Deutschlands Weg in die Vergangenheit

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Oder wieso die Neue Rechte dermaßen viel Aufwind erhält

Laut neuesten Prognosen würden nahezu ein Fünftel der Wähler, die ihr pflichtgemäßes Kreuzchen hinterlassen, jener AfD ihre Stimme geben. Klar doch, ein Großteil soll lediglich dies aus Protest einer tatenlosen Regierung gegenüber vollziehen, das „Merkel-muß-weg-Lager“ greift nach anderen Machtverhältnissen, die Bayernwahl mit jenem Spaltpilz sorgt erst recht für mehr Stimmenfang.

Reflexartiges Herumschnappen eines Herrn Söder darf gleichwohl nicht als hilfreich gewertet werden, am Ende kostet es der ehemalig stärksten Partei im Land der Bayern so wichtige Stimmen, die Alleinherrschaft ist passé. Gespannt schaut die Republik gen Süden, sollte dennoch nicht das kleine Hessen aus den Augen verlieren, wo zwei Wochen später ebenso gewählt wird.

Mit Blick zu den Grünen dürften diese neben der rechtsradikalen AfD als lachende Gewinner hervorgehen, in Bayern, was früher undenkbar gewesen wäre, scheint sie mit Abstand sich als zweitstärkste Partei zu etablieren, was das Ländle längst vollzogen hat, selbst eine geschwächte SPD darf noch als drittstärkste mitmischen, wenn auch nur zwei Prozent vor den Rechtsradikalen.

Weimarer Verhältnisse wäre zuviel des Guten

An gezielter Kritik, wenn auch nicht ganz unberechtigt. Gewisse Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen, denken wir an Sozialabbau, Lohndumping, was einer eigentlich höheren Arbeitslosigkeit entspricht, zunehmende Armut, Aufrüstung und genügend Möglichkeiten, Kriege vermehrt anzuzetteln, ein besonders sich verbreitender Nationalismus in Europa.

Aber viel wichtiger, was nicht gleich bemerkt wird, die Rolle potentieller Geldgeber, die im Stillen eine perfide Neue Rechte ganz gezielt großzügig steuern. Oder glaubt tatsächlich noch jemand hierzulande, daß die Masse der Protestwähler die AfD finanziell unterstützt? Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Geht einfach nicht, insofern wird bewußt gesteuert, ein gnadenlos hämisches Boot im Meer der Verunsicherung, – eine Parallele zum Mittelmeer verdeutlicht die Bösartigkeit in diesem Kontext erst recht -, Angst und Haß funktioniert mal wieder.

Nichts dazugelernt aus der Geschichte – Volksverdummung erschafft neue Opfer

Darf oder muß man gar annehmen, daß bestimmte Gene und gar Gewohnheiten ein Grundübel als im Volk selbst vorhanden exakt zu solch erneuten Auswüchsen einer gezielten Steuerung dieser Neuen Rechten führt? Leider scheint man dies nicht von der Hand weisen zu können.

Schön, wenn Widerstand wächst, solche Verhältnisse nicht mehr dulden zu wollen, immerhin sind es noch knapp über 80 Prozent der Wähler, die einer AfD nicht ihre Stimme geben. Vergessen sollte man aber auch nicht, daß es vor einem Jahr noch fünf Prozent weniger waren bei den Rechtsradikalen. Insofern kann keine Rede von Entwarnung sein. Seid wachsam!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Bewahrtes Geheimnis

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Sie schrie,
gehört wurde sie nie.
Sie weinte,
Herz sich entzweite.
Sie brüllte,
ihre Seele verkümmerte.

Sie schwieg,
in ihr tobte Krieg.
Sie verriet nichts,
es war ihr Geheimnis.
Sie blieb stumm,
Opfer prahlen nicht, darum.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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RTL: Wen interessieren Reichsbürger – Hauptsache die Kasse stimmt

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DSDS glänzt mit fragwürdig neuer 16. Staffel

Über miesen Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten mit Blick zum privaten Fernsehsender RTL, dessen Unterhaltungssendungen wie Big Brother, Dschungelcamp und auch die Castingshow DSDS mit jenem sogenannten Pop-Titan zum Besten geben. Einschaltquoten bestimmen den Markt, was nicht erst seit Hans Weingartners Free Rainer bekannt sein sollte.

Aber wenn die schlechteste Castingshow Deutschlands sich um den „Marionetten-Sänger“ Xavier Naidoo bemüht, dem ein Stelldichein mit den Reichsbürgern nichts ausmacht, spätestens dann wird, auf Teufel komm raus, polarisiert, was sich wiederum mit dem zunehmenden europäischen Rechtspopulismus deckt. Neben Dieter Bohlen ein Xavier Naidoo sowie der von DSDS gefunden ernannte Super-Star Pietro Lombardi.

Die Steigerung von widerlich findet stets neue Spielwiesen

Was nützt schon das Talent, die begnadet tolle Stimme, wenn ein Xavier Naidoo dermaßen unverblümt sich in dessen Texten Luft macht, im Gegenzug die rechtsradikale Szene ihn für ihre Zwecke ausnutzt? Mittels hohlen Phrasen gegen die deutsche Politik wird’s keineswegs besser, erst recht nicht mit jener AfD, die fleißig weiter ihren Haß im Bundestag versprüht.

Dies scheint den Sänger nicht zu stören, somit keineswegs verwunderlich, wenn man sich fürs Castingformat DSDS hergibt. Da paßt manches somit zusammen, selbst wenn RTL sich damit bestimmt keinen Gefallen tut. Aber wen interessieren schon Reichsbürger – Hauptsache die Kasse stimmt! Letztlich spielt es keine Rolle, welches vierte Jury-Mitglied neben den drei Juroren Platz nehmen wird. Denn wem das Reichsbürgergeschwätz und vor allem die Kungelei zur Neuen Rechten mißfällt, der schaltet die Glotze eben nicht mehr an.

Kein Entrinnen aus dem Sumpf ominöser Verschwörungstheorien

Fanatismus zeichnet oftmals fließende Grenzüberschreitungen aus, sodaß menschenverachtendes Gedankengut Wege seiner Entfaltung findet, dieses sich vielseitig widerspiegelt, vor allem einer unterbewußten Hirnwäsche Vorschub leistet. Das kann man schon länger bei Xavier Naidoo beobachten, da hilft ihm auch kein rechtliches Durchsetzen, ihn keinen Antisemiten nennen zu dürfen oder die Unterstützung prominenter Kollegen.

Es verbleibt der fade Beigeschmack zur Nähe der Neuen Rechten, eine diffuse Erklärungsnot, die schnell mit Verschwörungstheorien bespickt Abhilfe verschaffen soll. Kritik am System an und für sich ist durchaus legitim und auch unbedingt notwendig, aber mitnichten bei solcher Grundhaltung und Verstrickung. Daß daraufhin etliche Fernseh- und Radiosender Abstand zu Xavier Naidoo nehmen, kann man ihnen nicht verübeln, sondern zeigt deren Rückgrat, was man bei RTL weiterhin vermissen muß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Und

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Im Strom notgebremst,
du schreibst schon ewig,
das Jahr ohne Rasenmäher,
schon sind die Leser selig.

Am Rand rot notiert,
gottlob, Lyrik ist schwerhörig,
Texte steinern blau gehauen,
Licht flackert föhnig.

Eilende Körper wirbeln,
du schreibst ohne Stil,
kein Hauch mehr berührt,
Bonbons, rosa, Frustventil.

Und verboten ist seins sein,
und oder etwa noch aber,
gelb vom Himmel sich löst,
so ist halt mein Gelaber.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Tierversuche: Planet der Affen weilt nonstop unter uns

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Max-Planck-Institut ebenso in der Kritik

Wir Menschen verdeutlichen unsere Ignoranz tagtäglich im Umgang mit den Tieren, den gleichberechtigten Geschöpfen des Blauen Planeten. Dabei zeigt sich die Dominanz und der ohnehin ständig stattfindende Expansionsdrang unserer Spezies auch hierbei überdeutlich bei Affenversuchen. Menschliche Dekadenz erinnert fatal an das literarische Werk eines Pierre Boulle, seinen Roman „Der Planet der Affen“ (La Planète des singes).

Weiterhin steht das Max-Planck-Institut in der Kritik, wobei ganz ähnlich die Bremer Universität keinerlei Bedenken hat, Versuche an Affen auszuführen. Ende 2008 hatte das Bremer Verwaltungsgericht zunächst zugestimmt, der Uni die Erlaubnis zur Fortsetzung der Affenhirnversuche erteilt.

Gerichte vs. Tierschutz

Richter in Roben entscheiden über Verdeih und Verderb leidender Primaten, die sich nicht im geringsten wehren können, die hillfreichen Hände beherzter Menschen brauchen, die alles versuchen, um ihne jenes Leid zu ersparen.

Nach dem fragwürdigen Urteil des Verwaltungsgerichts, weil der Hirnforscher Andreas Kreiter sich festgebissen hat, seine Forschung in Bremen seit 1997 fortzusetzen, sich auf die garantierte Forschungsfreiheit beruft, beobachten wir das Auf und Ab der Versuche, ihn daran zu hindern, zum Schutz der betroffenen Affen. Und das obwohl ziemlich eindeutig der Nutzen jener Forschung völlig abwegig sich gestaltet: Das Affenhirn, der ganze Affe selbst, versagt auf ganzer Linie, als Probant für derartige Versuche herangezogen zu werden. Mit anderen Worten, Mensch unterscheidet sich deutlich von jenen Affen, diese Experimente sind daher nicht nur fragwüdig, sondern vielmehr vollkommen unnötig, weil letztlich nicht dienlich, machen darüber hinaus betroffenen Patienten Hoffnung, die ergebnislos sind.

Lachende Dritte im Hintergrund lauernd: mal wieder die Pharmalobby. Sie stellt den eigentlichen Nutznießer jener grausamen Tierversuche dar, profitiert im Ergebnis mit ihren daraus hergestellten Medikamenten, die dann dem Menschen helfen mögen. Daß es auch gänzlich ohne jenes Leid an Affenversuchen geht, ist längst bewiesen, wie auch hier der Deutsche Tierschutzbund beschreibt.

Der Gesetzgeber hätte es in der Hand

Doch die deutsche Gerichtsbarkeit steht zweckdienlich der verbohrten Forschung an der Seite, wenn man sich das Hin und Her vergegenwärtigt. Zunächst untersagte im November 2011 die Bremer Gesundheitsbehörde Kreiters Fortsetzung der Hirnversuche an Affen, aber im Dezember 2012 setzte sich das Oberverwaltungsgericht über die Gesundheitsbehörde hinweg, erteilte die erneute Erlaubnis der Bremer Uni, was somit den Bremer Senat beschäftigte, daraufhin der Gesundheitssenator Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einlegte. Selbst dies half nicht. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte leider das Urteil des OVGs Bremen im Februar 2014.

Welch dreiste Vorgehensweise, bedenken wir, die britische Universität Durham kommt gänzlich ohne qualvolles Leiden an Affen aus bei der Verhaltensforschung, sie erforscht das Lern- und Gedächtnisverhalten an Probanden mittels Transkranieller Magnetstimulation Wahrnehmung. Generell gibt es längst vielfachen Ersatz, um Tierversuche zu vermeiden.

Während letztlich der Gesetzgeber es in der Hand hätte mit einer Novellierung des Tierschutzgesetzes, in der unmißverständlich jedwede Forschung am Tier untersagt wird, müssen Affen in Versuchen weiterhin unnötig leiden, weil eine profitorientierte Lobby der Pharmaindustrie und Forschung genau dies verhindert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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Wachsgesicht

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Bloß nicht starr wirken,
Grinsen aufsetzen,
smilen,
auf gut Deutsch,
täuschen,
ich bin gut drauf.

Sanfter Lidstrich,
gescheitelte Haare,
versunkener Blick,
Seriosität ausstrahlen,
Kopf leicht geknickt,
ich höre dir zu.

Kinder schlagen,
Frauen erniedrigen,
Männern Gefühlslosigkeit
einbleuen,
Sexualität verteufeln,
ich wachse ein, euch alle.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Erdoğans Einfluss zensiert Kunst in Deutschland

„Türkischer Diktator“ von Thomas Baumgärtel in Cubus-Kunsthalle Duisburg

Darf man der Republik Türkei bescheinigen, sie sei einerseits ein Nato-Verbündeter, während anderseits in Deutschland ein siebzehntes Bundesland sich befinde, ein Erdoganien, eine despotische Enklave unter der Fuchtel ihres Alleinherrschers, der jede Gelegenheit nutzt, potentielle Feinde als Terroristen abzustempeln?

Man sollte sogar, zumal jüngst der „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel schon einmal barsch zensiert wurde im Februar dieses Jahres während der Art Karlsruhe, mit dem Ergebnis, daß sein Werk „Türkischer Diktator“ abgehängt wurde. Dies sorgt nunmehr für etliche Beschwerden und Bedrohungen in der Duisburger Cubus-Kunsthalle, die Ausstellung steht unter Polizeischutz.

Kritik unerwünscht – Erdoğan pöbelt weiter nach Deutschlandbesuch

So kennt man ihn halt. Das Fatale daran, jene selbstverursachte internationale Abhängigkeit, nicht nur wegen der Nato-Mitgliedschaft, wirtschaftliche Verbindungen dürften den Hauptanteil haben. Nach dessen erneutem Wahlbetrug nimmt das türkische Sultanat konkrete Formen an, die keineswegs politische Beobachter überraschen.

Entsprechender Unmut verbreitete sich rasch mit dem letztmaligen Besuch des Despoten hierzulande, Erdogan fühlt sich von Steinmeier ungastlich behandelt, tönte es direkt nach dem Deutschlandbesuch. Eine Bestätigung erdoganischer Politik, die das installierte Sultanat explizit unterstreicht, trotz anhaltender Zunahme wirtschaftlicher Not im Lande wegen extremer Preissteigerungen, spricht der „türkische Pascha“ davon, daß die Talsohle bereits durchschritten sei beim starkem Wertverlust der Lira.

Wer die Kunst zensiert, verlangt morgen ganz andere Prioritäten?

Wenn schon in Erdoganien, bzw. in Berlin plötzlich „Özel Harekat“-Polizeiautos gesichtet werden, die natürlich Erdogan-Kritikern Angst einjagen, sollte die Bundespolitik längst selbstkritisch sich die Frage eingestehen, ob sie nicht die Zügel in der Türkei-Politik viel zu locker hat schweifen lassen!

Der „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel läßt sich keineswegs beeindrucken, übt seit Jahren Kritik mit seiner Kunst und den Serien Holocaust, Menschenmassen, Städtebilder und Supermarkt in Acryl-Malerei, hinterläßt das ein oder andere Bananen-Werk, wie das gesprayte Bild unter der Überschrift „Freiheit!“ an einer Neuwieder Hauswand als Reaktion zum Charlie-Hebdo-Attentat.

Terror beschäftigt natürlich gleichwohl Kunstschaffende. Richtig dramatisch wird es, wenn Despoten sich erlauben, nicht nur im eigenen Land Künstler zu zensieren, sie dort einzuschüchtern oder wegzusperren, sondern auch hierzulande sich vehement einmischen. Das sollte erst recht Anlaß genug sein, ihn in die Schranken zu weisen, die letztmalige Hofierung zum Deutschlandbesuch was alles andere als notwendig.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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