Trotz Mißbrauch darfste richten, alles hinzudichten

https://pixabay.com/de/figur-mann-fernglas-zaun-gag-2687801/

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Zu jar nüscht dir verpflichten, weil wenn ein Trump dir die Stange hält, zählt nicht nur Geld, gehört dir letztlich die Welt! Zuviel des Guten beim fleißigen Durch-den-Kakao-ziehen? Na, bloß nicht simpelst fliehen, sei dir ohnehin alles verziehen. Was muß diesem Brett wohl durch den Kopf gehen, wenn mehr als die halbe USA nicht zu ihm stehen. Hauptsache auf sicherem Posten, egal auf wessen kosten.

Wen interessieren schon sexuell mißhandelte Frauen, bei denen fortan sich wieder andere rantrauen, mit solch nem Persilschein stehste nicht allein, sondern deinen Mann, der sich fortan so jut wie alles zutrauen kann. In ner Richterrobe brauchste keene Probe, mit viel Gelobe greifste jeder Frau in den Schritt, macht gar The Donald vor, igittigitt.

Nachdem der Shitstorm sich baldigst legen tut, immer dieser blöde alte Hut, sollte wieder der Alltag Überhand nehmen, wird nix draus mit Männerherzen zähmen. Ihr Weibsbilder, zieht euch warm an, bei uns jib et keene Hinweisschilder, zählt kein klares Nein, jetzt sind wir Recken wieder dran, dürfen wir in jede ausjesuchte Olle rein.

Welch widerlicher Ton, möchten anständige Kerle solch Pappnasen gegenüber kommentieren, dieser bösartige Hohn paßt zum machtgeilen Triumphieren. Haste keen Gefühl in der Hos, versetzt es deiner Ehre nen Stoß, nimmste dir jedes Recht heraus, bezeichnest jede Unwillige als deine notgeile Maus. Dabei ist dies ein deutliches Indiz deiner eigenen Schwäche, aber Hauptsache du findest bei jeder die passende Angriffsfläche!

Fast könnte man meinen, Konservative legen es bewußt drauf an, glauben, sie seien jederzeit dran. Dabei sie scheinen zu vergessen, mit zweierlei Maß zu messen. Was haben dermaßen unterbelichtete Figuren wie jener Brett auf solch Posten verloren? He, nix ist dabei ausgegoren! Oberster Richter dermaßen parteiisch auf seinem hofierten Stuhl bald schalten und walten darf? Wer deckt hier wohl wen bei Bedarf?

Oh je, das alles ist mitnichten schee. Paßt irgendwie mit Trumps Politik voller Cholerik und jungenhaftem Chaos zusammen, der jedwede Kritik und Medien ist am Verdammen, obendrein sich über Behinderte und Frauen lustig macht, ohne daß es in dessen Administration deshalb heftig kracht. Falls doch, das wär ja gelacht, läuft das Programm You’re fired!, oh mannomann. Welch Geist wohl aus dieser düsteren Flasche kroch!

Während alle Welt über den blonden Ami grübelt, wird andernorts fleißig weiteres verübelt, es zählt nicht echte Gerechtigkeit, keine Ehrlichkeit, vielmehr Mächte gewisser Seilschaften muß Mutter Erde verkraften. Unbescholtene Bürger werden weiterverschaukelt, vieles ihnen vorgegaukelt. Wie ehedem der ehrlich Ahnungslose drauf reinfällt, nicht dessen Einwand oder Wort zählt, sondern lediglich ein Sack voll Geld.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Liebe zu Allüren

https://pixabay.com/de/drache-donner-bew%C3%B6lkt-hills-3085538/

pixabay.com

Das Ungeheuer trachtete nach meinem Leben.
Es war ein Drache, deswegen.
Gewalttönig fauchen, Feuer spucken,
aufstampfen, Erde bebend, in meine Seele gucken,
gehorchen, seine Gedanken wissen, ehe gesprochen,
sanft bewegen, Morast niederdrücken, das Ich verkrochen.

Er das Opfer, das verschmähte, für seine Disziplinfähigkeit,
bezweifle niemals sein Wesen, die Überheblichkeit.
Jeden Widerspruch drückte er nieder mit Gewalt,
Drohung, Hetze, körperliche Schläge, es gab kein Einhalt.
Der Drache züchtete meine Demut, züchtigte meinen Willen,
er hat sich in Luft aufgelöst, Dank Liebe zu meinem eigenen Grillen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Friedensnobelpreis 2018 kein Indiz für weltpolitische Entspannung

Nadia Murad und Denis Mukwege engagieren sich gegen sexuelle Gewalt

Generell belastet Gewalt weltweit jede Gesellschaft mit all ihren brutalen und häßlichen Auswüchsen, was sich ganz besonders in kriegerischen Auseinandersetzungen widerspiegelt, sexueller Mißbrauch dort erst recht völlig selbstverständlich bis heute stattfindet, da dieser ohnehin oftmals als Bagatelle hingestellt wird.

Der irakischen Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad, einer Überlebenden des Genozids an den Jesiden vor vier Jahren, und dem kongolesischen Gynäkologen und Menschenrechtsaktivisten Denis Mukwege wurde der diesjährige Friedensnobelpreis verliehen, dieser ehrt damit ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt. Die Publizistin Düzen Tekkal beschreibt im Inteview das nahezu aussichtslose Schicksal der bedrohten Jesiden unter der Herrschaft des IS.

Religionen im Fokus als Opium fürs Volk – Stütze oder Zwietracht?

Religionskriege und Schreckensherrschaften im Namen Gottes, Allahs oder sonstiger Anzubetende, bis hin zu Götzen durchziehen die Menschheitsgeschichte seit und eh je, belasten daher gleichwohl das friedliche Miteinander, obwohl es genügend Beispiele gibt, daß trotz allem eine gegenseitige Akzeptanz und Toleranz funktionieren kann.

Die Jesiden als religiöse Minderheit, die ursprünglich im Norden Syriens und des Iraks als auch in der südlichen Türkei hauptsächlich sich ansiedelten, wurden von anderen Religionen wie dem Christen- und dem Judentum, erst recht vom Islam nicht anerkannt, eher verpönt oder gar verfolgt. Es ist die Terrormiliz Islamischer Staat, die am 03. August 2014 das Hauptsiedlungsgebiet der Jesiden in Sindschar gezielt überfiel, der Beginn eines weiteren Völkermords, wobei auch Nadia Murad in Gefangenschaft geriet, 18 Familienmitglieder ermordet wurden. Dennoch gelang ihr die Flucht, verfolgte sie ihren konsequenten Weg nach psychotherapeutischer Betreuung in Deutschland als Menschenrechtsaktivistin.

Ohne jene brutalen Auseinandersetzungen religiöser Verfeindungen wäre Mensch anders gepolt? Eine gewagte These, einerseits vom Opium des Volkes zu reden, die Karl Marx so gern vertrat, deren Ursprung eher auf Heinrich Heine zurückzuführen ist. Dem muß man nicht zustimmen, kann sie für all die Millionen Gläubigen zugleich Stütze sein im Alltag, wäre da nicht der fatale Machtmißbrauch, eine häßliche Eigenschaft des Menschen.

Denis Mukwege spezialisiert auf die Folgen sexualisierter Kriegsgewalt

Trotzdem er gar vor sechs Jahren beinahe im eigenen Hause ermordet wurde, nur überlebte, weil sein langjähriger Mitarbeiter, Joseph Bizimana, die Eindringlinge ablenkte, dadurch selbst erschossen wurde, setzt Denis Mukwege unbeirrt seinen Weg fort, auf die Folgen sexualisierter Kriegsgewalt aufmerksam zu machen, behandelt nach wie vor im Panzi-Hospital vergewaltigte Frauen.

Dabei appelliert er mit Nachdruck an die Weltgemeischaft, daß der Krieg in der DR Kongo kein Ende finden wird angesichts der dortigst vorhandenen Bodenschätze, hauptsächlich sexualisierte Gewalt als Mittel der Kriegsführung an der Tagesordnung ist, während die UNO weiterhin eben dies nicht einhellig verurteilt.

Ein dramatisches Fazit trotz manch Hoffnungsschimmer

Was nützen all die Ehrungen oder ein Friedensnobelpreis, wenn Menschen dermaßen brutal aufeinander losgehen, vergewaltigend, mordend, im Namen Gottes oder aus purer Lust, die Schöpfung mißachtend?

Solange eine Nadia Murad und ein Denis Mukwege wenigstens mit Respekt behandelt und deren Engagement entsprechend gewürdigt werden, statt ein Donald Trump oder ein Kim Jong-un, die schließlich auch zur Debatte standen, diesen Friedensnobelpreis erhalten zu können, besteht noch ein Restfunken Hoffnung, hat das Nobelpreiskomitee zumindest weise gehandelt und entschieden.

Da Gewalt untereinander unsere Spezies beherrscht, werden auch Kriege auf Mutter Erde wüten. Erst wenn im kollektiven Gedächtnis haften geblieben, daß spirituelle Wege Verbindungen mit dem Kosmos ermöglichen, beginnt eine gänzlich andere Dimension, die man zurecht als Frieden bezeichnen darf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Raum für Änderung vorhanden

https://pixabay.com/de/sonnenaufgang-himmel-blau-165094/

pixabay.com

Des Weisheits letzter Schluß keineswegs in Nähe,
ach, könnten manche doch vom Wissen naschen,
vielleicht der ein oder andere sehe
wie voll denn der Reichen Taschen.

Dies darf niemals bei den Bürgern ankommen,
jene Erkenntnis, selbst wenn viele erwachen,
sie noch verschwommen, ganz benommen
längst keinerlei Aufstand entfachen.

Nein, das soll schön weiterruhen,
jenes stille, ergebene Erdulden.
Mögen Herrscher in sauberen, edlen Schuhen,
sie überhäufen mit noch mehr Schulden.

Genau das läßt ihnen Raum für weitere Kriege,
die ohnehin schon lang geplant.
Und die Menschheit stets glaubt an Siege,
selbst wenn dadurch die Apokalypse schwant.

Das innere Gewissen lähmend der Schlange ins Auge sieht,
während sie eiskalt ihren Weg fortsetzt.
Egal wieviele Opfer, es ewig aufs Neue geschieht,
wegen Eitelkeit oder weil real verletzt.

Solange die selbsternannten Eliten walten dürfen,
die Menschen still ahnungslos vieles zulassen,
diese genußvoll Wein, sie noch Wasser schlürfen,
statt sie davon zu jagen bei deren Prassen,

geht wohl die brutale Rechnung auf.
Wer wagt den ersten Schritt zum Widerstand?
Wiederholung der Ängste des Menschen Lauf?
Warum erhebt gegen Gewalt niemand die Hand?

Kommt nicht wieder mit der Behauptung,
es sei immer so gewesen, keine Chancen in Sicht.
Was die Großen können, wir Kleinen mit noch mehr Schwung.
Wer’s nicht versucht, verliert, von dannen kriecht.

Drum laßt Euch bloß nicht entmutigend in die Leere schicken,
es widerspricht dem Plan des Kosmos, so auch dem Humanismus.
Stoppt Euer gleichgülti kritiklos bejahendes Kopfnicken,
die Welt hat genug für alle, geschickt verteilt, im Überfluß!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wie reflektiert die Jugend ihr Leben? – ein Interview mit Lisa

https://pixabay.com/de/herbst-m%C3%A4dchen-violine-spielen-3702845/

pixabay.com

Schule belastet uns manchmal – Wege aus Krisen

Die Welt wird nachhaltig verändert von einer Spezies, die gar in der Lage, sich mehrfach zu zerstören. Dennoch unterliegen wir Menschen den Gesetzmäßigkeiten der Natur, die dafür Sorge trägt, das eigene Leben zu bewahren und vor allem den Fortbestand zu gewährleisten. Aber ohne die hilfreiche, behutsame Anweisung der Eltern und all jener, die Kinder und Jugendliche beim Erwachsenwerden begleiten, vermögen die ins Leben entlassenen Sprößlinge wohl kaum wirklich selbst, das eigene Leben zu meistern.

Den Königswegs gibt es ohnehin nicht, weil Mensch nun mal mit all seinen Schwächen und Stärken versucht, sich zurechtzufinden in einer Welt, die all unsere Vorfahren miterschaffen haben, den Lauf der Geschichte beeinflußten. Insofern gilt es, im Hier und Jetzt sich zu bewähren. Was geschieht da gerade vor unseren Augen um uns herum, das Allgemeinwissen mittels Schule und Medien mal mit einbezogen, welches die ein oder andere mehr oder weniger geprägt hat? Wie denkt und fühlt die heutige Jugend über ihr eigenes Leben, ihre Zukunft? Querdenkende ist dem nachgegangen und fragte die dreizehnjährige Lisa (ein Pseudonym, ihr eigentlicher Name ist der Redaktion bekannt) dazu.

Lotar Martin Kamm: Schön, daß du dir die Zeit nimmst, dich unseren Fragen zu stellen, Lisa. Keine Sorge, hier darfst du völlig frei sprechen, weder unterliegst du irgendwelchem Prüfungszwang noch dem Eingreifen deiner Eltern. Wobei wir schon bei der ersten Frage wären. Inwieweit glaubst du, bereitet dich Schule auf dein Leben vor? Kann sie dir genügend Neugier vermitteln?

Lisa: Schule kann das nicht wirklich, bereitet mich nur auf gewisse Dinge vor, aber nicht auf das, was außerhalb meines Lebens tatsächlich geschieht. Es gibt kein Unterricht für das aktuelle Weltgeschehen. Um zu wissen, was passiert, müßte man Nachrichten schauen und anhören. Dafür hab ich nicht immer die Zeit.

Lotar Martin Kamm: Natürlich macht Schule dennoch Sinn trotz ihrer Schwachpunkte, dem Gruppenzwang. Es geht halt darum, für sich den angenehmsten Weg zu finden, in deinem Alter auch, welche Ziele du für dich entdeckst. Hast du da bereits eine konkrete Vorstellung in beruflicher Hinsicht?

Lisa: Ich könnte mir gut vorstellen, mit Tieren zusammen zu arbeiten, vor allem mit Pferden als Reitlehrerin. Für den Bereich der Kosmetik und dem Haarstyling habe ich mich ebenso schon interessiert. Einen Beruf, bei dem ich lange sitzen müßte, fände ich weniger interessant. Da ich gut mit Kindern umgehen kann, kommt der Beruf der Kindergärtnerin für mich schon in Frage. Als Arzthelferin würde ich auch gerne arbeiten, weil die Ausbildung der Kindergärtnerin zu lange dauert.

Lotar Martin Kamm: Schule ist die eine Sache, aber dein Leben hat bestimmt auch genug andere Fragen auf Lager, die du vielleicht dir selber stellst. Beschäftigst du dich mit Umweltproblemen? Fallen dir spontan Mißstände ein, und falls welche, was sollte sich ändern?

Lisa: Autos könnten weniger umweltverschmutzend sein, die Fahrer müßen ihren Müll auch nicht gerade aus dem Fenster in die Landschaft werfen. Mir hat mal jemand erzählt, daß das Wetter durch die Abgase der Industrie sich verändert.

Lotar Martin Kamm: Bleiben wir bei der Politik, denn der Umweltschutz gehört zweifellos dazu. Hast du eine konkrete Vorstellung, was Politik ausmacht, wer sie gestaltet? Bevor du antwortest, ein kleiner Tip: Denke an deinen Wohnort, da gibt es auch einen Bürgermeister.

Lisa: Mit Politik habe ich generell nicht viel zu tun, weiß nicht so genau, was sie ausmacht. Der Bürgermeister spricht mit den Leuten vor Ort, um sich anzuhören, was sie stört. Er organisiert u.a. Dorffeste und Veranstaltungen, sorgt für Verbesserungen im Dorf.

Lotar Martin Kamm: In deinem Alter gibt es etliche, die sich politisch orientieren. Dich selbst bewegt das nicht sonderlich, was keineswegs tragisch. Jeder muß sich selbst erst mal finden, seine Neigungen, was man mag und was nicht. Gibt es irgendwelche Vorlieben, was du besonders gern machst in deiner Freizeit?

Lisa: Ich zeichne gerne und oft. Wenn es wärmer draußen ist, gehe ich gern spazieren, erfinde Gedichte und bin gerade dabei, ein eigenes Buch zu schreiben, möglicher Titel: Labyrinth. Musik höre ich auch ganz gern, im Moment beschäftigt mich das Geigespielen, wobei ich zwei Vorbilder habe, nämlich David Garrett und Lindsey Stirling. In der Schule setze ich mich oftmals nach dem Musikunterricht an den Flügel und spiele gern.

Lotar Martin Kamm: Kommen wir nochmal zurück zur Schule. Bist du zufrieden mit ihr, deiner Klasse, den Lehrern?

Lisa: Mit unserer Schule bin ich überhaupt nicht zufrieden. Es gibt oft Schlägereien und Drogenhandel ebenfalls. Alkohol wird bei uns hin und wieder auch getrunken. Bestimmte Lehrer sind nicht immer freundlich zu uns und geben uns oft Strafarbeiten auf, obwohl ein paar Schüler nichts getan haben. In unserer Klasse gibt es drei Schüler, die den Unterricht stark stören, sie beleidigen die Lehrer und geben Widerworte, verweigern das Mitarbeiten. Wir hatten eine Lehrerin, die uns als „Miststücke“ beleidigt hatte. Eine Mitschülerin hatte ihren Kopf nur kurz mit der Hand aufgestützt und wurde sofort vor die Tür geschickt. Diese Lehrerin hatten wir zwei Wochen lang, da sie den Mathelehrer vertrat. Nach einer Weile beschwerten wir uns beim Schulleiter, er meinte, daß seine Mitarbeiter so etwas nicht tun, hatte aber die Lehrerin daraufhin angesprochen. Nach dem Gespräch war sie auf einmal ganz nett zu uns.

Lotar Martin Kamm: Natürlich können wir in einem Interwiew längst nicht alles aufzeigen, was dich bewegt. Aber gibt es da etwas, was du uns noch selber mitteilen magst über dich, deine gleichaltrigen Freunde, deine Sorgen?

Lisa: Ich mache mir Sorgen um meine beste Freundin, die sich nämlich ritzt. Sie hat sich schon mehrmals den Namen ihres Freundes in die Beine und Oberarme geritzt. Da einige Freunde sie verlassen haben, hat sie die Namen überritzt.

Lotar Martin Kamm: Wir bedanken uns recht herzlich für deine Antworten und wünschen dir alles erdenklich Gute für die Schule, dein Leben und daß deine Freundin das mit dem Ritzen beendet.

Veröffentlicht unter Interviews | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Moderner Umgang

https://pixabay.com/de/hund-s%C3%A4ugetier-freund-tier-3622589/

pixabay.com

Bogen gespannt.
Manchmal reicht Schatten,
um die Orientierung zu verlieren.
Klinge gewetzt.
Überheblichkeit geht stets
mit Grinsen spazieren.
Pfeil angespitzt.
Kein Hund hilft,
wenn er angekettet.
Messer geschärft.
Drohungen haben noch
nie Leben gerettet.
Ziel anvisiert.
Dein Platz ist nicht hier.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

In Erinnerung an Otto Piene, Wegbereiter der Feuer- und Lichtkunst

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Otto_Piene.jpg

Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Natur und Technik vereint in seinen Werken

Otto Piene, der Mitbegründer der Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO, verstarb am 17. Juli 2014 während einer Taxifahrt in Berlin an einem Herzinfarkt, da er sich in der Hauptstadt aufhielt, um zwecks der Eröffnung einer Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie zu seinem Werk präsent zu sein.

Die Welt hatte einen ihren großen Wegbereiter der Nachkriegskunst verloren, dem nichts wichtiger erschien als mit seinem Drei-Wort-Satz, „Licht ist Leben“, den Menschen da draußen zu vermitteln, daß die Reinheit des Lichts der Empathie äußerst förderlich sei.

ZERO, Medienkunst und Performances – Pienes Feuer, Licht und Luft

Zusammen mit Otto Heinz Mack gründete er am 11. April 1957 die Künstlergruppe ZERO, vier Jahre später kam der Maler und Objektkünstler Günther Uecker hinzu, in einem Krefelder Kaffeehaus entwarfen sie das Manifest Zero – der neue Idealismus:

„Zero ist die Stille. Zero ist der Anfang. Zero ist rund. Zero dreht sich. Zero ist der Mond. Die Sonne ist Zero. Zero ist weiss. Die Wüste Zero. Der Himmel über Zero. Die Nacht –, Zero fließt. Das Auge Zero. Nabel. Mund. Kuß. Die Milch ist rund. Die Blume Zero der Vogel. Schweigend. Schwebend. Ich esse Zero, ich trinke Zero, ich schlafe Zero, ich wache Zero, ich liebe Zero. Zero ist schön, dynamo, dynamo, dynamo. Die Bäume im Frühling, der Schnee, Feuer, Wasser, Meer. Rot orange gelb grün indigo blau violett Zero Zero Regenbogen. 4 3 2 1 Zero. Gold und Silber, Schall und Rauch. Wanderzirkus Zero. Zero ist die Stille. Zero ist der Anfang. Zero ist rund. Zero ist Zero.“ (ZERO: Katalog Mack-Piene-Uecker. Kestner Gesellschaft, Hannover 1965)

Wer sich mit Kunst ernsthaft auseinandersetzt, weiß nur zu gut, welch wichtige Einflüsse vorhanden sein müssen, um das Wirken maßgeblich entstehen lassen zu können, der Satz, „Wenn dich die Muse küßt“, hat durchaus seine tiefere Bedeutung. Man kann sich daher gut vorstellen, welch innere Beweggründe die drei Künstler veranlaßten, diese Zeilen zu verfassen.

Otto Piene, dessen kriegstraumatischen Erlebnisse als 15-jähriger Soldat ihn von da ab einprägsam begleitet haben, widmete sich vielleicht auch gerade deshalb dem Feuer, dem Licht und der Luft – das Feuer, eine häßliche Begleiterscheinung des Zweiten Weltkriegs, Licht symbolisch als rettender Wegweiser aus dessen aussichtlosen Kämpfen und Luft wiederum in Kombination zum Licht selbst die Befreiung wohl darstellte, das Aufatmen in neuen Friedenszeiten.

Verständlich, daß der junge Piene neue Wege suchte in der Medienkunst, aber auch in Performances. Anstatt das Angebot für einen Lehrstuhl an der Staatlichen Akademie für Bildene Künstler Stuttgart anzunehmen, begab es sich ans Massachusetts Institute of Technology, um dortigst als Professor für Umweltkunst zu wirken. Zwei Jahre später wurde er als Direktor beim Center for Advanced Visual Studies (CAVS) berufen, blieb dies zwanzig Jahre lang.

Ebenso die Stiftung-Ethik & Ökonomie trauerte um ihren langjährigen Mäzen Otto Piene, der sich zutiefst verbunden fühlte, die Stiftung unterstützte. Dadurch unterstrich Piene sein sozialkritisches Engagement erst recht, welches sich in dem ein oder anderen Werk durchaus widerspiegelt.

„Ja, ich träume von einer besseren Welt. Sollte ich von einer schlechteren träumen? Ja, ich wünsche mir eine weitere Welt. Sollte ich mir eine engere wünschen?“ (Otto Piene)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kulturelles

Veröffentlicht unter Kulturelles | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar