Funkloch

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Von wegen,
sagte er eben
noch,
bevor das Funkloch
uns unterbrach.
Seine Rach`?

Ich steh im Regen,
wegen
ihm
und dem Parfüm,
dieses ewige Schema
beim Einkaufthema.

Diese Streiterei,
seine Nörgelei,
ich aus dem Laden,
soll er´s ausbaden,
seiner Mutter erklären,
wir später da sein werden.

Du spielst Funkloch,
spiel ich wütend noch,
ich wartete,
ich haderte,
kein Zeichen,
laß dich nicht erweichen!

Regen ist kühl,
besänftigt das Gefühl,
nicht die Wut,
das Wissen tut gut,
immer nur Parfüm,
einfallslos von ihm.

Wir müssen reden,
aha, ich soll vergeben,
deine Füße
ich nicht küsse,
ups, wieder Funkloch,
wie hilfreich bist du doch.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Weltpolitisches Gezeter kennt keine Moral

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Hauptsache die Geschäfte laufen gut

Ob Liza Minelli oder Pink Floyd, money makes the world go round, that’s the sound. Alles richtet sich danach, Familien, Gesellschaften und die Weltpolitik. Der Satz, haste nix, biste nix, hat kein bißchen an Bedeutuung verloren, trotz sozialer Anstrengungen in Ländern, die noch Menschenrechte auf ihre Fahnen schreiben, obsiegen am Ende bestimmte Notwendigkeiten, die einmal mehr aufzeigen, wie Mensch tickt.

Insofern darf niemand sich wirklich wundern, wenn extremistische Gruppierungen entstehen, die auch nur ein Stück vom Kuchen wollen. In einer Welt des Raubtierkapitalismus hat der Kommunismus ohnehin nicht die geringste Chance, andere politische Systeme richten sich nach den Geldflüssen, wollen sie überleben. Business as usual auf allen Ebenen. Was heute verkündet, mag morgen nicht mehr gelten.

Deutsche Politik tanzt auf dem Vulkan

Zumal der Nahe und Mittlere Osten als Pulverfaß weiterhin die weltpolitische Lage in Atem hält. Nordkorea dient wohl der Ablenkung, die scheinbar gelöst werden kann. Im letzten Jahr sorgte der damalige Außenminister Sigmar Gabriel für Unmut mit seiner Bemerkung vom „Abenteuertum“ gen Saudi-Arabien, obwohl akribische Beobachter ihm nicht unbedingt Glauben schenken sollten, das Königreich zog die Konsequenz, sein Botschafter wurde aus Berlin abgezogen.

Doch Heiko Maas macht mobil, – nicht bei Arbeit, Spaß und Spiel-, vielmehr bedauert die Bundesregierung angebliche Mißverständnisse, starke strategische Verbindungen mit dem Königreich Saudi-Arabien werden hervorgehoben. Wenn’s um Geld und Macht geht, fällt Moral hinten über. Wen interessieren schon Todesurteile, Steinigungen, Folter und Frauenrechte im Land konsequent angewandter Scharia? Von kriegslüsternen Gedanken oder Terrorrekrutierungen ganz zu schweigen. Das gilt im übrigen für viele Staaten!

Beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gelten dieselben Maßstäbe, – Maas-Stäbe als Wortspiel paßt ein großes Stückweit -, dessen früherer SPD-Kollege und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt den türkischen Despoten, allerdings nimmt Angela Merkel am Staatsbankett nicht teil. Geschickt inszeniert, glaubhafter wird sie dadurch mitnichten.

The Donald prahlt mal wieder

Ein gewohntes Bild narzißtischer Selbstverherrlichung, in dessen Rede vor der UNO erklärt er der Welt die Welt. Kein Kalauer, sondern erbarmungslose Realität, die noch folgenschwer uns alle beschäftigen wird. Man mag darüber witzeln, dennoch stellt uns dieser 45. Präsident vor vollendete Tatsachen: Die Welt wird dadurch nicht friedlicher. Ganz im Gegenteil, die USA beharren auf ihre militärische Dominanz als größte Wirtschaftsmacht.

Wer nicht mit ihm zieht, wertet er kurzerhand als seinen Gegner. Keine Zeit für diplomatisches Geplänkel, zumal er bereits auf das Ende der Hälfte seiner Amtzeit zusteuert, im nächsten Jahr bereits ein erneuter Wahlkampf beginnt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Türöffner

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Lieber Jakob,

ich weiß, ich hätte den Umzug meiner Eltern in die entgegengesetzte Richtung unternehmen sollen. Hätte mit dir fliehen, deinem Herz folgen sollen. Ich schreibe, hätte, soll und ich, ich. Hätte ich mit dir eine gemeinsame Reise begonnen, würden dann meine Zeilen ohne hätte, soll und ich geschrieben werden? Würde ich von wir und uns schreiben, wenn ich es gewagt haben sollte, meinen Eltern zu schreiben, um sie wissen zu lassen, alles ist gut?

Jeden Morgen verlasse ich das Haus, um mich im Morgennebel zu verlieren. Abseits der festgetretenen Wege in der Stummheit neuer Gedanken vermag ich, die einsame Stelle in meinem Herzen zu finden, die von dir bewohnt wird. Stets lächelst du, und ich spreche in deine Fröhlichkeit. Sie weicht selbst dann nicht, wenn meine tränenerstickten Worte voller Mühsal meine Liebe zu dir als Eingangstür für mein Leben beschreiben wollen und ich damit deine Liebe beschränke, daß du der Türöffner für mich gewesen seist. Der Schlüssel zum Schloß all meiner Träume und diesen Schlüssel besitzt du heute noch, nach so vielen Jahren. Ohne dich hätte ich diesen Ort nie gefunden. Ich bewohnte ihn bereits, als ich mich entschloß, nicht mit dir die Flucht anzutreten.

Diese weiche Stille im Dunst der aufgehenden Sonne empfinde ich als das stärkste Glück, das ich jemals zu empfinden imstande bin, das zu erkennen, verdanke ich dir. Wir beide hätten zusammen niemals diese intensive Leichtigkeit der Schwere des Loslösens erlebt, zu fest war unsere Bindung, zu stark der Tritt auf dem flauschigen Grund. Wir wären gestürzt, gefallen, versunken in unser wir.

Hätte ich, oder würde ich nur den leisesten Zweifel an dieser Gewißheit hegen, liebster Jakob, wäre ich an deiner Seite geblieben, um dich davor zu bewahren, von den Klippen des Schicksals zu springen. Deine warme Hand in meiner, deine gerötete Wange an meiner, deine sanfte Seele bei meiner, morgens wenn ich das Haus verlasse, um nach dir zu sehen.

Wie immer verbrenne ich dieses Schreiben, puste die Papierasche zu dir. Wir hätten uns an uns selbst verbrennen können, mein Umzug und deine Fahrkarte an unbekannte Gestade hat es uns ermöglicht, die Glut unserer Herzen nie erkalten zu lassen.

Siehst du in der Ferne
deine Gefühle der Jugend
als brennende Fackel
im Dunkel der Zeit,
verweilst du im sicheren Hafen
auf deines Schicksals Boot,
umringt von stürmischen Phasen,
diese Insel nie kentern kann.

Erinnerst du dich, Jakob, an deine Zeilen? Der Schlüssel liegt bei dir.

Deine Elsa

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Abgebrannt im eigenen Land – wer rettet uns vor dieser Schand?

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Wenn eine Mitte schweigend duldet

Gefangener im Strudel der Meldungen, die dich erreichen, ob in der Glotze oder beim Einloggen ins Internet, in den Social Media. Überhaupt stößt bereits letztere Formulierung auf, was soll denn daran sozial sein, wenn Fakenews und Haßbotschaften sich gegenseitig um die Ohren gehauen werden, d.h. wildes Getippsel in den Kommentaren den anderen überbieten möchte, von den netten Videobotschaften ganz zu schweigen, wo narzißtische Ergüsse nur so von trögen fanatischen Statements rüberkommen.

Das alles sorgt für viel Unmut in der Gesellschaft, dabei gern vollmundig deren Mitte zitiert wird. Welche Mitte denn, und was soll die denn darstellen? Im Kontext bedeutet es folglich, es gibt elitär Begünstigte und der ständig wachsende Rand der Armut. Die Mitte habe dies auszubaden und sei der Zahlmeister der Nation. Das stimmt aber nur bedingt. Denn genau jene Mitte schweigt gern, wenn Extremismus, Gewalt und generelle Mißstände sich verselbständigen. Es reicht eben nicht, sein Kreuzchen alle vier Jahre auf dem Wahlzettel zu hinterlassen.

Ein friedliches Miteinander kann nur fruchten, wenn echte Leidenschaft im Alltag Wege der Besserung gezielt sucht, man sich interessiert und engagiert. Nein, nicht mittels dem richtigen Parteibuch, in dem man seinem Chef imponieren will, im Bekanntenkreis, an den Stammtischen, in den Vereinen. Das wäre viel zu banal, aber genau das macht ebenso einen Großteil jener Mitte aus, diese Selbstgefälligkeit.

Rettung aus der Not widriger Umstände, wobei am Ende niemand verantwortlich sein möchte? Mit Blick…, um mal bei der Mitte zu bleiben, mitten in Europa köchelt jene Neue Rechte ihr gehässiges Süppchen, und erneut gehen ihr etliche auf den Leim. Im Nachbarstaat Österreich, dem Geburtsland jenes Männchen mit Schnauzbart, darf ein Herr Kurz unaussprechliches verkünden, um es mal auf dessen Punkt umformuliert zu bringen: Alles halb so wild, rechte Politik sei per se salonfähig. Kein Wunder, weil über die Hälfte Europas fleißig seinen Beitrag dazu leistet.

Und die sogannte etablierte Politik, all jene Parteien, die die Demokratie und Menschenrechte hochhalten? Die duckt sich nicht nur weg, sie verzettelt sich in Pöstchengeschacher, sorgt weltweit ohnehin für genügend Kriege und Elend, beutet eben jene Mitte unerschrocken mit aus, um im Parlament als „Saubermann und –frau“ vieles zu relativieren. Medien berichten, so gut es geht, manche bestimmt beeinflußt, ohne gleich alle als Lügenpresse oder Fakenews diffamieren zu dürfen. Das entspricht der simplen Strategie einer faschistischen Grundhaltung, die gern jene Nazis sich auf ihre Fahnen schrieben, was wiederum auch nur abgekupfert wurde. Propaganda gab es schon weit vor ihnen.

Das Fatale bei all jenem politischen Elend ist nach wie vor eine schweigend verharrende Mehrheit, die sich eben nicht traut, lieber ängstlich abwartet, was da geschehen mag, obwohl längst ein politisch-geschichtliches Bewußtsein herangewachsen sein sollte. Schulische Versäumnisse entsprechen einer Alibi-Ausrede. Im Zeitalter des Internets erst recht, es sei denn, man betrachtet alles als Fakes und verstrickt sich in Verschwörungstheorien zusammen mit esoterischen Halbwahrheiten. Dann wird es nicht nur haarig, sondern bietet ganz viel Nährboden für fanatische Zielsetzungen.

Sortieren lautet das Zauberwort, stets hinterfragen, ohne den Konsens zur gesellschaftlichen Entwicklung zu verlieren, besonders jedwede Gewalt eben nicht zuzulassen, weil sie niemals lösen kann, vielmehr zerstört. Am Ende in Kriegen, im Vorfeld mittels Vorurteilen und unnötigen Haß. Wer Ausgrenzung und Rassismus zuläßt, darf sich nicht wundern, wenn morgen wieder Bücher verbrannt werden, das Internet kontrolliert wird neben totaler Überwachung, letztlich totalitäre Systeme obsiegen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Alles, nur nicht Tim

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Es geht mir nicht darum, mich zu drücken. Vor der Aufgabe zu drücken, es ist nur so, ganz ehrlich, Tim ist ein Arschloch. Er ist aufsässig, penetrant und stinkt. So habe ich es natürlich nicht Frau Meissner erklärt, warum ich nicht mit Tim die Projektarbeit anfertigen will. Ihr habe ich erzählt, da Tim und ich völlig verschiedene Ansichten über das Thema Natur und Zukunft hätten, es völlig unsinnig und Zeitverschwendung wäre, weil nämlich dadurch kein Konsens zustandekäme.

Da antwortet die doch: „Prima.“ Wie bitte, prima? Mir ist in dem Moment klar geworden, darauf hatte sie es von vornherein abgesehen. Deshalb hat sie auch die Einteilung der verschiedenen Paargruppen selbst vorgenommen, reine Absicht mich mit Tim zusammenarbeiten zu lassen. Und ihr Liebchen Cecil darf mit Terence, pah, Terence, dessen Eltern haben zu viel im Kino gesessen, hätten ihren Sohn lieber Bud genannt, denn er ist ein Moppelchen, und die Cecil fährt nur deshalb auf ihn ab, weil seine Eltern eine Yacht im Hafen stehen haben, und er sie ab und zu auf dem Moped mitfahren läßt, eingebildete Kuh.

„Das ist ausgesprochen ideal, wenn ihr verschiedene Standpunkte in die Themenbereiche einfließen lassen könnt“, säuselt sie.

Ja, sie säuselt, sie kann gar nicht anders, sie säuselt immer.

„Frau Meissner, Sie, ich kann, bitte, Tim kann mit Steffen tauschen, Lea und er werden vor lauter Quatschen nie fertig werden, oder teilen Sie mir Justin, der mag sowieso nicht mit Thea, ich würde auch mit Sunny“, flehte meine Stimme und ich wußte, ich habe es verbockt, verschissen, nicht nur weil sie lächelnd ihren Weg über den Schulflur Richtung Ausgang ging, sondern weil ich mich herabgelassen hatte zu bitten, anstatt ihr klipp und klar zu sagen, ich schicke meine Eltern zum Direktor, weil hier eine absichtliche Zuteilung stattgefunden hat, um mir die Chance zu nehmen, bei diesem Projekt eine gute Note zu bekommen. Wissentlich der Tatsache, daß unsere Tochter durch Tim Z. bereits die gesamte Schulzeit hindurch gehänselt, er überhaupt nicht, nicht ein bißchen ein soziales Empfinden anderen gegenüber aufbringen kann, hat Frau Meissner über die zu Recht geäußerten Bedenken meiner Tochter, sie gezwungen, ja, gezwungen, mit diesem, diesem Stinker zusammen…

„Hey, Babsi!“, da ist schon die Stimme, die mich zur Weißglut bringt und mit ihr Tim, Blödmann.

„Ich bin nicht Babsi für dich. Ich heiße Barbara, verstehst du, Barbara!“, herrsche ich ihn an und sprühe Gift in seine Augen, meinetwegen kann er davon blind werden.

„Eh, schon gut. Beruhige dich. Ich wollte mich mit dir nur absprechen wegen dem Projekt. Zurzeit kann ich nämlich nur nachmittags am Mittwoch und Freitag.“

„Ah, der Herr will sich einschmeicheln. Tim, zieh Leine. Ich mach das Projekt ohne dich“, fauche ich ihn an und finde es geradezu passend, ihn auch mündlich angegiftet zu haben.

Wenn meine Schwester mich mal wieder stur und störrisch nennt, nur weil ich nicht nach ihrer Pfeife tanzen will, und Papa seinen kleinen Liebling, so ganz stimmt das nicht, denn er bemüht sich, nicht von ihr um den Finger gewickelt zu werden, in Schutz nimmt, da er der Überzeugung ist, ich könne doch ihr helfen, den Müll runter zu bringen und so nebenbei mal wieder grinsend, wie ich das hasse, wie Tante Hilde, sagt, dann haben sie es geschafft, und mein Wutpegel hat die höchste Stufe erreicht.

Stampfend gehe ich auf mein Zimmer und so ganz zufällig lasse ich die Türe dazu hinter mir zuknallen.

„Barbara, dein Benehmen ist äußerst unverschämt.“ Damit fing eine lange Tirade an, wieder mal fiel das Wort aufmüpfig, war klar, nicht einsichtig, auch klar, größere Schwester, Vorbild, sowas von klar, Besserung versprochen, Konsequenz, eine Woche Hausarrest, Taschengeldkürzung, klar wie Kloßbrühe.

Und glasklar war mir spontan klar, ihr versteht gar nichts, rein gar nichts. Für das Projekt haben wir eine Woche Zeitvorgabe, Hausarrest sei Dank habe ich innerhalb von drei Tagen eine umfangreiche Mappe gestaltet mit Photos aus Büchern und Zeitschriften, Texte umformuliert, in Schönschrift, denn ich habe Zeit, viel Zeit. Eine Woche Hausarrest ist manchmal praktisch, zudem bestens geeignet als Ausrede, nicht nur Tim gegenüber, der immer wieder nachfragt, wann wir uns treffen könnten, ebenso allen anderen gegenüber, die mich nerven, wenn sie mich daran erinnern, die Note für das Projekt sei eventuell, aber wissen tun sie es nicht wirklich, genauso berechnet wie die Noten für eine Klassenarbeit. Und wenn schon, egal ob mündliche oder schriftliche Note, was zählt, ich mache alles, nur nicht mit Tim.

Frau Meissner findet unsere Idee, das Projekt mit zwei verschiedenen Mappen zu gestalten und die Essenz gemeinschaftlich vorzutragen, dabei hat sie weder Tim noch mir Gelegenheit gegeben, zu erklären, jeder habe für sich das Thema erarbeitet, und freiwillig stehen wir hier nicht zusammen vor der Klasse und lesen abwechselnd vor, sie könne sich vorstellen, diese Idee für die nächsten Projekte aufzugreifen. Ich weiß nicht, wann und ob ich jemals so ein verdutztes Gesicht gesehen habe, wie Tim gerade guckt, aber es ist, ich schwöre es, die beste Mimik, die genau mein Gefühl widerspiegelt, und ich denke, halte dein Grinsen zurück bis zur Pause, dann hast du noch genügend Zeit, mit ihm gemeinsam zu lachen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Wunderkinder: Ausnahmen wider der Norm

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Emily Bear verzaubert Musikliebhaber

Unser Leben verläuft keineswegs geradlinig, selbst wenn Millionen von Menschen tagtäglich versuchen, sich zurechtzufinden in einer Welt voller Regeln und Gesetzmäßigkeiten, an die sich alle halten, damit eine gewisse Ordnung den Rahmen friedlichen Zusammenlebens bietet. Das funktioniert meistens, natürlich mit Abstrichen, denken wir an Verbrechen oder eben jene vereinzelten Ausnahmeerscheingungen wider der Norm.

Abfällig, manchmal mit einem gewissen Neidfaktor belegt, werden hochbegabte Menschen als Wunderkinder tituliert. Was soll man lang drum herumreden: Es gibt sie tatsächlich, ob es der Gesellschaft nun paßt oder nicht. Das hat gar nichts mit Prahlerei zu tun, sondern vielmehr sollte man einfach eingestehen, daß da manchmal höchst selten Menschen heranwachsen, die beschenkt wurden mit einem bestimmten Talent.

In der deutschen Übersetzung erfolgt der Hinweis auf die Handlung des Films „Little Man Tate“ aus dem Jahre 1991, so heißt er dort „Das Wunderkind Tate“, in dem Jodie Foster sowohl Regie führt als auch die alleinerziehende Mutter und Kellnerin Dede Tate spielt, die plötzlich bemerkt, wie hochbegabt ihr Sohn Fred ist.

Als Dreijährige komponiert, als Neunjährige in der Carnegie Hall

Im Alter von zwei Jahren entdeckte ihre Großmutter, Merle Langs Greenberg, selbst Klavierlehrerin, daß bei Emily Bear ein unübersehbares Talent zum Klavierspielen in ihr schlummern muß. Bereits ein Jahr später komponierte die in Rockford, Illinois Geborene ihre ersten Musikstücke, es folgten innerhalb der nächsten fünf Jahre noch 350.

Wer das Charisma des Ausnahmetalentes verfolgt, kann nur noch staunend feststellen, wie wunderbar göttlich unser Kosmos derart tolle Genies zuläßt. Spätestens beim Zuhören- und schauen dieses kurzen Filmbeitrages, „Emily Bear: Girl With A Gift“ wird es überdeutlich.

Gleichzeitig kommt man nicht umhin, ihren Weg weiter zu verfolgen, wer denn ein echtes Musikinteresse hegt. Da spielte die 12-Jährige völlig locker mit Musikern als Jazz Trio zusammen, wohlgemerkt führte ihre eigene Komposition vor. Die Sicherheit erlangte sie aufgrund der Förderung seitens ihrer Eltern und einem wachen Umfeld, welches behutsam sie einführte in die Welt der Musik, der Live-Auftritte. So spielte sie mit 9 Jahren in der berühmten Carnegie Hall, in Manhattan New York City, als jüngste Teilnehmerin bis dahin auf der Bühne vor knapp 3.000 Zuschauern.

Ein Jahr später erschien sie in der Hollywood Bowl vor einem Publikum mit 11.000 Menschen, führte ein Medley ihrer eigenen Anordnung vor, vom „Bubble Boogie“ bis hin zum „Miss Celie Blues“ mit Sängerinnen, die sie begleiteten, wie Patts Austin oder Gloria Estefan. Im Frühsommer dieses Jahres wurde sie zusammen mit vier anderen Musikern mit der Abe Olman Scholarship der Songwriters Hall of Fame ausgezeichnet.

Toleranz und Anerkennung – eine simple Formel

Gerade weil solche Ausnahmetalente uns Menschen begegnen, sollten wir mit wesentlich mehr Respekt sie betrachten, sodaß Häme, Neid oder gar viel Unverständnis nicht angebracht sind. Sicherlich gab und gibt es Eltern sowie ein entsprechendes Umfeld, die manchesmal solch hochbegabte Talente eventuell in die verkehrte Richtung lenken, zuviel von ihnen abverlangen, zumal ein kapitalkräftiges Interesse durchaus mitschwingen kann. Daher befindet man sich stets auf einem sehr dünnen Pfad der Entscheidung: Sie nicht zu fördern, wäre ein verschenktes Talent, zuviel Beachtung kann unter Umständen solche Menschen irritieren, sie finden manchmal nicht zu sich selbst.

Vergessen wir nicht, sie entsprechen eben nicht der Norm, heben sich mit ihrer Begabung extrem ab. In sofern sollte Toleranz und Anerkennung von vornherein selbstverständlich angewandt werden, ohne sie gleich wie Götter zu behandeln, sie haben die selben Bedürfnisse wie die „Normalen“ und es dennoch gerade deshalb vielfach schwerer.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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Präperfekt

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Sie wollten nicht mehr rattern,
dabei sollten Fahnen flattern,
weithin sichtbar zu sehen,
Leute ihr Handwerk verstehen,
Stoffe zusammengenäht,
ein bißchen schief und schräg,
Umsatz stieg prächtig,
Menschen lieben es fetzig,
es zählt nur Präsentation,
wer braucht schon Perfektion.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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