrückt und berauscht, eine belebte Straße entlang. Der Verkehrslärm bestimmt die grell erleuchtete Szenerie, überall durch das kurze Hupen mancher Autos begleitet, hoch oben im dunklen Nachthimmel ein Helikopter kreisend seine Bahnen zieht. Plötzlich zwei Gestalten aus dem Nichts die jungen Menschen bedrängen, ihnen mit Schußwaffen zu verstehen geben, sie mögen sich der Länge nach hinlegen, um im nächsten Moment sie auszurauben. Nach wenigen Augenblicken die Diebe verschwinden, der Hubschrauber, der das Ganze filmte, möge sie gezielt finden, lautet der Befehl einer eintreffenden Funkstreife.

Melinda und Tobias sitzen engumschlungen auf großer Couch, vor der Flimmerkiste einer Komödie folgend, die sie in den Bann gezogen. Irgendwann der Film in den Hintergrund rückt, sie völlig entzückt sich ihrem Liebesspiel hingeben, auf Wolken schweben, die allen Menschen begegnen, die jene Gefühle hegen. Ach, wie schön kann diese Nähe sein, die nicht nur zum Schein uns begleiten möchte, um trotz mancher Sorgen am nächsten Morgen uns Hoffnung zu geben. Ja, so ist das Leben, in dem ein Aufwärtsstreben zunächst eine gezielte Option verheißt, selbst wenn deren Weg eigentlich fragende Bedenken über Bord schmeißt.

Was unternimmt Mensch nicht alles, um möglichst einfach Widrigkeiten zu entweichen, um seinesgleichen gar zu verleugnen? Hauptsache er steht im günstigen Licht, da zählt kein Gewissen trotz Jüngstem Gericht. Der Glauben ohnehin unwichtig in einer Welt voller Versuchungen, das Glück auf irgendeine Weise zu erhalten. Was interessiert dabei ethisch-moralisches Verhalten? So denkt mancher Geselle, der auf die Schnelle zu Anerkennung kommen möchte, vergißt, was eigentlich seinem Weg entspricht.

Dort, ein Hoffnungsschimmer, ein strahlendes Licht, welches uns das Ende des Tunnels zeigt. Folgen wir ihm, seien nicht abgeneigt und verbeugen uns voller Demut – alles wird gut.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eins, zwei, drei, vier Eckstein

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Ich sitze auf der Rampe, nicht im Licht,
im Schatten, da sieht man mich nicht.
Früher bin ich auf einen Baum geklettert,
das galt als unfair, haben sie gewettert.

Langsam schlafen meine Beine ein,
in der Hocke, auf Dauer nur noch Pein.
Auch stinkt es hier nach faulem Obst,
erinnert mich ein wenig an Apfelmost.

Hunger fühl ich plötzlich ganz arg,
ich will nicht sterben in diesem Grab.
Dunkel ist es auf der Bahnhofsrampe,
auf dem Vorplatz flimmert eine Lampe.

Wieder bin ich nicht gefunden worden,
sicher macht sich Mutter schon Sorgen.
Im Verstecken bin ich der absolut Beste,
hoffe, Papa freut´s und haut nicht so feste.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Karl-Valentin-Orden an den Falschen überreicht

Mißbrauch von Volkstümelei beflügelt die Neue Rechte

Kernige Rockstimme in knackiger Lederhose scheint selbst Frauen zu beeindrucken, Hauptsache man trällert die Lieder des erfolgreichen österreichischen Schlagersängers Andreas Gabalier, der keineswegs zufällig mit patriotisch-rechtsradikalen Standpunkten liebäugelt, daher jene Neue Rechte ihn auch entsprechend hofiert.

Ausgerechnet die Faschingsgesellschaft Narrhalla überreichte diesjährig dem Kärntner Sänger den seit 1973 offiziell verliehenen Karl-Valentin-Orden, wobei er am Samstagabend in München dazu bemerkte: „Wenn alle Leute so tolerant wären wie ich, ich glaube, dann hätten wir auf dieser Welt überhaupt keine Sorgen.“ Mittels Schönreden werden dessen offensichtliche Entgleisungen keineswegs sich in Luft auflösen.

Letztlich gar eine Verhöhnung Karl Valentins?

Da gäbe es noch etliche andere, die man mit aufzählen sollte, die merkwürdigerweise diesen Münchner Faschingsorden in der Vergangenheit erhalten hatten, ob ein Franz Josef Strauß (1977), ein Roman Herzog (2000), ein Jahr darauf Thomas Gottschalk oder 2014 Horst Seehofer, um nur mal ein paar Wenige zu nennen.

Der Komiker Karl Valentin hätte ihnen wohl eher nicht zugestimmt, erst recht keinem Schlagersänger, der ungeniert rechtsradikale Standpunkte über dessen Bühnenpräsenz transportiert. Da helfen Andreas Gabalier auch keine Beteuerungen oder halbherzige Stellungnahmen, in denen er das alles abstreitet.

Der Satiriker Kurt Tucholsky bezeichnete Valentin mal als „Linksdenker“, befreundet war der Komiker mit Bertolt Brecht, der sich wiederum von Karl Valentin selbst inspirieren ließ. Die erolgreichste Zeit als Künstler durchlebte er von 1912 bis 1929 mit den Stummfilmen, aber auch mit seinem Bühnenprogramm Tingeltangel. Über die Nazis machte er sich erwartungsgemäß lustig, die ihn dennoch gewähren ließen, weil er sich nicht wirklich kritisch über sie äußerte.

Straches „pathologische Symptome“ eine lächerliche Schutzbehauptung

Nicht weiter verwunderlich, daß sich auch längst Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache zu Wort meldet, um Andreas Gabalier in Schutz zu nehmen, wer ihm diesen Orden nicht gönne, zeige „pathologische Symptome“, im Facebook dazu bemerkte: „Der Kunst ihre Freiheit. Freiheit der Kunst!“ Kann man so handhaben, allerdings sollte niemand vergessen, daß es die Nazis waren, die keine andere Kunst neben ihren fanatischen Dogmen duldeten, denkt man z.B. an die Bücherverbrennung.

Völlig berechtigt rügt Gunter Fette, der Nachlaßverwalter der Familie Karl Valentin, die Überreichung des Karl-Valentin-Ordens an Andreas Gabalier mit den Worten: „Es ist nicht hinzunehmen, daß Gabalier mit seinem offenkundigen Spiel mit faschistischen Symbolen, seiner Frauenfeindlichkeit und seiner Homophobie mit dem Namen Karl Valentins in Verbindung gebracht wird.“

Dem ist kaum noch etwas hizuzufügen, außer vielleicht, daß Gabaliers Beteuerungen, er meine das alles nicht so, unglaubwürdiger kaum sein können.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Flucht nach vorn

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Gerade jetzt, sehr ungünstig,
dieser aufdringliche Gedankenhaufen.
Diese Ansammlung unsortierter
Gegebenheiten,
unterschiedlicher Kenntnisse,
ungefährer Ansichten.

So funktioniert das nicht,
aus diesem Chaos formt sich kein Licht.
Er will dir keinen reinen Wein einschenken,
er schenkt dir Daten zum Ersaufen.
Löscht, kopiert, verzerrt, beschönigt,
läßt dich an der langen Kette schaukeln.

Biberzähne hören nie auf zu wachsen.
Schüsse auf Kennedy, erstes Mal ferngesehen.
Meta, neues Modewort, Meta meine Schulfreundin.
Eine unförmige Kartoffel, genannt die Erde.
Platitüde, Plattitüde, Platitude, Gedankenballon,
ein Pikser, Pommes möchte ich mal wieder essen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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