Im Reigen eines falsch verstandenen Idealismus

https://pixabay.com/de/composing-frau-fantasie-gesicht-2391033/

pixabay.com

Liebesgrüße aus dem Reich der Träume

Je größer die Not, desto erfindungsreicher vermögen verzweifelte Menschen Abhilfe schaffen, entstehen gar kreative Ideen, werden Probleme ziemlich pragmatisch, meist effektiv gelöst.

Manchmal rufen sie auch den kriminellen Instinkt hervor, weil per Tricksen, Betrügen und geschickten Raubzügen bis hin zu simplen Gewaltakten menschliche Schwächen sich zeigen, auf unehrliche Weise, ein Gewissen verdrängend, sie zum selben Ergebnis gelangen. Was im Reigen eines falsch verstandenen Idealismus hervorgeht, hat einzig und allein das System selbst zu verantworten bzw. eine vernichtende Allianz gegen kreatives Sein.

Materialismus begünstigt Kreativitätsblockaden

Müssen wir davon ausgehen, daß der Sinn jeder Gestaltung in seinem Ursprung keinerlei materielle Ambitionen haben darf, weil nur wirklich frei fließen wird, was sich keinem Korsett oder einer Zensur unterziehen möchte wie ein Vogel im Wind ohne jedwede Nachstellung? Materialismus läßt Kreativitätsblockaden ohne weiteres entstehen, weil zeitliche Vorgaben und einengende Rahmenbedingungen scharfe Grenzen setzen?

Denken wir zurück an die ersten Versuche bekannter Kunstschaffender wie die Beatles, Salvador Dali, Edith Piaf oder Leonardo da Vinci. Sie haben allesamt etwas entscheidendes gemein: Sie lebten ihre Ideen aus, ließen sich durch keine Widrigkeiten ablenken, vom Weg abbringen. Hätten sie vorher schon einen eventuellen Erfolg vor Augen gehabt, muß man hypothetisch annehmen, sie wären wohl nicht so euphorisch gewesen, innerhalb ihrer anfänglichen Kreativitätsversuche sich selbst zu finden, ihre innersten Begabungen auszuleben.

Gefangen in einer genormten Welt der Mißgunst

In jedem Menschen stecke ein Künstler, inpliziert von vornherein eine gewagte These, die innerhalb einer kaltschnäuzigen Gesellschaft sich keineswegs verwirklichen läßt, die Akezptanz ausbleibt. Schon heben sich diejenigen hervor, die eben ihren Weg mit äußerster Konsequenz verfolgen, dem selbstauferlegten Ideal frönen. Doch in einer genormten Welt der Mißgunst verbleibt kaum Raum für solche Kunstschaffende. Sie ersinnen daher unterschiedliche Strategien, um ihr Ziel zu erlangen, obwohl manche scheitern an der Intoleranz ihres näheren Umfeldes. Solche Entwicklungsprozesse bedürfen eines zähen Durchhaltevermögens, wer nicht standhalten vermag, den Anfeindungen nicht gewachsen, hat das Los eines schier verzweifelten Kampfes vor sich.

Bieten wir unseren Mitmenschen Möglichkeiten, verhindern aktiv, daß Träume niemals verfliegen dürfen, denn dem Mensch liegen die Ergebnisse der Schöpfung vor Augen, er muß lediglich hinschauen, was unser Blauer Planet alles bietet und trotzdem eigene kreative Interpretationen verwirklichen, weil sein Geist nicht eher ruhen wird, bis sie vollbracht.

Grenzüberschreitung einer ideellen Vorstellung

Polaritäten verhindern gleichzeitig das Abdriften in Scheinwelten, in die gewisse Zeitgeister flüchten, um einer eiskalten Realität etwas entgegenzusetzen. Solange die Phantasie beflügelt sich ausleben darf, weil keinerlei Normgehabe sie umgibt, können kreative Momente sich manifestieren.

Angesichts zunehmenden Zusammenrückens aufgrund einer expandierenden Weltbevölkerung werden die Freiräume kreativer Entfaltung erheblich kleiner, passen erst recht keine Auszeiten innerhalb der Alltagsnotwendigkeiten, die ein Überleben sichern sollen. Wer sich nicht fügt, wird gerügt. Und wenn eine ideelle Vorstellung dennoch Grenzen überschreitet, ungefragt, in gewisser Weise sich verselbständigend, weil gesäte Gedanken unwiderrufbar sich entfalten? Dann lassen wir sie wirken, sich ausleben, da jede Idee dem Keim kosmischen Seins entspringt.

„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“ (Salvador Dali)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Früher Abend

https://pixabay.com/de/sonnenuntergang-vogelschwarm-2973130/

pixabay.com

An mir vorbei,
der Weg war nicht breit,
die Sonne stand tief,
zog das einstige Leben.

Freude, Ängste, allerlei,
berührend befreit,
der Mund leicht schief,
um grinsend Zeiten zu weben.

So nebenbei,
gefühlte Sicherheit,
ohne daß ich sie rief,
ein Geschenk, zum Davonschweben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wenn Unternehmer Politiker wie Friedrich Merz loben

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/45/Neues_vom_K%C3%B6nig_aus_Burladingen.jpg/319px-Neues_vom_K%C3%B6nig_aus_Burladingen.jpg

Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Wolfgang Grupps Meinungsartikel läßt tief blicken

Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit, die natürlich für alle gelten muß, selbst wenn gar rechtsradikale Gesellen ihren Haß dahingehend streuen und sie somit für gezielte Propagandazwecke mißbrauchen. Apropos Propaganda. Aus dem Hause Springer, in der Welt, gibt der Unternehmer Wolfgang Grupp im Artikel „AKK ist nichts anderes als ein Double der amtierenden Vorsitzenden“ seine Meinung zum Besten.

Wer dermaßen undifferenziert, obendrein zum eigenen Wohle öffentlich Stellung bezieht, muß selbstverständlich mit Gegenwind und entsprechender Kritik rechnen. Ausgerechnet den Wunschkandidaten Friedrich Merz lobpreist der Trigema-Chef in den höchsten Tönen, fühlt sich gut aufgehoben von dessen Asyldebattenanstoß, wischt wichtige Kritikpunkte beiseite, um besonders hervorzuheben und zu behaupten, Annegret Kramp-Karrenbauer würde die Politik von Angela Merkel einfach fortsetzen.

Neoliberal, neoliberaler, am neoliberalsten – was reitet dabei wohl Herrn Grupp?

Man möchte sofortigst betonen, Schuster bleib bei deinen Leisten, in seinem Fall, Grupp bleib bei deinen T-Shirts. Davon versteht er wenigstens was, würde stets wirklich kritisch und vor allem in umfassenden Zusammmenhängen denken. Das unterläßt Wolfgang Grupp aber lieber, indem er androht, wenn Frau Kramp-Karrenbauer käme, wähle er halt aus Protest die FDP. Na, das paßt doch, der Unterschied zwischen der neoliberalsten Partei und Friedrich Merz geht gen Null, gemeinsamer Nenner: die zutiefst menschenverachtende neoliberale Politik, die sie verfolgen.

Vielleicht hätte Herr Grupp mal besser Anne Will angeschaut, wo Talkshow-Geplapper so manches über diesen Friedrich Merz offenbarte. Falls doch, dann entlarvt er sich eher als ein schlechter Beobachter, zu eindeutig gebährdet sich der Anwärter zum CDU-Vorsitz, dessen Körpersprache und unübersehbare Arroganz. Das blendet Grupp einfach aus, fokusiert seine Entscheidung zu Merz anhand bekannter Kraftausdrücke zur Asylproblematik, was übrigens prima der gesamten Neuen Rechten in den Kram paßt, die ohnehin kein anderes politisches Anliegen bedient.

Fettnäpfchen Frauenquote taugt so gar nichts als politisches Argument

Den Vogel schießt der Burladinger aber mit seiner Bemerkung im Artikel ab, Frauen würden innerhalb der Partei Annegret Kramp-Karrenbauer nur deshalb wählen, weil sie eine Frau sei. Schon klar, den Vorwurf und das stetige Vorurteilsgeschwafel hat sich eine Frau Merkel seit 13 Jahren anhören müssen, nun wird es mal Zeit, daß wieder ein „gestandener Mann“ die Geschicke des Landes in die Hand nimmt, zumal obendrein Merkel Merz damals von dannen gejagt habe. So der Gedankenstrang des Wolfgang Grupp.

Welch peinliches Statement, daß sich auf ein paar wenige Argumente stützt, um diesen Friedrich Merz in den höchtsen Tönen zu loben. Man vermißt vor allem einen besonders wichtigen Punkt im Meinungsartikel, nämlich mal die Frage in den Raum zu stellen, wieso niemand anders in Frage kommt, als jene drei Kandidaten. Das läßt Herr Grupp lieber aus und legt sich auf Herrn Merz fest, ein Garant für Unternehmer, für eine Wirtschaft, die Reiche noch reicher macht, Arme ohnehin verächtlich behandelt, siehe Kommentare seitens Merz über Hartz-IV-Empfänger, der besonders fragwürdige Vorschlag, Aktien für die Altersvorsorge.

Und solch einer soll jene CDU als Vorsitzender leiten, unterstützt von Wolfgang Grupp? Deutschland, es schaut nicht gut aus, falls das eintreten sollte!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

Veröffentlicht unter Medienschelte | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Siebzig Cent

https://pixabay.com/de/apfelsine-orange-zitrusfrucht-obst-1995056/

pixabay.com

Heute bin ich durchgeknallt.
Mein Gehirn nicht angeschnallt.
Ohne Drogen, ohne Alkohol,
Geist ohne Grenzen, leicht frivol.

Es hat Gewicht mein Sperenzchen,
verführt mich zu einem Tänzchen.
Ich laß es rollen auf dem Tisch,
ein bißchen Rock ’n‘ Roll schadet nicht.

Diese frische helle Frühlingsfarbe
versprüht den Duft romantischer Herbsttage.
Genüßlich, ohne Strategie, ungehemmt,
schäle ich eine Orange für 70 Cent.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Plastikmüll: Malaysias Import löst keinerlei Probleme

https://pixabay.com/de/m%C3%BCll-umwelt-strand-2369821/

pixabay.com

Halbherziges Vorgehen seitens Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Kunststoffe revolutionieren seit Jahrzehnten unseren technischen Fortschritt, in sämtlichen Lebensbereichen erfüllen sie zweckdienlich wichtige Aufgaben, haben oftmals andere Stoffe wie Stahl oder Bleche ersetzt, denken wir z.B. an die Autoindustrie oder den Hausbau. Im Lebensmittelbereich und damit einhergehender Verpackungsmittel erfolgt eine schier unübersehbare Steigerung, die zunehmend unsere Umwelt, insbesondere die Meere belasten.

Möglichst weit weg mit dem Plastikmüll, sodaß dieser nicht vor Ort stören kann. Genau jene Denkweise führt zu solch Entscheidungen, die vor allem von Industriestaaten wie den USA, Japan, Großbritannien oder hierzulande beschlossen werden, den eigenen Plastikmüll nach Malaysia zu verschiffen. 754.000 Tonnen sollen es allein von Januar bis Juli in diesem Jahr gewesen sein. Doch mit „Weg mit dem Müll“ kann es nicht getan sein, zumal dieser die Bevölkerung und Umwelt in Malaysia extrem belastet.

Chemieexperte fordert weniger Produktion von Kunststoffen

Und das in einer Welt, die sich technische Errungenschaften nicht einfach nehmen lassen wird, weil Kunststoffe so herrlich bequem den Alltag scheinbar versüßen, gleichzeitig in bestimmten Bereichen tatsächlich von hohem Nutzen, nicht mehr wegzudenken sind. Die große Herausforderung wird eine klare Analyse sein, wo immer eine Reduzierung möglich wäre bis hin, Kunststoffe tatsächlich zu vermeiden, denken wir an viel unsinniges Verpacken im Lebensmittelbereich, weg vom Müll, hin zum Verzicht, so der Ansporn von beherzten Umwelschützern.

Manfred Santen, Experte für Chemie bei Greenpeace Deutschland, nimmt die Bundesregierung in die Pflicht, sein Appell richtet sich daher an Bundesumweltministerin Svenja Schulze, deren Fünf-Punkte-Plan zur Vermeidung von Plastikmüll nicht weit genug geht, mit Absichtserklärungen der Hersteller von Wegwerfplastik wird es längst nicht getan sein. Wir wissen doch, daß einfach weiter produziert wird, was interessiert hinterher eine belastete Unwelt.

Plastikmüll inzwischen ein weltweites Problem – mehr Recycling fördern

Welches die Menschheit nicht in den Griff bekommen wird, sollte sie weiterhin dermaßen halbherzig die riesigen Mengen an Plastikmüll zulassen. Naheliegend, daß das Recycling vorangetrieben werden muß, nur knapp zehn prozentig umweltgerechtes sind zu wenig, da wäre noch viel mehr drin, wenn die verantwortliche Politik dies endlich auch umsetzen würde.

„Das größte Problem mit dem Fortschritt ist – auch die Nachteile entwickeln sich weiter.“ (Ernst Ferstl)

Dies aber möchten viele nicht wahrhaben. Dazu dient letztlich die Ablenkung, die mittels technischem Erfindergeist sich mühelos umsetzen läßt. Welch Trugschluß!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

Veröffentlicht unter Umwelt | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Hingeblättert

https://pixabay.com/de/buch-manipulation-natur-fantasie-2152349/

pixabay.com

Langsam.
Der fallende Flug
schwenkt es
durch Luftwirbel
gebettet,
in scheinbarer
Schwerelosigkeit
auf eine Reise.

Langsam.
Entfernt vom Halt,
der war
für das Leben,
um Schutz zu geben,
Nahrung zu nehmen,
ein Abenteuer allein
mit unbekanntem Ziel.

Langsam.
Als Greis
inmitten der Elemente
gealtert,
Wunsch oder Traum,
zu ihr geflattert.
Wann beginnt
das Ende?

Langsam.
Mühevoll
gebückt,
die Haut
ledrig brüchig,
die Adern porös,
das Blatt, die Frau,
zu zweit auf dem Weg.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Trotziges Einerlei beim G20-Gipfel

https://pixabay.com/de/figur-mann-fernglas-zaun-gag-2687801/

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Welch Hype bei jenem G20-Gipfel, der alles andere als positiv bewertet werden kann. Auf der einen Seite erneut völlig berechtigte Proteste, andererseits nahezu lächerliche Lippenbekenntnisse der G20-Staaten, die Welt sicherer gestalten zu wollen. Die Realität offenbart keine rosige Zukunft, zumal allen voran jene USA mit diesem „blonden Dollen“ den Nationalismus sich auf ihre Fahnen schreiben, was erst recht manch Schurkenstaat dazu verleitet, kriegerische Absichten zu verfolgen, die eigene Bevölkerung zu tyrannisieren.

Von einem friedlichen Miteinander kann kaum noch die Rede sein, wenn ein Herr Putin diesen Kronprinz Salman kumpelhaft begrüßt, obwohl jene saudische Eminenz höchstwahrscheinlich Jamal Khashoggi ermorden ließ. Genauso wenig, weil sowohl der US-Westen als auch Russland alles daran setzen, den Ukraine-Krieg nicht zu beenden, Provokationen, wohin das Auge reicht, leidtragend die Menschen vor Ort. Mit Blick gen Syrien ganz zu schweigen.

Kriegerische Konflikte nehmen eher zu, das Elend und die Armut in der Welt erst recht, während eine stetige Elite der Superreichen sich jedweden Luxus gönnt, um per Mediengeplänkel sich selbst zu beweihräuchern. Dieser G20-Gipfel wird zu Recht zutiefst kritisch betrachtet, weil er einem Drama gleicht, nur daß die Tragik der Geschehnisse Menschen real belastet und keine andächtigen Zuschauer in einem Theater.

Die mediale Aufmerksamkeit mit Blick zu Frau Merkel, die wohl die europäisch stärkste Wirtschaftsnation politisch vertritt, offenbart einen kläglichen Strohhalm möglicher Errungenschaften, die letztlich ausbleiben angesichts trotziger Haltungen der drei Supermächte. Die USA, Russland und VR China agieren in einer anderen Liga als die restlichen 17 Staaten, da sie den Lauf der Geschichte letztlich entscheidend mittragen.

Ein Verharren auf der Stelle bei gleichzeitiger Aufrüstung, schleppende Vorgehensweise beim Klimawandel, fortsetzendem Raubbau sämtlicher Ressourcen, Mißachtung der Umwelt, was geplante AKWs anbelangt, die Ignoranz zum Plastikmüll, die Vernichtung der Wälder, die Fortsetzung von Monokulturen. Alles Indizien mit zerstörerischer Wirkung, die nur eines im Sinn haben, nämlich die eigene Macht auszubauen, das Wohl von Mensch und Umwelt keineswegs berücksichtigt.

Daher kann der kritisch Denkende nur bemerken, daß solche Gipfel einer Alibi-Vorstellung gleichen, die in Wirklichkeit eben keine Fortschritte zum Positiven bewirkt. Wäre dem so, müßten sichtbare Veränderungen zum Besseren sich ergeben. Das Gegenteil ist wie beschrieben der Fall.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

Veröffentlicht unter Meinung | 2 Kommentare