Wie wäre es mit Melonen

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Es gab keinen Tisch,
keinen Tisch für mich.
Es gab keine Zitronen,
sollte mich schonen!
Sicher fühlt es sich an,
hinter der Kulissenwand.
Sicher wäre ich ein Star geworden,
wäre ich nicht fremd geboren.
Nun halte ich hier Totenwache,
Feuer glänzt in der Wasserlache.
Nun applaudiert das Publikum,
Künstler wirft den Tisch um.
Geht ruhig mit meiner Phantasie hausieren.
Licht braucht keinen Schatten, um zu pulsieren

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Erdbeben: Unser blauer Planet in ständiger Bewegung

Wenn die dünne Erdkruste hilflos kaum Halt bietet

Man muß davon ausgehen, daß durch den Tsunami und die Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi die Todeszahl einiges höher sein wird, 5.000 Menschen werden bisher vermißt.

Mensch Spielball geologischer Naturgewalten, die kosmischen mal bewußt ausgeklammert, unserem blauen Planeten ausgesetzt, der in ständiger Bewegung sich befindet? Wenn mal wieder die Indische Platte an der Eurasischen schrappt, bleibt dies bestimmt nicht ohne Folgen. Doch unter welchen Herausforderungen versucht Homo sapiens, im Einklang mit Erdbeben zu leben? Gibt es generell moderate Mittel, sich zu schützen?

Tektonische Platten hilflos driftend einem flüssigen Gesteinsmeer ausgesetzt?

Im Prinzip schon, muß man feststellen, obwohl die Ursachen jener Prozesse nicht gänzlich erforscht, so weiß man mit Sicherheit wie brüchig die relativ dünne Erdkruste, die gerade mal bis zu 40 km dick ist. Gemessen am Erdradius, der im Mittel 6371,0 Kilometer beträgt, wird das ziemlich deutlich.

Bei einem Erdbeben in Nepal wirkten neben der riesigen tektonisch Eurasischen Platte im Norden, die mit der Indischen kollidierte, wohl auch die westlich flankierdende Arabische Platte zusammen mit der Afrikanischen im Südwesten sowie der Australischen, die im Süden und Südosten ihre Kräfte walten läßt. Mit anderen Worten, die Indische Platte ist eingekesselt, enorme Druckverhältnisse herrschen vor, sie schiebt sich unter die Eurasische, wodurch vor rund 60 Millionen Jahren das Himalaya-Gebirge zu entstehen begann.

Mitten auf jenen Platten dürfen wir Menschen, abgesehen von den Vulkanen, denken wir an die Vulkan-Eifel hierzulande, uns relativ sicher fühlen, hingegen an ihren Grenzen sich eben die gewaltigen Beben ereignen, unvostellbare Spannungen entstehen, die bekannten tektonischen Beben uns erreichen, bei denen teilweise Energie freigesetzt wird, die das Hunderfache einer Wasserstoffbombe entspricht. Grenzbereiche sind in Kalifornien, wo die Nordamerikanische und die Pazifische Platte aneinanderdriften, der Andreas-Graben gefährlich lauernd die Menschen vor Ort beschäftigt, um dieses zweite Beispiel zu nennen.

Weiterhin heftige Erdbeben zu erwarten

Das sollte uns dennoch nicht gleich beunruhigen, trotz den leidvollen Folgen, die wir Menschen nicht verhindern können, besonders in Gebieten wie Nepal, wo immer noch zu wenig Schutz vorhanden. Denken wir zurück, als vor über vierzig Jahren das Erdbeben von Tangshan in China, welches am 28. Juli 1976 stattfand, bei dem schätzungsweise bis zu 650.000 Todesopfer zu beklagen waren, wir vom verheerendsten Erdbeben des 20. Jahrhunderts reden müssen.

Inzwischen hat Mensch sich vielerorts gewappnet, erdbebensichere Bauwerke zeugen davon. Gleichwohl zeigt sich das Ausmaß der Arroganz und Ignoranz, denken wir an den zweiten Super-GAU in Fukushima. Japans Regierung ignoriert einfach die anhaltende Verstrahlung, längst sind wieder AKWs am Netz. Bis zum nächsten Erdeben?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturkatastrophen

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Zu viel des Guten

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„Die Wahrheit ist zweifelsohne“, da war es wieder dieses Gurgeln in der Stimme, das absonderliche Geräusch im Abfluß, als ob sich das Wasser dagegenstemmt nach unten zu fließen, ein Aufbäumen, ein Wehren, als Waffe verdrängte Luft, manchmal versetzt mit dem Geruch eines moorigen Tümpels. Oft höre ich dieses Geräusch, befreiend und beängstigend zugleich, und mit Sicherheit höre ich es ziemlich oft, nur nehme ich es nicht immer bewußt wahr.

Seit ich in dem rosafarbenen Haus lebe, ist es mir, als ob ständig durch die Wasserrohre das vergessene Leben der Wildnis auf der Suche nach einem neuen Wirkungskreis sich befindet. In dem blauen, grünen und lilafarbenen Haus, sie sind nicht wirklich blau, grün und lilafarben, genausowenig wie das Rosa meines Hauses rosa ist, die Farben sind bis fast zur Unkenntlichkeit ihrer Farbe beraubt worden, sie müssen vorliebnehmen mit einem grauweißen Gemisch, dem nur ein Hauch Farbe beigemischt wurde, damit der Eindruck entsteht, die Häuser wären ohne diese Farbblässe nicht zu unterscheiden, jedenfalls werden in den drei anderen Häusern die Wasserrohre nicht so dermaßen von Gurgelgeräuschen heimgesucht, das weiß ich deshalb, weil ich hin und wieder eine Gelegenheit nutze, um die Treppenhäuser auf- und abzugehen. Nicht, weil sich die Treppenhäuser dieser vier Häuser unterscheiden würden, bis eben auf die jeweils andere Farbe, sondern um mich zu vergewissern, in diesen Häusern ist die Ursuppe noch nicht so aktiv.

Der Weg ist das Ziel, so sagt man allgemein, und genau deshalb wohne ich seit ein paar Wochen hier am Stadtrand, in dieser Siedlung mit ihren vier mehrgeschossigen Häusern mitten auf einem großen Feld. Das Praktische daran, morgens fahren von hier alle halbe Stunde Busse in die Stadt und abends ebenso. Zu anderen Zeiten ist es zwar genauso schwierig wie an meinem alten Wohnort, ohne Auto beweglich und flexibel zu sein, aber schließlich kommt es nur darauf an, pünktlich bei der Arbeitsstelle zu sein, ohne vorher bereits vier Kilometer Fußweg in Kauf nehmen zu müssen bis zur nächsten Haltestelle. Dieser kurze Weg von meiner Wohnung zur Bushaltestelle war mein Ziel, damals dachte ich doch nicht daran, zum Entdecker der schleichenden Eroberung durch die zurückgelassene Wildnis werden zu wollen. Bei weitem nicht. Solche absurden Gedanken wären mir nie in den Sinn gekommen. Entdecker. Natürlich hätte ohne weiteres die Möglichkeit bestanden, schon früher Entdecker zu werden, schließlich war mein Großvater Jäger, von seinen Erfolgen zeugten die vielen Geweihe bei uns zu Hause im Wohnzimmer, die von Oma wöchentlich gewissenhaft von Staub befreit wurden und später die Arbeit meiner Mutter wurde, die sogar ein besonderes Tuch zum Reinigen benutzte, das vorher vom Pfarrer gesegnet worden war.

Vielleicht hätte ich dieses Tuch nicht heimlich mit in die Kirche nehmen sollen, um es im Weihwasser zu tunken und danach so kräftig auszuwringen, daß es fast wieder trocken war, damit keine Spuren auf Resis Jacke zu sehen sind, wenn ich sie mit dem Tuch kurz anfasse. So heimlicher Zauber darf nämlich nur der wissen und verstehen, der ihn anwendet. Vielleicht hat nämlich Großvater gewußt, daß der Oma beim Saubermachen das größte der Hirschgeweihe runtergefallen ist, und es seitdem nur an einem Nagel hing, als er am nächsten Tag auf dem Sofa lag, um seinen Mittagsschlaf zu halten, und vom Zehnender erschlagen worden ist, hätte sie sonst gerufen, der Herr hat es gewußt und zugelassen. Aber ich bin eher wie meine Mutter, bin auf Sicherheit bedacht. Die Resi sollte nicht vom Herrn Bescheid kriegen, daß ich sie liebe, noch nicht, und der Horst, der ihr das erzählt hat, und sie hat es zugelassen, daß er sie küssen darf, der hat dafür im Krankenhaus gelegen, auf seinem Feld ist er mit dem Traktor in ein riesiges Loch reingefahren, das vorher noch nie jemand gesehen hatte, nur der Herr hat es gewußt, denn es war nicht mit Weihwasser besprüht worden, nur mit Mist.

„Die Wahrheit ist zweifelsohne schwerer zu ertragen als eine Lüge.“ Genau diesen Satz hat mir meine Mutter beim Abschied, ach, schon lange bevor ich gewußt habe, der Weg ist das Ziel, an die hundertmal zugeflüstert. Sie ist eine kluge Frau, meine Mutter. Sie weiß so viel, aber sie will nichts zulassen, deshalb geht sie jeden Tag in die Kirche, um mit frischem Weihwasser ihr Gesicht zu waschen, damit der Herr die Wahrheit nicht erzählt und zuläßt, es geschehe etwas, bevor sie einwilligt, daß es geschieht. Als wir zusammen die Wohnung im rosafarbenen Haus angesehen haben, hat sie vergessen, mit ihrem Tuch die Klinke anzufassen, wie sie das bei den anderen Wohnungen gemacht hat. Und weil sie das vergessen hat, können jetzt ungehindert die vielen Stimmen der vergessenen Leben, die nichts anderes wissen als die Wahrheit, durch die Rohre in meine Wohnung gurgeln.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Trotz Mißbrauch darfste richten, alles hinzudichten

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Zu jar nüscht dir verpflichten, weil wenn ein Trump dir die Stange hält, zählt nicht nur Geld, gehört dir letztlich die Welt! Zuviel des Guten beim fleißigen Durch-den-Kakao-ziehen? Na, bloß nicht simpelst fliehen, sei dir ohnehin alles verziehen. Was muß diesem Brett wohl durch den Kopf gehen, wenn mehr als die halbe USA nicht zu ihm stehen. Hauptsache auf sicherem Posten, egal auf wessen kosten.

Wen interessieren schon sexuell mißhandelte Frauen, bei denen fortan sich wieder andere rantrauen, mit solch nem Persilschein stehste nicht allein, sondern deinen Mann, der sich fortan so jut wie alles zutrauen kann. In ner Richterrobe brauchste keene Probe, mit viel Gelobe greifste jeder Frau in den Schritt, macht gar The Donald vor, igittigitt.

Nachdem der Shitstorm sich baldigst legen tut, immer dieser blöde alte Hut, sollte wieder der Alltag Überhand nehmen, wird nix draus mit Männerherzen zähmen. Ihr Weibsbilder, zieht euch warm an, bei uns jib et keene Hinweisschilder, zählt kein klares Nein, jetzt sind wir Recken wieder dran, dürfen wir in jede ausjesuchte Olle rein.

Welch widerlicher Ton, möchten anständige Kerle solch Pappnasen gegenüber kommentieren, dieser bösartige Hohn paßt zum machtgeilen Triumphieren. Haste keen Gefühl in der Hos, versetzt es deiner Ehre nen Stoß, nimmste dir jedes Recht heraus, bezeichnest jede Unwillige als deine notgeile Maus. Dabei ist dies ein deutliches Indiz deiner eigenen Schwäche, aber Hauptsache du findest bei jeder die passende Angriffsfläche!

Fast könnte man meinen, Konservative legen es bewußt drauf an, glauben, sie seien jederzeit dran. Dabei sie scheinen zu vergessen, mit zweierlei Maß zu messen. Was haben dermaßen unterbelichtete Figuren wie jener Brett auf solch Posten verloren? He, nix ist dabei ausgegoren! Oberster Richter dermaßen parteiisch auf seinem hofierten Stuhl bald schalten und walten darf? Wer deckt hier wohl wen bei Bedarf?

Oh je, das alles ist mitnichten schee. Paßt irgendwie mit Trumps Politik voller Cholerik und jungenhaftem Chaos zusammen, der jedwede Kritik und Medien ist am Verdammen, obendrein sich über Behinderte und Frauen lustig macht, ohne daß es in dessen Administration deshalb heftig kracht. Falls doch, das wär ja gelacht, läuft das Programm You’re fired!, oh mannomann. Welch Geist wohl aus dieser düsteren Flasche kroch!

Während alle Welt über den blonden Ami grübelt, wird andernorts fleißig weiteres verübelt, es zählt nicht echte Gerechtigkeit, keine Ehrlichkeit, vielmehr Mächte gewisser Seilschaften muß Mutter Erde verkraften. Unbescholtene Bürger werden weiterverschaukelt, vieles ihnen vorgegaukelt. Wie ehedem der ehrlich Ahnungslose drauf reinfällt, nicht dessen Einwand oder Wort zählt, sondern lediglich ein Sack voll Geld.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Liebe zu Allüren

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Das Ungeheuer trachtete nach meinem Leben.
Es war ein Drache, deswegen.
Gewalttönig fauchen, Feuer spucken,
aufstampfen, Erde bebend, in meine Seele gucken,
gehorchen, seine Gedanken wissen, ehe gesprochen,
sanft bewegen, Morast niederdrücken, das Ich verkrochen.

Er das Opfer, das verschmähte, für seine Disziplinfähigkeit,
bezweifle niemals sein Wesen, die Überheblichkeit.
Jeden Widerspruch drückte er nieder mit Gewalt,
Drohung, Hetze, körperliche Schläge, es gab kein Einhalt.
Der Drache züchtete meine Demut, züchtigte meinen Willen,
er hat sich in Luft aufgelöst, Dank Liebe zu meinem eigenen Grillen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Friedensnobelpreis 2018 kein Indiz für weltpolitische Entspannung

Nadia Murad und Denis Mukwege engagieren sich gegen sexuelle Gewalt

Generell belastet Gewalt weltweit jede Gesellschaft mit all ihren brutalen und häßlichen Auswüchsen, was sich ganz besonders in kriegerischen Auseinandersetzungen widerspiegelt, sexueller Mißbrauch dort erst recht völlig selbstverständlich bis heute stattfindet, da dieser ohnehin oftmals als Bagatelle hingestellt wird.

Der irakischen Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad, einer Überlebenden des Genozids an den Jesiden vor vier Jahren, und dem kongolesischen Gynäkologen und Menschenrechtsaktivisten Denis Mukwege wurde der diesjährige Friedensnobelpreis verliehen, dieser ehrt damit ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt. Die Publizistin Düzen Tekkal beschreibt im Inteview das nahezu aussichtslose Schicksal der bedrohten Jesiden unter der Herrschaft des IS.

Religionen im Fokus als Opium fürs Volk – Stütze oder Zwietracht?

Religionskriege und Schreckensherrschaften im Namen Gottes, Allahs oder sonstiger Anzubetende, bis hin zu Götzen durchziehen die Menschheitsgeschichte seit und eh je, belasten daher gleichwohl das friedliche Miteinander, obwohl es genügend Beispiele gibt, daß trotz allem eine gegenseitige Akzeptanz und Toleranz funktionieren kann.

Die Jesiden als religiöse Minderheit, die ursprünglich im Norden Syriens und des Iraks als auch in der südlichen Türkei hauptsächlich sich ansiedelten, wurden von anderen Religionen wie dem Christen- und dem Judentum, erst recht vom Islam nicht anerkannt, eher verpönt oder gar verfolgt. Es ist die Terrormiliz Islamischer Staat, die am 03. August 2014 das Hauptsiedlungsgebiet der Jesiden in Sindschar gezielt überfiel, der Beginn eines weiteren Völkermords, wobei auch Nadia Murad in Gefangenschaft geriet, 18 Familienmitglieder ermordet wurden. Dennoch gelang ihr die Flucht, verfolgte sie ihren konsequenten Weg nach psychotherapeutischer Betreuung in Deutschland als Menschenrechtsaktivistin.

Ohne jene brutalen Auseinandersetzungen religiöser Verfeindungen wäre Mensch anders gepolt? Eine gewagte These, einerseits vom Opium des Volkes zu reden, die Karl Marx so gern vertrat, deren Ursprung eher auf Heinrich Heine zurückzuführen ist. Dem muß man nicht zustimmen, kann sie für all die Millionen Gläubigen zugleich Stütze sein im Alltag, wäre da nicht der fatale Machtmißbrauch, eine häßliche Eigenschaft des Menschen.

Denis Mukwege spezialisiert auf die Folgen sexualisierter Kriegsgewalt

Trotzdem er gar vor sechs Jahren beinahe im eigenen Hause ermordet wurde, nur überlebte, weil sein langjähriger Mitarbeiter, Joseph Bizimana, die Eindringlinge ablenkte, dadurch selbst erschossen wurde, setzt Denis Mukwege unbeirrt seinen Weg fort, auf die Folgen sexualisierter Kriegsgewalt aufmerksam zu machen, behandelt nach wie vor im Panzi-Hospital vergewaltigte Frauen.

Dabei appelliert er mit Nachdruck an die Weltgemeischaft, daß der Krieg in der DR Kongo kein Ende finden wird angesichts der dortigst vorhandenen Bodenschätze, hauptsächlich sexualisierte Gewalt als Mittel der Kriegsführung an der Tagesordnung ist, während die UNO weiterhin eben dies nicht einhellig verurteilt.

Ein dramatisches Fazit trotz manch Hoffnungsschimmer

Was nützen all die Ehrungen oder ein Friedensnobelpreis, wenn Menschen dermaßen brutal aufeinander losgehen, vergewaltigend, mordend, im Namen Gottes oder aus purer Lust, die Schöpfung mißachtend?

Solange eine Nadia Murad und ein Denis Mukwege wenigstens mit Respekt behandelt und deren Engagement entsprechend gewürdigt werden, statt ein Donald Trump oder ein Kim Jong-un, die schließlich auch zur Debatte standen, diesen Friedensnobelpreis erhalten zu können, besteht noch ein Restfunken Hoffnung, hat das Nobelpreiskomitee zumindest weise gehandelt und entschieden.

Da Gewalt untereinander unsere Spezies beherrscht, werden auch Kriege auf Mutter Erde wüten. Erst wenn im kollektiven Gedächtnis haften geblieben, daß spirituelle Wege Verbindungen mit dem Kosmos ermöglichen, beginnt eine gänzlich andere Dimension, die man zurecht als Frieden bezeichnen darf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Raum für Änderung vorhanden

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Des Weisheits letzter Schluß keineswegs in Nähe,
ach, könnten manche doch vom Wissen naschen,
vielleicht der ein oder andere sehe
wie voll denn der Reichen Taschen.

Dies darf niemals bei den Bürgern ankommen,
jene Erkenntnis, selbst wenn viele erwachen,
sie noch verschwommen, ganz benommen
längst keinerlei Aufstand entfachen.

Nein, das soll schön weiterruhen,
jenes stille, ergebene Erdulden.
Mögen Herrscher in sauberen, edlen Schuhen,
sie überhäufen mit noch mehr Schulden.

Genau das läßt ihnen Raum für weitere Kriege,
die ohnehin schon lang geplant.
Und die Menschheit stets glaubt an Siege,
selbst wenn dadurch die Apokalypse schwant.

Das innere Gewissen lähmend der Schlange ins Auge sieht,
während sie eiskalt ihren Weg fortsetzt.
Egal wieviele Opfer, es ewig aufs Neue geschieht,
wegen Eitelkeit oder weil real verletzt.

Solange die selbsternannten Eliten walten dürfen,
die Menschen still ahnungslos vieles zulassen,
diese genußvoll Wein, sie noch Wasser schlürfen,
statt sie davon zu jagen bei deren Prassen,

geht wohl die brutale Rechnung auf.
Wer wagt den ersten Schritt zum Widerstand?
Wiederholung der Ängste des Menschen Lauf?
Warum erhebt gegen Gewalt niemand die Hand?

Kommt nicht wieder mit der Behauptung,
es sei immer so gewesen, keine Chancen in Sicht.
Was die Großen können, wir Kleinen mit noch mehr Schwung.
Wer’s nicht versucht, verliert, von dannen kriecht.

Drum laßt Euch bloß nicht entmutigend in die Leere schicken,
es widerspricht dem Plan des Kosmos, so auch dem Humanismus.
Stoppt Euer gleichgülti kritiklos bejahendes Kopfnicken,
die Welt hat genug für alle, geschickt verteilt, im Überfluß!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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