Gesunken, um nicht zu versinken

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Da sah er
tief
im Gefühlskleid
den Makel.
Sind sie nicht
alle gleich,
diese Flecken?
Sie tauchen auf,
wenn man abtaucht
aus dem Rhythmus.

Und er sah
seine Tiefe,
als ob sie ihn riefe,
nicht mehr
aufzutauchen.
Der Schmerz
kroch in ihn ein.
Vermißt du mich?
Riefen sie beide.

Schon.
Tief unten,
versunken,
am Boden zerstört,
hat der Makel
im Schmerz
zu sich gefunden.
Dieses Seelenkostüm
kann nicht sinken.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Feldhasen dank Lebensraumverlust bald endgültig verdrängt

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Wenn zu Ostern nur noch der Schokohase herhält

Wer hat sich nicht schon gefreut, was in der Regel ohnehin höchst selten vorkommt, einmal einen leibhaftigen Feldhasen zu Gesicht zu bekommen. Die meisten erschraken dann viel eher ob dessen stattlicher Größe, weil die Bilder im Kopf vom niedlich flauschigen, wesentlich kleineren Kaninchen.

Feldhasen dank Lebensraumverlust bald endgültig verdrängt, lediglich zu Ostern nur noch der Schokohase herhält, weil Meister Langohr nicht mehr durch Feld und Wiesen hakenschlagend unterwegs? Der Mensch ist ihm wohl doch zu dicht auf die Pelle gerückt.

Scheu, dämmerungs- und nachtaktiv ist der Lepus europaeus

So die lateinische Bezeichnung für den Feldhasen, die wohl größte Hasenart Europas. Immerhin können sie vom Kopf bis zum Schwanzansatz gar 70 cm groß werden, wobei ihr Schwanz selbst eine Maximallänge von 13,5 cm erreichen kann. Während das dämmerungs- und nachtaktive Tier bei Gefahr sich eher bewegungslos an den Boden drückt, möglichst nicht gesehen werden will, schnellt es im allerletzten Moment hervor, um mit einer Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h wegzurennen, dabei ohneweiteres obendrein hakenschlagend es Freßfeinden wie dem Fuchs erst recht schwermacht.

Doch inzwischen steht auch der Feldhase längst auf der Roten Liste gefährdeter Arten, muß sich einreihen als Opfer menschengemachter Lebensraumbeschneidung.

Welche Möglichkeiten verbleiben noch, den Rückgang zu stoppen?

Zunächst sollten ganz deutlich die Gründe seiner Verdrängung benannt werden. Zum einen trägt die intensive Bebauung und damit die einhergehende Zerstückelung der Landschaft erheblich dazu bei, seinen Lebensraum einzuengen. Zum anderen spielt die intensive Landwirtschaft eine tragische Rolle, weil Kunstdünger, aber vor allem Pestizide ihm erheblichen Schaden zufügen, die Perversion der konventionellen Agrarwirtschaft belastet daher auch den Feldhasen.

Bedenken wir, diese Tiere ernähren sich bevorzugt von Grünpflanzen sowie Wurzeln und Knollen, aber auch Getreide. Im Winter dient ihnen die Rinde junger Bäume, was den Förster wiederum dazu veranlaßt, diese mittels Maschendraht vor Wildfraß zu schützen.

Während weiterhin erst recht Monokulturen dem Feldhasen keineswegs hilfreich sind, so vermag eine Extensivierung der Landbewirtschaftung als auch die Bepflanzung von Hecken, so wie dies früher sowieso der Fall war, diese gar großartigen Schutz boten vor Sturm und Schneeverwehungen, und das Anlegen von Blühstreifen durchaus hilfreich sein. Dadurch haben die Feldhasen wieder ein reichhaltigeres Nahrungsanbebot und Chancen, sich besser zurückzuziehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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Mörteln ohne Ton, Sprache taub davon

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Es sträuben sich die Nackenhaare
bei dem Gelaber, Laber, Gelabre,
künstlich erzeugter Sprachen,
Mißbrauch in so manchen Textlachen.

Eifrig konkurrieren Dichter
und nicht wenige Klugewichter,
wer am Besten Worte verwirbelt,
am besten Begriffe knebelt,

bis zu Unkenntlichkeit.
Schnee wird Weißheit,
Kälte geschäumtes Eis,
das softet atemleis

durch gesänftigte Lichtporen
ins Hirn und in die Ohren.
Nasenschleim inspirierte zum Schnösel,
der Lackel greift zu Mörser und Stößel.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Hommage ans Rooftop Concert

Heute vor genau 50 Jahren letztes Beatles-Konzert

Ganze Generationen faszinierten sie, die Beatles, die vier Bandmitglieder aus Liverpool, deren Erfolg bis zu ihrer Auflösung 1970 immerhin zu über 600 Millionen verkaufte Tonträger, EMI schätzt gar über eine Milliarde, führte. Daher darf man ruhig von der wohl erfolgreichsten Band in der Musikgeschichte sprechen.

Dennoch sollte man vor lauter Superlative nicht den Blick fürs Wesentliche verlieren, schließlich wirkten vier vollkommen unterschiedliche Musiker zusammen, was natürlich auch für so manche Spannungen sorgte. Gerade die beiden Hauptakteure, sie schrieben die meisten Songs, John und Paul, gerieten des öfteren aneinander.

Die wohl eindrucksvollste Biographie schrieb Hunter Davies, The Beatles erschien 1968, auch wenn John Lennon zwei Jahre später es in einem Interview im Rolling Stone Magazin als „bullshit“ bezeichnete. John paßte halt der Beatles-Mythos nicht im geringsten, was man ihm nicht unbedingt verdenken mag.

Nach dem Konzert in San Franciscos Candlestick Parc, am 29. August 1966, beschlossen die Beatles, kein Live-Konzert mehr zu veranstalten, der Streß und die Beatlemania belaste sie zu sehr. Auf dem Dach von Apple in Londons Savile Row begann zur Mittagszeit des 30. Januar 1969 das letzte sogenannte Rooftop Concert, in den knapp 45 Minuten spielten sie 12 Songs.

Einige wenige Passanten hatten den Mut, Nachbardächer zu erklimmen, somit das letzte Live-Konzert besser hören und gar sehen konnten. Es drohte ein Verkehrschaos, nachdem immer mehr Zuhörer sich eingefunden hatten, was die Polizei zu verhindern versuchte, die Beatles aufforderten, doch leiser zu spielen. Genau jene Intervention seitens der Polizei benutzte der Regisseur Michael Lindsay-Hogg für den Film Let it be, schnitt sie dahingehend so, daß der Eindruck entstehen möge, die Ordnungshüter hätten den Live-Auftritt abgebrochen.

John Lennon kommentierte am Ende das Rooftop Concert mit den Worten: “I’d like to say thank you on behalf of the group and ourselves and I hope we passed the audition.” („Ich möchte mich im Namen der Gruppe und unserer selbst bedanken und ich hoffe, wir haben das Vorspielen bestanden.“)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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Arktis: Mit Eisschmelze folgt der Rohstoffabbau

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Förderpläne gefährden die nördliche Polarregion

Leider kann man dies nur bestätigen, ein zunehmendes Interesse einiger Konzerne für Erdöl, Erze, aber auch Metalle der Seltenen Erden ist unverkennbar vorhanden. Man kann somit keineswegs ausschließen, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Hunger nach Ressourcen mittels des Abbaus gestillt wird, die nördlichste Erdregion einem Kollaps entgegenblickt, der nicht folgenlos für Mutter Erde bleibt.

Arktischer Rat lediglich Mittel zum Zweck

Der Sinn von Weltorganisationen darf unbedingt hinterfragt werden, besonders wenn Mensch ständig Möglichkeiten findet, deren Zweck zu mißachten, gerade weil Wirtschaftsinteressen sich erlauben, ihren Kurs der Ausbeutung zielstrebig rücksichtslos zu verfolgen. Im Ergebnis steht die ursprünglich gutgemeinte Absicht solch politischer Vereinbarungen auf verlorenem Posten, denn im Endeffekt hat sich die Macht eines Wirtschaftsdiktats durchgesetzt.

Da sollte man schon die Frage aufwerfen, ob solche Institutionen wie die UNO oder im hiesigen Problemfall der Arktische Rat lediglich als Mittel zum Zweck dienen. Es handelt sich dabei um die acht Anrainerstaaten der Arktis, nämlich Dänemark (also Grönland), Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden, die USA sowie die sechs Dachorganisationen der „Permanent Participants“ (ständigen Teilnehmer) der Ureinwohner. Seit Mitte Mai 2017 führt Finnland den Rat an. Obendrein übernehmen bestimmte Länder und Organisationen wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien einen Beobachtungsstatus, dürfen sich in Projekten mit engagieren. Doch können sie deshalb den Kurs der Ausbeutung verhindern?

Grönland rudert längst zurück

Nachdem das Parlament im Oktober 2013 für den Abbau von Uran und den Metallen der Seltenen Erden gestimmt hatte, verbleibt jene fragwürdige Haltung bis heute bestehen. Als Begründung führte die Premierministerin gern an, daß auf diese Weise Grönland sich eine gewisse Unabhängigkeit zum Königreich Dänemark verschaffen wolle, darüber hinaus der hohen Arbeitslosigkeit begegnet werden solle.

Na super, mal wieder meint die Politik zusammen mit der Wirtschaft, daß der unbedarfte Abbau derartiger Stoffe das Allheilmittel sei, den Menschen eine Beschäftigung zu ermöglichen, anstatt die Langzeitfolgen zu überdenken. Der Traum von Unabhängigkeit seitens der weltweit größten Insel könnte sich als gefährlichen Trugschluß erweisen.

Klimawandel als willkommener Helfer – Widerstand vonnöten

Die Arktis blickt bedrohlichen Zeiten entgegen, die Welt im übrigen ebenso, wenn das Grönlandeis weiterhin dermaßen schnell schmilzt, die Weltmeere wesentlich höher ansteigen, als noch vor kurzem vermutet. Doch dies scheint vielen Zeitgenossen einerlei zu sein, Hauptsache man sitzt selbst im Trockenen, was interessieren da schon ein paar Milliarden Menschen, die in absehbarer Zukunft lebensbedrohlich gefährdet sein werden?

Das hat die Menschheit zu bedenken, will sie sich nicht dem Vorwurf aussetzen lassen, sie hätte derartige Katastrophen verhindern können. Aber der fortschreitende Klimawandel begünstigt eine auf der Lauer liegende Schiffahrt, denken wir an die chinesischen Frachter, die aufgrund freigwordener Seewege im arktischen Norden nunmehr sich den langen Umweg über den Suezkanal ersparen können. Eine Unep-Studie (Umweltprogramme der UN) befürchtet einen 40-fachen Anstieg der Schiffahrt in dieser Region bis zum Jahre 2020. Ölkonzerne wie Exxon Oil, Kanada BP und Gazprom haben längst Probebohrungen in Planung, sobald im wahrsten Sinne des Wortes das „Eis gebrochen“, wird die Gier nicht zu stoppen sein.

Da gilt es, Widerstand dem entgegenzusetzen, nicht nur seitens Greenpeace mit ihrem Anliegen „Raus aus der Arktis“, sondern da sollten sich neben den Betroffenen vor Ort sämtliche wachen Geister aufgerufen fühlen, bevor die Arktis einer wirtschaftlichen Ausbeutung zum Opfer fallen wird, dessen zerstörerischen Ausmaße weltweit niemand real voraussagen vermag.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Abtreter

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Oh, wie ich es kannte dieses Gesicht,
diese Betretenheit, dieses Verwischte,
dieses Verbrauchte, dieses Abgeriebene,
das abgetretene, verschmierte Wirklich!
Das Schimmern der Spuren des Verletzten,
der das Kind mit dem Bade ausgeschüttet,
ungewollt, unverzeihlich, doch sein Metier.

All den Schutt der Straße, des Vorstellbaren,
überkommener Ideologien, Moral, Begriffe
sammelt er mit einer intensiven Akribie,
matscht daraus sein Wohlbehagen,
er, der Befreier vom Schmutz des Alltags,
der Phantasie, vom Dreck des Geistes.
Nichts wird sauber ohne ihn, den Abtreter.

Damit man ihm huldigt, dem Saubermann,
wirbelt er Staub auf, sein trockener Humor.
Wundert man sich über den gesammelten Mist,
das geht dich einen feuchten Kehricht an,
woher der Staub auf meiner Matte kommt.
Betreten schaut er daneben, grinst in sich hinein,
sein Erfolgsgeheimnis, er kümmert sich um Dreck.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Zum Teufel mit den Frauenrechten

The Donald wird seinem Image gerecht

Das paßt wie die Faust aufs Auge, dieser Choleriker im Weißen Haus macht seinen Ansagen und rüpelhaften Auftreten alle Ehre mit dessen heimlicher Intervention, die Definition von häuslicher Gewalt abzuschwächen. Wirklich verwundern mag dies seine scharfen Kritiker und Beobachter mitnichten, weil er sich ständig derart frauenverachtend gebährdet.

Noch zu Obamas Zeiten war in dem entsprechenden Gesetzestext enthalten, daß ökonomische, psychische, seelische oder sexuelle Gewalt unbedingt zur häuslichen Gewalt zählen muß, was unter Donald Trump einfach gestrichen wurde, und zwar bereits klammheimlich im April letzten Jahres. Ein ziemlicher Rückschritt für Frauenrechte!

Menschenrechte zählen nicht

Sind das Papier nicht wert, auf dem sie festgehalten. Wer’s nicht glauben mag, sollte mal einen Blick in die Social Media werfen oder mitten hinein in den Deutschen Bundestag, wo sie sitzen, die neuen Nazis, die völlig ungeniert ihre Politik unters Volk streuen, egal ob inzwischen vom Verfassungsschutz kritisch beäugt.

Kommt uns das alles nicht bekannt vor, denkt man an die dunklen Jahre unter diesen Adolf Hitler? Mit Nationalisten wie Donald Trump oder patriotischen Saubermännern wie Wladimir Putin wird die Welt weder sicherer noch friedlicher, werden erst recht Frauen verachtet, es paßt auch prima eine Homophobie mit ins Konzept.

Da braut sich was schreckliches zusammen

Wenn wir es verpassen, sie zu stoppen, dann entwickelt sich das Ganze in eine Zeit, die wir längst überwunden glaubten. Die „Atomwaffen Devision“ mit dem „Hass Netzwerk“ kann sich in den USA unter Trump womöglich noch unbehelligter etablieren, zieht man den wiedererweckten Rassismus hinzu, der sich im Lande ausbreitet.

Vor gut einem Jahr stellte Querdenkende die Frage, wieviel Gewalt die Bundesrepublik durch rechten Terror verträgt? Letztlich keine, genauso wenig wie generellen Terror. Solange Terror kontrolliert verhindert oder wenigstens weitestgehend sich nicht ausbreiten kann, mögen die Menschen ihrer Regierung noch vertrauen. Zieht man allerdings all das bereits bekannte Wissen um die Zusammenrottung jener rechtsradikalen Kräfte hinzu, die Ignoranz, ihnen deutlicher zu begegnen, kommen schnell Zweifel auf.

Jene „Wir sind das Volk“-Parolen glänzen längst in einem trüben Licht einer tief braunen Bewegung mit blauen Anstrich, die nur eines im Sinn hat, den menschenverachtenden Geist ihren selbsternannten Führern walten zu lassen. Halten wir sie auf, bevor es zu spät sein wird!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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