Fumiku

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Sie riecht ein wenig,
Samt ähnlich,
zimtig,
versteht sich.
Ihren Puder
verteilt sie
ein wenig,
hier und da,
schmeichelnd,
wo nötig.

Lasziv, ein wenig
träumerisch,
selbstbewußt,
ihre Aktionen.
Stets adrett,
geschniegelt
ein wenig,
alles im Blick
fürs Freßchen,
mich liebt sie somit.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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In Erinnerung an Alex Wiska

Einer der ganz Großen der Kölner Musikszene

Nachdem Alex Wiska ab 2005 aufgrund einer Krankheit seinen schier unermüdlichen Drang, live auf der Bühne sein Können zu präsentieren, für die nächsten drei Jahre aussetzen mußte, trat er wieder ab 2009 auf mit seiner bekannten Band Alex Oriental Experience, und zwar mit Ufo Walter, eigentlich Uwe Friedrich Otto Walter, am Baß und Manni von Bohr am Schlagzeug. Aber schon zwei Jahre später verstarb dieser große Ausnahmemusiker am 03. März 2011 an den Folgen einer Krebserkrankung im Alter von 60 Jahren.

Der gebürtige Kölner Alex Wiska spielte schon als Elfjähriger Gitarre und gründete 1964 seine erste Band namens Famous Four, also zu Zeiten als die Beatles langsam aber sicher ihre Weltkarriere starteten. So war es ziemlich naheliegend für ihn, schon zwei Jahre später sich zur Kölner Beatband Playboys als Gitarrist zu gesellen. 1967 veröffentlichten sie immerhin die Single „Ombächli“. Alex Wiska vertiefte sein Gitarrenspiel, in dem er 1968 am Musik Konservatorium Köln für zwei Semester „Gitarre“ studierte.

Im darauffolgenden Jahr hielt ihn nichts mehr, er begab sich auf die Suche nach neuen Herausforderungen, um in New York in der Clubszene zu spielen. Anschließend zog es ihn nach Ibiza, wo er zusammen mit seinem Freund Uli Hundt, der später 1976 die Politrock-Anarcho-Clown-Band Schroeder Roadshow gründete, um dort die deutsch/spanische Band Sweet Stoned zu gründen. 1970 begab er sich in die Türkei und spielte für die nächsten zwei Jahre mit Cem Karaca zusammen, der als bedeutendster Vertreter der Anadolu-Rockbewegung galt. Die beiden spielten bei der Popband Kardas,lar. Immerhin erhielten zwei seiner Songs eine goldene Schallplatte. In jener Zeit entdeckte Alex das türkische Folklore-Saiteninstrument: Saz. Es galt auch als ein Begleitinstrument anatolischer oder kaukasischer Barden. Der türkische Poet und Saz-Spieler As‚ɪk Mahzuni S,erif war sein Lehrer. Zunächst elektrifizierte er die Saz mit Tonabnehmern, um dann im Jahre 1998 sein erstes eigenes Instrument daraus zu entwickeln, welchem er den Namen STIL gab.

Mit der Kölner Rockband Can wurde Alex schließlich in Deutschland bekannt

1972 traf er die Musiker der schon vier Jahre lang agierenden Rock- oder auch Kraut-, bzw. Psychedelic-Rockband Can, den Schlagzeuger Jaki Liebezeit, den Keyboarder Irmin Schmidt sowie den Baßisten Holger Czukay. Diese produzierten Alex Wiskas’ erste LP für Ariola mit dem einfachen Titel „Alex“. Es folgte zwei Jahre später die LP „That’s The Deal“.

Von 1976 bis 1980 tourte er allein quer durch Deutschland und Europa, wobei ein Rhythmusgerät seine Begleitung war. Dabei spielte er in jährlich 100 Konzerten als Vorprogramm für Bands wie Roxy & Elsewhere Band, deren Frontmusiker Frank Zappa wohl eher bekannt sein sollte, Maggie Bell, Steppenwolf, Bad Company, Sparks und Stone the Crows.

Alex Oriental Experience und Wiska Records

Schließlich gründete Alex Wiska die eigene Schallplattenfirma Wiska Records. Zusammen mit seiner ersten festen Live-Band Alex Oriental Experience wurde „Album Live!“ aufgenommen, am Baß Horst Stachelhaus und am Schlagzeug Manni von Bohr. Der Bassist Horst Stachelhaus der deutschen Rockgruppen Message und der wohl bekannteren Birth Control verstarb am 20. Mai 1999 nach langer Krankheit. Von 1980 bis 2009 produzierte Wiska 25 Alben, war live im Rockpalast und in Rock Life zu sehen, aber auch in verschiedenen Fernsehshows. Am 18. Dezember 2010 fand sein letztes Live-Konzert im Schaustall/Langenfeld vor ausverkauftem Haus statt.

Was zeichnete diesen einzigartigen Musiker aus?

Kein anderer verstand es, die türkisch-orientalischen Klänge so hervorragend auf die Bühne zu zaubern wie Alex Wiska. Der auch „Türk Rock Alex“ benannte Musiker schaffte es stets, sein Publikum vortrefflich zu berühren, in den Bann zu ziehen. Viel Blues, manch Boogie- aber auch Funk-Klänge sowie Meditatives brachten die entscheidende Würze im Klangbild von Alex Wiska.

Titel wie „On the road again“, „Billy McGraw“, „Into the Sun“, “Message to you all”, “Turkish an American Blend”, “Red Dress” sowie “Sad and lonely” sind unvergessliche Zeugnisse seiner Liedkunst, liebe Leser. Hören Sie einfach mal rein, bei YouTube werden Sie ebenso fündig werden. Im Jahre 2007 produzierte Meyer Records die Anthologie „Alex Oriental Experience – more than 40 years of Rockmusic“, einen Querschnitt seines Schaffens.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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Schutzengel: Mythos zwischen Aberglaube und Realität

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Rätsel zwischen Himmel und Erde

In einer abgeklärten, wissenschaftlich aufs akribischste erforschten Welt, bei der alles über sämtliche Natur- und Geisteswissenschaften sich erklären und messen läßt, findet sich kein Platz für sämtliche ungelösten Rätsel zwischen Himmel und Erde. Und doch bietet gerade dieser unvorstellbare große, viel eher unbegreifliche Raum einen Stellenwert, dem sich all jene eben nicht entziehen können, die selbst ganz bestimmte Erlebnisse hatten oder aber Zeuge unerklärlicher Ereignisse waren.

Alles Mystische, Rätselhafte, was durchaus seinen Platz innerhalb der Esoterik findet, besteht neben den vielen Religionen, beschäftigt den Homo sapiens schon ewiglich. Das gilt somit auch für die 72 Schutzengel und die 10 Erzengel, deren Ursprung auf die Traditionelle Engellehre zu Zeiten Moses zurückzuführen sind. Was aber steckt dahinter, dem Mythos zwischen Aberglaube und Realität?

Engel – eine stets vorhandene Energie

Sicherlich mag schnell das simple Vorurteil entstehen angesichts der Engelsbildnisse, die flügelrauschend vielfach sowohl in der Malerei oder skulpturell als kunstvolle Zeugnisse präsentiert werden. Und während in sämtlichen großen Weltreligionen Schutzengel zum festen Bestandteil gehören, traten in den antiken aber auch animistischen Religionen zumindest Schutzgeister engelsgleich auf, wie in der griechischen Mythologie unter Daimon bekannt und bei den Römern die persönlichen Genien. Müssen wir uns viel eher von den Flügelwesen verabschieden, was lediglich sinnbildliche Erklärung vermitteln möchte, wobei tatsächlich beschützende Eigenschaften das geistige Band zwischen uns selbst und dem Schutzengel knüpft, stets bemüht, uns zu sehen und zu hören, diese eigentlich reine Energie wir bloß nur noch anzuzapfen bräuchten?

Ob wir an Schutzengel glauben oder nicht, ihre Namen kennen oder nicht, vorhanden sind sie allemal, die Kräfte, die Bänder zwischen ihnen und uns selbst. Kein Wunder, daß oftmals unerklärliches Glück im Spiel bei bestimmten Unfällen oder Mißgeschicken, die Schutzengel helfen, unsere eigene Energie, die wir meist unbewußt dann bemühen. So berichtete einmal der schwedische Mystiker Swedenborg, wie seine Erfahrung mit Engeln sich gestaltete: „Es ist mit völlig klar, daß viele der Meinung sind, daß niemand, der noch in diesem Körper ist, mit Geistern und Engeln reden kann; viele glauben, es sei alles ausgedacht, andere finden, daß ich dieses berichte, um Glaubwürdigkeit zu erlangen, während andere wieder andere Einwendungen haben. Aber ich lasse mich nicht verunsichern, denn ich habe gesehen, ich habe gehört und ich habe gefühlt.“

Ihre Rückkehr ein normales Indiz in unsicheren Zeiten?

Je dramatischer und unsicherer die eigenen Belange, erst recht in unsicheren Zeiten, wobei ohne weiteres hinterfragt werden darf, welche Zeiten denn wirklich jemals sicher waren, habe der Aberglaube, das Mystische stets Hochkonjunktur, behaupten hämisch böse Zungen. Sicher doch, die Menschen brauchen stets einen Halt, den ihnen keine Wissenschaft, keine coole politische Korrektness vermitteln oder anbieten kann, sodaß die gesamte Esoterik bemüht, zugleich Religionen viel eher der Rücken gekehrt wird, haben deren Glaubensvertreter über die jahrhundertealten, dramatischen Machtkämpfe für genug Anlaß gesorgt. Schutzengel aber hatten stets ihre eigene Nische trotz sämtlicher Ereignisse. Und während noch eine Forsa-Umfrage im Jahr 1998 zu dem Ergebnis gelangte, daß 48 Prozent der Deutschen an persönliche Schutzengel glauben, waren es sieben Jahre später gar gleich zwei Drittel aller Deutschen wie eine Umfrage seitens des GEO-Magazins in Auftrag desselben Instituts herausbekommen haben will.

Es wäre viel zu billig und simpel, auf diese Weise polemisch kontern zu wollen, den Menschen Aberglauben zu unterstellen. Das sollte ein jeder mit sich selbst ausmachen. Während für den einen Schutzengel eher Humbug darstellen, vermag der andere neugierig sich dem Thema nähern, möchte es genauer wissen. Gehören Sie zu letzteren, liebe Leser, sei Ihnen die Seite Engel & Wir – Alles über Engel empfohlen, dort errechnet und zeigt Ihnen das System Ihre drei Schutzengel, die von Geburt an feststehen und darüber hinaus die ein oder andere Information.

Wie bemerkte Luciano De Crescenzo doch so zutreffend:

„Jeder von uns ist ein Engel mit nur einem Flügel. Und wir können nur fliegen, wenn wir uns umarmen.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Ungeklärtes

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G20-Gipfel 2018: Keine guten Omen im Vorfeld

Trumps Twitter-Absage exemplarisch

2018 G20 Buenos Aires Summit, so die international offizielle Bezeichnung des Gipfels, an dem die bekannten 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer von heute bis morgen in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires tagen werden. Dabei gab es zuvor bereits zwei Versuche per Bomben-Anschlägen, die beide jedoch vereitelt wurden, friedliche Proteste sind erlaubt, 22.000 Polizisten werden für den reibungslosen Ablauf des Gipfels eingesetzt.

Apropos friedliche Proteste, erinnert sei in diesem Kontext, weil der letztjährige G20-Gipfel in Hamburg so viele häßliche Momente der Gewalt offenbarte, an die 1.000 lehmgrauverschmierten Gestalten, die in Hamburg unterwegs waren, eine Kunstperformance ohne Polizeimacht und Randale. Die Welt hat sich an solche Momente zu erinnern, auch wenn es erneut alles andere als friedfertig ausschaut.

Alles Zufall oder eher gezielte Agitation?

Den Flug von Berlin nach Argentinien zum G20-Gipfel mußte die „Konrad Adenauer“-Maschine über den Niederlanden kurzerhand unterbrechen, im Köln-Bonner-Flughafen notlanden, weil eine „ernsthafte Störung“ festgestellt wurde, wie die Bundeskanzlerin kommentierte, die Regierung prüft einen offenbar kriminellen Hintergrund.

Doch damit nicht genug. Das Haus und Anwesen des mitfliegenden Vizikanzlers Olaf Scholz wurde in der gleichen Nacht in Hamburg per angezündeten Autoreifen und mit Farbe gefüllten Marmeladengläsern verunstaltet, Protest aus dem Hinterhalt. Keine guten Omen im Vorfeld des G20-Gipfels.

Der „blonde Dolle“ wird erneut seiner Rolle gerecht

Was kaum anders zu erwarten war. Dabei wären Gespräche zwischen Putin und ihm so dringend notwendig angesichts der neu entflammten Spannungen im Ukraine-Krieg. Trumps Absage in letzter Minute brüskiert Putin, obwohl der russische Präsident wohl damit gerechnet haben muß, die cholerischen Entgleisungen des US-Präsidenten garantiert richtig einschätzt, zumal die Russlandaffäre zum Wahlkampf noch längst nicht vom Tisch ist.

Spekulationen darüber, ob jetzt Angela Merkel ihre geplanten Gespräche mit Donald Trump führen kann oder nicht, weil sie entschieden zu spät beim G20-Gipfel eintreffen wird, sind unangebracht. Wenn die Politiker es ernst meinen, finden sich Gelegenheiten. Aber Konfliktlösungen dürfen ernsthaft angezweifelt werden, wer mal die Sachlage nüchtern betrachtet. Was soll man von diesem Herrn Trump halten, der kaum Interesse am Ukraine-Krieg zeigt, gar meinte, Angela solle den Streit schlichten, obwohl die Kanzlerin dies längst in die Wege geleitet hatte.

Was kann man anderes von jenem unsensibilisierten, unreifen US-Präsidenten erwarten? Er hat sich in den bald zwei Jahren seiner Amtszeit genau als das offenbart, was viele voraussagten, nämlich viel Porzellan zu zerschlagen, verpaßte es, dringend notwendige Weichen zu stellen, hin zu einer weitsichtigen Klimapolitik, viel diplomatisches Geschick für mehr Sicherheit und Frieden einzusetzen. Stattdessen folgt ein Desaster nach dem anderen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Zu dir

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Zu dir führt keine Rolltreppe
noch eine verbindende Kette,
kein Schleier, keine Schleppe,
noch eine Figurendublette.

Dich muß man nicht suchen,
nicht im Dickicht finden,
keine Reise zu dir buchen,
nicht täglich für dich schinden.

Wer zu dir kommen will,
um gemeinsam zu leben,
tobend, liebend, rasend, still,
einfach dir die Hand geben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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USA zwischen weltpolizeilichem Gehabe und Antiamerikanismus

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Donald Trumps Nationalismus führt letztlich zur Bedeutungslosigkeit

Die weltweite Stimmung nimmt immer dramatischere Formen an, wenngleich spitze Zungen gern bekunden, daß es des öfteren solche Momente in der menschlichen Geschichte gab, manche Völker innehielten bzw. einige Gesellen nachdenkenswerte Schlüsse zogen, vom Philosophen bis hin zum Freidenker.

Dennoch sollten wir die Rückschlüsse politischer Entwicklungen nicht verharmlosen, zumal sich deutliche Strukturen gewisser Absichten offenbaren, die erneut das leidige Thema des Antiamerikanismus hervorrufen. Die Folge: Weltpolizeiliches Gehabe verblaßt im Showdown. Die USA ein sinkendes Schiff, eine Titanic der Superlative, die erst recht unter Donald Trump vor lauter Arroganz die mahnenden Stimmen einer aufwachenden Menschheit überhört und ignoriert?

Feindbild Kommunismus – wenn Künstler berechtigt hinterfragend anmahnen

Jahrzehntelang konnten die US-Amerikaner das Bild vom „bösen Kommunismus“ aufrecht erhalten, der angeblich nichts anderes im Sinn haben sollte, die Welt zu vereinnahmen, um das Diktat des Proletariats ihr überzustülpen. Da paßte schließlich hervorragend die Zweiteilung Europas und Deutschlands, die errichtete Mauer der DDR als Symbol purer Abgrenzung genauso wie der aufkommende Kalte Krieg, das Wettrüsten, das gegenseitige Übertrumpfen der beiden Großmächte als noch keine VR China ihnen dies streitig hätte machen können.

Obwohl im Zuge der 1968er Bewegung, die sehr deutlich die Erkenntnis zum sinnlos-aggressiven Vietnamkrieg einfließen ließ, mitten im Herzen Europas ausgerechnet beim deutschen Verbündeten mit den Schah-Protesten, Rudi Dutschke-Demos und der intensiveren Aufarbeitung der Nazi-Ära erneut ein gewisser Antiamerikanismus besonders die Jugend bewegte, verstand es selbst die sozial-liberale Brandt-Regierung, später unter Helmut Schmidt erst recht nicht, die Zeichen der Zeit zu deuten und entsprechend kritisch die USA zu betrachten. Stattdessen folgte bekanntlich die Drohkulisse des Nato-Doppelbeschlußes.

Es ist der Besonnenheit der Sowjetunion in erster Linie zu verdanken, daß kein Atombombenszenario im Herzen Europas die Welt belastet hatte zusammen mit einer mutig entstehenden Friedensbewegung in Deutschland. Zutiefst mißtrauisch beäugt und stellenweise kriminalisierende Reaktionen waren die Antworten der politisch Verantwortlichen.

„Keine Heimat, wer schützt mich vor Amerika?“, so der ohrwurmartige Refrain des 1982 erschienenen Songs „Keine Heimat“ der Neue-Deutsche-Welle-Band „Ideal“, der prompt einer Zensur unterlag, in deutschen Radiosendern zunächst nicht den Hörern gegönnt wurde, obwohl selbstverständlich in Szenecafes, Musikschuppen und wo immer möglich der schnelle Sound des Songs, den Annette Humpe vehement singend vortrug, zu hören war. Das bischen Kritik im Song sorgte für soviel Aufregung? Das paßte bestimmt auch einem Ronald Reagan nicht in den Kram, der US-amerikanisches Schwarz-Weiß-Denken förderte, denken wir an seine simple Formulierung über die Sowjetunion als ein „Reich des Bösen“.

Obwohl gerade Musik verbindend wirkt, so gar keine staatliche Grenzen und Gegensätze kennt, eben Toleranz in Texten fordert, besonders die Literatur und das auf den Theaterbühnen projizierte Wort für nachdenkenswerte Unterhaltung sorgt, die Politik fern vom Medienrummel zu betrachten, verbleibt Zensur, Überwachung kritischer Bürger? Unbedingt. Was damals sich politisch artikulierte, wurde von Beginn an schärfstens akribisch beobachtet, ob von der CIA selbst, dem BND, der Stasi oder anderen Diensten und hält bis heute bekanntlich an.

The American way of life – kein nachahmenswerter Lebensstil

Historisch muß man die Neue Welt, daher auch die riesige USA genau dahingehend betrachten, daß nach der Vertreibung und Ermorderung der einheimischen Indianerstämme viele Europäer das weite Land eroberten, aufteilten, sich einfach nahmen. Sie konnten auf alte europäische Traditionen pfeifen, sich eine eigene Vorstellung von Moral aufbauen, unterlagen spätestens mit ihrem ersten Präsidenten George Washington nicht mehr dem weitverzweigten Herrscher-Gehabe der europäischen Königshäuser, sondern waren damit beschäftigt, sich davon zu lösen, eine Großmacht aufzubauen.

Vergessen sei in diesem Kontext nicht, daß in Europa dann zwei Weltkriege tobten, wobei die USA jedesmal zunächst nicht direkt betroffen waren, sondern im Ersten Weltkrieg sich mittels der Entente einbrachten, schließlich den Alliierten anschlossen. Europa geriet daher in die Schuldenfalle, weil die USA per Darlehen am Wiederaufbau sich beteiligte. Startschuß einer Umkehr wirtschaftlichen Denkens und Handelns war die Weltwirtschaftskrise nach dem Schwarzen Donnerstag im Oktober 1929, was folglich sechs Jahre später zum „Social Security Act“ führte. Mag herorisch klingen, obwohl es in Deutschland längst soziale Absicherungen gab, seit 1927 das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg vermochte die USA endgültig ihren eigenen Lebensstil, den „American way of life“ der Welt nicht nur zuzumuten, sondern diesen per Werbeindustrie bis in die kleinsten Nischen zu transportieren. Und wer direkten Krieg gegen die USA führte, wurde mal eben per Atombombenabwurf abgestraft, eine bis heute anhaltende Drohkulisse, die trotz des abgesegnten Start-Vertrags im April 2010 weiterhin besteht.

Dollar-Leitwährung unter allen Umständen – Russland fühlt sich bedroht

Am Ende der verbleibend anhaltende Antiamerikanismus allein deshalb nicht abebbt, weil der Dollar alles unternimmt, um seine Leitwährung aufrecht zu erhalten? Als Konsequenzen folgen Ressourcen-Kriege unter dem Deckmäntelchen, Dikatoren zu entmachten oder Terrorstaaten, erst recht seit 9/11.

Selbst wenn der US-Dollar als unantastbare Währung gilt, dem Euro als zukünftige Leitwährung nicht genug Vertrauen entgegenkommt, stellen wir fest, auf welch wackligen Beinen trotzdem der Abwärtstrend des Dollars bescheinigt werden muß. China oder Russland auf dem Sprung, den Dollar per Weltleitwährung abzulösen, während der Euro als chancenlos gewertet wird?

Es mag zunächst schlüssig klingen, was da die NATO als Raketenabwehrsysteme bisherig installierte. Dennoch sollte man die russischen Bedenken nachvollziehen. Es waren bisherig stets die USA, die kriegerisch weltweit unterwegs sich beteiligten, Russland sich im Vergleich eher zurückhielt. Verständlich, daß Russland sich trotz Start-Vertrags bedroht fühlt, weil die NATO bei ihrem Vorhaben des Raketenschutzschildaufbaus bleibt. Ein konstruktiver Dialog zwischen Trump und Putin wird immer unwahrscheinlicher, erst recht mit jüngster Entwicklung im Ukraine-Krieg.

George Benjamin Clemenceau formulierte mal: „Amerika – die Entwicklung von der Barbarei zur Dekadenz ohne Umweg über die Kultur.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Da bleibt mir die Spucke weg

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Auf den Bahamas
gibt es keine Lamas,
drum flog Maximilian
die Anden an.

Er spuckt beim Sprechen,
das ist sein Gebrechen,
dachte, Lamas hätten Verständnis
für dies Ärgernis.

Pustekuchen,
nie wieder wird er Lamas besuchen.
Die haben ihn absichtlich angespuckt
und dabei grinsend angeguckt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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