Backe, backe Kuchen

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Sandige Tränen rinnen übers Gesicht.
Meine Schaufel kriegst du nicht.
Blutende Knie, gerötete Wangen
vom Spielen, Toben, vom Fangen,
all das ist Ungeschick, nicht schlimm,
verheilt schnell wieder, simsalabim.
Wenn Schaufelklauer mich wollen quälen,
Zornestränen aus meinen Augen quellen.
Sehschwäche, ich werd´ blind vor Wut,
dann seid jetzt vor mir auf der Hut.
Ich schrei laut und lange wie eine Sirene,
Hilfe eilt zu mir, sogar aus der Ferne.
Erst wenn die Schaufel wieder bei mir,
eine himmlische Ruhe im Sandrevier.
Backe, backe Kuchen ist kein Einerlei,
Lebenserfahrung, sonst fährt es an dir vorbei.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Jod: Hysterische Hofierung der Pharmalobby hält an

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Fehlinformationen führen zu gefährlichen Gesundheitsschäden

Die wiederum offensichtlich bewußt in Kauf genommen werden, diese nonchalant fortzusetzen, sodaß man inzwischen gar von einer bewußt inszenierten Methode ausgehen muß, um möglichst viele Menschen im Lande zu erreichen. Der Zweck heiligt insofern keineswegs die Mittel, das Gegenteil findet statt.

Stets wenn gerade bestimmte Medien beinahe schon in rhythmischen Intervallen meinen, sie müßten Verbraucher belehren und warnen, spätestens dann sollten sämtliche Alarmglocken schrillen und kritischer hinterfragt werden. Dabei kann es ebenso nicht schaden, selbst den Verstand einzusetzen, inwieweit unsere Lebensmittelindustrie ohnehin sich vom Wohl ihrer Klientel entfernt hat, denken wir nur an die vielen Skandale, das Wirken einer Pharmalobby, die überall fleißig mit profitiert. Nicht der Mensch wird berücksichtigt, sondern viel eher eine möglichst große Gewinnmaximierung. Auf der Strecke bleiben eben Mißstände, Krankheiten bis hin zu meist nicht nachweisbaren Todesfällen.

Jodiertes Salz – das Gift in der Küche

Obendrein sollte klar sein, daß sehr viele Lebensmittel mit diesem Jodsalz versetzt sind, wie zum Beispiel im Käse, in der Wurst, besonders in Fertiggerichten, Restaurants benutzen es, weil alle die Meinung vertreten, wir würden nach wie vor an Jodmangel leiden. Das Gegenteil ist eher der Fall, selbst wenn die Welt mal wieder meint, sie müsse behaupten, nur jeder vierte Haushalt verwendet jodiertes Salz. Drei verringern ihre tägliche Dosis ein wenig, der sogenannte statistische Vierte lebt besonders gesundheitsschädlich. Wie das denn?

Nicht nur der umstrittende Lebensmittelchemiker und Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E.) in Hochheim, Udo Pollmer, warnt eindringlich vor der pauschalen Jodierung von Lebensmitteln, auch die Buchautorin Dagmar Braunschweig-Pauli schließt sich dem an. Natürlich fällt findigen Internetbeobachtern nichts besseres ein, als ganz im Sinne der Pharmalobby jene Kritiker zu verunglimpfen und in die Verschwörungstheorie-Ecke zu stellen. Klappe zu, Affe tot. Die Lobby hat die größere Reichweite, der zweifelnde Verbraucher möge einfach sich dieser fragwürdigen Mehrheit beugen. Mit Gift in der Küche, welches er unbedarft sich beim Kochen per jodiertem Salz ins Essen streut, vielleicht noch mit dem zusätzlich angereicherten Fluorid?

Viel Bedarf an neuen Krebspatienten – ein florierendes Geschäft

Genau dies muß man nicht nur vermuten, sondern mag wohl dahinter sich verbergen. Natürlich nicht offensichtlich, nachdem auch Medien jahrelang mitgespielt haben in der Rolle der Fehlinformation, was die künstliche Jodierung anbelangt. Unter Wissenschaftlern herrscht längst Uneinigkeit, ob der Gefahr, die folglích von einer derartigen chemisch-isolierten Substanz ausgehen vermag, daß sogar das Krebsrisiko um das 6-fache steigen kann.

Benötigen etwa manch Hämische viel Bedarf an neuen Krebspatienten, da bekanntlich an diesen Leiden die Pharmaindustrie mittels entsprechend teurer Medikamente profitiert? Kein Schelm, wer dabei an etwas Böses denkt, sondern eher zynisches Kalkül sich verbergen mag.

Wie kann der ahnungslose Verbraucher und Mensch mit einem gesunden, neugierig hinterfragenden Verstand bei solch dramatischen Prognosen sich noch schützen, um nicht in jene Jod-Falle zu tappen? Ein Urintest schafft zumindest erst mal Abhilfe, um zu wissen, ob die angeblichen 100 Mikrogramm Jod je Liter Urin laut WHO vorhanden sind. Liegt der Wert drüber, besteht ein gesundheitliches Risiko. Wenn darunter, keine Panik schieben, so schnell entsteht kein Mangel an Schilddrüsenhormonen.

Viel wichtiger: Stoppen Sie augenblicklich die Zuführung von jodiertem Salz, mittels Tierfutter und anderen Produkten wie Käse, wo dies schon ohnehin zugeführt wird, läßt es sich oft nicht vermeiden. Mittels naturbelassener, biologischer Ernährung gibt es keinen Jodmangel. Das System scheint der Bevölkerung dies weiterhin einreden zu wollen. Sie haben es selbst in der Hand, wie Sie sich entscheiden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Liebe ohne Melancholie

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Vielleicht gehören Sie bereits zu den Menschen, die morgens schon in einem Bus oder der Bahn saßen, um die Schule zu besuchen. Besuchen bedeutet wie übrigens generell, daß es nicht nur einer freiwilligen angenehmen Entscheidung entspringt, sondern ebenso einhergeht mit etwaigen Hintergedanken bezüglich eines guten Eindruckes, heute würde man sagen, must done. Es muß getan werden, so oder so. Und eben dieses must done findet man in den Gesichtern, die morgens, möglichst zu Zeiten in denen man das Vieh füttert, das man schlafwandlerisch erledigen kann, ohne große Fehler zu begehen, in den meist vollbesetzten Abteilen der Bahnen und auf den Sitzen der Busse in den Gesichtern nachttrunkener Heranwachsender.

Bertel, keine Ahnung wie man von dem Vornamen Frederick zu dem Spitznamen Bertel kommt, zumal sein Nachname Klüser lautet, hockte mit einigen Kameraden in den hintersten Bänken und diese versuchten sich mittels Aufzählungen, gestern die Show im Fernsehen, die Sängerin konnte nicht singen, aber ihr Minikleid, der Wahnsinn, hast du für die Mathearbeit gelernt, Mensch, ich habe den Atlas vergessen, sag mal, ist die Sabine immer noch mit Matthias zusammen, zu vergewissern, sie sind wach, weil gemeinsame Erinnerungen nur eine Fortführung vom bereits Erlebten sein können. Ein wenig mürrisch, weil er wieder mal zu wenig Zeit zum Frühstücken hatte, blickte Bertel über die Köpfe der Lachenden und von sich Überzeugten hinweg und bemerkte blitzartig, jedenfalls durchzuckte ihn dieser Gedanke so arg, daß er fast umkippte, ich sehe immer nur dieses Gesicht.

Sie heißt Liane, ist erst kürzlich in die Gegend gezogen, wohnt nicht in seinem Dorf, geht wie er aufs Gymnasium, steht in den Pausen schon mal bei den Jungs, quatscht mit ihren zwei Brüdern und kichert mit ihren Freundinnen, scheint ein Faible für Hippies zu haben, jedenfalls wirken ihre langen blonden Haare ungekämmt, fast zottelig und trägt fast jeden Tag ein anderes Stirnband. Treffen sich ihre Augen, blickt sie schnell weg wie ertappt, oder sie fixiert ihn so lange, bis er merkt, wie Röte sein Gesicht von der Stirn bis zum Hals überflutet. Keineswegs war er in sie verliebt, Liebe fühlte sich anders an, immerhin war er schon zweimal verknallt gewesen, daher wußte er Bescheid. Oder war es doch Liebe, die Liebe aus Erzählungen, Romanen, für die man stirbt, sich aufgibt, gemeinsam flüchtet und liebt bis ans Lebensende? Diese Liebe kannte er noch nicht, das mußte er sich eingestehen. Und empfand sie Liebe für ihn? Kein koketter Blick, kein Wimpernaufschlag, trau dich, mich anzusprechen, kein Versuch seine Nähe oder die seiner Freunde zu suchen, um an ihn ranzukommen, kein nervöses Kichern, aber diese Augen, die sich an ihn schmiegten, die in ihn anblickten, sie sich vor ihm schlossen, ohne das Gefühl zu hinterlassen, sich abzuwenden.

Während der Schulzeit hatten sie Gelegenheit, sich zu treffen, sich kennenzulernen, mit oder ohne Freunde dabei, sie konnten sich umarmen, ohne das verzehrende Verlangen sich aneinander zu verbrennen. Irgendwann in dieser Zeit schenkte er Liane einen Vogel in einem selbstgebastelten Käfig mit den Worten: „Du weißt schon.“

Und Liane nahm den Käfig entgegen, begutachtete den Käfig und den Vogel von allen Seiten, schien überaus angetan zu sein, öffnete den Käfig, und nachdem der Vogel fortgeflogen war, bemerkte sie lakonisch: „Wissen ist mehr.“

Bertel überreichte ihr jedes Jahr einen Vogel im Käfig, anfangs, zu Schulzeiten fing er sie allesamt selber, später konnte es auch vorkommen, daß er Vögel kaufte und sie ihr übergab. Selbstverständlich handelte es sich bei den Tieren um einheimische Vögel, das nur nebenbei, wer sollte es besser wissen als sie beide, Freiheit beginnt zuhause.

Studium, Beruf, Familie unterbrachen die persönlichen Gespräche manchmal auf Jahre. In all dieser Zeit war ein Vogel im Käfig die einzige Verbindung, die zwischen ihnen bestand. Manchmal wurde Liane unruhig, wenn ihr Geschenk nicht zu einem Zeitpunkt eintraf, den sie für rechtzeitig hielt, aber schließlich kam es auch vor, daß die Vögel knapp hintereinander eintrafen.

Woher ich das alles weiß, nun, sagen wir einfach, Moment mal. Es klingelt. Die Post kommt heute aber früh.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Stunde Null nagt

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Leise ziehen Kreise
auf ihre ganz eigene Weise
manch denkwürdige Schneise,
eine holprige Reise.

Schäbige Sätze
finden willige Hetze,
manch einen verletze
beim fleißigen Messergewetze.

All der Dreck muß weg,
woran das wohl läg,
wer als Made im Speck
entlarvt als tröger Gag?

Farbenfroh abgelöst,
was da vor sich hin döst,
viele längst abstößt,
Ängste gar einflößt.

Irrlichter schwirren umher,
bereuen herzlichst so sehr,
verfluchen jenes Mittelmeer,
nichts dabei ist fair!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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#WhyIDidntReport: Brett Kavanaughs verstricktes Lügenkonstrukt

Wegducken gilt nicht – sexueller Mißbrauch dramatischer Alltag

Schlammschlachten scheinen besonders in den USA an der Tagesordnung, erst recht mit jener fragwürdigen Präsidentschaft dieses Donald Trump, der folglich, um seine Macht noch effektiver auszubauen, den Juristen Brett Michael Kavanaugh am Liebsten auf dem Posten des Richters am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten (USSC) sieht, ihn tatkräftig lautstark öffentlich unterstützt.

Dabei reiht sich selbst dessen Kaltschnäuzigkeit ein, besonders aufgrund der erhobenen Vorwürfe gegen Kavanaugh zur US-Senatsanhörung, dieser habe die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford vor 36 Jahren auf einer Schülerparty zu vergewaltigen versucht, offenbart erneut „historische Stunden des politischen Verfalls“. Man kann die Uhr danach stellen, daß wieder von Fakenews und bösartigen Versuchen die Rede sein wird, Trump und gleich mit ihm die Republikaner zu diskreditieren.

Billige Ablenkung vom Straftatbestand sexueller Nötigung

Wer sich mit Opfern von sexuellen Übergriffen intensiver auseinandersetzt, weiß, wie schwierig deren Lage, oftmals eine tiefe Sprachlosigkeit sie in den Bann zieht, mit jenen traumatischen Erlebnissen zurechtzukommen, wenn man das überhaupt hinkriegt. Den Wenigsten gelingt dies wirklich.

Nicht weiter verwunderlich, wenn Patti Davis, die Tochter des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, erst nach über 40 Jahren sich traut, über ihre widerfahrene Vergewaltigung zu reden, der Fall Christine Ford ihr nahe geht. Von #MeToo zu #WhyIDidntReport, mit billiger Ablenkung hat das rein gar nichts zu tun, sondern viel eher damit, daß sich Frauen, natürlich ebenso Männer, endlich trauen, an die Öffentlichkeit zu gehen, um ihr Schweigen zu brechen. Die Zahl derer, die weiterhin still, entsetzt und gelähmt schweigen, dürfte immer noch ziemlich hoch sein, zumal in der Gesellschaft sexueller Mißbrauch als Bagatelle hingestellt wird.

Brett Kavanaughs Flucht nach vorn macht ihn umso unglaubwürdiger

Anstatt seine jugendlichen Minderwertigkeiskomplexe, die er per Bier und entsprechend kumpelhaftem Umfeld ausleben wollte, sich selbst einzugestehen, welch unsagbar ekelhaftes Verhalten er an den Tag legte mit seinen weiteren sexuellen Übergriffen, wird das Ganze simpelst vertuscht, schön- und kleingeredet. Da kommen wirtschaftspolitische Seilschaften wie die mit The Donald ihm gerade recht.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß dessen aggressive Flucht nach vorn vor laufenden Kameras ihn noch unglaubwürdiger macht. So viele Frauen können sich unmöglich untereinander abgesprochen haben, die sich endlich trauen. Trotzdem bleibt zu befürchten, daß am Ende er das Amt des Obersten Richters erhält. Erneut ein trauriges Beispiel für schmutzige Politik.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Nichts umgibt sich mit Egofrust

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In diesen heißen Tagen
sitze ich im blühenden Garten,
Mütze, hochgestellter Kragen
halten Erinnerungen frisch.

Es war einmal vor langer Zeit,
im Keller versunken Temperaturen,
die Herzen gefroren zu Eiskristallen,
geboren eine gefühlskalte Welt.

Wärme geraubt von Kriminellen,
aufgebaut durch Sklavengeld,
Mord an Seelen frenetisch bejubelt,
Mitleid an Eisbergen zerschellt.

Toleranz ein Fall für Richter,
Charaktervernichter die Liebe sei,
über Gesichter Angststürme tobten,
Wörter in Schockstarre betäubt.

Man nannte uns Teufelsflüsterer,
die Kaltblütigkeit behauchten wir,
unter dem Frost nur Egofrust aufgetaucht,
Nichts verdunstete samt Macht und Gier.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Blick in die Zukunft keineswegs ein Hirngespinst

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Nutzlose Gedanken beschäftigten sie bereits am späten Abend, verschwenderische Zeit sei verstrichen, wie könne man nur so verbissen an einem Thema verharren, grübelte Melinda, während der Schlaf schließlich obsiegte an jenem Herbsttag, der wenige Minuten später sein Ende fand, das helle Glockenwerk der Uhr in der Diele kündigte Mitternacht an.

Irgendwann lag die Mittdreißigerin fast nackt im Bett, die Decke hatte ihren Weg auf den Parkettboden gefunden, der defekte Auspuff eines vorbeifahrenden Autos ließ das Schlafzimmer kurz erschallen, sodaß Melinda entsetzt um sich schlug, schnell ihr wärmendes Bettzeug fand und über sich zog.

Was für ein merkwürdiger Traum, schoß es ihr durch den Kopf. Mit gezieltem Griff nahm sie ihr stets auf dem Nachttisch liegendes Diktiergerät, um das Erlebte wiederzugeben. Eine graue, düster schreckliche Großstadt, vereinzelte Wesen ziehen umher, die eher Zombies ähneln als Menschen, ich selbst verharre in einem Hauseingang, besser gesagt, kauere zitternd dort, gerademal mit einem weißen Nachthemd bekleidet, obwohl es just zu schneien beginnt. Am Himmel, den man noch zwischen den Hochhäusern erahnen kann, schwirren Hubschrauber und die ein oder andere Beobachtungsdrohne. Ich muß mich in einem Science-Fiction-Thriller befinden, ansonsten macht das alles hier keinen Sinn.

Melinda hielt inne, weil ein seltsames Geräusch sie aufhorchen ließ. Was war das denn? Erschrocken kroch sie äußert vorsichtig aus dem Bett, schlich zur Schlafzimmertür, um im nächsten Moment einen Schatten am Fenster zu bemerken. Der Flügel öffnete sich wie von Zauberhand, nahezu gelähmt vor Schreck hielt sie den Atem an. Plötzlich war das geheimnisvolle Wesen ganz klein und stand mit fragenden Augen vor ihr, wenn man die beiden dunklen Höhlen in kopfähnlicher Erscheinung so zu deuten vermochte.

„Melinda Strawberry, tief durchschnaufen, wir sind in friedlicher Absicht zugegen, keine Panik, bloß die Ruhe bewahren“, begann das außerirdische Wesen, „ nenne mich Agabyr.“

Es dauerte einige Sekunden, die Melinda ewig vorkamen, bis sie einen Laut hervorbringen konnte.

„Aber wieso werde gerade ich von dir oder euch aufgesucht?“

„Um dir eine Botschaft für die Menschheit zu übermitteln, du scheinst reinen Herzens zu sein, hast wahrscheinlich die richtigen Kontakte. Hier kurz und knapp das Anliegen: Rettet euren Planeten, stoppt sofort jedwede Umweltzerstörung, verbannt die Kernkraft, seid wieder friedlich zueinander wie früher in Lemuria, ansonsten gibt es für euch keine Zukunft mehr, das Ende der Menschheit wäre besiegelt!“

Erstaunt, aber durchaus nicht abgetan, nickte Melinda verständnisvoll, wollte noch manches sagen, doch Agabyr war einfach weg, hatte sich in Luft aufgelöst. Erstaunt rieb sie sich ihre müden Augen, um im selben Moment sich im Bett liegend wiederzufinden. ‚Alles auch nur ein Traum?‘, rätselte sie.

Am nächsten Morgen weckte sie wie üblich der Radiowecker. Eine Meldung ließ sie grübeln. Heute Nacht berichteten etliche besorgte Bürger, sie wären von angeblichen Außerirdischen aufgesucht worden, die mahnende Worte an sie richteten, die Menschheit habe die Welt friedlicher zu gestalten. Allerdings fanden sich keine weiteren beweisbare Indizien, sodaß von Halluzinationen nur die Rede sein könne.

Mal wieder typisch, bloß nicht der Wahrheit ins Auge blicken, dachte Melinda. Welche Wahrheit soll das sein, fragte sie sich kurz danach, nicht mal ihre beste Freundin Bea könne sie einweihen, ohne Gefahr zu laufen, sie sei selbst ein Opfer jener Suggestion. Wortlos richtete sich Melinda für einen arbeitsreichen Tag, schließlich würde das Flugtaxi gleich heranschweben, um sie in die Redaktion zu befördern. Dort stand bereits auf ihrem Monitor ablesbar die Überschrift: Hirngespinste tyrannisieren die halbe Stadt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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